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Valparaíso

Nur gerade 100 km von Santiago entfernt befindet sich am Pazifischen Ozean das "Paradiestal" Valparaiso. Diese Stadt ist ein Paradies für Streetart Liebhaber und erstreckt sich über 45 Hügel, welche Unmengen von verwinkelten Gassen voll mit fantastischen Graffitis zu bieten hat. Es gibt unzählige steile Treppen und Strassen, sowie einige uralte Lifte mit denen man die Höhenmeter ohne Anstrengung bewältigen kann. Zusammen mit dem angrenzenden Bezirk Viña del Mar, welches in 15 Minuten mit der U-Bahn erreichbar ist, bildet es eines der Touristenmekkas in Chile.

 

Hier sind wir stundenlang durch die Gassen geschlendert und haben die bunten Häuser, Mauern und Strassen bewundert, welche uns teilweise auch ein bisschen an Kuba erinnerten. Man kann jeden Tag in dieselbe Richtung loslaufen und dann einfach einmal anders abbiegen und sofort landet man wieder an einem komplett neuen Ort. Nach ein paar Tagen haben auch wir festgestellt, dass eigentlich alles um die Ecke ist, wenn man den  weiss wo in den verwinkelten Gassen man sich gerade aufhält. Mit Hilfe der vielen Lifte gingen wir die Hügel rauf und runter von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Wobei man erwähnen muss, dass die meisten Lifte, welche wir benutzen wollten immer gerade repariert wurden und somit geschlossen waren. Es gibt unzählige Touren, welche angeboten werden aber wir zogen es aber vor die Strassen selbständig zu erkunden, sonst hätten wir die lecker Bierchen dazwischen ja nicht geniessen können. Wir haben auch einen super guten Empanada Verkäufer entdeckt (Delicias Express macht bis zu 80 verschiedene Sorten und bereitet diese immer nach der Bestellung frisch zu), welchen wir zum Glück immer wieder gefunden haben.

Den «berühmtesten» der Lifte haben wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen. Dort bezahlt man allerdings dreimal sowie wie bei allen anderen Liften in der Stadt. Wahrscheinlich, weil er auf allen typischen Valparaíso Bildern zu sehen ist. Hier haben wir übrigens zum dritten Mal den städtischen Unfall- / Feueralarm gehört. Das ist ein Alarm der in der ganzen Stadt hörbar ist und sich in etwa so anhört wie bei uns in der Schweiz der Sirenenalarm.

 

Das erste Mal, als wir den Alarm hörten waren wir in Argentinien in Villa la Angostura. Die Sirenen gingen um morgens vier Uhr los. Während Beni seelenruhig weiterschlief, bin ich aus dem Schlaf hochgeschreckt und habe mit pochendem Herzen darauf gelauscht ob sich im Haus oder auf der Strasse etwas tut. Ich hatte ja keine Ahnung was dieser Alarm bedeutet aber es konnte ja bestimmt nichts Gutes sein, wenn man dafür die ganze Stadt aufweckt…. Da aber alles ruhig bliebt und sich auch draussen auf der Strasse nichts bewegte und keine Lichter in den anderen Häusern angingen, ging ich wieder zu Bett.

 

Am nächsten Morgen liessen wir uns von Silvia aufklären: 2x Alarm = Unfall und 3x Alarm = Feuer. Aha! «Und weshalb um Gotteswillen muss man dafür die ganze Stadt wecken?!» -  «Ja die Feuerwehr Männer müssen doch hören, dass es ein Feuer gab?!» Ich behielt meine Gedanken zu Piquet Dienst und Telefonen für mich und bezweifelte insgeheim, dass die Bürger der Stadt den Alarm überhaupt noch hören (da nicht mal Beni davon aufwachte). Aber ich war immerhin beruhigt, dass kein Krieg ausgebrochen war oder ein Erdbeben oder so angekündigt wurde….

 

Zurück zu Valparaíso – da wir ja nun wussten, was dieser Lärm zu bedeuten hatte haben wir uns wie alle anderen ruhig verhalten und am Himmel nach Rauch Ausschau gehalten und siehe da die Rauchsäule am anderen Ende der Stadt wurde immer grösser und dunkler – das musste ein riesen Feuer sein.

 

Es gibt auf YouTube übrigens auch einige Videos von Mountainbike Rennen quer durch die Stadt, die Hügel runter bis ans Meer, sehr spektakulär.

 

Auch hier gönnten wir uns eine kurze Bootstour um diese faszinierende Stadt vom Wasser aus zu begutachten. Wir haben auch Seelöwen gesehen, welche sich genüsslich gesonnt haben und sind sehr nah am Frachthafen vorbei gefahren. Ansonsten ist die Stadt vom Wasser aus aber nicht so spannend wie wenn man durch die unzähligen Gassen schlendert.

 

Unser Zimmer war ein Airbnb aber in einem Hostal, welches in einem Haus aus der Kolonialzeit untergebracht war. Die Decke und die Räume waren so hoch, das wir uns selbst winzig darin vorkamen. Das Beste Gebiet für Touristen sind die beiden Hügel Cerro Concepción und Cerro Alegre, dort findet man auch die meisten Restaurant und Bars.

 

Viña del Mar

Mit der Metro, welche aber eigentlich praktisch nur überirdisch fährt, machten wir einen Ausflug nach Viña del Mar.
Diese, um einiges kleinere Stadt bietet haufenweise Bar's, einen langen Strand und zwei kleine Schlösser. Das grössere Schloss ist aber «durante el año» (während dem Jahr) geschlossen (?!). Wir gingen davon aus, dass «während dem Jahr» März bis Dezember ist und Januar und Februar (Hauptsaison) somit irgendwie nicht zu Jahr gehört und es in diesen Monaten dafür geöffnet hat – oder so… Uns hat’s insgesamt nicht so gefallen, da ist Valparaíso um einiges schöner.

 

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