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Galapagos Tag 7 & 8

Floreana - PUNTA CORMORANT

Heute geht es noch früher los als sonst. Andres setzt die Ausflugszeiten bewusst so früh an, damit wir immer vor allen anderen Booten und deren Passagieren auf den Inseln oder bei den Tauchspots sind - oder vielleicht auch, weil so seine Pausen zwischen den Aktivitäten länger sind – egal - wir finden das auf jeden Fall super. Um 6 Uhr morgens verlassen wir unser Boot in Richtung Insel Floreana um nach einem kurzen Spaziergang die Stachelrochen am Strand zu beobachten. Eine der Hauptattraktionen dieser Insel sind eigentlich die Flamingos, aber die paar Stück, die sich hier tummeln, tun dies weit weg von uns am anderen Ende der Lagune. Deshalb gehen wir direkt auf die andere Seite der Insel an den Strand. Andres weist uns an wie wir uns zu bewegen haben damit wir sicher durchs Wasser waten können ohne das wir von einem Stachelrochen aufgespiesst werden. Die Füsse sollen möglichst immer unter dem Sand bleiben und vorsichtig, schleifend vorwärts bewegt werden, damit man nicht auf einen Rochen draufsteht. Sonst kann es passieren, dass sich der Rochen mit seinem Stachel zur Wehr setzt, was übel enden würde. Der Stich ist scheinbar extrem schmerzhaft und das Gift sorgt dafür, dass die Wunde extrem lange braucht bis sie heilt. Mit dieser Schlurftechnick aber wird sichergestellt, dass man mit den Füssen unter den Rochen gelangt und somit auch nicht angegriffen wird. Gut zu wissen, aber weiter als bis zu den Knöcheln traut sich trotzdem niemand ins Wasser und den ein oder anderen Schreckensschrei gabs doch, als der eine oder andere Roche einen Fuss gestreift hat.

 

Wir können die Tiere aus nächster Nähe beobachten, wie sie friedlich vor sich hin treiben. Zuerst sind da nur ein paar kleine, später bekommen wir auch noch ein paar richtig grosse Exemplare mit etwa einem Meter Durchmesser zu sehen. Leider ist der frühmorgendliche Ausflug viel zu schnell vorbei, wir könnten die Stachelrochen wohl noch ewig beobachten. Aber es ist Essenszeit, das Frühstück wartet.

 

Floreana - CORONA DEL DIABOLO

Um halb 8 sind wir bereits wieder zurück auf dem Boot. Aber nein, Frühstück gibt es immer noch nicht, zuerst steht Frühsport auf dem Programm. Das letzte Mal schnorcheln, rund um eine Felsformation vor der Küste, steht an. Schon kurz nach dem eintauchen ins Wasser sehen wir auf dem Grund des Meeres fünf verschieden grosse Haie, welche vor sich hin dösen. Wir können sie verstehen – ist ja auch noch gar früh.

 

Es ist auch ein kleines Paradies für Fische und nach dem Pinguin Strand einer unserer Lieblings Schnorchel Spots. Als wir die Felsen umrundet haben und in die kleine Bucht, welche die Felsen mitten im Wasser bilden, rein schwimmen, sehen wir ganze Schwärme von kunterbunten Fischen. Es gibt überall Felsen und Korallen unter Wasser, an welchen ganze Fische am Frühstücken sind. Bei einer Höhle begegnen wir auch noch zwei Seelöwen, die im Wasser spielen und um uns herum toben. Nun ist es aber doch etwas kalt geworden im Wasser und wir sind froh, dass es nun endlich auch für uns noch ein Frühstück gibt.

 

Delfine

Sobald wir auf dem Schiff zurück sind, wird auch schon das Frühstück serviert und das Schiff setzt sich in Bewegung. Nach knapp 10 Minuten, schreit schon wieder jemand «Delfiiiiiiineeeeeee!» und das Frühstück ist vergessen. Wir stehen vorne am Bug und beobachten die Delfine, wie sie erneut mit uns mitschwimmen. Dieses Mal bekommen wir sogar die ein oder andere Showeinlage etwas weiter vom Schiffbug entfernt, so dass wir auch mal einen richtigen Sprung sehen können. Super!

