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Las Lajas - Golfo de Chiriqui

Unser nächstes Ziel Las Lajas befindet sich weiter nördlich in Richtung Costa Rica an der Pazifikküste. Die nächsten zwei Tage wollen wir von hier aus Ziele in der näheren Umgebung besuchen respektive den Golf von Chiriqui und dessen Marina Nationalpark. Nur sind uns dort einfach die Unterkünfte zu teuer, daher übernachten wir eine Stunde entfernt in Las Lajas.

 

Lange 4 Stunden führt uns der Weg zuerst über kurvige Landstrassen und danach über die, mit 80 km/h beschränkte aber gut befahrbare, Panamericana.

 

Gleich nach unserer Ankunft fängt es an zu giessen wie aus Kübeln. Das wird dann mal nichts mit dem ersten Strandbesuch. Wir gehen erstmal ins nächste Dorf einkaufen, allerdings nicht ohne uns um ein paar Kilometer zu verfahren, denn wir dachten San Felix kommt etwas weiter oben an der Panamericana. Wir hätten jedoch nur die Panamericana überqueren müssen und wären schon dort gewesen. Wir suchen in verschiedensten Läden und Supermärkten das wenige zusammen, das wir brauchen um am nächsten Tag ein Frühstück zu haben und ein paar Sandwiches mitzunehmen. Wir finden sogar eine Wäscherei, welche uns die Wäsche in zwei Stunden schon wieder sauber übergibt.

Trotz strömendem Regen wollen wir den Strand heute noch sehen, zudem müssen wir noch zwei Stunden warten bis wir unsere Wäsche abholen können und gegessen haben wir auch noch nichts. Also fahren wir wieder runter (Richtung Meer), an unserer Unterkunft vorbei und an den, gemäss vielen Beschrieben, wunderschönen, kilometerlangen Strand.

 

Erstmals müssen wir einen Teil finden, der frei zugänglich ist, denn die Hotels haben hier einfach ganze Strandabschnitte privatisiert resp. die Zugänge zum Strand.

 

Nach einigem rumkurven und vor- und rückwärts fahren finden wir den öffentlich zugänglichen Teil mit einigen «Restaurants» im Hintergrund. Naja eigentlich sind es mehr ein paar Holzverschläge und es ist auch niemand zu sehen, also fällt unser Plan hier etwas zu Essen auch wieder ins Wasser.

 

Aber bei unserer Ankunft setzt immerhin der Regen kurz aus. Es ist als ob der Himmel kurz aufhört zu weinen um uns sogleich auszulachen. Denn der Strand gehört mitunter zu den hässlichsten welche ich (Beni) je gesehen habe. Es liegt Müll im Sand und überall sieht man irgendwelche angefangene Holzkonstruktionen. Etwas vom Strand entfernt findet man sowas wie zwei kleine Snackbuden / Restaurants welche auch nicht gerade zum Verweilen einladen, zu ungepflegt ist deren Erscheinungsbild.

 

Naja Joli und Betty sehen es nicht ganz so dramatisch. Während Beni nach ca. 30 Sekunden wieder ins Auto steigt machen die beiden ein paar Fotos am Strand und Betty geht wagemutig die Wassertemperatur testen – allerdings nur mit den Füssen.

 

Und eigentlich liegt auch nicht hauptsächlich Müll am Strand, sondern viele vermoderte Palmenblätter, Kokosnüsse und sonstiges aus der Natur was der Sturm her geblasen hat. Joli bezeichnet zudem die Holzkonstruktionen eher als bereits wieder am verfallen und nicht als angefangen – aber alles in allem wirkt es trotzdem etwas trostlos, wobei das Wetter sicher auch einen grossen Teil dazu beiträgt.

Der einzige Lichtblick am heutigen Tag ist das Abendessen. Da das Restaurant, welches uns empfohlen wurde erst um 18:00 (also in 20 Minuten) öffnet und wir keine Lust auf Pizza haben (die andere Alternative) gehen wir in ein Restaurant direkt an der Strasse und verköstigen uns dort. Wir bestellen zweimal einen ganzen, gegrillten Fisch mit Patacones (frittierte grüne Kochbananen) und einmal Crevetten an einer Knoblauchsosse. Sehr lecker.

 

Voll gegessen fahren wir ins Hostal, legen die Sachen für den nächsten Tag bereit und liegen gemütlich im Bett. Wir sind in einem kleinen Dachzimmer (zu Dritt) und sind froh, dass es eine Klimaanlage hat, welche sich aber dummerweise kurz vor dem Schlafen gehen einfach ausschaltet. Ein grelles Licht blinkt wie wild in rot und grün und egal was wir machen wir bringen das Ding nicht mehr in Gang. Kurzerhand nimmt Joli die ganze Anlage vom Strom – wenn’s schon nicht kühlt muss es uns auch nicht zu Tode blinken.

