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Bocas del Toro I

Die Inselgruppe Bocas del Toro liegt im karibischen Meer an der Grenze zu Costa Rica. Hier bleiben wir für drei Tage bevor wir den langen Weg zurück nach Panama City in Angriff nehmen. Das Auto lassen wir in dieser Zeit in Almirante am Hafen stehen, von wo aus wir mit dem Wassertaxi in 30 Minuten auf die Hauptinsel Bocas gelangen.

 

Schon am Dorfeingang werden wir von Fahrradfahrern angehalten, welche uns alle eine Fahrt mit dem Wassertaxi und einen Parkplatz verkaufen wollen. Da wir wissen, auf welchen Parkplatz wir wollen und auch wie viel er kostet, geben wir den Zuschlag dem Fahrer, welcher den richtigen Namen und den korrekten Preis nennt (Parkplatz Leiza, 3$ pro Tag). Er fährt uns voraus und wartet geduldig bis wir alles ausgeladen haben um uns dann zur Taxi Anlegestelle zu bringen. Der Preis hier stimmt allerdings nicht mit dem überein was wir im Internet recherchiert haben (3-4$ Oneway), aber die Preisliste ist immerhin laminiert und an die Wand genagelt also gehen wir mal davon aus, dass es schon stimmt so (10$ Hin- und Rückweg). Wir könnten auch die billigere Fähre nehmen (2$), aber die fährt nicht sehr regelmässig und die Fahrt dauert zwei Stunden statt 30 Minuten. Zudem haben wir sie gerade eben verpasst, die letzte fährt nämlich am Mittag und man muss 1.5 Stunden vorher hier sein und wir hatten einfach keine Lust so früh am Morgen los zu fahren zumal wir das Auto ja sowieso stehen lassen. 

 

Nach Boquete hoffen wir hier wieder auf etwas besseres Wetter und im Moment sieht es gar nicht so schlecht aus. Nach einer rasanten Fahrt kommen wir auf der Hauptinsel und deren Hauptstadt und auch einziger Stadt an. Wir fahren zum Hostal und quartieren uns in das hübsche aber kleine und heisse Zimmer ein. Die Toilette ist  ausserhalb des Zimmers, aber das Lavabo und die Dusche haben sie noch in eine Ecke des sonst schon kleinen Zimmers gebaut und mit einem Vorhang abgeschirmt. Eine ganz und gar spannende Konstruktion. Unser Hostal steht auf Stelzen direkt im Wasser. Es verfügt über einen privaten Steg mit Sitzgelegenheiten und freiem Blick aufs Meer. Bevor wir losziehen, geniessen wir auf der Terrasse die chinesischen Nudelsuppen, die wir noch dabei haben.

Die Hauptinsel ist Ausgangspunkt für Ausflüge auf die umliegenden Inseln. Nachdem wir uns im Hostal erkundigt haben, was für Möglichkeiten es gibt und wie die Preise ungefähr aussehen, ziehen wir los in Richtung Zentrum. Wir nehmen uns Zeit und vergleichen Touren und Preise bevor wir einen Tagesausflug buchen. Unsere Recherchen werden jedoch von einem Gewitter mit sintflutartigen Regengüssen unterbrochen, daher rennen wir ins nächste Restaurant und trinken erst einmal Bier, Sangria und Saft um das erneute schlechte Wetter zu verdauen. Da wir heute noch nicht viel gegessen haben, heben die Getränke, Zucker und Alkohol sei Dank, die Stimmung ziemlich schnell.
 

 

Der Spaziergang durch das Dorf und der erste Eindruck der Insel ist dann eher so lauwarm, meint Beni. Man stellt sich eine hübsche Karibikinsel irgendwie ein wenig anders vor. Vieles wirkt etwas herunter gekommen oder ungepflegt, wobei immerhin die farbigen Häuser etwas Freundliches vermitteln, wenn es schon die Bewohner (wie auch bisher in Panama) nicht tun. Aber warten wir ab vielleicht liegt es auch am strömenden Regen, welcher einen grauen Schleier über alles legt. Das Abendessen ist aber sehr lecker, wir besuchen das empfohlene gute und günstige Restaurant, wo wir Meeresfrüchte und Patacones geniessen. 