 

Santa Cruz - Darwin Station

Zum Glück gibt es nach dem halb verschmähten Frühstück schon bald wieder Mittagsessen, bevor wir am Nachmittag auf der Insel Santa Cruz das Charles Darwin Center besuchen. Randnotiz: Charles Darwin war ein britischer Naturforscher, der mit der HMS Beagle im Jahr 1835 auf den Galapagos Inseln ankam und hier viele Tier- und Pflanzenproben sammelte, mit welchen er, zu einem späteren Zeitpunkt, einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Evolutionstheorie beisteuerte.

 

Im Darwin Center werden die Galapagos Riesenschildkröten, deren Art je nach Insel variiert, gezüchtet, aufgezogen und ausgewildert, damit das Fortbestehen der Art gesichert ist. Das Geschlecht des Tieres entscheidet sich im Stadium der Eier, bei wärmeren Temperaturen schlüpfen Weibchen und bei kälteren Männchen. Hier nimmt man darauf natürlich Einfluss, denn die Idee ist, das die Tiere in der freien Wildbahn selber die Fortpflanzung und somit den Erhalt ihrer Art sichern können.

 

Da die Tiere mit 5 Jahren ausgewildert werden, sehen wir in diesem Center hauptsächlich Babys und Jungtiere. Es sind aber ein paar mittelgrosse Exemplare vorhanden, welche für die Fortpflanzung im Center weilen und die man hier bestaunen kann. Für die Fortpflanzung wird hier im Center schon fleissig geübt. Wir beobachten zwei Schildkröten beim Versuch der Fortpflanzung. Das Männchen gibt ächzende und komisch klingende tiefe Geräusche von sich während es den Panzer des Weibchens besabbert. Sie hat das wohl langsam satt und läuft einfach unter ihm weg, was dazu führt, dass er mit einem lauten Bumm runter auf seine kurzen Beine fällt. Aber er gibt nicht auf. Gemächlich läuft er vorwärts (es sieht aus wie in Zeitlupe – faszinierend), besteigt einfach das nächste Weibchen und macht dort weiter wo er vorher unterbrochen wurde.

 

Schon die mittleren Galapagos Schildkröten erscheinen uns gigantisch. Wie riesig muss wohl ein ausgewachsenes Tier sein. Es gibt im Zentrum der Insel Lavatunnel und auf diesem Grundstück würden wir auch grosse Tiere finden. Jedoch ist die Taxifahrt dorthin weder kurz noch günstig.

 

Santa Cruz - Puerto Ayora

Somit erkunden wir das Hafenstädtchen und beschliessen die kürzere Fahrt zu den näheren und schöneren Lavatunneln zu unternehmen, jedoch ohne Schildkröten. Leider wird auch aus den Tunneln nichts. Genau heute ist das Anwesen geschlossen. Die Taxifahrerin hält noch kurz bei den Tunneln am Stadtrand an und meint aber, man sehe auch auf dem 10 Minütigen Rundgang nicht mehr als hier beim Parkplatz. Zurück im Dorf treffen wir ein paar aus der Gruppe. Sie sind auch umsonst hochgefahren, haben aber den 10 Minütigen Rundgang gemacht – in einen Tunnel konnte man doch rein gehen – aber es sei nicht wahnsinnig speziell gewesen. Allerdings hätten sie einige Galapagos Schildkröten auf dem Rückweg in die Stadt gesehen – MIST! Naja, wir (also Joli) haben dafür fleissig Souvenirs geshoppt.

