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La Fortuna II

Der Faultier weg

Vor dem zweiten Teil unserer Vulkan Tour machen wir heute Morgen den Faultier Trail, welcher doch tatsächlich ohne eine Tour besucht werden kann. 15 Minuten zu Fuss, etwas ausserhalb von Fortuna, liegt dieser geschützte Wald. Für 10 Dollar pro Person aber ohne Guide machen wir uns auf den zwei Stunden dauernden Rundweg. Es ist effektiv schwieriger ohne einen Guide die Tiere zu finden aber wir sind doch ziemlich erfolgreich. Schon ganz am Anfang entdecken wir ein Faultier, welches aber – wie könnte es auch anders sein – schläft. Aber auch wir werden schnell entdeckt und zwar von den Mücken. Die Viecher fressen uns fast auf und es juckt und beisst überall. Immer schön in Bewegung bleiben meint Beni, das hat aber den Nachteil, dass wir nicht Ausschau halten können um weitere Faultiere zu finden.

 

Auf halbem Weg spring ein Eichhörnchen über unsere Köpfen herum und wir sehen auch den einen oder anderen Vogel. Schon fast um die nächste Kurve entdeckt Joli im letzten Moment eine Bewegung oben im Baum. Ein Faultier! Und es ist wach! So wie es sich überall am Kratzen ist, wird es wahrscheinlich auch von den Mücken geplagt. Aufgrund seiner Geschwindigkeit kann Joli ohne Problem ein Foto jeder Kratzposition machen. Allerdings ist das Gegenlicht sehr mühsam und daher lässt das Resultat etwas zu wünschen übrig. Wir beobachten das extrem aktive Faultiere solange bis wir die Mücken nicht mehr aushalten. Ein paar Meter weiter fliegen uns zwei kleine Tukane über den Weg – wunderschöne Tiere und sie posieren was das Zeug hält. Wir laufen den ganzen Weg ab in der Hoffnung am Froschteich noch einmal den Rotaugenlaubfrosch zu finden aber leider haben wir kein Glück. Dafür sehen wir eine Echse die an Dinosaurierzeiten erinnert und auf dem Rückweg, den Beni schon abkürzen will, finden wir auch noch die giftigen kleinen Bluejeans Frösche. Ein grosser Tukan gibt sich ebenfalls noch die Ehre und wir können dem Guide am Ausgang stolz sagen, dass wir auch ohne ihn ziemlich erfolgreich waren.

 

Vulkan Tour Teil II

Der zweite Teil unserer Tour von gestern steht nun heute Nachmittag an. Wir haben heute Morgen früh die Bestätigung bekommen, dass es Platz hat. Am Mittag reisst die Wolkendecke auf und es wird wunderschön wolkenlos und richtig heiss, welch ein Glück aber auch. Der Vulkan begrüsst uns schon auf dem Weg zum Treffpunkt und auf der Fahrt zum Nationalpark. Wir teilen uns in zwei Gruppen auf und wandern etwas mehr als eine Stunde durch den Wald. Der Weg führt steil hinauf, aber zum Glück immer im Wald, trotzdem ist es doch ein wenig anstrengend, den der Boden ist vom gestrigen Tag noch rutschig und es ist heiss. Gestern waren wir durch den Regen klatschnass, heute ist es wegen der Hitze, denn die Schwitze dringt in jede Ritze, meint Beni. Rey hält immer wieder an um uns Pflanzen oder Tiere zu erklären und auch die Geschichte Costa Ricas – vor allem aber den Reichtum an Flora und Fauna, welcher dieses Land auf so kleiner Fläche besitzt. Wir entdecken sogar eine kleine grüne Schlange, welche auf einem Ast schläft. Sie steht in der Gefährlichkeitsskala an siebter Stelle, ein Biss kann tödlich sein. Durchgeschwitzt erreichen wir eine grosse Lichtung. Rey meint wir seien jetzt in der Hälfte. Kein Problem, bisher war es wirklich nicht so anstrengend wie alle behauptet haben. Kurz darauf verlassen wir aber den Wald und beginnen über grosse Brocken von Lavasteinen zu kraxeln und bringen die letzten Meter des Weges hinter uns. Vor uns liegt er, der Arenal Vulkan. Imposant und wunderschön thront er über uns und man kann dank dem klaren Himmel sogar den Rauch aufsteigen sehen. Was für ein cooler Anblick und was für ein Glück, dass wir das Risiko eingegangen sind und die Tour auf heute verschoben haben. Rey erklärt uns einiges über Vulkane und die Ausbrüche des El Arenal, während wir dazu den Vulkan und die Aussicht vom Lavafeld aus bestaunen. Dann geht es leider schon zurück zum Auto.