 

Zurück im Zimmer geht es an die Herausforderung Duschen und umziehen auf kleinstem, heissem und feuchten Raum. Wie üblich knobeln wir mit Schere ,Stein, Papier die Reihenfolge aus. Während Betty duscht, sitzt Beni auf der Bettecke mit dem Rücken zur Dusche und Betty liegt danach mit den Gesicht zur Wand auf ihrem Bett bis Beni fertig ist und das jeweilige Verlassen der Dusche wird mit «Achtung nicht gucken» angekündigt. Für Joli ist es dann zum Glück etwas unkomplizierter.

 

Ziemlich früh meint Beni dann wie üblich «Y ahora silencio porfavor!» - «Jetzt aber Ruhe bitte!»  und wir gehen mit einem letzten ausgiebigen Lachen schlafen oder versuchen es zumindest bei der Hitze und dem grellen Licht des Nachbarn, welches in unser Zimmer scheint.

 

Für heute haben wir eine Tour geplant. Der Wecker, weckt uns bereits um 7 Uhr und wir gehen auf die Terrasse und geniessen das super Frühstück zwar unter einem bewölkten Himmel aber immerhin ohne Regen. Wir haben den Deal, dass wir die Tour verschieben können, wenn das Wetter schlecht ist aber es sieht gut aus.

 

Isla Zapatillas

Wir wollen eigentlich mit dem Taxi an den Hafen, stellen aber fest, dass alle ein Taxi wollen und es aber kaum welche hat, also müssen wir uns beeilen und laufen ziemlich zügig Richtung Zentrum. Plötzlich fragt Betty, wieso wir den eigentlich so rennen. «Ja weil in 45 Minuten das Boot losfährt.» «Ehm, nein das Boot fährt erst um 09:45 nicht 08:45.» Sie habe schon gestern nicht verstanden, weshalb wir den Wecker auf 7 Uhr stellen wollen, meint sie, dachte dann aber nach 2x nachfragen, dass wir wohl etwas langsam sind am Morgen. Mist! Joli war gestern so konzentriert darauf, dass sie eine Tour finden wollte die früher als 09:45 startet, dass die frühere Zeit wohl irgendwie im Hirn gespeichert war. Beni ist sauer wegen dem unnötigen Stress am Morgen, Joli verstimmt, weil keiner etwas gesagt respektive laut mitgedacht hat und Betty meint wie immer – alles halb so schlimm, jetzt kommen wir auf jeden Fall nicht zu spät. 

 

Betty ist super. Sie findet in jeder Situation etwas Gutes oder kann es positiv oder als nicht so schlimm ansehen. Eine richtige Frohnatur. Deshalb ist die Panama Reise trotz den unfreundlichen Panamaern und dem schlechten Wetter ein Erlebnis – danke Betty! 

 

Wir bremsen also unseren Wettlauf gegen die Zeit abrupt ab und schlurfen langsam Richtung Hafen. Auch so sind wir noch 45 Minuten zu früh. Wir treffen den Guide am Hafen und sagen ihm: «Wir sind da, lass uns gehen.» Lachend meint er wir sollen in 15 - 20 Minuten wieder hier sein, falls die anderen auch früher kommen, gehen wir los.

 

Also gehen wir im Restaurant nebenan noch etwas trinken und sind nach 20 Minuten zurück am Hafen. Hier warten wir dann bis genau 09:45 (die anderen seien noch im Supermarkt) um danach doch nur zu dritt ins Boot zu steigen. Hallo? Ach ja die anderen kommen gar nicht an den Hafen, die holen wir im Hotel ab… Na danke für die falsche Info und auch der Typ, der uns die Tour verkauft hat und sagte er sei unser Guide ist nirgendwo zu sehen, offenbar wurden wir im letzten Moment in eine andere Gruppe umgeteilt, denn statt drei Deutschen (das waren wohl die im Supermarkt) haben wir nun fünf Panamaer im Luxushotel abgeholt und mit an Bord, zusammen mit ihrer Kühlbox voller Bier und Wein. Huch, das wird was werden heute. 

 

Na wenigstens kann es jetzt los gehen. Ah nein, immer noch nicht. Wir müssen zuerst noch tanken gehen. Obwohl es spannend ist bei einem Haus auf Stelzen mitten im Wasser mit dem Boot anzudocken und den Bootstank mit zwei Kanistern Benzin aufzufüllen, stimmen Joli und Betty Beni zu als dieser meint: «Wieso kann man das nicht vorher machen, wenn die Tour ja erst so spät anfängt, hat man doch wirklich genug Zeit?!» Tja, in Lateinamerika laufen die Uhren anders und in der Karibik anscheinend nochmals einen Tick langsamer.

