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Santa Elena – Monteverde II

SAnta Elena Nebelwald Reservat

Mit dem, am Tag zuvor reservierten, Shuttlebus erreichen wir in 20 Minuten den Nebelwald Santa Elena. Wir haben uns für das kleinere, günstigere und weniger touristische der beiden Reservate entschieden und den zweiten Bus des Tages reserviert. Irgendwie war die Schmerzgrenze für den Bus um 06:30 zu hoch und es wäre ja auch schade gewesen, das bereits bezahlte Frühstück zu verpassen, nicht wahr?

 

Die beiden Reservate Monteverde und Santa Elena unterscheiden sich im Zusammenhang mit Flora und Fauna eigentlich gar nicht, daher fiel uns die Entscheidung leicht, in das weniger berühmte Reservat zu gehen.

 

Wir sind da. Und es regnet in Strömen, der Himmel ist düster und verhangen. Aber hey, es heisst nicht umsonst Nebelwald oder? Wald! Beni ist schon really nervous & so excited. Wissen wir doch alle wie sehr er Wälder und Spaziergänge durch diese liebt…

 

Der Eintritt ist mit 16 Dollar pro Person ganz schön stolz, aber das sind wir uns von Nationalparks und Reservaten langsam gewöhnt. Wir studieren die Karte mit den verschiedenen Wanderwegen und entscheiden uns für den längsten – obwohl es nach wie vor in Strömen regnet.

 

Beni ist mit einigen Vorurteilen (wie üblich bei Wäldern) hier angekommen, doch schon nach den ersten paar Schritten merken wir das dieser Ort anders ist. Es ist dunkel und düster für die Tageszeit, Nebel liegt in der Luft und es regnet. Doch genau diese Kombination verleiht unserer Wanderung, durch den dichtesten Dschungel den wir je gesehen haben, etwas mythisches und magisches. Ausser dem Pfad, welchem wir folgen sieht man nur grün, Bäume und Pflanzen in allen möglichen Formen und Grössen und so wahnsinnig dicht beieinander, das es wie ein Traum wirkt. Sogar Beni zeigt sich doch tatsächlich beeindruckt, ja sogar begeistert vom Anblick dieses Primärwaldes (Primärwald: ein von menschlicher Einflussnahme nicht berührter Wald («Urwald»)).

 

Nach einer Weile kommen wir an die Abzweigung für den langen Trail. Was wir sehen ist ein schlammiger, aufgeweichter Weg, der uns irgendwie nicht so anmacht, ihn zu begehen. Die anderen 4 Wanderwege sind kürzer aber diese Wege sind dafür gepflegt und es gibt in diesem Wald so viel zu entdecken, dass wir lieber alle vier kurzen Wanderwege kombinieren und dafür nicht immer auf den Boden schauen müssen, als dass wir zum Aussichtspunkt hochlaufen, wo wir den Vulkan heute sowieso nicht sehen werden.

 

Wir kehren dem langen Wanderweg den Rücken und gehen weiter. Bei Tripadvisor haben wir einige Bewertungen gelesen (schlechte Bewertungen), die meinten, dass man hier kaum Tiere sieht und das sehr enttäuschend war. Wir fragen uns manchmal, was einige Leute erwarten wenn sie in den Dschungel gehen oder ob die den Unterschied zwischen der Natur und dem Zoo eventuell nicht kennen? Naja keine Ahnung. Wir haben auf jeden Fall alle Tiere notiert, die wir gesehen haben. Wer sich Zeit nimmt, so wie wir, entdeckt zwischen dem Grün auch immer wieder kleine und grosse Pflanzen in knalligen Farben oder skurrilen Formen. Irgendwann hört es dann auch auf zu regnen und die Sonne drückt etwas durch die Wolkendecke. Wir sind fast etwas enttäuscht, die Stimmung mit dem Regen und dem Nebel war absolut genial. Wir schlendern trotzdem das wir die kurzen Wege genommen haben über drei Stunden und mehr als 7 Kilometer durch den Wald und machen gefühlte tausend Fotos. Unterwegs begegnen wir nur einer Handvoll anderer Touristen und geniessen die Dschungel Geräusche und den wunderschönen Wald praktisch für uns alleine. Wir können kaum beschreiben wie schön wir diesen Wald finden, mit seinen grossen und kleinen Pflanzen, den Lianen, den knallbunten Blüten der Blumen und den Tieren.

 

Von wegen man sieht keine Tiere hier:
Wir haben 17 Vögel gezählt, 3 Tausendfüsser, die übrigens auf Spanisch ciempiés -Hundertfüsser – heissen, was uns auch realistischer vorkommt. Nicht das wir nachgezählt hätten aber das sieht doch eher mehr nach 100 als nach 1000 Füssen aus. Drei Schmetterlinge, einen Falter und ein Ufo - wir konnten einfach nicht definieren ob es nun eine Wespe, Libelle oder ein riesen Mosquito war, daher UFO, denn es sah aus wie Mix aus allen dreien. Zudem eine Blütterfliege (damit bezeichnet Beni Joli) und ein Fünffinger Faultier (womit Beni gemeint ist). Die Mosquitos, die nach dem Regen aufgetaucht sind, haben nicht gezählt, ebenso wenig wie die Stiche die wir davongetragen haben. Und auch den Rotaugenlaubfrosch, den man in jedem Costa Rica Reiseführer und Postkarte sieht, haben wir leider nicht gefunden.


Der Ausflug war trotzdem der Hammer und einfach wunderschön. Der Dschungel ist unbestritten eines der schönsten und faszinierendsten Gebiete auf der Welt und wenn es nach Joli ginge würden wir einen auf Tarzan und Jane machen, auf ewig hier bleiben und alle Eindringlinge in die Flucht schlagen, die vorhaben auch nur einem Baum einen Zweig zu krümmen!

 

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