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Das Seengebiet

Bariloche; von den Argentiniern auch liebevoll die kleine Schweiz genannt. Und tatsächlich bekommen wir hier nach dem Dschungel, der Wüste und der Pampa, Seen, Berge und Bäume zu sehen, welche doch ein klein wenig an zu Hause erinnern. Die hiesige weit bekannte Schoggi verdient wahrlich Anerkennung (wenn man den einmal den richtigen Laden mit der wirklich leckeren Schokolade gefunden hat) und auch das Preisniveau ist bestens vertraut und hat sich innert 2 Flugstunden verdoppelt. Ein grosses Bier ist jetzt nicht mehr 1 Liter für 6 CHF sondern 0.6 Liter für 9 CHF. Es gibt auch Restaurants, welche Fondue und Fondue Chinoise anbieten. Letzteres haben wir am letzten Abend auch gegessen – es war lecker aber nicht vergleichbar mit zu Hause – dafür haben wir noch eine Rösti dazu bestellt. Es sah aus wie Rösti, roch wie Rösti und schmeckte fast wie Rösti. 

 

Meistens haben wir jedoch in Bariloche selber gekocht. Wir hatten an der Hauptstrasse eine kleine Ein-Zimmer-Dachwohnung. Das Beste war wohl Rührei mit Wienerli und dazu eine Flasche Weisswein – man gönnt sich ja sonst nichts. 

 

Die zentrale Lage erwies sich hier erstmals als sehr ungünstig. Die ganze Nacht hindurch cruisen hier die Möchtegern-Coolen mit ihren Autos durch die Stadt. Notabene alle Fenster unten, die Musikanlage voll aufgedreht und wenn keine Musikanlage vorhanden war, dann zumindest mit abgesägtem Auspuff – Hauptsache schön laut. 

Cerro Otto

Die Berge, sowie die ganze Region rund um Bariloche sind als Wintersportgebiet in Argentinien bekannt und im Sommer natürlich ideal zum Wandern. Der Cerro Otto ist ein kleiner "Berg" ca. 1500 Meter hoch, welcher mittels einer Seilbahn erreichbar ist (diese wurde in Österreich hergestellt – das haben wir sicherheitshalber zuerst geprüft). Wir hatten wieder einmal prächtiges Wetter und entschieden uns oben angekommen den Weg zum Aussichtspunkt (trotz Sandaletten) auf uns zu nehmen. Die Dauer betrug hin und zurück etwa 2 Stunden was nicht das Problem war, aber der Weg war so staubtrocken und sandig, dass wir mit nahezu schwarzen Füssen heimkehrten (Beni was not amused!!!). Der Aussichtspunkt war hübsch (hübsch ist Beni’s Wort für: nicht der Rede und die dreckigen Füsse wert) und wir gönnten uns danach auch noch ein lecker Bierchen auf dem Rückweg im Gondeli.

Brazo Tristeza

So viele Seen laden förmlich dazu ein, auch mal eine Bootstour zu unternehmen, gesagt getan. Wir entschieden uns wie so oft gegen den Massentourismus und buchten eine Tour auf einem kleineren Boot inklusive kurzem Landspaziergang mit maximal 15 Personen. Die Tour war alles in allem nicht einmal viel teurer und wir mussten das Boot nur mit 10 anderen Leuten anstatt 300 teilen. Es hat sich sehr gelohnt. 

 

Wir wurden morgens vor der Haustüre abgeholt. Nach 1 Stunde Fahrt hat man uns zusammen mit 10 weiteren Personen an einem kleinen Hafen abgesetzt. Der Guide, ein lustiger, topmotivierter Mittvierziger begrüsste uns herzlich und führte uns auf sein Boot mit 3 Mann Besatzung. Bei Kaffee und Kuchen tuckerten wir als einziges Boot weit und breit auf einem grossen langgezogenem Arm des Nahuel Huapi Sees der Sonne entgegen. Am anderen Ende angekommen ankerten wir etwa 20 Meter vor dem Ufer. Nun hiess es rein in die kleine Nussschale, welche uns in 3er Gruppen an Land brachte. Wir mussten natürlich zuerst rüber, die anderen hatten etwas Bammel. 

 

Auf einem stündigen Spaziergang erzählte unser Guide sehr viel über die Bäume, Vögel, Berge und Flüsse dieser Region. Beim Wasserfall angekommen, begann dann das altbekannte um die Wette fotografieren und sich selber ablichten lassen. Wir konnten es uns nicht nehmen lassen auf dem Rückweg alle zu überholen und ich stürzte mich noch kurz in die Fluten des schönen dunkelblauen Sees (der eine ähnliche Temperatur wie der Thunersee hat) bevor wir wieder auf das Schiff zurück gingen. Auf dem Rückweg gabs auf dem Schiff noch feine Ravioli und sogar lecker Bier (inkl. Zapfsäule zum selber nachfüllen) – juhuuuuu!

Circuito Chico

Das Thema "Schweiz" wirkt aber manchmal auch ein bisschen krampfhaft aufgegriffen und dadurch auch eher schlecht umgesetzt. Ein Beispiel hierfür ist die "Colonia Suiza". Eine kleine Siedlung mit kleinen Holzhäuschen welche unsere "Chalet" darstellen sollen. Hier sieht man überall das Schweizerkreuz, Kantonswappen und allerlei Ramsch, welcher teilweise auch keinen Zusammenhang mit der Schweiz hat. Trotzdem niedlich anzusehen das Ganze. Die beiden Hauptstrassen heissen Zürich und Valais und es gibt einen riesigen Essbereich mit allerlei diversem an Essen und Trinken. Wobei ich manchmal daran zweifle, dass wirklich alle den Unterschied zwischen der Schweiz, Deutschland und Österreich und deren Eigenheiten kennen. Also wirklich lohnen tut sich der Ausflug dorthin nicht. 

 

Weiter gings auf dem Rundweg ins Hotel Llao Llao. Den Hafen Bahia Lopez haben wir übersprungen, weil wir diesen am Vortag schon beim Bootsauflug gesehen haben. Für 13 CHF gönnten wir uns einen Kaffee und eine heisse Schokolade – eigentlich wollten wir zu Mittag essen, was wir uns nach einem Blick auf die Speisekarte und deren Preise anders überlegt haben. 

 

Wirklich sehenswert ist aber der Berg Llao Llao respektive die Aussicht auf den See – wenn man denn mal oben angekommen ist. Von Tacul läuft man 40 Minuten hoch auf den Berg. Die Aussicht ist der Wahnsinn. Wunderschön und die Mühe wert. Die Windstärke dort oben hat's ebenfalls in sich – I believe I can flyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy…..  

 

Das war eigentlich der Beste Teil des Circuit Chico (nebst der vorbei ziehenden Landschaft), welchen man auch als Tour buchen kann, wobei man dann den Berg Llao Llao nicht besteigt…

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