 

Die Nacht wird unerträglich heiss, feucht und ungemütlich. Irgendwann in den frühen Morgenstunden, klettert Joli nochmals über die schlafende Betty hinweg zum Fensterrahmen respektive der Klimaanlage hinauf, schmeisst dabei mit lauten Getöse allerlei Sachen runter und schliesst die Anlage wieder am Strom an. Es blinkt. Nur noch grün. Und immer schneller. Und tataaaaa. Das Ding läuft wieder – Halleluja!

 

Islas Bolaños & Gámez

Unsere Gastgeberin hat versucht eine Bootstour auf zwei Inseln, inkl. Walbeobachtung und Schnorcheln, zu organisieren. Morgens um 8 ist jedoch immer noch nicht klar ob diese auch stattfindet resp. ob sich noch andere Touristen gefunden haben (diese haben sich immer noch nicht entschieden?!?!), denn alleine zahlen wir sonst 150.- für Boot und Kapitän. Um 08:15 dann der Anruf: wir haben eine Tour, wir starten um 09:00. Halt – wir brauchen eine Stunde um dort anzukommen, vor 09:30 wird nicht gestartet.

 

Wir machen uns auf den Weg zum Golf von Chiriqui, an den Pier, von welchem aus die Touren starten. Wir sollen nach einem Mann mit rotem T-Shirt und rotem Hut Ausschau halten der am Hafen auf uns wartet.

 

Dort unten, da ist er. Hmmm… Und das Auto? Das lassen wir einfach hier stehen. Wir laufen auf den Herrn zu und dieser schaut uns verdattert an und hat keine Ahnung von was wir sprechen. Als wir von oben jemanden rufen hören, steht dort nochmals ein Mann in rotem T-Shirt und mit rotem Hut, der gestikuliert, dass wir zum anderen Hafen (20 Meter weiter) müssen und er unser Guide sei. Ahaaaa. Ja müsst ihr euch denn auch alle gleich anziehen und in so einem kleinen Kaff gleich zwei Häfen haben? Himmel.

 

Wir holen die anderen beiden Touristen beim Hotel auf der Hauptinsel ab und dann geht’s los. Wir cruisen aufs Meer hinaus, wo man bereits einige kleine Inseln sehen kann und wir sehen gerade noch die Schwanzflosse eines Delfins verschwinden, der knapp hinter unserem Boot auf gesprungen ist. Bevor wir die Inseln besuchen, steht eine Walbeobachtung auf dem Plan. Aber diese müssen wir zuerst einmal finden. Mit fünf weiteren Booten treiben wir gemächlich auf dem offenen Meer vor uns hin. Beni grinst und spöttelt bereits, dass es hier wahrscheinlich nix zu sehen gibt. Der Kapitän erklärt uns, dass die Wale nur ca. alle 30 Minuten rauf kommen um Luft zu holen. Na, das kann ja Dauern. Doch die Geduld wird belohnt. Auf einmal taucht ein paar Meter entfernt ein Baby Wal auf (der doch schon ziemlich gross ist) und ist dann aber auch schon wieder weg. Zum Glück kommt er noch ein paar Mal hoch um Luft zu holen und etwas später lassen sich dann auch die Eltern noch kurz blicken. Mehr als eine Rückenflosse bekommen wir aber nicht zu sehen. Keine tollkühnen Sprünge und abtauchende Schwanzflossen und es scheint, dass die Eltern dem Baby Wal dann wohl auch gesagt haben, dass jetzt fertig ist und nicht mehr mit den Booten gespielt wird, denn plötzlich sind sie alle wieder weg.

 

Im Schnellzugtempo fahren wir zur ersten Insel, wo wir mit drei anderen Booten an dem kleinen Strand abgeladen werden. Die Anfahrt und die Sicht auf den palmegesäumten Strand mit dem glasklaren Wasser ist wunderschön. Das Wasser ist wunderschön und auch das Wetter ist uns heute treu. Wir bleiben hier zwei Stunden, also gehen wir uns etwas im Wasser abkühlen. Schnorcheln ist scheinbar jeweils vom Strand aus geplant, was uns nicht gerade begeistert, denn sogar in Galapagos wo es vom Strand aus jeweils ok war, war es langweilig verglichen mit den Riffs. Aber für Betty ist es super, damit sie die ersten Versuche machen kann, bevor wir hoffentlich bald noch einen richtigen Schnorchelausflug machen. Immerhin ruft sie alle 5 Minuten – «Hier, ein Fisch.» - es hat also doch etwas im Wasser.

 

Es ist Mittagszeit und alle packen ihr Essen aus. Wir haben leider nur ein paar Kekse und einen halben Liter Wasser dabei, da ausser Joli alle ihr Wasser vergessen haben und wir keine Sandwiches gemacht haben, da der Schinken, sowie der Käse irgendwie überhaupt nicht gut geschmeckt haben (um es mal nett auszudrücken).

 

Auf geht’s zur zweiten Insel. Hier sind wir das einzige Boot und der Strand ist etwas grösser. Auch hier ist die Anfahrt auf die Insel und den Strand genial. Beni entdeckt sogleich eine Kokosnuss und macht es sich zur Aufgabe diese zu knacken. Sehr unterhaltsam. Leider ist sie etwas salzig, da sie wohl lange im Wasser lag *würg*.

