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El Bolsón

Von Bariloche aus machten wir uns mit dem Mietwagen auf den Weg nach El Bolsón. 

 

Unsere Unterkunft war eine "Spacey Lodge" auf einer kleinen Ranch mit einem Haufen freilaufenden Tieren. Wir hausten in einem "Gartenhäuschen", welches im Vorraum einen Billard und Pingpongtisch sowie einen riesigen Grill zu bieten hatte. Bett und Bad befanden sich Hauptraum, welcher noch einen Pizzaofen inkl. Küche hatte. Das Highlight war die riesige halbrunde Fensterfront, wo auch ab und zu die Pferde reinschauten, welche sich auch frei durch den Garten bewegten.  

 

Joli sagt hierzu folgendes: zugegeben, die Lodge war nett aber extrem abgelegen. Von der Hauptstrasse, ging es auf eine Schotternebenstrasse und dann noch auf einen mehr besseren Waldweg, welcher steil bergab ging und mehr Löcher als Boden hatte. Wir waren mitten im Nirgendwo, rund um uns Wald *grusel*. Ausgerechnet heute war die unheimliche Folge von Sherlock Holmes «die Hunde von Baskersville» dran wo es um einen grossen Monsterhund ging. Als wir nach dem Essen auf dem Rückweg den dunklen Waldweg entlang fuhren stand plötzlich mitten auf der Strasse ein schwarzer Hund und schaute uns an. Mir rutschte fast das Herz in die Hosen und ich sagte nur völlig deppert: «Da steht ein Hund.» Beni: «Aha. Äh, ja.» Als es wenige Meter weiter vorne darum ging aus dem Auto zu steigen und das grosse Tor auf und hinter dem Auto wieder zu zumachen, brachten mich keine zehn Pferde aus dem Auto raus. 

 

Aber es kam noch besser. Schon vor dem Nachtessen unter der Dusche, haben sich etliche Spinnen zu mir abgeseilt. Immerhin nur die mit den langen dünnen Beinen. Aber als wir wieder ins Zimmer kamen und ich ins Bett steigen wollte, grinste mich von meinem Kissen aus eine dicke, fette, abstossend hässliche riesen Spinne an. Das, die Holmes Folge vom Nachmittag, die grosse Fensterfront unserer Lodge mitten im dunklen Wald und die ständig ausfallende Heizung (welche am Nachmittag offensichtlich erfolglos repariert wurde) und der 1 Meter hohe Absatz zum Steinboden direkt neben meiner Seite des Bettes führten dazu, dass diese Lodge nicht zwingend meine Lieblingsunterkunft wurde. 

 

Am zweiten Tag stand eine Tageswanderung auf dem Programm. Mit gepackten Rucksäckli machten wir uns zu Fuss auf den Weg zum Cajon del Azul. Was sich wahnsinnig vielversprechend anhörte und auch im Internet gelobt wird, ist für mich nichts weiteres als ein 6 stündiger Waldspaziergang mit dem Ziel eine kleine Schlucht zu sehen, die etwa mit dem Blick vom Starthäuschen aus zur Aareschlucht vergleichbar ist - Bravo. Ich war dementsprechend genervt und konnte nur den sportlichen Aspekt der Bewegung abgewinnen, aber Joli zeigte sich wie meistens begeistert, was ich zwar manchmal nicht nachvollziehen kann, aber sicher gut für unsere Gemüter ist. Die kleinen Highlights waren, mal abgesehen von der Wahnsinnsschlucht, die zwei vermoderte Hängebrücken, welche es zu überqueren galt sowie einen smaragdgrünen Fluss.  

 

Joli sagt: Lüüüüge – wer mich kennt weiss, dass ich eher durch den Fluss schwimmen würde als über solche Brücken zu laufen (auch wenn sie nur einen Meter über dem Wasser hängen). Die neue Brücke hing direkt daneben und war meines Erachtens schon schlimm genug. Aber ich gebe zu die Wanderung war nicht der Wahnsinn – hier konnte man weder dem Weg als Ziel noch dem Ziel als Ziel wirklich viel abgewinnen. Aber man muss sich auch an kleinen Dingen erfreuen können – mir hat’s gefallen – der Fluss hatte eine tolle Farbe und immer wenn man ihn mal sah, brach ein einzelner Sonnerstrahl durch die Wolken- und Regendecke und erleuchtete ihn extra für uns. Was will man mehr? 

 

 

 

 

Hier der Beweis - es hatte zwei Brücken!

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