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Von der Provinz Salta in die Provinz Jujuy

Nationalpark los Cardones

"Mein kleiner grüner Kaktus steht draussen am Balkon, hollari, hollari, hollarooo." Max Raabe sang von seinem kleinen Kaktus, wir sahen dessen teilweise riiiiesigen Brüder und dies soweit das Auge reichte. Im Nationalpark los Cardones gibt es diese geschützten Kakteen, kilometerweit und bis zu 12 Meter hoch, zu bestaunen. Die 12 Meter hohen haben wir allerdings nicht gesehen - die haben sich gut versteckt in der Menge. Dafür sind noch ein paar Guanakos an uns vorbei spaziert. Durch diesen Park führt auch die berühmte Recta Tin Tin, eine 16 Kilometer lange schnurgerade Strasse, welche nach dem kleinen Berg Tin Tin benannt ist der daneben liegt.

 

Ruta 40, Ruta 9, ...

Die Strassen und deren Zustand in Argentinien könnten unterschiedlicher nicht sein. Da düst du gerade noch, mit dem Ellbogen zum Fenster raus, gemütlich auf einer perfekt asphaltierten Strasse (Ruta 40) und dann findest du dich urplötzlich auf einer Schotterstrasse (auch Ruta 40) wieder, wo es dir den Staub kiloweise ins Auto bläst, wenn du nicht sofort die Fenster schliesst. 

 

Oder du fährst auf 4000 Meter hinauf und landest plötzlich im dichtesten Nebel. Dabei merkst du kaum, dass die Strasse jetzt stetig nach unten führt und dabei immer kurviger wird, dass neben dir ein enorm steiler Abhang ist (denn du zwar nicht siehst, aber aufgrund des abrupten Endes der Strasse erahnen kannst) und dass mal wieder Asphalt durch Schotter ersetzt wurde. Sobald wir, ca. 2000 Meter tiefer, wieder aus dem Nebel rauskommen ist die Strasse dann wieder asphaltiert - wir vermuten, dass dort oben immer Nebel herrscht und man deshalb keine grosse Lust hatte, dieses Teilstück zu teeren - oder so...

 

Oder unser Favorit: die Ruta 9 von Salta nach Jujuy. Sie beginnt schön asphaltiert, mit einigen wenigen Schotterabschnitten und geht dann stetig bergauf. Je steiler der Abgrund neben uns wird, desto enger wird auch die Strasse, welche während  ca. 1.5 Stunden dann nur noch unter 4 Meter breit ist und aus unendlich vielen und engen Kurven besteht. Erschwerend ist die Tatsache, dass auf dieser Strasse auch reger Gegenverkehr herrscht, welcher beide Fahrzeuge zwingt die Fahrbahn um etwa einem halben Meter zu verlassen, was nicht immer möglich ist (siehe Fotos). Und gefahren wird hier "aaaai caracho" also volle Pulle oder "wes chlepft no e Meter". 

 

Purmamarca & Quebrada de Humahuaca

Gib bei Google in der Bildersuche "Purmamarca" ein, dann kannst du dir annähernd vorstellen was für ein Anblick dieser bunte Berg vor Ort bieten muss. Als wir am Abend ankamen, war es bewölkt aber trotzdem schon ein klasse Anblick. Am nächsten Morgen fuhren wir die Quebrada de Humahuaca hoch - es regnete in Strömen. Deshalb beschlossen wir zurück zu fahren und im nächsten Restaurant eine Flasche Wein zu trinken (und etwas zu Essen). Der Kellner zog schon die Augenbraue hoch, als wir eine grosse Flasche bestellten und nicht die kleine. Aber was will man bei diesem Wetter gross machen? Mit einem herrlichen Schwips kehrten wir ins Hotel zurück um den dümmsten Film aller Zeiten zu schauen - Zoolander 2! Als wir gelangweilt einen Blick nach draussen warfen, sahen wir entsetzt, dass die Sonne schien... Wiesoooooooooooo, wir hatten uns mit dem Regen abgefunden?!?!

