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Vichayito

Nach unseren sehr guten Erfahrungen mit Strand und Bungalows in Bahia Inglésa, steht nun die nächste Woche "Ferien" in Peru an. Es sind mittlerweile fast 10 Wochen vergangen seit wir uns das letzte Mal etwas Ruhe gegönnt haben um unsere zahlreichen Erlebnisse zu verarbeiten.

 

Wir haben uns für ein doppelstöckiges Bungalow, 10 Meter vom Strand entfernt, entschieden. Natürlich geniessen wir hier nicht ausschliesslich das süsse Nichts-Tun, denn wir haben für euch zu Hause haufenweise Fotos, welche bearbeitet werden müssen und eine Homepage, welche auf dem Laufenden bleiben soll. Trotzdem sind wir zum heutigen Zeitpunkt, wo wir diesen Artikel freigeben, schon 6 Wochen und 2 Länder weiter. Allerdings liegt das einerseits am schlechten Internet und andererseits müssen wir ja auch viel Zeit aufwenden um das, worüber wir schreiben wollen, zuerst zu erleben.

 

Weiter gibt es viele Aufgaben, wie kleinere Näharbeiten an unseren Kleidern, das Schneiden von Beni’s Zehennägeln und andere kosmetische «Eingriffe», das Waschen unserer Rucksackschutzhüllen und Jacken (was wir schlussendlich doch erst ca. 4 Wochen später gemacht haben), sowie auch das Nachkleben unserer Schuhsohlen, welche sich zum zweiten Mal loslösen und verabschieden wollen.

 

Das südamerikanische Essen schmeckt meistens sehr gut, doch kochen wir auch gerne mal wieder selber etwas altbewährtes. Unser Bungalow liegt in Vichayito, das nächst grössere Dorf ist Mancora. Mancora ist das Bademekka der Peruaner, mit dem Mototaxi ist das Dorf für uns in 15 Minuten erreichbar. Auf dem Markt kaufen wir dann am ersten Abend gleich alles ein, was wir für die nächsten Tage so brauchen. Das klingt einfach als es ist. Für einen Wochengrosseinkauf, für welchen wir bei uns im Migros ca. 30 Minuten brauchen, laufen wir hier 1.5 Stunden von Stand zu Stand und von einem Tante Emma Laden zum nächsten und zücken alle 2 Meter den Geldbeutel um etwas zu bezahlen. Den was der eine in seiner Verkaufsecke hat, hat der andere nicht und umgekehrt. Somit ist es auch absolut verständlich, dass wir ca. die Hälfte von allem vergessen haben, was wir kaufen wollten.

 

Der Ort, an welchem wir uns befinden, ist zu dieser Jahreszeit bereits wieder menschenleer, war doch die Hochsaison von Januar bis April. Das ist uns nur recht. Der Strand ist sauber, im etwa 20 Grad warmen Meer brechen 1-2 Meter hohe Wellen, welchen man beim Einschlafen zu hören kann. Auch die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit sind mit 25 - 30 Grad "normal" und das Beste zum Schluss; es gibt praktisch keine Mücken, keine lärmenden Nachbarn und fast keine kläffenden Hunde oder schreiende Hähne. 

 

Wir gehen natürlich nach ein, zwei Tagen faul rumliegen auch mal die 10 Meter zum Strand runter. Joli findet eine riesige Muschel, welche sie natürlich gleich sezieren muss, was Beni mit einem leicht angeekeltem Blick quittiert – eine riesen Sauerei. Und Beni achtet dafür penibel darauf, ja auf keines der kleinen Krabbeltiere zu treten oder gar von einer Minikrabbe aufgefressen zu werden, was Joli den einen oder anderen Lachanfall entlockt.

