· 

Lima

Die grösste Hauptstadt aller Länder, welche wir bislang besucht haben. Rund 9 Millionen Einwohner tummeln sich hier auf etwa 2600 Quadratkilometern. Die Stadt liegt zwar direkt am Meer, jedoch befindet sie sich durchschnittlich 160 Meter über dem Meeresspiegel. So hoch erstreckt sich der Küstenabschnitt an welchem die Stadt liegt. Dadurch entstanden zwar keine schönen Strände, dafür unzählige umso schönere Parkanlagen mit einer herrlichen Aussicht aufs Meer. Der Stadtteil Miraflores, in welchem wir ein Zimmer in einem Appartement direkt am Meer bewohnen, gilt als modernes wohlhabendes und sicheres Viertel. Hier gibt es haufenweise Cafés und gute Restaurants. Hier können wir am Sonntag beim Frühstück auch den aktiven Marathonläufern zuschauen, während wir genüsslich unsere Züpfe verspeisen, was einigen Läufern nicht entgeht, die uns darauf hin fröhlich zuwinken.

 

Die Küste

Wir spazieren einen grossen Teil der herrlichen Küstenpromenade entlang, durch die vielen Parkanlagen. Die Temperatur ist mit 20 Grad und einer leichten Meeresbrise sehr angenehm. Es ist verhältnismässig ruhig, man hört weit unten das Meer rauschen und ein leichter Wind liegt in der Luft. Wir entdecken ein kleines Café mit Meerblick und geniessen dort die Sonnenstrahlen, die durch den Nebel drücken und einen grossen Teller mit Clubsandwich und Pommes. Dazu gibt es wie so oft Limonade und Passionsfruchtsaft (mit wenig Zucker, da sonst ungeniessbar) und zum Dessert ein Moccachino Frappé mit viel Schlagsahne. So vergehen sicher zwei Stunden, welche wir auch wieder einmal nutzen um ein paar Runden Yatzy zu spielen. Als wir uns dann in Richtung Zentrum begeben, ist es sehr schnell aus mit der idyllischen Ruhe. Da ist er wieder, der altbekannte Grossstadtlärm, der Verkehr und die vielen Menschen. Wir entdecken ein Schweizer Café und kehren schon wieder ein um etwas zu trinken. In Restaurants etwas trinken oder essen gehört in Städten zu unseren Hauptbeschäftigungen.

 

Beim  Chiropraktiker

Wir besuchen auch hier wieder mal einen Chiropraktiker, es ist wieder dringend nötig. Nach unseren kuriosen Erfahrungen beim Chiropraktiker «Rudi» in Bolivien sind wir auch hier gespannt was uns für Behandlungsmethoden erwarten und wir werden tatsächlich ein weiteres Mal überrascht. Nachdem wir ein Pflichtröntgen machen mussten – zum Glück hatte der Chiro gerade eine Erstkunden-50% Rabatt-inkl. Röntgen-Aktion - wurden wir soweit ganz normal behandelt. Joli bekommt aber danach noch zwei Zusatzbehandlungen aufgrund der Verspannungen.

 

In einem grossen Raum, der mit Therapie angeschrieben und mit verschiedenen Behandlungstischen ausgestattet ist, muss ich auf einen der Tische liegen und meinen Kopf in ein spezielles Kissen legen. Dann wird mein Kopf mit einem Band über die Stirn angeschnallt (was mich spontan wieder etwas an Dexter erinnert) und das «Kissen» wird wie ein Schraubstock um meinen Hals zugeschraubt. Danach stellt die Therapeutin ein Gerät ein, welches meinen, im Schraubstock feststeckenden Kopf nach hinten zieht und dann wieder in die normale Position zurück kommen lässt. Diese Behandlung dauert 10 Minuten und ist eigentlich ganz angenehm. Nur bin ich nicht sicher, ob ich nicht als Giraffe aus diesem Raum rauskomme und Beni mich aufgrund des langen Halses nicht mehr erkennt. Die zweite Behandlung ist irgendetwas mit Elektropads, das die Muskeln lösen soll – also bin ich am Ende wohl eine elektrogeschockte Giraffe…

 

Alles in allen, war dieser Chiro Besuch, der teuerste, längste und am wenigsten effektivste, weshalb wir der Aufforderung der Chiropraktikers, am nächsten Tag nochmals vorbei zu kommen, nicht nachgekommen sind.

