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Cancún

Da uns der Weg nach Nicaragua versperrt ist, verlassen wir Pura Vida Costa Rica und sagen «Viva Mexico», Hola zu Sombrero, Taco und Tequila. Wir fliegen auf die Halbinsel Yucatán in das Ferienparadies Cancún.

 

Bei der Einreise werden uns freundlich einige Fragen gestellt und Tipps gegeben. Da wir ein Ausreiseticket benötigen, haben wir die unnützen Bus Tickets von Costa Rica nach Nicaragua gestern noch ändern lassen auf «Mexico – Guatemala», clever nicht? Von dieser Reise rät uns aber die freundliche Frau der Einwanderungsbehörde ab, sie hält ihre Nachbarn wohl wie alle Süd- und Zentralamerikaner für gefährlich und kriminell – denn diese Tipps haben wir bisher an jeder Grenze erhalten. Aber wir beabsichtigen ja auch nicht diesen Bus zu betreten.

 

Mexiko war eigentlich nicht geplant, Beni wollte, Joli nicht und gemäss EDA ist es nicht wahnsinnig sicher. Naja jetzt sind wir trotzdem hier. Und Yucatán gilt als nicht ganz so kriminell wie andere Regionen – dachten wir jedenfalls. In letzter Zeit häufen sich aber auch hier die Vorfälle. Es gibt viele Morde, Bombenanschläge auf Fähren und wie hier so üblich Drogenkartelle, welche sich bekämpfen. Jedoch sind in den wenigsten Fällen Touristen zu Schaden gekommen.

 

Unsere Unterkunft ist ein Airbnb Zimmer mit einem riesigem Bett. Endlich! Die kleinen Doppelbetten bei dieser Hitze und Luftfeuchtigkeit haben wir langsam satt. Das Haus befindet sich in einer bewachten und gesicherten Anlage mit mehreren Häusern und Pool. Wir sind zufrieden und machen uns auf die Umgebung zu erkunden. Gleich bei uns um die Ecke gibt es einen riesigen Walmart, wo wir erstmal das Frühstück für die kommenden Tage  einkaufen und eine Sim Karte besorgen, was sich allerdings als nicht ganz einfach herausstellt, was aber nicht an der Sim Karte sondern wohl eher am Mitarbeiter liegt. Die Brotabteilung fasziniert uns am meisten. Was für eine Auswahl. Hier bekommt man sogar Nutella Brote und Butter Brote mit Zucker fertig gestrichen auf dem Silbertablett serviert…

 

Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit steuern wir direkt das nächste Restaurant mit typisch mexikanischer Küche an. Unser Kellner ist überaus freundlich und hilfsbereit und da wir keine Ahnung haben was die einzelnen Gerichte genau sind, nimmt sich der nette Mann ausgiebig Zeit uns zu beraten und gibt auch Empfehlungen ab. Wer denkt mit Begriffen wie Taco, Nacho oder Fajita die mexikanische Küche zu kennen, irrt gewaltig. Wir sind dann auch beim Essen etwas überfordert und fühlen uns wie Chinesen, welche ein Fondue aufgetischt erhalten und keine Ahnung haben wie sie vorgehen sollen. Das bestellte Essen ist aber sehr lecker, wir schlagen uns die Bäuche voll und freuen uns auf viele Fortsetzungen. Aber nun geniessen wir erst einmal die erste Nacht in unserem riesigen Bett.

 

Cancún ist sozusagen in zwei Gebiete aufgeteilt, die eigentliche Stadt und die Hotel Zone, die sich am etwa 30 kilometerlangen Halbinselstreifen an der Küste befindet. In der Stadt findet man praktisch keine Touristen, die sind wohl alle in ihren All Inclusive Hotels oder den umliegenden Restaurants, der Hotel Zone.

 

Wir aber schlendern heute nach dem Ausschlafen ein wenig durch Cancún. Zuvor besuchen wir aber noch den Chiropraktiker bei uns um die Ecke. Wir nennen ihn liebevoll Dr. Knack Arsch 😉 wieso muss man wohl nicht erklären.

 

Es ist brutal heiss und zusammen mit der Luftfeuchtigkeit hat man immer ein wenig Schwitze in der Ritze, wie Beni so «schön» sagt. Wir kommen auch nicht wirklich weit, denn Cancún ist keine wirklich hübsche Stadt und hat auch nicht so viel zu bieten. Wir besuchen zwei Restaurants und nützen die Zeit um unser Mexico Abenteuer in die Wege zu leiten.

