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Samaipata

Gleich zu Beginn unserer Weltreise lernten wir in Esteros del Ibera, Dario und Patricia aus der Schweiz kennen. Sie sind auf einer 6 monatigen Reise, reisen mit etwas mehr Tempo als wir aber eine vergleichbare Route. Dank ihnen haben wir den Abstecher nach Samaipata und ins Refugio Volcanes gemacht. 

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten von Santa Cruz dorthin zu gelangen. Neben einem öffentlichen Bus gibt es auch sogenannte Microtaxis. Dies sind kleine Minivans, welche als Sammeltaxis dienen, fahren erst los, wenn alle Plätze belegt sind. Nun, man kann diese gegen einen kleinen Aufpreis natürlich auch für sich mieten, was wir letztendlich für 21.- für eine 3 stündige Fahrt auch getan haben. Unser kleines Bungalow hier wird seinem Namen Casa Lynda (Linda = hübsch) vollkommen gerecht. Vermieterin ist Lynda eine Kanadierin, welche vor zig Jahren auf ihrer Weltreise hier vorbei kam und geblieben ist. Das Bungalow ist in einem top Zustand und sauber. Auch das Dorf selbst, ist sehr sauber und macht einen freundlichen Eindruck.

 

InKa Festung

Nach dem Check In erkunden wir kurz das Dorf und machen uns nach einem leckeren Mittagessen, auf den Weg zu der scheinbar zweit wichtigsten Inka Ruine nach Macchu Picchu. Sie ist natürlich bei weitem nicht ganz so gross, dafür ist man auf dem zwei stündigen Rundgang praktisch alleine. Richtig gut gemacht und erwähnenswert ist die Tatsache, dass durch die Ruinen mehrere bis zu 5 Meter hohe Holzstege führen. Dadurch und mit Hilfe mehrerer Sicherheitspersonen wird diese historische Stätte vor den Menschen geschützt. Die Landschaft ist sehr schön und man hat einen super Panoramablick auf die Umgebung.

 

Tierauffangstation

Auch in Samaipata gibt es eine Tierauffangstation, welche wir besuchen. Der ganze Betrieb wird durch Voluntär Arbeiter, also auf Basis freiwilliger Helfer betrieben. Leider wirkt die Anlage etwas heruntergekommen und verbraucht. Auch die Volontäre wirken wenig motiviert und somit macht sich keiner die Mühe uns die Anlage zu zeigen und etwas dazu zu sagen. Auch der Souvenirshop wird nach dem Einkassieren des Eintritts sofort wieder geschlossen und die Volontärin verschwindet. Soll nicht heissen, das es den Tieren hier nicht gut geht, aber man merkt das mit ein bisschen mehr Arbeitsaufwand und Liebe die Anlage besser in Schuss gehalten werden könnte. Auf eigene Faust erkundigen wir dementsprechend die verschiedenen Gehege und rätselten manchmal über die darin entdeckten Tiere. Es gibt freilaufende Pferde (die sind allerdings abgehauen, wie wir schnell mal feststellen) und Äffchen sowie Schildkröten, Tucane, Tauben und vieles mehr zu sehen. Aber den zwei Kilometer Marsch auf der heissen staubigen Strasse ist es irgendwie nicht wert…

 

Bodega Uvairenda 1750

Einen weiteren 30 minütigen Fussmarsch vom Zentrum von Samaipata entfernt, liegt auf einem Hügel mit kleinem Rebberg die Bodega 1750, welcher wir am Nachmittag einen Besuch abstatten. Vorher haben wir aber noch das Pueblo Chico besucht. Dies ist eine Hotelanlage, welche wie ein kleines Dorf aufgebaut ist und die Zimmer sind nach Themen eingerichtet. Zum Beispiel eine Bücherei oder ein Kiosk usw. auch die Sicht auf das Dorf und die Umgebung ist wunderschön hier oben. Hier hat aber leider auch Joli’s Kamera den Geist aufgegeben (wir hatten auf HOME bereits darüber informiert). Ein lautes Plopp und nichts ging mehr. 

 

Entsprechend steuern wir nun die Bodega an. Da wir beide gerne einen Schluck Wein trinken, wollen wir natürlich auch einen bolivianischen Tropfen versuchen. Und Joli braucht jetzt erst recht etwas zur Beruhigung. Für 5.- pro Person gibt es eine kurze Erklärung über das Gebiet, das Klima und die Trauben und danach natürlich zwei verschiedene Weine zum Degustieren. Bei Sonnenschein und herrlicher Aussicht geniessen wir sogar drei gut gefüllte Gläser des edlen Tropfens. Mit zwei Flaschen Wein im Rucksäckli, welchen wir für unseren Aufenthalt im Refugio Los Volcanos kaufen und einem leichten Schwipps machten wir uns auf den Rückweg nach unten ins Dorf.

 

Farnwald

Heute steht mal wieder eine ausgedehnte Wald Wanderung an. Hauptattraktion sind die grössten Farnpflanzen der Welt, sowie die fantastische Aussicht auf die drei Andenverläufe, welche sich in einer Kurve (dem Ellenbogen) durch Bolivien ziehen. Wir wandern, klettern und rutschen etwa sechs Stunden durch den Wald vorbei an dem Riesenfarn. Die Farnpflanzen sehen genau gleich aus wie bei uns nur, dass es hier Bäume sind, welche bis zu 8 Meter hoch werden und die Blätter können eine Diagonale von bis zu 5 Metern erreichen. Es gibt zwei Arten, die Guten und die Bösen – die Bösen haben den Stamm voller Dornen, weshalb es sich nicht empfiehlt sich daran festzuhalten – naja meistens merkt man es leider erst wenn man sich schon am Festhalten ist.

 

Dieser wundersame Wald ist wunderschön anzusehen aber schwierig zu begehen. Joli hat es natürlich geschafft ihren ganzen Schuh im Schlamm zu versenken und hat den Schuh dann zum Entsetzen unseres Guides auch noch komplett in den Bach gesetzt – zum Waschen. Naja lieber einen nassen Schuh als zu Hause eine 5cm dicke, trockene Schlammschicht abkratzen.

 

Auch die Aussicht auf die dicht bewaldeten Vorläufer der Anden ist fantastisch. Wir haben das Glück, das vor uns auch noch ein seltener Adler seine Runden dreht. Unser Guide Michael, ein in Bolivien geborener deutscher Biologe, flippt beinahe aus, weil er seine Kamera nicht dabei hat und wir haben etwas Angst, dass er dem Tier über die Klippe hinter her springt.

 

 

Auf dem Rückweg nach Samaipata, hilft uns Michael dann auch noch mit einigen Kontakten um alle Möglichkeiten auszuschöpfen hier wieder irgendwie an eine neue Kamera zu kommen. Wir könnten dieselbe Kamera in Santa Cruz bestellen – 30 Tage & 1000 Dollar oder wir kaufen eine ganz andere bei einem Bolivianer, welcher regelmässig zu diesem Zweck in die USA reist und die Ware, dann nach Bolivien schmuggelt – der reist aber erst Ende Mai wieder. Alles keine brauchbaren Alternativen. 

 

Wir verbringen also den letzten Tag in Samaipata im Garten von Lynda, trinken eine Flasche Wein und recherchieren wie wir zu einer neuen Kamera kommen. Leider kann man dieses Modell neu gar nicht mehr kaufen… Aber im Internet finden wir noch eine Firma, welche noch einen Body an Lager hat. Gefunden, bestellt. Jetzt müssen wir nur noch irgend einen Weg finden, wie die Kamera danach aus der Schweiz zu uns kommt…

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