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Galapagos Tag 3 & 4

Bartolomé

Wir sind noch da - juhuuu. Wir haben trotz der rauen See doch etwas geschlafen, sind aber unzählige Male aufgewacht beim unbewussten Versuch nicht aus dem Bett zu fallen. Heute stehen die Besuche der kleinen Insel Bartolomé und der Nachbarinsel Santiago an, sowie je einmal Tiefsee- und Strandschnorcheln, auf dem Programm. Frühmorgens um 7 Uhr, gleich nach dem Frühstück, fahren wir zur Insel Bartolomé. Nach dem sogenannten Dry Landing (trockene Anlegestelle) spazieren wir einem Holzsteg entlang auf den höchsten Punkt dieser Vulkaninsel. Unterwegs gibt es drei Aussichtspunkte, von welchen aus wir die umliegende Landschaft bewundern. Auf diesem kargen, sandigen Vulkangestein ist durch Erosion im Laufe der Jahre eine bizarre Landschaft entstanden, welche auch nicht viel Leben zulässt. Es gibt ausser ein paar Eidechsen und Heuschrecken keine Tiere zu sehen, auch Vögel sucht man vergebens. Hier geht es um die Landschaft und um die Geschichte der Entstehung der Galapagos Vulkan Inseln.

 

Wir machen auch eine Kraftprobe. Es hat einige Steine, welche wir mit je zwei Fingern aufheben sollen. Tyler hat sichtlich Mühe seinen Stein mit zwei Fingern aufzuheben, während Nicole ihren mit Leichtigkeit hochhebt. Die Steine sind völlig unterschiedlich schwer obwohl der von Nicole auch noch wesentlich grösser ist. Andres hat diesen Stein im Meer gefunden – er schwamm oben auf, so leicht war er. An die genauen Details der Beschaffenheit dieser unterschiedlichen Lavasteine können wir uns auch nicht mehr erinnern, unsere Aufmerksamkeitsspanne am Morgen früh ist jeweils noch nicht so hoch, aber wir fanden es sehr faszinierend das ein Stein überhaupt schwimmen kann.

 

Nach einigen anstrengenden Höhenmetern sind wir dann endlich oben am wohl berühmtesten Spot von Galapagos und einem der Hauptpostkartenmotive angekommen. Wir sehen die Nachbarsinsel Santiago und den Pinnacle Rock und schiessen unzählige Fotos.

 

Es ist stark bewölkt und beim Abstieg setzt auch noch leichter Nieselregen ein, was aber ganz angenehm ist. Wir sorgen trotzdem dafür, dass wir auf dem ersten Panga sitzen um zurück aufs Schiff zu kommen. Dort angekommen sehen wir von der Reling aus wie ein ziemlich grosser Hai um unser Schiff herumschwimmt. Sehr eindrücklich, hoffentlich hat der schon gefrühstückt, wir gehen in einer halben Stunde schnorcheln… 

 

Santiago

Wir haben die Wahl zwischen Schnorcheln oder am Strand bleiben. Wir entscheiden uns für das Schnorcheln und das soll sich als goldrichtig erweisen. Die ganze Gruppe fährt mit den kleinen Motorbooten zuerst an den Strand um diejenigen abzuladen, welche nicht zum Schnorcheln gehen wollen. 20 Meter vom Strand entfernt schwimmt ein kleiner Pinguin an der Oberfläche, welchen wir staunend beobachten. Er kurvt minutenlang um unser Boot herum und bald schon kommt ein weiterer dazu. Nun meint Andres: «Planänderung» statt weiter raus zu fahren und um den grossen Felsen herum zu schnorcheln und Haie zu suchen, springen alle hier ins Wasser. Auch die, die vom Strand aus schnorcheln wollten sind bereits am raus paddeln.

 

Wir hoffen den Pinguin vielleicht auch unter Wasser noch zu sehen und so springen wir aus dem Boot ins Wasser, rein in eine andere Welt. Die Sicht ist sehr klar und gut und schon beim ersten Blick unter Wasser in Richtung Boden der erste kleine Schreck; da schwimmt ein etwa 1,20 Meter grosser Hai unter uns. Wahnsinn, noch nie haben wir einen Hai aus 2-3 Metern Entfernung vor uns schwimmen sehen. Es handelt sich um einen ungefährlichen Weissspitzen-Riffhai. Das faszinierende Tier zieht während den ganzen 45 Minuten gemütlich seine Runden direkt unter uns, so das wir ein paar schöne Fotos schiessen können. Als nach ca. 30 Minuten dann auch noch Andres die Info durchgibt, dass unter uns ein Hai schwimmt, interessiert das niemanden wirklich, wir haben ihn ja schon lange gesehen.

