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Puerto Natales

Der erste Halt in Chile. Nach unserem problemlosen Grenzübertritt mit dem Bus, sind wir gut in dieser kleinen Hafenstadt angekommen. Immer noch im tiefsten Süden Patagoniens, ist es hier erstmal spürbar kälter als bisher und sehr, sehr windig.

 

Zu Beginn unseres Aufenthalts haben wir kurz die möglichen Touren und deren Preise abgecheckt und entschieden wiedermal für 3 Tage ein Auto zu mieten, um den Nationalpark Torres del Paine zu erkunden. Wenn man zu zweit unterwegs ist, kommt einem ein Auto schnell mal günstiger als Touren und teilweise auch als ÖV, vor allem wenn man noch die Flexibilität und Zeitersparnis einrechnet.

 

Diese Region in Chile übertrifft preislich noch einmal alles bisher Dagewesene in Argentinien. Das heisst dann wohl ab jetzt, Knäckebrot und Wasser, statt Fleisch und Wein, denn wir hatten ja schon in Argentinien unser Budget nicht einhalten können. Na ja es blieb, trotz den bisher höchsten Restaurantpreisen bei den guten Vorsätzen, Meeresfrüchte sind ja auch gesund und lecker und Joli`s Geburtstag stand auch noch an. 

 

Cueva Milodón

Auch ein Besuch der «Cueva del Milodón» gehört hier zum Programm (Bild 1-4). In dieser ziemlich grossen Höhle, mit einem Durchmesser von etwa 200 Metern, wurden um 1895 die Überreste eines Riesenfaultiers entdeckt, dass noch aus der Eiszeit stammte. Dieses Riesenfaultier wollte sich Beni dann doch nicht entgehen lassen. Jedoch konnte er gut auf die Wanderung zu der mittleren und kleinen Höhle sowie wie dem Aussichtspunkt verzichten. Naja wir beiden konnten das ganz gut – wir hatten einen ziemlichen Durchhänger an diesem Tag und null Bock uns gross zu bewegen. Wir fuhren dafür dann noch zu der Laguna Sofia.

 

Laguna Sofia

Unser Airbnb Gastgeber Jorge, bietet Kanutouren in den vielen umliegenden Seen und Lagunen an aber wir konnten uns nicht dafür begeistern, da es uns zu kalt erschien auf einem See umher zu paddeln. Wir trafen Jorge aber am Ufer der Laguna Sofia wo er gerade von eine Kanutour zurückkam, welche aber scheinbar nicht so gut war, da es doch ziemlich windete an diesem Tag. Er verriet uns dafür seinen Geheimtipp für eine kurze Wanderung mit spektakulärer Weitsicht und der Möglichkeit Kondore hautnah zu beobachten.

 

Es ging zu Fuss, ohne wirklich erkennbaren Weg, einen steilen Berg hinauf, der wie eine Klippe aus dem Boden ragte. Wir wussten ja schon, dass wir oben Kondore aus nächster Nähe würden sehen können aber sie taten uns schon beim Aufstieg den Gefallen und kreisten in Sichtweite über und neben uns – beeindruckend.

 

Nach etwas mehr als einer Stunde steilem Aufstieg bei mässig starkem Wind, mussten wir leider kurz vor dem Ziel umdrehen. Der Wind fing urplötzlich an so stark zu werden, dass jeder Schritt gut bedacht werden musste und wir kaum noch vorwärts kamen. Auch die Tatsache, dass wir uns nicht mehr als 10 Meter vom Abgrund aufwärts bewegten, machte das Unterfangen plötzlich ziemlich gefährlich. Man konnte sich zwar noch auf den Beinen halten, jedoch war das Gleichgewicht zu halten im steilen Gelände nicht ganz ohne. Der starke Wind wurde dann auch noch von einer aus dem nichts kommenden Gewitterfront untermauert, worauf wir schleunigst den Rückweg antraten. Zuvor musste jedoch die Umgebung wiedermal für eine kurze Joli - Fotosession herhalten. Dann ging es im Rekordtempo den Berg runter, so dass Joli immer wieder daran erinnerte nicht zu schnell zu laufen und vor allem zusammen zu bleiben – man weiss ja hier nie wann Pumas in der Gegend sind. Und einzelne, rennende Menschen gelten für Pumas scheinbar schnell mal als potentielle Beute. Beni konnte sich natürlich dann mitten im Wald den Scherz nicht verkneifen und hielt plötzlich inne: «Schau dort!» - «Wo? Was?» - «Ein Puma!» - Das Herz in der Hose, den Schock ins Gesicht geschrieben und die Faust in Beni’s Bauch sobald klar war, dass es ein Scherz war. Wahnsinnig witzig! In ca. 30 Minuten waren wir dann wieder beim Auto und sogleich begann es zu den orkanartigen Windböen auch noch zu regnen.

 

In Patagonien windet es übrigens oft und du hast eigentlich immer Gegenwind egal in welche Richtung du gehst – ausser natürlich du läufst abwärts und in unwegsamen Gelände, dann kommt der Wind garantiert von hinten und versucht dich auf die Schnauze zu schubsen…

 

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