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Bocas del Toro II

Boca del Drago - Playa de las Estrellas

Da wir keine Lust auf einen zwei Kilometer langen Spaziergang ins Zentrum haben um uns danach in einen überfüllten Minibus zu quetschen und dieselbe Richtung zurück zu fahren, nachdem wir zuerst ewiglange auf den Bus gewartet haben, gönnen wir uns ein Taxi zum 13 Kilometer entfernten Strand Boca del Drago. Die Strasse dorthin, wenn man es denn so nennen kann, ist übersät von Schlaglöchern und Steinen. Der nächste Chiropraktiker wird seine wahre Freude an uns haben, den der Taxifahrer hat es alles andere als im Griff den Löchern auszuweichen. Nach dreissig Minuten Holperpiste erreichen wir endlich den Strand.

 

Von hier aus laufen wir nochmals zwanzig Minuten  an der Küste entlang durch einen schönen Palmenwald bis an unser heutiges Ziel, den Strand der Sterne oder besser gesagt Seesterne. Der Strand selbst ist ziemlich lang, voller Liegestühle und Strandbars, hat aber glücklicherweise nur wenige Besucher. Im Wasser gibt es tatsächlich einen Seestern zu sehen und hier sehen wir dann auch zum ersten Mal ein Zeichen von Naturschutz. Es gibt unzählige Schilder, welche darauf hinweisen, dass man die Seesterne nicht berühren oder aus dem Wasser nehmen soll. Wir suchen uns einen gemütlichen Tisch mit Sonnenschirm und während Beni freiwillig unser Hab und Gut bewacht gehen Betty und Joli auf Seesternen Jagd. Wir entdecken viele ziemlich grosse Seesterne in Ufernähe und müssen aufpassen, dass wir nicht aus Versehen auf einen drauf treten. Die Seesterne hier sind alle viel grösser, als die die wir vom Schnorcheln auf Galapagos kennen und alle in Orange – und Brauntönen, während die auf Galapagos eher klein waren und verschiedene Farben hatten. Trotzdem beeindruckend so viele auf einem Fleck zu finden und sie ausnahmsweise von ganz nah betrachten zu können. Beni ist wenig beeindruckt und wir versuchen vergebens ihn dazu zu bewegen auch ins Wasser zu kommen und sich die Seesterne anzusehen. Wir sehen ebenfalls viele kleine, gekringelte Häufchen im Wasser und wir tippen einfach einmal darauf, dass dies Seesternenkot ist – eigentlich haben wir aber keine Ahnung. Gegen Mittag kommen wie immer viele Leute und auch die Wolken bedecken den Himmel wieder komplett. Also wird es Zeit für uns zu gehen und nochmals etwas durch das Dorf zu schlendern.

 

Wir fanden die Insel trotz des schlechten Wetters ganz schön und gemütlich aber Beni meint dieser Ort sei nicht gerade die Reiseempfehlung, welche er Freunden und Familie aussprechen würde (was wohl zusammengefasst für ganz Panama gilt).

 

Das Problem mit uns Touristen und der Karibik ist halt, dass wir einfach die schönen Fotos aus den Ferienprospekten mit den perfekten weissen Sandstränden, dem blauen Wasser und den Palmen kennen (Polfilter und Photoshop lassen grüssen) und entsprechend hohe Erwartungen haben. Aber ausserhalb der Ferienbunker ist die Karibik eine Region wo die Menschen oft in einfachen Behausungen leben (die wir Europäer schnell als heruntergekommen bezeichnen), da sie häufig von Stürmen und starkem Regen heimgesucht werden und über wenig finanzielle Mittel verfügen. Und wie überall in Südamerika ist der Abfall auch hier ein grosses Problem und allgegenwärtig. Die Traumstrände der Karibik gibt es, dass ist unbestritten und sie sind wunderschön aber direkt dahinter sieht man auch die Kehrseite und das wahre Leben dieser Region, die in den Prospekten nicht abgebildet ist. Ein Besuch in der Karibik lohnt sich auf jeden Fall, aber es muss ja nicht gerade in Panama sein – denn die Panamaer haben wir nun wirklich nicht gerade als extrem gastfreundlich erlebt.