 

Betty geht auch hier wieder schnorcheln und entdeckt noch den einen oder anderen Fisch mehr als vorhin. Nach einer Weile im Wasser und am Strand entdeckt Joli, dass man innert 20 Metern die Insel überqueren kann. Auf der anderen Seite ist der Strand auch sehr schön aber das Wasser etwas unruhiger.

 

Dafür versucht sich Betty noch als Äffchen und klettert, zumindest teilweise, eine Kokospalme hoch. Nur mit dem runterkommen harzt es dann ein bisschen.

 

Nach zwei Stunden verlassen wir auch diese Insel und fahren zurück zum Hafen. Alles in allem ein schöner Ausflug, aber wir sind alle drei nicht so Strandmenschen. Für uns war das Strand genug für ein paar Tage, zumal sich sogar Betty einen leichten Sonnenbrand geholt hat. Aber Hunger haben wir jetzt und was für einen. Wir fahren zum selben Restaurant wie gestern und bestellen uns je einen ganzen Fisch mit Patacones.

 

Isla Boca Brava & Playa Hermosa

Heute fahren wir nochmals nach Boca Chica an den Hafen. Heute besuchen wir auf eigene Faust die Insel Boca Brava. Wir suchen uns ein Wassertaxi und werden direkt vor dem einzigen Hotel auf der Insel ausgeladen.

 

Dort hören wir zum ersten Mal davon, dass man 5$ Eintritt pro Person bezahlt um den Wanderweg zu benutzen. Na toll. Aber da wir jetzt schon das Wassertaxi bezahlt haben, müssen wir wohl in den sauren Apfel beissen. Immerhin kann man danach im Restaurant für diese 5$ pro Person auch etwas konsumieren.

 

Wir laufen los. Der Wanderweg dauert scheinbar nur eine Stunde hin und zurück. Naja Wanderung kann man das ja nicht nennen. Beni ist begeistert – wir laufen durch den Wald. Bei der Abzweigung zum zweiten Strand biegen wir ab und kommen, nach einem schlammigen und rutschigen Teilstück endlich am Strand an. Hier soll man Brüllaffen beobachten können. Die einzigen Brüllaffen die wir sehen, sind die Touristen am Strand, welche aber zum Glück schon bald mit ihrem Boot wieder wegfahren.

 

Zum baden reizt es uns nicht wirklich, denn das Wetter macht heute nicht ganz so gut mit wie gestern, obwohl es wahnsinnig heiss ist. Nachdem Beni die Zeitung fertig gelesen hat brechen wir auch schon wieder auf um auf dem Rückweg den zweiten Strand zu besuchen, in der Hoffnung, dass dieser uns mehr animiert noch ein Bad zu nehmen.

 

Wir nehmen den überwachsenen, kleinen Pfad am Ufer entlang, von welchem uns abgeraten wurde, da er in der Nebensaison nicht gepflegt wird. «Aber Eintritt muss man in der Nebensaison trotzdem den vollen bezahlen, pah!» meint Beni. Wir kämpfen uns durch das Dickicht und kommen schon bald zum zweiten Strand, haben aber immer noch keine Brüllaffen gesehen. Der zweite Strand ist leider weniger schön als der erste und hat keinen Sand sondern Kieselsteine. Deshalb wohl der Name «Playa Piedritas» - Steinstrand.

 

Wir gehen zurück zum Restaurant und konsumieren pflichtbewusst die 15$ bis auf den letzten Rappen, während wir dazu ein paar Spiele spielen.

 

Na gut, diese beiden Strände waren nichts verglichen mit gestern. Dann machen wir auf dem Rückweg noch einen Abstecher zur Playa Hermosa – schöner Strand. Dort angekommen meint Beni: «Ja, nei! I warte im Auto.»

 

Ja man sieht zwar sehr viel Strand aber da gerade Ebbe ist kaum Wasser.

 

Wir sind halt keine Strandmenschen wie gesagt. Ein Strand muss schon sehr viel bieten um uns zu beeindrucken. Immerhin bietet dieser einen verlassenen Ball, mit welchem wir noch eine Runde Fussball spielen, bevor wir nach Hause gehen und nochmals das gleiche Menu wie die letzte beiden Abende bestellen. Alles in allem war es trotzdem ein schöner Tag und wir haben etwas erlebt, wenn auch nicht das was wir erwartet hatten.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    renate feller (Sonntag, 23 September 2018 19:31)

    Langsam chli verwöhnt , üsi duur turischte !�

  • #2

    Benjoli (Donnerstag, 27 September 2018 00:35)

    Jaaaaa, da hast du wohl nicht ganz unrecht, haha.

  • #3

    Regula (Mittwoch, 21 November 2018 22:18)

    Luschtig, i ha grad z gliiche dänkt wie ds Reni, woni das schöne Bildli vo dere Palme bim Strand ha gseh!