 

Wir fahren zuerst zur Bucht mit den Delfinen. Erst ist gar nichts zu sehen, ausser grauem Himmel über dunklem Wasser. Plötzlich sehen wir in der Ferne einen Delfin aufspringen und kurz darauf wimmelt es um uns nur so von Delfinen. Die Bucht ist ein super Fressplatz für die Tiere, weshalb die Chancen hier sehr gut stehen, Delfine zu sehen. Ungefähr eine halbe Stunde lang beobachten wir das Spiel der Delfine, die tollkühnen Sprünge und sogar eine Mutter mit Baby bekommen wir zu sehen. Joli meint, dass sich der Ausflug für sie schon gelohnt hat und es jetzt keine Rolle mehr spielt was noch kommt. Das war ein Wahnsinns Erlebnis und alle stimmen zu. 

 

Naja rückblickend gesehen hätte man diese Aussage vielleicht nicht machen sollen… Murphys Law.

 

Wir fahren weiter zur Koralleninsel. Dort sollen wir das Mittagessen vorbestellen, bevor wir danach zuerst zu den Inseln Zapatillas rausfahren und dann auf dem Rückweg, noch vor dem Mittagessen (das es erst um ca. 15:00 gibt), vor der Koralleninsel schnorcheln gehen.

 

Und es kommt anders. Ganz anders als geplant. Es ist zwar stark bewölkt aber es regnet zumindest nicht. Doch kurz vor der Koralleninsel spüren wir die ersten Regentropfen. Das Boot hat zwar ein Sonnendach, dieses hält aber den Regen bei voller Fahrt nicht davon ab uns komplett zu durchnässen, dass stellen wir schnell fest. Entsprechend sind wir bei den ersten Tropfen geistesgegenwärtig genug und spannen unsere Regenjacken vor uns auf (anziehen wäre sinnlos), denn innert Sekunden giesst es dann wie aus Kübeln. Wir haben in weiser Voraussicht auch die Badehosen bereits zu Hause angezogen. Die grossen Regentropfen sind bei voller Fahrt ziemlich schmerzhaft im Gesicht und wir sind froh, dass wir erstens in der hintersten Reihe sitzen und zweitens mit unseren Jacken das gröbste abfangen können. Wir lachen und geniessen die irre Fahrt und den heftigen Regenschauer, nichts ahnend, was uns noch alles erwartet heute. Die Gruppe vor uns ist klatschnass, als wir nach 5 Minuten auf der Insel ankommen, obwohl die eine Dame doch so intelligent war und bei vollem Fahrtwind den Regenschirm aufgespannt hat… Hätte uns der Schirm getroffen, welchen es natürlich sofort umgestülpt hat, hätten wir sie wohl über Bord geworfen. «Blöde Kuh!» – wie Beni immer so höflich sagt.

 

Der erste Stopp ist entsprechend um einiges länger als geplant. Hier bestellen wir unser Mittagessen und warten bis der Regen nachlässt. Als es kurz aufhört resp. nur noch regnet und nicht mehr wie aus Eimern giesst, beschliesst unser Guide dass wir jetzt schon schnorcheln gehen (denn es sieht nicht aus als wäre es schon vorbei mit dem Unwetter). Wir fahren etwas ins Meer hinaus und springen ins Wasser. Das Wasser ist im Gegensatz zum Regen schön warm und auch erstaunlich klar und der Meeresgrund nur gerademal zwei Meter unter uns. Wir sehen ein paar hübsche Korallen und Fische aber wirklich geniessen können wir es nicht, denn wir müssen uns ständig an einem Seil festhalten, weil die Strömung extrem stark ist.

 

Danach gehen wir zurück, denn es schüttet wieder was das Zeug hält. Da wir so nicht auf die Inseln rausfahren können, gibt es das Mittagessen bereits jetzt. Die Panamaer haben schon ziemlich einen sitzen dank des vielen Biers und den Cocktails die sie getrunken haben, weshalb die eine eher gutbeleibte Dame beim Aussteigen fast rückwärts ins Wasser fällt, weil sie sich zu stark vom Boot abstösst und so das Boot wegschiebt, auf welchen sie dummerweise immer noch mit einem Fuss steht. Schade, haha. Wäre sicher lustig gewesen. Wir hätten sie natürlich schon rausgezogen – aber erst nach einem ausgiebigen Lachanfall.