 

Zum Schluss geniessen wir ein Bad in einem nahe gelegenem Fluss. Das Wasser ist angenehm warm und es liegt trotz der warmen Luft etwas Dampf über dem Fluss. Das Flusswasser wird von einen Quelle gespeist, die durch die Aktivitäten des Vulkans heisses Wasser hervorbringt. Eigenartig. Natürliche heisse Quellen, kennen wir ja schon aber in einem heissen Fluss zu sitzen ist irgendwie nochmals ein Level eigenartiger, denn unsere Flüsse sind ja tendenziell immer kalt. Die Tour hat sich rückblickend voll und ganz gelohnt, wir haben einiges geboten bekommen und konnten die Tage in Fortuna trotz der horrenden Preise geniessen.

 

Pura Vida Costa Rica

Wir reisen zurück nach San Jose. Der Bus zurück dauert geschlagene 5.5 Std, wovon wir alleine eine Stunde für die letzten 4 Kilometer in die Stadt brauchen. Hier entscheiden wir ob wir noch den Nationalpark Manuel Antonio, einen weiteren Vulkan oder die Karibikküste besuchen oder ob es vom internationalen Flughafen weiter in Richtung Norden gehen soll. Der Landweg durch Nicaragua ist ja aufgrund der bürgerkriegsähnlichen Zustände keine Option. Beni meint, er habe genug Tiere und Vulkane gesehen für den Moment und an die Karibikküste können wir ja auch noch in Belize. Also gehen wir weiter nach Mexiko. Mexiko ist ein Wunschziel von Beni, nicht aber von Joli und ist eigentlich gar nicht auf dem Plan, aber Zentralamerika macht uns einen Strich nach dem anderen durch die Rechnung, also buchen wir einfach einen der günstigsten Flüge die wir finden und gehen somit nach Cancún, Mexiko.

 

Wir finden das Zimmer mit dem riesigen Bett hier so genial, dass wir noch etwas bleiben wollen. Denn grosse Betten sind in Lateinamerika einfach sehr selten und bei der Hitze die meistens herrscht sind kleine Betten auch bei viel Liebe anstrengend. Leider ist jedoch alles in der Umgebung ausgebucht, denn direkt neben uns befindet sich das Stadion, wo übermorgen Marc Anthony ein Konzert gibt. Wir überlegen uns ob wir das Konzert auch besuchen wollen, entscheiden uns dann aber nach ein paar Youtube Videos dagegen. Nebst den coolen bekannten Liedern ist es dann doch eher ein «Gränn» und nicht so unser Styl.

 

Als wir an unserem zweitletzten Tag in San Jose, in unserem Zimmer auf dem riesigen Bett liegen und einen Film schauen, fängt auf einmal das Bett an zu wackeln. Joli merkt es gar nicht und Beni fragt sich wieso Joli, denn plötzlich so rumwackelt. Als er sieht, das Joli sich gar nicht bewegt, springt er auf. Mit nervöser aber bestimmter Stimme befiehlt er: «Erdbeben! Los aufstehen, anziehen, rausgehen!» Was Joli nur mit einem «Hä?» quittiert und ihn verwirrt anschaut. Am wackelnden Standventilator in unserem Zimmer erkennt dann auch Joli das die Erde bebt und erhebt sich mit einem «Ach, ja guck mal…». Es hört kurz darauf auch schon wieder auf, aber wenn wir schon stehen, meint Joli, können wir auch im japanischen Restaurant, dass zu unserem Hotel gehört Sushi essen gehen, oder? Später erfahren wir das das Beben in 30 Kilometern Tiefe und in 300 Kilometern Entfernung stattgefunden hat und eine Stärke von 6.4 auf der Richterskala erreicht hat.

 

Costa Rica hat uns trotz den hohen Preisen gefallen aber es gehört nicht zu unseren Topfavoriten. Für Lateinamerika Einsteiger ist es hingegen perfekt. Viele sprechen Englisch, es ist ähnlich wie bei uns - in den Supermärkten, den Hotels und Restaurants und man hat nicht so einen Kultur Schock. Zudem ist es in zwei bis drei Wochen gut zu bereisen und man kann doch ziemlich viel, wenn auch nie alles von diesem abwechslungsreichen Land entdecken.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    renate feller (Freitag, 26 Oktober 2018 22:26)

    Danke wieder einmal für die schönen bilder,häbets guet,muntsch ma

  • #2

    Benjoli (Samstag, 27 Oktober 2018 04:45)

    Merci viu mau :-) Ab Kuba hat es dann auch wieder ein paar Pferdefotos dabei :-) Muntsch