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Galapagos Tag 1 & 2

Willkommen im Paradies

Die Inseln liegen im Pazifischen Ozean, gehören zu Ecuador und sind etwa 1000 Kilometer vom Festland entfernt. Es gibt hier extrem viele Tiere (und wenig Menschen) zu sehen, auch einige welche es weltweit nur auf diesen Inseln gibt.

 

 

Wir haben eine Kreuzfahrt für 8 Tage auf einem der kleinen Schiffe, mit 16 Plätzen, gebucht und fahren die nordöstliche Route.

Die Inseln sind von Guayaquil in 2 Stunden mit dem Flugzeug erreichbar. Am Flughafen angekommen werden wir bereits von unserem Guide erwartet. Joli war beim ersten Mal mit einer Gruppe von Pensionierten unterwegs, was sehr angenehm war. Wir hoffen auf eine ähnliche Gruppe, resp. jedenfalls darauf, dass wir keine lärmige Partygruppe erwischen. Gemeinsam mit 12 anderen Personen warten wir auf den Bus, welcher uns an den Hafen bringt. Dabei wird schnell klar, wir sind eine fast durchwegs  junge Gruppe. Mit an Bord sind ein französisches Paar, welches auch Deutsch spricht und in der Schweiz wohnt, ein österreichisches Paar aus Salzburg, ein Paar aus den USA, zwei Schwestern aus Australien, eine Tante und ihre Nichte aus England/USA sowie ein älteres Paar im Rentenalter, ebenfalls aus Australien, welche die Tage zuvor bereits die andere Route gemacht haben und schon auf dem Boot sind. 

 

La Golondrina

Dann geht es aufs Schiff, die Kabinen können bezogen werden. Wir bekommen Kabine Nummer 7 ganz oben auf dem Schiff, direkt an der Reling. Auf der gegenüberliegenden Seite sind Gina und Herwig (Österreich). Die Kabinen sind winzig klein, zum Glück konnten wir einen unserer grossen Rucksäcke in unserem Hotel in Guayaquil zurücklassen ansonsten wärs ziemlich ungemütlich geworden. Neben 2 Kajüten Betten und einem kleinem Wandschrank gibts ein kleines Badezimmer mit Dusche. Der Gang ist gerade so breit das zwei Personen aneinander vorbeikommen (allerdings nur wenn wir uns Bauch an Bauch oder Rücken an Rücken aneinander vorbei quetschen). Klein aber fein.

 

Lange haben wir aber nicht Zeit um uns häuslich einzurichten. 20 Minuten nach der Ankunft gibt’s bereits Mittagessen und danach werden auch gleich die Spielregeln auf dem Boot und vor allem jene auf den Inseln besprochen. Die Besucher Anzahl auf den Inseln ist beschränkt, damit die Tiere möglichst nicht gestört oder gestresst werden. Der ecuadorianische Naturschutz leistet hier wirklich ganze Arbeit. Bereits am Flughafen werden sämtliche Gepäckstücke mehrfach durchleuchtet und zusätzlich von Hunden auf verbotene Lebensmittel etc. kontrolliert. Die Einfuhr von Pflanzen, Samen und jeglichen Organismen ist strengstens verboten. Für den Besuch der Insel legt jeder Besucher bei der Ankunft am Flughafen auch gleich mal 100 Dollar Nationalpark Eintritt auf den Tisch.

 

Zurück zu den Regeln: unser Guide Andres, ein Bewohner der Inseln nimmt den Naturschutz ebenfalls sehr ernst. Zu den wichtigsten Regeln im Umgang mit Flora und Fauna gehört; kein Fotografieren mit Blitz, auf keinen Fall füttern (man kann kein Essen mit auf die Inseln nehmen), nichts mitgehen lassen (Steine, Sand, Pflanzen) und sich nicht näher als maximal 2 Meter an die Tiere annähern. Wobei man erwähnen muss, dass die Tiere sich nicht an die zwei Meter Regel halten *g*.

 

Santa Cruz - Playa Bachas

Dann heisst es Badehose anziehen, der erste Landgang steht bevor. Wir machen einen kurzen Spaziergang auf der Insel, hier sehen wir (zu Beni’s entsetzen) jede Menge knallrote Krebse auf den kleinen Felsen sowie erste kleinere Leguane, Pelikane, verschiedene Vögel und auch ein Stachelrochen, welcher am Ufer im Wasser schwimmt. Die Flamingos, welche wir eigentlich hier suchen sind leider gerade nicht zu Hause, resp. der einzige ist bei unserer Ankunft auf der Insel an uns vorbei und weggeflogen.