 

Chao Bananen Republik

Auf dem Rückweg nach Panama City übernachten wir an der Panamericana in einem eher ungemütlichen Highway Motel, das für eine Nacht aber ganz passabel ist und immerhin die 8 stündige Autofahrt ungefähr in der Mitte unterbricht. Damit der Tag aber nicht nur aus Fahren und Schlafen besteht, halten wir vorher in Las Lajas nochmals an und geniessen ein letztes Mal den super leckeren Fisch mit Patacones. Dafür haben wir sogar 45 Minuten auf dem Parkplatz gewartet bis das Restaurant öffnete.

 

Wir wollten eigentlich noch länger in Panama bleiben. Es gibt noch die San Blas Inseln, welche zu Panama gehören und auch in der Karibik liegen. Diese sind aber um einiges teurer und die Chancen auf viel Regen sind nach wie vor hoch, also beschliessen wir spontan ebenfalls weiter Richtung Costa Rica zu ziehen. 

 

Abschied

Dann kommt der Tag des Abschieds. Wir laden unser Gepäck im Hotel ab und gehen mit Betty nochmals in dem indischen Restaurant essen, dass uns so geschmeckt hat. Wir verbringen die letzten Stunden noch mit ein paar Runden Yatzy und müssen dann, unter Tränen und mit vielen Umarmungen, leider schon wieder Abschied nehmen, denn Bettys Flug geht schon bald.

 

Wir vermissen Betty schon am ersten Abend. Eigenartig wieder zu zweit in einem Zimmer zu sein und nicht mehr die ganze Zeit Spanisch zu sprechen. Auch das ausknobeln, wer zuerst duschen geht ist zu Zweit nicht mehr ganz so lustig und das «Silencio porfavor.» hat nicht denselben Effekt, wenn aus dem Nachbarbett kein Lachen als Kommentar darauf kommt.

 

Am nächsten Morgen wollen wir eigentlich den Bus nehmen und wieder Richtung Costa Rica fahren – also dieselbe Strecke zum dritten Mal. In einem Stück wären es zwar nur 16 Stunden aber wir wollen die Strecke mindestens halbieren und in zwei Teilen machen. Kurz bevor wir aufbrechen wollen, macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Draussen tobt ein solches Gewitter, dass wir keine 10 Meter weit sehen können und die Strassen innert Minuten unter Wasser stehen. Es blitz und donnert als wolle die Welt untergehen. Unsere Motivation war schon vorher nicht gross solange in einen Bus zu sitzen und so irgendwie erst recht nicht, zumal bei diesen Verkehrschaos gar nicht sicher ist ob wir den Bus um 11:00 Uhr überhaupt erreichen. Also buchen wir einfach ein Flugticket von Panama nach Costa Rica für heute Abend. Juhuuu wir werden heute noch in Costa Rica ankommen, aber auch das soll uns nicht einfach so gelingen – aber dazu mehr unter Costa Rica.

 

Abschliessend kann Beni sagen, das Panama bislang das einzige Land ist welches ihm gar nicht zu gefallen vermochte. Die meisten Menschen sind nur freundlich wenn sie dir etwas verkaufen wollen oder können. Die Strände und Wanderwege kosten entweder überrissene Eintrittspreise oder sind vermüllt oder beides. Ausser Panama City und dem Kanal ist das Land keine längere Reise wert. Auch bei Joli und Betty gehört es nicht zu den Favoriten, vor allem aufgrund der unfreundlichen Panamaern. Trotzdem waren es zwei super Wochen, denn wir hatten einen riesen Spass zu dritt und haben wahnsinnig viel zusammen gelacht.

 

Muchas gracias por su linda compañía Betty Zucchetti Espagueti de Atún 😉 lo hemos disfrutado mucho y la extrañamos un montón! Esperemos volverte a ver pronto!

 

Danke Betty für deine super Gesellschaft, wir haben es sehr genossen und vermissen dich. Wir hoffen dich bald wieder zu sehen. Zu Panama jedoch sagen wir: Hasta nunca, República de (Banana) Panama. – Auf nimmer wiedersehen! 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    JOSE (Donnerstag, 04 Oktober 2018 07:19)

    ICH HOFFE COSTA-RICA WAR BESSER ALS DIE BANANA REPUBLIK
    VIELE GRÜSSE UND PURA VIDA

  • #2

    Benjoli (Donnerstag, 04 Oktober 2018 16:08)

    Die Menschen in Costa Rica waren definitiv viel mehr Pura Vida, da können die Panamaer nicht mithalten! Wobei es sollte noch schlimmer kommen als Panama...Berichte folgen ;-)