  

Zum Abendessen finden wir uns dann kurzentschlossen in einer Sushi Bar ein. Das Restaurant ist bereits proppenvoll als wir reinkommen und wir erhalten gerade die beiden letzten Plätz an der Theke wo die Sushis zubereitet werden. Kurze Zeit später stehen die Leute draussen vor der Tür Schlange. Wir entscheiden uns für einen Sushi Mix für 2 Personen. Leider sind wir mit der Karte völlig überfordert, was dem jungen Sushi Meister direkt vor uns nicht entgeht. Er fragt uns nach unseren Vorlieben und zaubert uns dann verschiedene Kreationen auf den Tisch. Als wir dann bezahlen wollen, kommt der Kellner mit unserem 50iger zurück und meint, der sei gefälscht. «Wie bitte?!» Sofort wird uns klar wo wir diesen falschen Fünfziger her haben; ein Taxifahrer hat uns am Vortag gebeten, ihm für einen 50iger und einen 10ner drei 20iger zu geben… Und wieder mal ist bewiesen – traue keinem Taxifahrer in Südamerika! Wir können, dann das Geld noch ganz knapp zusammenkratzen, aber für ein Trinkgeld für unseren Koch reicht es dann leider nicht mehr.

 

Eishockey WM Fieber

Die Eishockey WM läuft immer noch und somit steht für Beni einmal mehr Sport auf dem Programm. Das heisst für uns, wir müssen ein Café mit einem guten Wifi finden, was leider nicht ganz einfach ist. Nach intensiven Recherchen, finden wir ein Café mit hervorragendem Wifi, welches auch noch gutes Essen serviert – so hat auch Joli etwas davon. Dass die Schweiz gerade den Eishockey WM Halbfinal gegen Kanada gewonnen hat, bemerken teilweise auch die anderen Gäste des Cafés. Beni sitzt mit Kopfhörer und breitem Grinsen vor dem Laptop und zuckt und verwirft die Hände vor dem Bildschirm wie verrückt. Nach dem Spiel gehen Benjoli dann noch ins Kino um sich den neuen Marvel's Avenger Film anzusehen. Es war schön wiedermal etwas so "normales" zu unternehmen.  Zu unserer Überraschung wurde der Film aber nicht ins Spanische synchronisiert, hatte aber immerhin einen spanischen Untertitel. Schade, das wäre für Beni eine gute Sprachübung gewesen.

 

Am letzten Tag in Lima heisst es dann nochmals Hopp Schwiiz! Das WM Finale lässt sich Beni natürlich nicht nehmen. Eigentlich wäre die Abreise bereits für Samstag geplant gewesen, aber da Beni ja immer überaus optimistisch eingestellt ist und von Anfang an auf einen Final mit Schweizer Beteiligung spekuliert hat, hat Joli das Zimmer schon zu Beginn verlängert.

 

Zudem war es etwas schwierig zu einem Flug zu kommen. Im Internet konnten wir mit einer ausländischen Kreditkarte nicht bezahlen, obwohl wir eine Woche vorher auf genau der gleichen Homepage so einen Flug gebucht haben. Im Büro der Fluggesellschaft, wollen sie 15.- pro Person mehr, wenn wir dort buchen und bezahlen. Also mussten wir dort reservieren, uns dann aber einen Voucher ausdrucken lassen und diesen danach im Supermarkt an der Kasse bezahlen gehen… Naja über Sinn und Zweck dieser Option lässt sich streiten.

 

Fakt ist wir sind noch da und wollen uns, nach dem Frühstück und der Beobachtung der Marathonläufer, auf in unser super Café mit super Wifi machen, um den Match zu sehen. Tja, nur leider hat das Café am Sonntag geschlossen. Noch 30 Minuten bis Spielbeginn. Tick, tack… Joli findet zum Glück noch ein zweites Café mit super Wifi und immerhin gutem Kuchen und somit steht Beni’s Sportvergnügen nichts mehr im Weg. Er bekommt natürlich den einzigen Chefsessel und lässt es sich gutgehen. Das Penaltyschiessen, müssen wir dann aber draussen vor dem Café fertig schauen, da dieses leider zu macht bevor der Match zu Ende ist, aber dafür lassen sie das Wifi laufen. Wir schliessen unseren Lima Besuch mit einer weiteren Runde Sushi ab und freuen uns auf unsere Strandferien in Vichayito.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0