 

Hier gehen wir auch zum ersten Mal Schwimmen, respektive vom Strand aus Schnorcheln. Ausser ein paar kleinen Fischen haben wir aber noch nicht viel zu sehen bekommen. Zurück auf dem Boot und frisch geduscht gibts Abendessen und die ersten netten Tischgesprächen mit unseren Mitreisenden bevor wir um 22 Uhr bereits zu Bett gehen. Der morgige Tag beginnt schon wieder um 06:30 mit dem Frühstück.

Und die Nacht hat es in sich. Letzte Woche hörten wir noch herrlich das Meer rauschen beim Einschlafen. In dieser Nacht dürfen wir das Meer erleben, das Schlafen dazu ist nicht ganz einfach. Wir schwanken in alle Richtungen, teilweise so stark, dass nur in Rückenlage ein nicht gewolltes Verlassen des Bettes zu verhindern ist. Zum Glück ist die erste nächtliche Überfahrt auch gleich die längste, danach sollen die Nächte ruhiger werden (allerdings nicht viel).

 

Genovesa - El Barranco

Ein bisschen übermüdet findet sich unsere Gruppe zum Frühstück ein. Nach Kaffee, Müsli, Eier und Brot fahren wir mit den kleinen Motorbooten (Pangas) auf die Insel Genovesa, auch Vogelinsel genannt. An der Felsklippe mit Treppe werden wir bereits erwartet. Ein Seelöwe liegt auf einem Felsvorsprung und fängt, als er uns ankommen sieht, sogleich mit dem Posieren an.

 

Dann erkunden wir für eine Stunde die Insel. Es gibt einen Weg, welcher auch klar als solcher erkennbar ist und auf diesem Weg muss man bleiben. Es hat auch immer wieder STOP Schilder, welche den Besuchern signalisieren; bis hier und nicht weiter, damit die Tiere nicht gestört werden oder niemand einen Abgrund runter fällt. Wir bekommen hier haufenweise verschiedene Vögel aus nächster Nähe zu sehen. Das macht die Vogelinsel auch für nicht Vogelfans wie uns zu einem einmaligen Erlebnis. Die Tiere haben keine Scheu und man kann sich ruhig annähern, die Vögel anschauen und tausende Fotos machen ohne, dass sie auch nur mit der «Wimper» zucken. Die Tölpel mit den knallroten Füssen, finden wir am schönsten, dicht gefolgt von den Fregattvögeln, bei denen die Männchen ihren roten Kehlsack zum Flirten aufplustern. Viele der Vögel haben auch gerade Jungtiere, welche sich noch scheu an die Bäuche der Muttervögel kuscheln.

 

Noch vor dem Mittagessen gehen wir auf den ersten Deep Water Tauchgang. Vor der steilen Küste der Vogelinsel springen wir von unseren Motorbooten ins Wasser. Nur Benjoli und zwei weitere wagen den Sprung ins Wasser ohne Neoprenanzug. Das Wasser ist nur leicht kühl, so dass wir die 45 Minuten Schnorchel Zeit problemlos nutzen können ohne dabei zu erfrieren. Hier sehen wir schon etwas mehr als gestern am Strand und da heute sogar die Unterwasserkamera funktioniert können wir sogar ein paar Fotos von ein paar hübschen Fischen machen.

 

Nach dem Mittagessen gehen wir noch auf eine weitere etwas kürzere Schnorchel Tour. Diesmal fahren wir auf die andere Seite der Klippe an der das Wasser etwas tiefer ist und suchen gezielt nach Hammerhaien. Beim reinspringen sind wir gerade noch schnell genug die grosse Gruppe von Kuhnasenrochen zu sehen und zu fotografieren bevor sie in der Tiefe verschwinden. Es sieht aus wie ein grosser karierter Teppich unter Wasser – Wahnsinn! Auch eine Schildkröte lässt sich kurz darauf Blicken nur die Hammerhaie bleiben uns fern. Die meisten sehen mindestens einen und Nicole wird von einem so überrascht, dass sie fast ins Panga zurück springt. Wir können uns vorstellen, dass man schon ziemlich erschrickt, wenn man ahnungslos einer Schildkröte folgt und dann ein Hammerhai auf gleicher Höhe gemütlich an einem vorbei schwimmt. Wir haben leider weniger Glück und sehen keinen, frieren aber dafür nach den zweiten 45 Minuten im kühlen Wasser doch etwas.

