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Santiago de Chile

Die Hauptstadt Chiles mit fast gleich vielen Einwohnern wie die Schweiz ist uns dann doch etwas zu gross. Aber wir haben doch ein paar super Tage hier. Hier fand übrigens vor 2 Wochen ein Formel E Rennen statt, für Beni: «Schade, leider knapp verpasst» für Joli: «Uff, Glück gehabt!».

 

Da wir ein paar Tage zuvor Joli’s Kontakte angeschrieben haben, dürfen wir 4 Nächte bei Eric Muñoz, seiner Freundin Nathalia und deren Hund Milo, in ein freies Zimmer, einziehen. Joli und Eric kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit im AmaZOOnico in Ecuador. Beim Auspacken unseres Gepäck gibt es gleich eine Schadensmeldung zu bekunden. Joli’s Brille ist ganz hübsch und präzise genau in der Mitte auseinander gebrochen. Somit ist klar was wir hier als erstes zu tun haben, eine neue Brille muss her.

 

Gesagt, getan. Mit Eric’s U Bahn Karte und einer genauen Beschreibung wie, wo und wann wir umsteigen müssen, finden wir den Weg ins Zentrum. Bei jedem Kontakt mit Leuten werden wir immer wieder gemahnt, Vorsicht walten zu lassen. Sei es in der U Bahn oder auf der Strasse, die Langfinger sind hier scheinbar überall. Als wir die Einkaufsstrasse erreichen, welche Eric uns für einen Optiker empfahl, trauen wir unseren Augen nicht. An dieser langen Strasse, hat es so viele Optikergeschäfte aneinander gereiht wie wir es noch nie gesehen haben. Deren Mitarbeiter stehen auf der Strasse und sprechen dich an eine Brille zu kaufen, Sonderangebot hier und da. Hier reihen sich wirklich dutzende Optiker Tür an Tür aneinander – andere Läden gibt es nicht. Wahrscheinlich wächst hier erst gerade erst die erste Generation «Kurz- und Weitsichtig» heran, anders können wir uns den Überfluss an Optikern nicht erklären. Denn auch hier sind die Tablets und Smartphones mittlerweile weit verbreitet. Nicht selten sehen wir auch hier schon Kleinkinder, welche zwar kaum laufen können, aber bereits YouTube Videos auf dem Smartphone anschauen und auch genau wissen wie sie diese starten und pausieren können - lieber Steve Jobs: «Was hast du nur getan.». Nun denn, wir entschieden uns auf einen stundenlangen Preisvergleich zu verzichten und steuern den ersten Optiker an. «Haben sie Gläser mit dieser Korrektur im Haus?», «Ja? Super.»,  «Nein, dieses Modell nicht, nein dieses auch nicht. Ja das Modell passt.», «Wann kann ich die Brille abholen? 16:00? Sehr gut!» 10 Minuten später und um 120.- leichter verlassen wir den Optiker und holen die Brille vier Stunden später ab.

 

In der Zwischenzeit haben wir zwei der vielen Hügel in der Stadt erklommen. Den Cerro Santa Lucía zu Fuss und den Cerro San Cristóbal mit der Bahn. Die Aussicht ist super und das Grün der vielen Pflanzen lenkt uns ein bisschen vom Grossstadtrummel mit dem vielen Verkehr und der unglaublichen Grösse der Stadt ab.

 

Ach übrigens: Liebe Nestlé, die SahneNuss Schokolade & Eiscreme (ja sie heisst wirklich «SahneNuss»), welche ihr in Chile produziert und verkauft möchten wir bitte auch in Europa kaufen können, die ist nämlich super lecker und eine der Besten Schokoladen die wir je gegessen habe. Dankeschön!

 

Das Abendessen geniessen wir dann bei einem Inder in der Nähe der Wohnung. Wenn man schon wieder mal in einer Grossstadt ist, muss an ja auch die Vorteile geniessen und ein indisches Restaurant zu finden ist einer davon. Ein weiterer Vorteil (allerdings nicht für alle) ist, dass man Gleichgesinnte findet, mit denen man am Morgen (Zeitverschiebung) zum Frühstücken auf dem Sofa Champions League schauen kann.

