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Baños III

Thermalbäder

Da Baños unter anderem auch für seine verschiedenen Thermalbäder bekannt ist, entscheiden wir uns heute (an einem weiteren regnerischen Nachmittag) dazu etwas entspannen zu gehen (wir sind ja ach so aktiv unterwegs hier – von einem Pub ins nächste…).

 

Da dasjenige in unmittelbarer Nähe unseres Hotels heute ziemlich viele Besucher hat (La Virgen, direkt beim Wasserfall) und das andere (das neue La Virgen) direkt daneben nicht über viele heisse Bäder sondern mehr über Pools und Rutschen verfügt und zudem teuer ist, nehmen wir ein Taxi zu dem etwas abgelegeneren Bad El Salado.

 

Hier sind nur ein paar Einheimische anzutreffen, die verdutzt die Hand vor den Mund schlagen, als sie sehen dass wir in einem Zug in das 39 Grad heisse Wasser steigen, nachdem wir aus Versehen zuerst im eiskalten Pool gelandet sind. Offensichtlich ist man sich gewohnt, sich langsam an das heisse Wasser zu gewöhnen und nicht einfach reinzugehen.

 

Wir geniessen die abwechselnden heissen und kalten Bäder etwa eine Stunde lang und werfen uns sogar wagemutig in der Fluss, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen – diesmal zu Fuss, da der Bus der «ya mismo» kommen soll natürlich wie immer nicht kommt.

 

Zum Vergleich, hier zahlt man 3$ Eintritt, hat drei verschieden heisse Bäder, ein kaltes, einen temperierten Pool, sowie den Fluss und kann sich unbegrenzte Zeit hier aufhalten. Bei uns zahlt man für 2 Stunden bis zu 30$. Klar es ist nicht so chic wie wenn man zum Beispiel bei uns in Merligen ins Thermalbad geht und das Wasser ist braun (es kommt hier halt direkt aus den heissen Quellen, vulkanischen Ursprungs, in die Becken). Es hat auch keine Sprudel und Massagedüsen (ausser dort wo das Wasser sehr heiss direkt in das Becken kommt), kein Chlor im Wasser und die Infrastruktur ist auch nicht zu vergleichen, aber uns hat es gefallen. Wer jedoch ein Thermalbad wie in Europa erwartet (was einige definitiv tun, wenn man auf Tripadvisor die Bewertungen liest) der sollte doch besser in das neue La Virgen gehen, das aber eher ein Schwimmbad als ein Thermalbad ist und das doppelte kostet.

 

Die Fotos sind vom Thermalbad La Virgen (alt und neu), wir haben die Kamera heute nicht dabei, da wir eigentlich ins la Virgen wollten (wo wir schon Fotos gemacht haben) und dann aber spontan ins Salado gefahren sind. Man kann das Salado aber in etwa mit dem alten La Virgen vergleichen, einfach ohne Sicht auf den Wasserfall.

 

Ruta de las Cascadas - die Strasse der Wasserfälle

Wir beobachten seit unserer Ankunft den Wetterbericht und haben uns entschieden, dass der heutige Tag einer der Besten sein könnte (und zudem auch einer der letzten ist) und mieten uns heute Bikes um die Wasserfall Route abzufahren. Die Alternative zum Bike ist eine 2-3 stündige Tour in den Chivas, mit dröhnender Musik und einem Haufen anderer Touristen. Eh nö!

 

Auf der Ruta de las Cascadas, (welche Total rund 60 Kilometer lang ist und bis Puyo geht), fahren wir den klassischen Teil bis zum Pailón del Diabolo (rund 16 Kilometer). Die Strecke geht zur Hälfte der Strasse entlang, die andere Hälfte kann man aber auf die alte Strasse ausweichen und hat somit keinen Verkehr (ausser man fährt dann los, wenn die ganzen Chivas ihre Touren starten).

 

Mit den Bikes fahren wir frühmorgens um 9:00 los (vorher war die Bike Vermietung leider nicht geöffnet). Somit starten wir immerhin 1.5 Stunden vor den ersten Touren. Die Strecke verläuft praktischerweise fast ausschliesslich abwärts. Es dauert eine Weile bis Joli mit dem Bike zurechtkommt, die Kette fällt andauernd raus beim Gang schalten und sie findet biken generell ja ungefähr so kuhl wie Beni spazieren gehen.

 

Wir nehmen uns viel Zeit um die Wasserfälle und Landschaften anzuschauen und zu fotografieren. Zwei Mal wagen wir uns sogar in eine der vielen Stahlkorb Konstruktionen (Tarabitas), mit welchen man an einem Stahlseil hängend die Schluchten und Wasserfälle überqueren kann. Angetrieben werden diese von einem umgebauten Auto ohne Karosserie oder so. Jedenfalls auf den ersten Blick keine sehr vertrauenserweckende Konstruktion.

 

Umso Spektakulärer ist aber die windige Fahrt über die Schlucht in Richtung Wasserfall, ein wenig mulmig ist einem schon zumute hier oben. Es ist sehr hoch und wackelig und man steht einfach in einem Stahlkorb… Aber schön ist es – einfach nicht runterschauen!

 

Entlang der Route hat es haufenweise Tarabitas, Ziplines, Riesenschaukeln und sonstige Actiondinger. Man kann sogar Bungee jumpen. Uns sind die Tarabitas schon Abenteuer genug. Die anderen Aktivitäten sind, verhältnismässig auch ziemlich teuer. Man kann auch das Gesicht Jesus bestaunen, das scheinbar in einem Felsen erkennbar ist.