 

Genovesa - Bahía Darwin

Nach den Hammerhaien geht es zurück an den Strand. Die einen legen sich in die Sonne, praktisch gleich neben ein paar Seelöwen, aber wir und ein paar Andere stürzen uns wieder ins Meer, um weiter zu schnorcheln. Hier sieht Joli einen Adlerrochen, welcher mit seinen fast 2 Metern (inkl. einem extrem langen Schwanz) auf gleicher Höhe an ihr vorbei schwimmt. Da die Lektion der Rochenarten noch nicht stattgefunden hat, macht sie ziemlich schnell kehrt um nicht mit dem langen Schwanz in Kontakt zu kommen, der aber nur bei den Stachelrochen gefährlich ist. Schade, die Rochenarten hätten vorher erklärt werden müssen, dann wäre der Anblick ein Genuss statt ein Schreck gewesen, den der Rochen bewegt sich extrem anmutig durchs Wasser, es wirkt fast als würde er fliegen und nicht schwimmen. Etwas später kreuzt er nochmals Joli’s Schnorchel Bahn. Auch wenn das Wasser etwas trüb ist macht uns die Beobachtung dieser Meerestiere wahnsinnig Spass.

 

Zum Abschluss spazieren wir noch einen kurzen Rundgang, welcher erneut mit vielen Vögeln und mit einem sehr schönen Foto Spot zu überzeugen vermag. Es sieht ein bisschen aus wie bei Jurassic Park. Ein paar Zinnen Kranz Möwen geben noch eine kleine »Akrobatik Einlage» und auf dem Rückweg zum Schiff geniessen wir den Sonnenuntergang.

 

Nach dem Nachtessen fährt unser Schiff wieder los um den Rückweg der gestrigen Strecke in Angriff zu nehmen. Wir bleiben noch ein wenig sitzen. Dann, wie aus dem nichts, wird das Schiff plötzlich kräftig durchgeschüttelt und hin und her geworfen. Wir packen unsere Sachen hastig ein, machen uns auf den Weg in unsere Kabine und halten uns fest wo wir nur können. Wären wir betrunken, könnten wir das Schwanken vielleicht mit den Gegenschwanken aufgrund des Alkohols ausgleichen, aber aufgrund der bereits eintretenden Übelkeit wollen wir lieber keine Experimente wagen.  

 

Wilde Fahrt - Livebericht - Kajüte 7 - Oberes Kajütenbett

DIES IST EIN LIVEBERICHT; das Schiff schwankt gewaltig rauf und runter, wir müssen uns ständig mit mindestens einer Hand irgendwo festhalten während dem wir alles in unserer Kabine irgendwie festzurren und verriegeln. Wir werfen uns gleich mal eine Tablette gegen Übelkeit ein, welche bei uns beiden langsam aufkommt. Joli putzt sich gerade irgendwie die Zähne (sehr vorbildlich angesichts der Umstände) und ich mache mich nur ganz kurz mit den Anweisungen unserer Schwimmwesten und dem dazugehörigen Lämpchen vertraut (ist sicherlich auch nicht die dümmste Idee), welche an der Wand neben dem Bett hängen. Dann legen wir uns flach auf den Rücken in unsere Kajüten, wo ich nun diesen Bericht schreibe. Mir wird langsam aber sicher wirklich übel, das hatte ich bislang eigentlich noch nie und ich war doch auch schon auf einigen Bootstouren. Nach der gestrigen Nacht dachten wir niemals daran dass es noch schlimmer kommen würde. Es ist jetzt genau 20:54 Uhr, das heisst bei euch in der Schweiz ist es 03:54 und ihr glücklichen schläft genüsslich in euren Betten. Daran ist bei uns im Moment überhaupt nicht zu denken. Die Schwankungen sind einfach zu heftig. Rauf und runter, dann schlägt es wieder nach links und rechts. Wir haben das Licht in unserer Kabine gelöscht und die Tür geöffnet, damit etwas Luft reinkommt. Das was sich hier abspielt ist sowas wie Blinde Kuh spielen und dazu River Rafting betreiben. Manchmal habe ich das Gefühl die See wird etwas ruhiger, werde dann aber sogleich wieder beinahe aus der Kajüte geworfen und sehe die Wellen durch die offene Tür um unser Schiff toben. Bei mir ist die Übelkeit wieder etwas rückgängig und Joli meint gerade zu mir, bei ihr halte sie sich gerade noch auf konstantem aber noch aushaltbarem Level. Ich mache für heute Schluss. Falls ihr diesen Bericht zu lesen bekommt sind wir ergo... nicht abgesoffen. 

 

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