 

Na dann mal los! Anziehen, etwas Wasser trinken um den grössten Schwips los zu werden und dann ab die Post nach draussen den Camino Colorado ablaufen (3km rund um den Berg der sieben Farben). An den verschiedenen Farben kann man sich fast nicht satt sehen. Die Berge leuchteten in grün, orange, rot, violett um die Wette (und neeein es lag nicht am Wein). Leider hat auch hier der Tourismus schon seine Spuren hinterlassen, so dass aus einem eigentlichen "Spazier- / Wanderweg" eine befahrene Strasse entstanden ist. Unzähligen Autos mussten wir immer wieder Platz machen, an allen unmöglichen Orten wurde parkiert, die Insassen sprangen heraus um einander mit ihren Selfie Sticks die Nase einzuschlagen und sich die besten Fotos streitig zu machen (welche sowieso wir hatten - aber das wussten die ja nicht), um dann sogleich wieder weiter zu fahren (ca. 25 Meter für den nächsten Foto Stopp)... 

 

Am nächsten Tag eroberten wir dann noch mit ca. 30 anderen Leuten den "Aussichtspunkt" direkt vor dem farbigen Berg. Dessen Besitzer war clever genug ein Schild zu basteln, wo er Eintritt verlangt um seinen Hügel zu besteigen. Auch hier wieder ein Gerangel mit den Selfie Sticks - wer braucht schon eine Kamera, wenn man ein Smart Phone hat - mein Fotografen-Herz weint bei diesem Anblick immer wieder.

 

salinas grandes

Da wir für die Rückfahrt nach Salta genügend Zeit eingeplant hatten, entschieden wir uns noch spontan für einen 2 stündigen Abstecher zu den Salinas Grandes. Von Purmamarca aus fuhren wir 1 Stunde lang eine kurvige Passstrasse bis zum höchsten Punkt, dem Altos del Morado auf 4170 Meter, hinauf. Nicht nur wir kamen hier ins schnaufen auch der Motor unseres Mietwagens bekundete seine liebe Mühe den Pass zu überwinden. Die Salinas Grandes ist ein Salzsee, welcher jedoch nicht mit dem Salar de Uyuni in Bolivien zu vergleichen ist. Trotzdem ein schöner Ausflug. Aber auch hier wieder die Faszination Mensch - alle hielten am Parkplatz an, wo man Getränke, Souvenirs, etc. kaufen konnte und sich vor allem das Fotosujet mit 100 anderen Touristen teilen musste... Wir fuhren ca. 500 Meter weiter, parkten am Strassenrand und waren alleine. Vor allem die Passfahrt war es auf jeden Fall wert, den Weg auf uns zu nehmen.

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Kommentare: 5
  • #1

    Mummy (Donnerstag, 15 Februar 2018 20:28)

    Eifach nume schön!

  • #2

    feller renate (Montag, 19 Februar 2018 18:36)

    Wunderschöni bilder!hei die eigentlich keni ross dert?i wett es rossföteli bschteue� grüessli ma

  • #3

    feller renate (Dienstag, 20 Februar 2018 17:43)

    Liebe beni,wünsche dir aus guete zum geburtstag,blib gsund u munter u gniess d wält.dini ma����das wünsch i em joli natürlech genauso.häbets eifach guet. Ps ,weder d putzrächnig no nid überwise heit-guet für öich,de chöit dir fr.100 dervo abzieh u ga znachtässe.schüsch müesst dir no chli warte ufs geb.gschänk.�

  • #4

    Benjoli (Dienstag, 20 Februar 2018 23:53)

    Hallo Ma, merci viumau! De gömer de morn doch dick ga znacht ässe! Doch doch die hei ross hie...sehr feini sogar ;-) Mir hei o scho ufere ranch mit rössli gwohnt, es het aber no kes guets föteli gäh. Bschtellig isch ufgnoh u mir schaffe dranne!
    Liebe Gruess Beni & Joli

  • #5

    Sändi (Mittwoch, 21 Februar 2018 16:37)

    Hoi Sisterhärz u Benj, öie Iiitrag zur Ruta 40 erinneret mit schwär a es gliichs Erläbnis uf de R339 über de Prins Alfredpas in Südafrika,-) vor öppe 10 Jahr, mittlerwile isches aber ou fasch zunere chline Outobahn worde u Asphalt hei si ou no chli meh gfunde.
    Wünsche euch wyterhin vili schöni Erläbnis u tolli Fotomotiv.
    Muntsch Sändi