 

Concha y Toro

Wein, Wein, Wein, wir lassen es nicht sein. Da bereits der argentinische Wein äusserst lecker war, wollen wir auch den chilenischen probieren. Da wir sowieso nicht so die Grossstadtliebhaber sind, bietet sich uns hier zum Glück ein weiterer Besuch eines Weinguts am Rande der Stadt an. Da ja bald unsere Ferienwoche in einem Strandhaus in Bahía Inglesa ansteht, brauchten wir ja schliesslich auch noch etwas Wein auf Lager.

 

Die Tour führte uns durch einen grossen grünen Park, mit einem schönen alten Landhaus und mit allerlei verschiedenen Palmen und Bäumen direkt zu den Weinreben. Hier dürfen sich die Besucher, nach einer ersten Degustation, auf die unzähligen Reben mit roten und weissen Weintrauben stürzen und naschen. Man fühlt sich wie ein kleines Kind, dass mit klebrigen Fingern in kurzer Zeit so viele süsse Trauben wie möglich sammeln und essen will. Der zweite Wein ist super lecker – ein Carménère – diesen Wein müssen wir haben. Vor dem letzten Glas geht es dann noch in den Keller des Teufels, wo die Geschichte des Diablo richtig cool mit Beamer und Lichteffekten im dunklen Keller erzählt wird. Der Sage nach wird dieser Weinkeller seit jeher vom Teufel persönlich beschützt. Noch das letzte Glas Wein probieren und dann ab in den Laden unseren Favoriten kaufen gehen – alles in allem ein genüsslicher Ausflug.

 

Zum Abendessen ein weiterer Grossstadtvorteil – Lieferservice. Wir lassen uns Thai ins Haus kommen – mmmmh…

Fantasialandia

Am Sonntag luden wir Eric und Natalie ins Fantasilandia ein. Dieser Vergnügungspark mitten in der Stadt bietet ein paar ziemlich gute Achter- und Wasserbahnen, bei welchen man kräftig durchgerüttelt oder klitschnass wird. Er ist nicht sehr weitläufig angelegt aber hat ziemlich viel zu bieten und ist hübsch gepflegt. Hier vergnügen wir uns den ganzen Nachmittag und verbringen einen «normalen» Sonntagnachmittag mit Freunden wie wir es auch zu Hause tun würden. Nach dem Park bestellen wir uns eine riesige Portion Sushi ins Haus (sehr lecker und günstig) bevor wir dann ein paar Stunden später zu einem Treffen mit weiteren Freunden aus dem AmaZoonico aufbrechen, eine leckere Pizza teilen und einige Cocktails (zuviel) schlürfen.

Noch am selben Abend vor dem zu Bett gehen, musste sich Beni das ganze nochmals durch den Kopf gehen lassen, weil es ihm nur noch drehte. So viel haben wir nun auch nicht getrunken, aber wir sind wahrscheinlich etwas aus der Übung.

 

Als jedoch am nächsten Morgen mit zusätzlichen starken Kopfschmerzen und Schwindel Beni’s "Kotzerei" ungebremst weiter geht, während Joli topfit ist, ahnen wir, dass es nicht nur ein normaler Kater sein kann. Mit letzter Kraft und bereits dunkel unterlaufenen Augen fuhren wir mit einem Taxi zu einem Chiropraktiker – die Wissen einem bekanntlich eher zu helfen als normale Ärzte. Der Chiropraktiker sagte nur: «Ah Fantasialandia – alles klar!» Was bei Joli dank der Achterbahnen wieder zurecht gerückt wurde, hat sich bei Beni wohl verklemmt. Nach einer Stunde beim Chiro und zwei Behandlungen ging es zum Glück schnell besser, so dass wir die Reise nach Valparaiso, allerdings mit einem Uber Taxi anstatt einem Bus, doch noch wie geplant in Angriff nehmen konnten. 

 

Uber ist, am Rande bemerkt, eine App mit welcher man ein Privat Taxi bestellen kann. Private Fahrer bieten hier Taxidienste an, und das meistens zu einem besseren Preis als die, oft korrupten, offiziellen Taxis.

 

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