 

Zum Glück lässt der Regen nach dem Essen nochmals etwas nach und es geht weiter auf die Inseln Zapatillas. Hier angekommen regnet es dann wieder in Strömen. Es befinden sich aktuell ca. 10 Boote hier und die meisten der Leute stehen unter dem kleinen Vordach des einzigen Hauses auf der Insel. So richtiger Badespass kommt hier nicht auf, obwohl die Insel wahrlich hübsch wäre, mit dem weissen Strand, den Palmen und dem grünblauen Wasser. Daher ist es für Beni ein leichtes unter dem Vordach stehen zu bleiben und im halbwegs Trockenen die Rucksäcke zu bewachen, während Joli und Betty baden gehen.

 

Schon bevor wir den Strand erreichen sind wir klatschnass und das Eintauchen ins Wasser ist richtig angenehm, da die Temperatur um unsere Körper hier drin um mindestens 5 Grad steigt. Wir haben zum Glück auch die Unterwasserkamera dabei, denn sonst gäbe es von dieser Insel wohl kaum Fotos. Der Regen will einfach nicht aufhören. Während Betty im warmen Wasser bleibt, geht Joli zurück zum Haus wo Beni mittlerweile ganz alleine wie ein begossener Pudel dasteht und sehnsüchtig den anderen neun Booten dabei zusieht wie sie die Insel verlassen. «Wieso müssen wir ausgerechnet heute die sein, die als Letzte gehen dürfen?!». Unter dem Vordach ziehen wir uns die trockenen Kleider an, die wir mitgenommen haben, denn mittlerweile frieren wir doch etwas und das wird mit dem Fahrtwind nicht besser werden. Darüber die Regenjacke und die Rucksäcke kommen wieder in den Wasserdichten Seesack.

 

Die Gruppe einigt sich auf eine frühere Abreise. Es hat kurz aufgehört zu Regnen und Joli nutzt die Gelegenheit mit der grossen Kamera doch noch ein paar Bilder zu schiessen, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Als wir den Blick hinaus aufs offene Meer richten, sind wir froh, dass wir früher zurück gehen. Es kommt eine dicke, schwarze Wand auf uns zugerollt, aus welcher heftige Blitze zucken und der Donner grollt ununterbrochen. Uns ist schon etwas mulmig, dass wir als einziges Boot (bei diesem Wetter eher eine Nussschale), noch hier draussen sind.

 

Die Panamaer sind mittlerweile beim Wein angekommen und sitzen so schwer auf ihrer Bank, dass die Rückenlehne regelmässig rausrutscht und uns fast auf die Füsse kracht. Während wir wie bereits vorhin in der hintersten Reihe sitzen und unsere Regenjacken als Wind- und Regenschutz vor uns ausgebreitet haben, fängt in den vorderen Reihen das Gejammer an. «Nicht so schnell, der Regen schmerzt auf der Haut.», «Nicht so ruppig fahren bitte.», «Uns ist kalt.», «Uns wird schlecht.», «Unsere Tochter friert, können sie uns ins Hotel bringen und dann die Tour mit den anderen fertig machen?». 

 

Der Kapitän hat genau wie wir grosse Lust die Jammerlappen über Board zu werfen, dass zeigt sein Gesichtsausdruck überdeutlich. Geduldig erklärt er, dass er sie nicht zuerst zurück bringen kann, resp. das auch keinen Sinn macht, denn die letzten beiden Punkte, wo wir nur kurz anhalten und nicht einmal aussteigen, liegen sowieso auf dem Rückweg. Ja aber, dann wollen sie die letzten beiden Punkte überspringen und direkt nach Hause fahren, meinen die Jammerlappen. Nochmals erklärt der Kapitän, dass das keinen Sinn macht, denn wir fahren sowieso dort vorbei und zudem könne er uns dreien nicht den Rest der Tour vorenthalten. Missmutig schauen sie uns an und Joli meint knallhart: «Also ich will die letzten beiden Punkte noch sehen.» und die anderen beiden stimmen zu, obwohl wir eigentlich auch genug haben. Aber wer sich auf so einer Tour besaufen kann obwohl man mit einem Kind unterwegs ist und kein Hirn hat um neben dem Badeanzug und Alkohol an andere Kleider, eine Jacke oder etwas für das arme Kind zu denken, der ist selber schuld. Der Kapitän hält kurz an, damit die vorderste Reihe den Schirm aufspannen und so platzieren kann, dass die Kleine etwas geschützt ist und dann geht es weiter.

