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Ésteros del Iberá

Als wir in den frühen Morgenstunden in Mercedes ankommen, fragen wir uns; "Wie und wo sollen wir nun unseren Fahrer nach Colonia Carlos Pellegrini finden?" - kurz darauf stellten wir fest, dass wir eine Stunde zu FRÜH angekommen sind - es war erst 03:40. Wir warteten. Die Fahrt dauerte 2 Stunden. Ein Wasserschwein kreuzte unseren Weg und ein wenig später als es schon dämmerte hielt unser Fahrer abrupt an. "Miran un Aguará Azú. Se ve muy poco." Wir schauten das Tier an. Es war riesig. Es hatte etwa die Grösse eines Löwen (etwas höher, dafür etwas kürzer) und sah aus wie ein Fuchs. Dieses Tier sehe man nur sehr selten (eine grosse Fuchs Art) und unser Guide erzählte uns später, dass er bereits sein ganzes Leben hier lebte und diesen Fuchs erst 5x gesehen hat. Wir hatten also wieder mal ein riesen Glück. Einen Hirsch sah ich auch noch aber ich war mir zu dem Zeitpunkt nicht sicher ob es sich um einen Traum handelte, da ich immer wieder einnickte. 

 

Die Ausflüge finden hier aufgrund der Hitze jeweils morgens und abends statt. Am ersten Abend sind wir mit dem Boot raus auf die Lagune und haben die ersten Wasserläufe erkundet. Drei Vögel suchen im seichten Wasser nach Futter, als plötzlich aus dem nichts ein Cayman hervorschnellt und sich einen der drei schnappt. Die anderen beiden stellen sich vor den Cayman, schreien ihn an, flattern mit den Flügeln, als würden sie im sagen «Hey spuck unseren Freund gefälligst wieder aus! Spuck aus!», was den Cayman natürlich wenig interessierte – dieser verschlang den Vogel genüsslich vor den Augen seiner Artgenossen. Weiter hinten suhlte sich ein Wasserschwein im Schlamm. Wieso das grösste Nagetier der Welt Wasserschwein heisst ist mir nach wie vor ein Rätsel – den mit einem Schwein hat es wenig zu tun. Es sieht aus wie ein riesiges Meerschwein – da haben wir das «Schwein» schon wieder. 

 

Wir fahren noch etwas weiter und sehen Hirschen beim Weiden. Sehr schöne Tiere. Der Guide sagt uns, dass sie jedes Jahr ihr Geweih verlieren und danach ein neues nachwächst mit einer Spitze mehr – daran kann man jeweils das Alter des Tieres erkennen. Es scheint, als würde sich zwischen den zwei Männchen ein Kampf anbahnen. Aber bevor es dazu kommt, zieht sich der eine zurück. 

 

Wir sehen viele Caymane, Wasserschweine, Hirsche und Vögel – ein richtiges Paradies für Tierliebhaber. Und es ist gerade die Zeit wo alle Jungtiere haben – super. 

 

Wir machen noch eine weitere Bootstour bei Tag und auch eine bei Nacht.

 

Der Guide beleuchtet mit seiner Taschenlampe einen Reiher, der auf einem «Baum» sitzt. Der Reiher fühlt sich gestört und fliegt davon, das Licht der Taschenlampe folgt ihm. Ein Wahnsinns Bild, rundherum herrscht absolute Dunkelheit. Überall zwischen den Pflanzen leuchten die Augen der Caymane. Plötzlich eine Bewegung im Wasser – drei Wasserschweine schwimmen gemütlich an unserem Boot vorbei um auf der anderen Seite wieder an Land zu gehen und weiter zu fressen.

 

Hier, mitten im Nirgendwo ist der Sternenhimmel wunderschön. Die Sterne funkeln wie Millionen kleine Diamanten um die Wette und kein anderer Lichtstrahl stört die Schönheit des Nachthimmels.

 

Auf dem Rückweg sehen wir noch einen Fuchs, was eher ungewöhnlich ist – er wirkt irgendwie verloren auf der kleinen Insel mitten im Wasser. 

 

Wir haben auch drei Wanderungen gemacht. Naja die erste würden wir knapp als Spaziergang durchgehen lassen. Wir haben auch nicht allzu viel gesehen – die Brüllaffen (die lautesten Tiere der Welt) liessen sich nicht blicken.

 

Die zweite Wanderung war schon etwas besser. Wir sind durch steppenartiges Gelände gelaufen, gesäumt von Palmen. Plötzlich sind wir mitten in einer Rinderherde. Alle Tiere stellen sich mit dem Blick zu uns und schauen uns an – der Stier ist gigantisch. Wir passieren die Herde unbehelligt und gelangen in einen kleinen Wald wo wir tatsächlich Brüllaffen finden. Zum Glück brüllen sie meistens nur am Morgen – um den Tag zu begrüssen, sagt Nene unser Guide – der Lärm wäre sonst wohl unerträglich gewesen. 

 

Die Nachtwanderung war aufregend. Wir waren das erste Mal alleine mit dem Guide unterwegs, ausgerüstet mit drei riesigen Lampen. Wir sind ca. zwei Stunden durch das Naturschutzgebiet gelaufen. Hauptsächlich haben wir Wasserschweine gesehen, ansonsten liessen sich nicht viele Tiere blicken. Aber auch hier war der  Nachthimmel spektakulär. Wir schalteten die Lampen aus. Um uns herum leuchtete und blinkte es wie in einer Disco – Glühwürmchen überall!

 

Unser Guide entdeckte einen grossen Vogel ganz oben in einem kahlen Baum. Der Vogel im Scheinwerferlicht der Lampe und dahinter der schwarze Nachthimmel mit Millionen von Sternen – was für ein Bild – unbeschreiblich!

 

Kurz vor Schluss kreuzten noch zwei Gürteltiere unseren Weg – lustige kleine Kerlchen.

 

Wenn wir nicht auf einem Ausflug waren haben wir die Zeit auf Ñande Reta verbracht. Am Vormittag waren wir jeweils am Pool, lesen, schwimmen und Aquafit (letzteres natürlich nur wenn wir alleine waren oder uns unbeobachtet fühlten).

 

Wir wollten die Zeit eigentlich nutzen um an unserer Homepage zu arbeiten aber naja – das Internet funktionierte leider so gut wie nie. Zum  Glück hatten wir genügend Lesematerial dabei. Beni liest konzentriert unser Survival Lexikon und weiss jetzt theoretisch sogar was er im Dschungel zur Entbindung eines Kindes tun müsste.

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Kommentare: 2
  • #1

    Mummy (Mittwoch, 17 Januar 2018 16:04)

    Danke für die interessante Brichte - me isch de grad chli derbii ! Häbets guet �u äs liebs Grüessli �

  • #2

    feller renate (Samstag, 20 Januar 2018 17:52)

    Sälü zäme,merci für d info,gr ma