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Torres del Paine

Ein einzigartiger, riesiger Nationalpark! Die Schönheit raubt dir immer wieder aufs Neue den Atem. Der Superstar hier ist der Torres del Paine, die "Türme des blauen Himmels". Hört sich geil an, stimmt aber irgendwie nicht ganz. Anscheinend braucht es auch hier immer etwas Glück die 3 Türme mal ganz ohne Wolken zu sehen, was in unseren zwei Tagen leider nie der Fall war. Schön sind sie trotzdem die Berge.

 

Das Bergmassiv kann in mehrtägigen Wanderungen umrundet werden (W-, O- und Q-Trail), ein Angebot welches auch sehr rege genutzt wird - der Massentourismus lässt grüssen! Joli sagt: da wir hier von 5 - 10 tägigen Wanderungen mit 6-10 Stunden pro Tag sprechen, kann man wohl kaum von Massentourismus sprechen – denn die Massen sind in der Regel faul und daher eher an einfach zugänglichen Orten anzutreffen!

 

Aber es stimmt insofern, dass die wenigen vorhandenen Betten in den Refugios und die Plätze auf den Campingplätzen in der Hochsaison über Wochen ausgebucht sind und das trotz den horrenden Preisen. Daher kann man seit 2016 diese mehrtägigen Trails nur noch mit Reservation machen. Schade, denn da ich beim ersten Mal definitiv zu wenig Fit war und auch nicht alleine Wandern wollte, wollte ich dieses Mal mindestens den W-Trail machen, aber da wir spontan unterwegs sind hatten wir das natürlich nicht vorausgeplant.

 

Naja wahrscheinlich hätten wir es auch dann nicht gemacht wenn’s spontan noch möglich gewesen wäre, denn nach mittlerweile 2 Monaten reisen waren wir langsam etwas unternehmungsfaul geworden. Wir hatten irgendwie die Kraft und Lust auf Bewegung und neue Entdeckungen verloren und brauchten eine Pause. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt in einem der schönsten Parks der Welt, welcher hauptsächlich zu Fuss entdeckt werden will. Aber was solls, wir beschränkten uns dementsprechend auf die Strassen im Park, welche wir mit dem Auto erkundeten. Der Park bietet einige Strassen, welche zu fantastischen Aussichtspunkten, Gletschern, riesigen Seen und Wasserfällen führt. Unterwegs sieht man ab und zu Tiere wie Guanakos, Nandus oder Andenkondore, welche uns etliche Male begeisterten. Vor allem im nördlichen und nicht so gut besuchten Teil, sahen wir grosse Herden Guanakos und auch viele Kondore. Es ergab sich auch noch die Gelegenheit ein paar verirrten Chilenen den Weg zu erklären – welch Ironie…

 

Wir besuchten am ersten Tag den nördlichen Teil – die Laguna Azul und dann noch den Salto Grande und einige Aussichtspunkte im Zentrum. Eigentlich gibt es 4 verschiedene Eingänge in den Park nur waren leider zwei davon gesperrt. Daher mussten wir einen ziemlich grossen Umweg machen und hatten je eine Stunde länger für den Hin und Rückweg nach Puerto Natales. Deshalb haben wir den westlichen Teil des Parks auch auf den nächsten Tag verschoben – da sollte das Wetter sowieso noch besser sein…

 

Weit gefehlt! An meinem Geburtstag, gemäss Wetter App der schönste Tag der Woche, regnete es und war stark bewölkt. Zum Glück haben wir uns am Vortag noch informiert und rausgefunden, dass der näher gelegene Parkeingang zwischen 21:00 und 10:00 jeweils erreichbar ist und die Strasse nur den Tag durch gesperrt ist. So konnten wir also den anderen Weg auch noch erkunden. Diesmal sind wir wieder zuerst ins Zentrum gefahren in der Hoffnung, dass das Wetter am Nachmittag noch besser wird.

 

Wir haben den Salto Chico besucht, welcher über einen Holzsteg erreichbar war der um ein Wellness Hotel führte – naja für mich nicht unbedingt der richtige Ort für so eine Anlage und ziemlich sicher auch unbezahlbar. Wir waren aber wie häufig die einzigen und so kamen wir in den Genuss ein Gürteltier zu beobachten, welches sich am Flussufer rumtummelte. So süss! Nachdem wir ca. 100 Fotos gemacht hatten und das Gürteltier die Lust zum Modeln verloren hatte gingen wir zum Hotel in der Hoffnung einen Kaffee zu bekommen. «Nur für unsere Gäste, sorry!»

 

Verzweifelt haben wir nach einer Möglichkeit gesucht Frühstück oder zumindest einen Kaffee zu bekommen, was aber im Park nicht ganz einfach war. Wir haben dann immerhin den mit Abstand hässlichsten und teuersten Kaffee in einem der zwei Restaurants gefunden und nach dieser Enttäuschung hinten in unserem Auto gepicknickt. Das Ragusa, dass wir aus der Schweiz noch dabei hatten, hat unsere Laune immerhin soweit gehoben, dass wir uns in den westlichen Teil der Parks aufmachten um den Lago Grey zu besuchen.

 

Das Wetter und das Licht waren grottenschlecht zum Fotografieren, daher haben wir etwas mit Filtern experimentiert um die Schönheit dieses Parks doch noch irgendwie einfangen zu können.

 

Beim See angekommen, sind wir über eine Sandbank zum Aussichtspunkt mit Sicht auf den Gletscher gelaufen und haben die einmalige Landschaft genutzt um zu fotografieren wie die Blöden. Aber es hat Spass gemacht. Wir haben dann nochmals gepicknickt und das regenfreie Wetter genossen.

 

Da wir auf dem Hinweg nicht einmal das kleinste Zeichen einer Baustelle auf der angeblich gesperrten Strasse gesehen haben, haben wir es riskiert und sind auf dem selben Weg zurück gefahren – mit Erfolg. Aber die Sicht war gleich Null, denn wir hatten immer einen Bus und ein Auto vor dran. Trotz unseres Abstandes von mindestens 200 bis 300 Metern sahen wir aufgrund der Staubwolke gar nichts!

 

Zurück in Puerto Natales ging es ab ins Restaurant zum Geburtstagsabendessen. Wir hatten uns am Vorabend schon durch die Dessertkarte gegessen, sozusagen als Vorauswahl für die eigentliche Geburtstagstorte. Als Geschenk des Hauses gab es nebst der Kerze auf der Torte und einem Happy Birthday Song, dass durch das ganze Restaurant schallte auch noch einen Pisco Maracuya – der war so lecker, dass wir noch je drei weitere bestellten. Vorspeise und zwei super Hauptspeisen durften natürlich auch nicht fehlen. Das erklärt dann auch die enorme Rechnung von 67'700.-! Pesos natürlich – aber der Betrag lässt sich trotzdem sehen oder?

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    B. Hegetschweiler (Freitag, 30 März 2018 18:45)

    Si hammer Föteli - wunderschön! I fröie mi scho uf di Foto Präsentatione wome de da cha luege :-) liebe Gruess Mummy

  • #2

    Sändi (Freitag, 30 März 2018 20:39)

    Mega Fotis...so schön dert.
    Muntsch Sändi

  • #3

    Regula Hänni (Donnerstag, 05 April 2018 10:49)

    Momou, das si de Kaländerbilder!!!
    I wett o mau vo so noch äs Gürteltier gseh in freier Wildbahn. I merke jedesmau, weni öier Bildli aaluege, dasi äuä zimlech viu verpasst ha i mim Läbe. I wünsche Dir, Joli, no nachträglech aues guete zum Geburi.
    Liebi Grüess Regula