 

Bei leckeren Thunfisch Spaghetti und einem Glas Wein lassen wir unseren ersten Abend auf unserer Terrasse ausklingen. In dieser Nacht bemerken wir dann auch, das sonst noch jemand in diesem Bungalow wohnt. Wir hören aus der Küche unten ein leises knacken. Als Beni nachsieht, entdeckt er auf dem Kühlschrank ein kleines Mäuschen mit einer Spaghetti in den Pfoten, an welcher es genüsslich knabbert. Naja – wir teilen ja zum Glück gerne.

 

Máncora

Natürlich schauen wir uns auch Máncora noch genauer an. Viel zu sehen gibt es allerdings nicht. Auch der Herr in der Touristeninfo meint: «Was man in Máncora machen kann? Naja es hat Strand. Ja ich würde sagen, man kann an den Strand gehen! Und es hat noch andere Ortschaften in der Nähe genau. Dort geht man auch an den Strand.» Ja, wenn das keine kompetente Beratung ist *haha*.

 

Mit dem Mototaxi fahren wir doch recht bequem und komfortabel, über die holprige, sandige, löchrige Sandstrasse der Küste entlang nach Máncora. Das Dorf verfügt - nebst Strand - einerseits über einen Mercado Central, unzählige kleine Läden, sowie auch zwei kleinere Supermärkte. Auf dem Markt deckten wir uns bereits an unserem Anreisetag mit frischen Früchten und Gemüse ein und da unser Bungalow Betreuer Jilmer jeden Tag in Máncora einkaufen geht, können wir unsere Bestellung jeweils am Vorabend per Whatsapp durchgeben. Perfekt für zwei Faultiere wie uns.

 

Im Supermarkt kaufen wir uns dann doch noch altbekannte Sachen wie etwa Nutella und Cornflakes dazu – jetzt wo wir schon mal da sind. Wir nutzen den Ausflug auch um unseren Transport über die Grenze nach Ecuador zu organisieren. Nach getaner Arbeit schauen wir uns noch die Strandpromenade genauer an. Es erinnert sehr an die südeuropäischen Küstenorte. Auch hier reiht sich Souvenirladen an T-Shirt Geschäft und dazwischen gibt es haufenweise kleine Restaurants mit Stühlen und Tischen direkt am Meer, wo dich alle mit Menu Karte in der Hand anquatschen und am liebsten ins Restaurant zerren würden.

 

Bei Speis und Trank verweilen wir ein wenig am Strand und lassen das ganze Rambazamba auf uns wirken. Wo bei uns der Strand menschenleer ist, ist hier doch etwas mehr los. Es sind einige Surfer im Wasser und auch die Restaurants sind gut besucht und es dröhnt überall andere und laute Musik aus den Boxen. Wir haben schon nach einer Stunde genug von der lauten Musik und den vielen Leuten hier und machen uns auf den Rückweg in unser lauschiges Bungalow. 

 

Wir geniessen unsere Ferien in vollen Zügen und machen nicht die Hälfte von all dem was wir uns vorgenommen haben. Beni zieht sich das eine oder andere Sport Ereignis im TV rein, Joli liest ein Buch nach dem anderen und wir schaffen es immerhin ca. 3x an den Strand. Einzig das Kochen machen wir (also Beni) täglich und geniessen die «Hausmannskost», welche aber schwierig zuzubereiten ist, jedenfalls so, dass es wie zu Hause schmeckt.

 

Diese Art von "Ferien" ist einzigartig und äusserst erholsam. Da wir ja, so unverschämt wie es sich anhören mag, Ferien in den Ferien machen, haben wir hier kein Gewissen und keine innere Stimme, welche uns andauernd sagt: Tu etwas... Unternimm etwas... Erlebe etwas… Das Wetter ist schön, du musst raus…

 

Wir können das nichts tun wirklich auch einmal geniessen, und die Zeit vergeht wie im Flug - ein schöner Sonnenuntergang jagt den nächsten – noch schöner als der vorherige – und bald heisst es schon wieder aufbrechen. Ab nach Ecuador!

 

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