 

Die Hauptattraktion finden wir am Ende der Route: der Pailón del Diabolo, die Teufelsschlucht. Als wir ankommen stellen wir fest, dass es zwei Wegweiser in unterschiedliche Richtungen gibt. Der Wasserfall ist von zwei Seiten zugänglich und wir haben ja genügend Zeit und machen gleich beide. Wir fahren also zuerst zum zweiten Eingang, welches scheinbar der Haupteingang ist. Dort sehen wir auch schon die Rückfahrgelegenheit nach Baños, welche aber noch einen Moment auf uns warten muss.

 

Wir parken die Bikes und laufen erstmal einen Kilometer über eine Waldweg immer weiter nach unten. Unten angekommen steht dann doch noch einer und verlangt Eintritt (2$) und erklärt uns, dass man nicht von hier zur anderen Seite gelangen kann, weil die beiden Eingänge zwei verschiedenen Personen gehören. Aber dieser hier sei das Original. Na dann schauen wir mal.

 

Wir haben von anderen Reisenden gehört, dass man hier sehr nass wird, daher verpacken wir alles in unsere wasserdichten Säcke und steigen über eine steile, nasse und rutschige Treppe neben dem Wasserfall in die Tiefe. Die Gischt ist so stark das wir innert Sekunden völlig durchnässt sind. Man sieht auch nicht wahnsinnig viel vor lauter Wasser. Wir gehen wieder hoch, trocknen uns so weit als möglich ab und überqueren noch die Hängebrücke um den Wasserfall von der anderen Seite zu sehen und auch den Kopf des Teufels anzuschauen, welcher scheinbar in der Mitte der Schlucht zu erkennen ist. Auch hier braucht man, wie beim Jesusgesicht einiges an Fantasie um das zu sehen. Schön ist es trotzdem. Wir machen uns wieder an den Aufstieg, schnappen unsere Bikes und fahren zum anderen Eingang (ebenfalls 2$).

 

Die andere Seite punktet mit langen Hängebrücken und einem super Blick auf den Wasserfall und die Teufelsschlucht von oben und ebenfalls einem Abstieg direkt zum Wasserfall. Diese Seite gefällt uns besser. Man sieht mehr, hat die atemberaubenden Hängebrücken und wird (obwohl man direkt neben dem Wasserfall steht) nur halb so nass. Wir haben auch hier noch Glück und kreuzen die Gruppen erst auf dem Rückweg.

 

Ein kleiner Lastwagen bringt uns dann um drei Uhr nachmittags, für 6 Dollar mitsamt den Bikes den ganzen Weg zurück nach Baños. Eigentlich kostet die Fahrt 2$ pro Person (aber eben erst bei 6 Personen) aber nachdem wir schon 1 Stunde auf ein weiteres Paar gewartet haben und dazu gemütlich zwei lecker Bierchen getrunken und den Match geschaut haben, überreden wir die beiden für 3$ pro Person sofort loszufahren, denn eine weitere Stunde wollte wir nicht noch einmal auf weitere Personen warten. Die Fahrt ist abenteuerlich, der Fahrer rast wie ein Irrer und die Bremsen quietschen und qualmen aber wir kommen heil in Baños an.

 

 

 

 

 

 

Bildtitel:

Wägä di Ässenszyt!!!

 

 

Ein kleiner Einschub von Beni – dieses Bild wurde von ihm heimlich hochgeladen und ohne Worte reingestellt. Ich nehme an das geht wohl unter seine Kategorie: «Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!»

Matchday II

Heute ziehen wir uns wieder unsere roten Shirts mit weissem Kreuz an, es ist Matchday. Voller Vorfreude spazieren wir in Richtung unseres Fussball Stammlokals und gehen im Kopf schon die verschiedenen Biersorten durch. Gestern Abend haben wir noch Nina, Gina und Elliot bei Pipas Bar getroffen und uns mit ihnen hier verabredet. Aber das Pub hat geschlossen, allem Anschein nach überträgt es nur Spiele resp. öffnet nur dann vor 15:00, wenn südamerikanische Teams spielen.

 

Na dann gehen wir halt statt zu den lecker Bierchen zu den lecker Sandwiches ins Blah Blah Café. Zum Glück kann man sich zu Zeiten von Facebook auch spontan in einer anderen Location treffen und somit kommt der Rest der Schweizerfraktion auch noch nach. Auch Harald der pensionierte Deutsche kommt vorbei und fiebert mit. Bier gibt es hier zum Glück auch und wir bekommen sogar ein Schweizer Bierglas mit allen Kantonswappen drauf. Kuhl. Zweimal haben wir alle so geschrien und gejubelt, das sogar die Leute ausserhalb des Lokals ihre Nasen an die Scheiben drücken um zu sehen was los ist. Ein weiterer kuhler Matchday!

Nina, welche mit ihrem Sohn und Mann nächste Woche für den Sommer in die Schweiz reist,
nimmt netterweise noch ein paar unserer Souvenirs mit nach Hause. Es ist einiges zusammen gekommen, ein Versand per Post würde aber den Kaufpreis nach wie vor übersteigen. An unserem letzten Morgen in Baños (Tag der Übergabe) werden wir sogar noch zum Frühstück eingeladen und wir essen zum ersten Mal seit Monaten Käse mit Geschmack. Yeah! Vielen Dank nochmals an Nina und Familie.

 

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