 

Es gibt noch ein paar coole Wasser- und Vergnügungsparks in der Gegend. Die Preise beginnen jedoch ab 100 Dollar aufwärts, wobei dies lediglich die Eintrittspreise sind, weitere Attraktionen kosten dann vor Ort nochmals richtig viel Geld…

 

Ein weiteres nicht ganz billiges aber grosses Abenteuer wäre das Schwimmen mit den bis zu 12 Meter langen Walhaien. Vor der Küste Cancúns ist gerade Saison, die Walhaie tummeln sich in den Gewässern. Jedoch sind wir uns nicht ganz sicher ob wir diese Tour machen wollen. Wir recherchieren und bilden uns eine Meinung zu dieser Aktivität. Dabei kommen wir zum Schluss, dass wir diese Art von Tourismus auf Kosten der Tiere nicht unterstützen wollen. Man liest, das mittlerweile täglich teilweise 200 Boote bis zu 2000 Menschen ins Wasser werfen, sobald ein paar Walhaie gesichtet werden. Die Regel mit maximal 2 Personen pro Boot gleichzeitig im Wasser wird grosszügig ignoriert und die Tiere sind nicht mehr genügend geschützt und kommen auch nicht mehr in so grossen Zahlen, weil sie nicht mehr in Ruhe fressen können, was der eigentliche Grund für ihre Anwesenheit ist, und nicht die Belustigung der Touristen. Wir hätten das sehr gerne erlebt, aber da machen wir nicht mit. Schade.

 

Zona Hotelera

Unser Gastgeber Alfredo hat uns eingeladen die Anlage seines zweites Airbnbs, welches er gerade renoviert, zu besuchen. Um 9 Uhr, nach dem Frühstück, nehmen wir den Bus in Richtung Hotel Zone. Hier wimmelt es nur so von Hotels und eher selten sieht man einmal einen öffentlichen Strandzugang.

 

Der Bunker, wo das Airbnb entstehen soll, sieht zwar auch ein wenig aus wie ein Hotel, es sind aber Wohnungen mit eigener Poolanlage und Strandzugang. Wir machen es uns am Pool gemütlich, ausser uns ist fast keiner da - herrlich.

 

Etwas später beim Strandspaziergang wird uns bewusst, dass dieses Bilderbuch Cancún, welches man aus den Ferienprospekten kennt gar nicht so hübsch ist wie gedacht. Der Sand ist zwar weiss und sauber aber ansonsten fehlt dem ganzen einiges an Charme. Es sind auch am  Strand nicht viele Menschen anwesend, aber das liegt vielleicht auch an den grossen Haufen Algen, welche in letzter Zeit angeschwemmt werden. Uns gefällt es aber trotzdem, für einen gemütlichen Tag am Pool und Meer ist das schon ganz okay.

 

Auf der Hinfahrt haben wir ein Bubba Gump Restaurant gesehen, bei welchem wir nun Essen gehen wollen. Von unserer Anlage spazieren wir in Richtung Restaurant. Dabei kommen wir an mehreren Einkaufspalästen vorbei, einer davon erinnert ein wenig an Disney Land. Alles ist bunt, überall gibt es Eisstände, Restaurants, Markenläden und sogar ein Delfinarium, welches in das Einkaufszentrum direkt am Meer integriert ist. Hier können die Touristen ab 150.- Dollar und mehr verschiedene Aktivitäten wie Baden mit den Delfinen, usw. buchen. Wir finden, geht ja gar nicht und Joli regt sich ziemlich auf, als sie in dem Outlet Aquarium Delfine vorbei schwimmen sieht und entdeckt, was man alles mit dem armen Tieren anstellen darf.

 

Die Gefangenschaft der Tiere in solch kleinen Becken ist schon schlimm genug, dass man ihnen dann noch Tag ein Tag aus unzählige Menschen zur reinen Belustigung ins Becken schmeisst, finden wir nicht cool. 

 

Nach einer halben Stunde erreichen wir unser eigentliches Ziel. In den Bubba Gump Restaurants dreht sich alles um den Film Forrest Gump und seinen Freund Bubba. Die Speisekarte wird, wie könnte es auch anders sein, von sehr leckeren Shrimp Gerichten dominiert. Mit vollgeschlagenen Bäuchen fahren wir dann im vollen und heissen Bus wieder ins Stadtzentrum.

 

Wir sind froh, dass wir hier nur auf der Durchreise sind und nicht irgendwie 14 Tage Cancún Badeferien gebucht haben – wir hätten wohl losgeheult, schon gleich nach der Ankunft.

 

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