 

Die Fahrt ist durchaus sehr holprig und verpasst uns regelmässige, heftige Schläge in unsere Rücken und die Knie knallen ebenfalls dauernd vorne an die Bank. Aber bei einem Blick zurück auf die Gewitterfront, sind wir froh, dass der Kapitän das Tempo hält, bis wir wieder etwas zwischen den Inseln und in ruhigerem Gewässer sind. Wir fahren an eine «Tankstelle», denn wir brauchen Nachschub. Leider ist diese Tankstelle ausverkauft. Hoppla. Keine Sorge, es habe noch eine andere. Na da sind wir aber froh. Wir fahren also in die falsche Richtung und finden dort aber immerhin Benzin.

 

Als wir an der Koralleninsel vorbei kommen, fuchteln die Jammerlappen wild mit den Armen. Sie wollen hier warten, bis wir von den beiden letzten Punkten zurück sind. Der Kapitän verdreht die Augen und erklärt zum dritten Mal, wie der restliche Verlauf der Route ist. Die kapieren das einfach nicht. Alkohol tötet bei manchen Menschen die Hirnzellen wohl schneller ab als bei anderen… Wir hätten im am liebsten gesagt: «Ach, lass sie doch einfach hier. Die merken, früher oder später dann schon, dass wir nicht zurückkommen.» 

 

Wir nehmen wieder Fahrt auf und halten dann aber plötzlich an. Sind wir beim ersten Stopp? Nein, der Motor ist verreckt. Es dauert eine Weile, bis das Boot wieder fährt. Während die andere Gruppe langsam verzweifelt, grinsen wir uns hinter unseren warmen und trockenen Jacken an und sagen: «Was für ein Tag, jedes Mal, wenn wir sagen, es kann nicht mehr schlimmer kommen, kommt es noch schlimmer.» Aber das kennt sicher jeder. Es gibt Tage, die sind so mühsam und immer wieder kommt noch etwas dazu, obwohl es doch nicht mehr schlimmer geht, so das man es irgendwann wieder lustig findet. Wir sind definitiv an diesem Punkt angekommen und finden die Tour mittlerweile absolut unterhaltsam.

 

Nun sind wir doch noch an der Playa Hollywood angekommen. Es ist eigentlich gar kein Strand und hat seinen Namen aufgrund der vielen Seesterne die hier im Wasser zu sehen sind. Der Kapitän stoppt das Boot, damit wir die Seesterne im Wasser anschauen können. Wir ärgern uns aber über die Gehilfin, die mit an Bord ist. Diese weiss nichts besser zu tun als einen Seestern aus dem Wasser zu pflücken und in uns allen zu zeigen. Ist zwar nett gemeint, gibt jedoch für uns einen Punkt Abzug für die Tour. Das macht man nicht. Das ist ein schlechtes Beispiel für die oft sowieso schon schlecht erzogenen Touristen die alles anfassen müssen und schadet dem Seestern.

 

Na gut weiter geht’s. Oder auch nicht. Der Motor springt schon wieder nicht an. Aber unser Kapitän lässt sich von den verzweifelten Aufschreien unserer Jammerlappen nicht aus der Ruhe bringen und bald darauf fahren wir weiter. Bei der Faultiertinsel angekommen, ruft die andere Gruppe: «Nicht anhalten, wir wollen nicht hier auf dem Wasser sitzen bleiben, weil der Motor nicht mehr anspringt, einfach weiterfahren.» Der Kapitän ignoriert sie einfach, hält aber trotzdem nie ganz an (er will wohl auch unter keinen Umständen mit denen auf einem Boot sitzen bleiben). Betty entdeckt zwei Faultiere hoch oben in den Bäumen, die – wie könnte es auch anders sein – schlafen. Check. Jetzt wollen wir auch nach Hause. Es giesst wieder mehr und das Gewitter holt auf. Aufgrund der hohen Wellen dauert die Rückfahrt dann etwa noch eine Stunde und wir sind froh als wir am Hafen aussteigen können, denn wir können unsere Hinterteile kaum mehr spüren. Dieser Ausflug ist wortwörtlich ins Wasser gefallen aber es war ein Abenteuer und trotz allem ein super Tag – auf eine gestörte und nasse Art und Weise. Jetzt kurz etwas Essen gehen und danach ab nach Hause, eine warme Dusche nehmen und ins Bett liegen. Y ahora, silencio porfavor!

 

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