 

Abends putzt sich die gesamte Crew nochmals richtig hübsch raus, weil es doch unser letzter Abend ist. Wie am ersten Abend, gibt es auch heute einen Cocktail und statt der Vorstellungsrunde gibt es Trinkgeldverteilung. Die Empfehlung war 10$ pro Kabine und Tag für die Crew (7 Personen) und 20$ pro Kabine und Tag für den Guide (1 Person). Aus unserer Sicht erstens zu viel (die Tour selbst hat uns schon die Socken ausgezogen) und vor allem völlig falsch verteilt. Von ihrer ersten Galapagos Kreuzfahrt kennt Joli die Löhne und Vertragsbedingungen der einzelnen Crew Mitglieder und auch die des Guides. Das wird hier wohl nicht viel anders sein als auf anderen Schiffen. Der Guide arbeitet weniger (Wochen am Stück) und verdient mehr als die Crewmitglieder und soll auch noch mehr als das 10fache an Trinkgeld bekommen? Eh, nö! Wir haben uns für einen Gesamtbetrag entschieden und den schön auf alle 8 Personen gleich aufgeteilt.

 

Unser Crew Kollege Francisco, der heute als erster Offizier den abwesenden Kapitän vertritt, will unbedingt noch ein Foto mit uns beiden, den Wunsch haben wir ihm natürlich gerne erfüllt, auch wenn wir sie mehrmals widerholen müssen, weil die ersten Aufnahmen von Andres im Hintergrund gecrasht wurden. Wir haben Francisco auch unsere Schnorchel Ausrüstung, für welche wir so schnell keine Verwendung mehr haben, geschenkt. Die hat uns übrigens neu nicht die Hälfte gekostet, als das wir auf dem Boot zur Miete bezahlt hätten – aber das haben wir glaube ich schon erwähnt…

 

Seymour Norte

Unser letzter Tag respektive Morgen im Paradies. Ein letztes Mal gehen wir frühmorgens auf einen Landspaziergang. Auf diesem nehmen wir Abschied von diesem fantastischen Fleckchen Erde und der faszinierenden Tierwelt. Der Sonnenaufgang ist perfekt, auch wenn bei der einen Kamera leider gerade beide Akkus leer sind und die andere am Anfang noch Zicken macht und auch über einen leeren Akku klagt – wenigstens ist hier der Ersatz Akku voll und mit ein paar Klicks unter den Einstellungen bringen wir auch das gezicke weg. Wir beobachten noch ein letztes Mal die vielfältige Vogelwelt; eine Tölpel Mutter mit zinkendem Teenie, ein Pärchen bei Balztanz, ein wuschiger kleiner Fregattvogel und einige hungrige Baby Vögel. Wir winken ein paar Seelöwen zum Abschied zu und schaffen es sogar noch ein Gruppenfoto zu machen.

 

Es war einfach ein Traum! Die vielen schönen Tiere, welche wir hier zu Land und zu Wasser sowie aus nächster Nähe sehen durften und die unterschiedlichen Landschaften und Strände der Inseln, werden wir so schnell nicht vergessen. Es ist zwar schweineteuer aber wir begrüssen die hohen Preise, welche hier noch die grossen Touristenmassen fernhalten und so das Paradies länger bewahren. Hoffentlich kann Ecuador diesen Schutz aufrechterhalten und lässt sich nicht von möglichen grösseren Gewinnen dazu hinreissen, dieses Paradies zu zerstören, so wie es unserer Meinung nach in Peru beim Machu Picchu leider am Geschehen ist.

 

Ein wenig speziell ist dann der Flug zurück nach Guayaquil. Nach einer ewigen Wartezeit können wir endlich einsteigen. Irgendwie scheint unser Flugzeug aber ein Problem mit den Triebwerken zu haben. Noch im Steigflug verlieren wir mehrmals den Schub, was sich anfüllt wie wenn ein Bus abbremst. Wir verlieren dann auch gleich wieder an Höhe, was man anhand der Wolkendecke gut erkennen kann. Das geht ca. 5 Minuten so weiter und Beni sendet schon Stossgebete gegen den Himmel, aber das Flugzeug kommt danach zum Glück ohne weitere Probleme in Guayaquil an, wo der Grossstadtlärm wie eine riesige Welle wieder über uns hereinbricht. 

 

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