 

Schon kurz nach dem eintauchen schiessen auch die Pinguine wie aus dem Nichts und wie kleine Torpedos an uns vorbei. Wahnsinn wie schnell die kleinen Scheisser (das meinen wir wörtlich) sind. Die Pinguine zischen regelmässig an uns vorbei und es ist leider sehr schwierig sie so zu Fotografieren oder zu Filmen. Im Nachhinein sehen wir auf den Aufnahmen aber, dass sie regelmässig wenn sie an uns vorbei geflitzt sind, noch einen fahren liessen (deshalb die kleinen Scheisser).

 

Es gibt auch allerlei bunte Fische ja ganze Schwärme sind zu sehen, welche wir zig mal ablichten, da sie so wunderschön sind. Die Pinguine crashen aber immer wieder das Bild indem sie die Fischschwärme aufscheuchen.

 

Plötzlich schwirren vier Pinguine um uns herum. Nun wie bei den Menschen, scheinen auch die Pinguine in der Gruppe etwas mutiger zu sein. Sie zischen nicht mehr nur in hohen Tempo um uns herum, sondern sie planschen alle regelrecht mit uns im Wasser. Auf einmal werden wir von 2 Pinguinen umkreist, sie schwimmen um uns herum und scheinen wie wir nicht aus dem Staunen zu kommen. Andres, welcher direkt neben uns herschwimmt, hält mit seiner Kamera voll drauf und filmt mit. An der Oberfläche meint er nur; «These guys are crazy» und meint damit die Pinguine.

 

Während die meisten wie wild mit ihren GoPros und Sticks hinter den Pinguinen herjagen, bleiben wir einfach immer an derselben Stelle und haben die Pinguine regelmässig in nächster Nähe. Wahrscheinlich erinnern die nervösen, in schwarzen Neopren gekleideten Schnorchler, welche hinter ihnen herjagen sie eher an hungrige Seelöwen, während wir wohl irgendwie exotisch wirken mit unserer weissen Haut *g*. Einmal haben wir alle vier Pinguine auf einmal um uns und Joli muss abdrehen , damit ihr Kopf nicht mit einem Pinguin Arsch kollidiert.
Über eine halbe Stunde geht das so, bis sich die Pinguine langsam zurückziehen und aus dem Wasser auf einen Felsvorsprung an die Küste springen. Hier posieren sie noch ein letztes Mal für ein Foto und wir ziehen uns danach auch zurück aufs Boot und lassen den Tieren ihren Freiraum. Glücklich und aufgedreht tauschen wir uns auf den Boot mit den anderen aus, damit hat nun keiner gerechnet, das war der Wahnsinn!  

 

Santiago - Bahía Sullivan

Nachmittags besuchen wir die Insel Santiago. Resp. das jüngste Lava Feld der Insel. Diese besteht hauptsächlich aus schwarzem Vulkangestein, welches aber in spektakulären Formen abgekühlt ist und immer wieder von bunten Farben durchzogen wird. Das Feld ist sehr schön anzusehen und es ist immer wieder faszinierend was Mutter Natur auf der Welt so alles geschaffen hat.

 

Dieses junge Lavafeld ist übrigens auch schon 180 Jahre alt. Aufgrund der vielen Mineralstoffe verändert sich die Farbe des Gesteins mit den Jahren (Jahrhunderten). Der grösste Teil der Insel ist bereits rötlich-braun und teilweise wachsen auch schon wieder Pflanzen – allen voran immer der Lavakaktus. Wir bewundern die vielen Formen und schlüpfen auch noch in einen kleinen Lavatunnel hinein. Die Kanten sind überall extrem scharf und man muss jederzeit darauf achten wo man hingeht, denn sonst kann man schnell stolpern und sich schneiden.

 

Nach der Lava Feld Wanderung gibt es nochmals eine kurze Strand Session. Wir gehen nochmals schnorcheln und sehen zwar nicht so viele Meeresbewohner wie am Vormittag aber immerhin blinzelt uns auf dem Rückweg an den Strand noch ein Stachelrochen zu. 

 

Das Schiff legt wieder ab und kurz nachdem wir losgefahren sind, schreit auf dem Deck schon jemand: «Deeeelfiiiiiiiiiiineeeeeeeee». Wir rennen nach ganz vorne und sehen wie drei Delfine eine Weile mit unserem Boot mitschwimmen und immer wieder aus dem Wasser springen. WOW! Was für ein Tag!

 

Plaza Sur

Eine gute Nacht. Wir sind kaum gefahren (erst im Morgengrauen) und konnten uns entsprechend etwas erholen.

Heute besuchen wir zwei verschiedene Inseln. Schwimmen und Schnorcheln dürfen wir leider nicht, in Santa Fe ist dies schon länger verboten und neu auch um South Plaza. Weshalb? Haie! Wir sind doch schon mit Haien geschwommen?! Stimmt! Aber es gibt nette Haie und böse Haie.

 

Um die Insel South Plaza hat es viele Seelöwen, welche sich hier bei den Felsen ausruhen und auch viele Jungtiere (wie auch in Santa Fe). Seit einer Weile lässt sich hier immer wieder eine aggressive Spezies Hai blicken, welche noch nicht genau definiert wurde. Auch Menschen wurden bereits angegriffen – ein Matrose, welcher gerade das Schiff unter Wasser reinigte. Auch von einem Kollegen hat Andres erzählt, der mit seiner Gruppe schnorcheln war, als plötzlich Haie aufgetaucht sind und immer engere Runden um die Gruppe gezogen haben. Er habe Angst bekommen und die Leute aus dem Wasser geholt. Zum Glück. Der Depp hat sich nach seinen Ferien nicht auf den neusten Stand gebracht und wusste nicht, dass Schnorcheln dort neu nicht mehr erlaubt ist. Das hätte ins Auge gehen können.

 

Andres zeigt uns ein Handyvideo einer Hai Attacke auf Seelöwen genau in der Bucht an welcher wir gerade angelegt haben. Es ist ein kurzes aber blutiges Schauspiel, welches er da (letzte Woche) gefilmt hat.

 

Wir spazieren gute zwei Stunden einmal rund um die kleine Insel und lassen das Ufer mit den Seelöwen dabei kaum aus den Augen. So eine Attacke möchten wir nur allzu gerne live sehen! Trotz unserer Konzentration auf die mögliche Haiattacke, entdecken wir haufenweise Kakteen, Leguane, Seelöwen und Vögel, welche unseren Weg kreuzen. An der einen Küstenseite spazieren wir hoch oben an den steilen Felswänden entlang, wo die Vögel zu Hause sind. Leider ist hier das Fotografieren nicht ganz so einfach, da die Vögel meistens in der Luft sind. Entsprechend verpassen wir auch die Erklärungen von Andres zu dieser Insel und den Kakteen, da wir versuchen die Vögel zu erwischen ohne die Klippe runter zu stürzen. Da ist es mit den Leguanen schon um einiges einfacher. Der eine klettert sogar auf einen Stein rauf und posiert was das Zeug hält.

 

An der anderen Seite gehen wir am Ufer entlang wo sich haufenweise Seelöwen tummeln. Und jemand meint sogar in der Bucht draussen den Hai gesehen zu haben… Wunschdenken? Wir entdecken auch mehrere Skelette von Leguanen und sogar eines von einem Seelöwen.

 

Die Geräusche, die die Seelöwen von sich geben, sind einfach nur zum Lachen. Jeder kennt sie und kann sie mittlerweile auch nachahmen. Es hört sich ungefähr so an, als wären alle Seelöwen die ganze Nacht auf einer Party gewesen und würden nun den Morgen mit dem Kopf in der Kloschüssel verbringen. Auch ein anderes sehr spannendes Geräusch, was sich wie bellen anhört aber irgendwie doch nicht, haben sie drauf. Sehr lustig. Zudem liegt auch immer ein netter Duft nach Seelöwenkacke in der Luft.

 

Wir warten bis zur letzten Sekunde bevor wir das Panga besteigen um allenfalls doch noch eine Haiattacke zu sehen aber die Seelöwen haben heute scheinbar Glück.

 

SAnta Fe - Barrington

Nachmittags besuchen wir die Insel Santa Fe. Wir fahren in eine wunderschöne blau grüne Bucht hinein und die Sonne hat beschlossen uns heute Nachmittag doch noch zu beehren. Gutes Timing. Wahnsinns Farben und Kontraste. Und vorallem haufenweise Seelöwen, die im Wasser spielen, sich am Strand sonnen und ihre lustigen Laute von sich geben. Mit dem nötigen zwei Metern Abstand machen wir ganz viele Fotos mit den putzigen Tieren und gehen dann auf einen Rundweg, welcher uns an den anderen Strand führen soll, wo noch mehr Seelöwen auf uns warten.

 

Auch hier spazieren wir rund zwei Stunden und begegnen dabei den üblichen Verdächtigen (Leguanen, Seelöwen, Pelikanen und Eidechsen) sowie einer kleinen Schlange. Der Leguan mit dem hübschen Kussmund hat es uns besonders angetan. 

 

Die Insel ist wunderschön und die Bucht mit dem kristallklaren Wasser der Knüller. Schade kann man hier nicht mehr schnorcheln. Auf dem Rückweg sehen wir im klaren Wasser noch ein paar Schildkröten und auch Rochen. Auch den Grund wieso man nicht mehr schnorcheln kann bekommen wir weiter draussen noch zu Gesicht, allerdings nur die Flosse… Aber eine grosse Flosse... Tämtäm Tämtäm Tämtäm…

 

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