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Mérida II

UXMAL

Die nächsten Steinhaufen sind an der Reihe. Wir mieten uns ein Auto um die 70 Kilometer entfernten Ruinen von Uxmal zu besichtigen. Das Auto kostet uns nicht die Hälfte einer Tour (für eine Person) und wir können erst noch früher dort sein und danach noch machen was wir wollen.

 

Natürlich stehen wir auch hier kurz vor 8 Uhr vor dem Eingang um die ersten zu sein. Es klappt. Yes, we did it again! And again! And again! Langsam haben wir Übung und wir lieben die menschenfreien frühen Morgenstunden. Die erste halbe Stunde sind wir komplett alleine in der Ruinen Stadt. Chichén Itza ist zwar die bekannteste aller Ruinen, aber nachdem wir nun drei verschiedene besucht haben liegt sie trotzdem auf dem letzten Platz. 

 

Hier ist praktisch eine kleine Stadt erhalten geblieben, welche in einer hügeligen Umgebung gebaut wurde. Uns gefällt es sehr gut und wir toben uns hier wieder einmal mit ganz vielen Selfies aus. Joli rennt was das Zeug hält um innerhalb der 10 Sekunden des Selbstauslösers am richtigen Platz zu stehen. Nachdem wir die Inkas in Südamerika fast gänzlich ignoriert haben, lassen wir uns hier umso mehr auf die Maya Kultur ein. Naja also wir schauen es uns zumindest an. Viel schlauer als vorher sind wir auch jetzt noch nicht.

gRUTAS DE lOLTÚN

Eine Autostunde weiter halten wir bei den Grutas de Loltún an. Wir wollen der Sonne mal kurz entkommen und gehen über Mittag auf eine geführte Tour durch diese Höhlen. Leider haben wir gerade eine Tour verpasst und müssen deshalb eine Stunde warten. Wir haben wieder keine Ahnung was uns erwartet und fragen sicherheitshalber mal nach, ob die Höhlen klein und eng sind, ob man die Rucksäcke mitnehmen kann und ob man schmutzig wird, dabei denken wir ständig an unsere letzte Höhlentour in Ecuador. Der Guide schaut uns etwas verwirrt an, meint aber nur: «Nein, nein. Kein Problem.

 

Wir bezahlen den Eintritt und erfahren dann, dass man obligatorisch einen Guide nehmen muss, welchen man separat bezahlt. Na toll, wieder einmal versteckte Kosten. Nach drei Mal nachfragen haben auch wir dann begriffen, wie genau es funktioniert. 80.- wenn wir eine private Tour wollen und 40.- für die Tour in einer Gruppe. Pro Person?! Nein pro Gruppe. Ach soooo! Wir haben uns dann einfach der grösseren Gruppe angeschlossen und haben die Tour auf Englisch mit vier Deutschen gemacht statt auf Spanisch mit drei Mexikanern. Gegen Ende haben wir festgestellt, dass die spanische Tour günstiger war als die englische und wir entsprechend in beiden Gruppen gleich viel bezahlt hätten. Sparen ist nicht einfach… Zudem ist das nur der Minimumpreis. Man darf bezahlen soviel man will. Ach wie nett *g*.

 

Als wir die Höhle betreten sind wir sofort begeistert und verstehen das verwirrte Gesicht des Guides betreffend unseren Fragen. Die Haupthöhle die wir zuerst durchqueren ist teilweise bis zu 40 Meter hoch und einfach nur riesig. Es gibt zahlreiche, teils riesige Stalagmiten und Stalaktiten. Das Höhlensystem wird mit zahlreichen grossen Scheinwerfern in bunten Farben beleuchtet. Uns gefällt es sehr obwohl Joli findet, dass der Lichttechniker doch gar etwas Pink angehaucht war. Wir laufen scheinbar ewig lange durch die Höhlen und gelangen immer wieder in neue faszinierende Teile dieser Unterwelt. Fledermäuse haben uns schon am Eingang begrüsst und im hinteren Teil finden wir Wandmalereinen von Mayas.

 

Das beste kommt aber dann zu Schluss. Im scheinbar, für die Öffentlichkeit geschlossenen Teil, welchen wir aber trotzdem zu sehen bekommen (wer’s glaub wird selig…) sehen wir über uns den Dschungel und unzählige Vögel. Die Höhle ist hier teilweise eingestürzt und hat zwei grosse Löcher in der Decke, durch welche Pflanzen nach unten wachsen, zahlreiche Vögel herumfliegen und die Sonne einen leuchtenden Strahl auf den Boden projiziert. Wie eine Cenote nur ohne Wasser. Ein fast surreales Bild welches sich uns hier bietet, einfach nur schön anzusehen.

Cenoten Dzonbacal & X'Batun

Als letzten Stopp, besuchen wir auf dem Rückweg noch zwei weitere Cenoten, welche zwar auch hübsch sind, aber nicht wirklich zum Baden einladen. In der ersten ist eine grosse Gruppe mit laut schreienden Frauen, die wie Schweine quietschen sobald ein Teil ihres Körpers das ach so kalte Wasser berührt. Da es sich hier um eine Halboffene Cenote handelt, hallt es ziemlich laut wieder und vertreibt uns innert Sekunden.

 

Obwohl überall steht, dass man keine Sonnencreme oder Insektenmittel etc. auf der Haut haben darf, wenn man in der Cenote baden will, liegt über dem sonst so klaren Wasser der zweiten Cenote ein fettiger Film, welcher uns überhaupt nicht zum Baden animiert. Wir kamen, fotografierten und gingen.

 

Auf dem Rückweg nach Mérida werden wir noch in einer Polizeikontrolle von einem Polizisten mit Maschinengewehr raus gewunken. Er schaut uns an, schaut ins Auto, schaut uns wieder an, sagt aber nichts und Joli fragt dann einmal ob er vielleicht einen Ausweis sehen möchte oder so? Er meint ja und fragt wo wir hinwollen und als wir mit Mérida antworten fragt er «Wieso?» - «Na, weil wir dort in einem Hotel wohnen?!» Er schaut wieder ins Auto, auf die Rückbank und fragt ob das alles an Gepäck sei und wieso wir so wenig dabei haben. Als wir die Situation aufklären, erklären, dass wir das Auto nur für heute gemietet haben und unsere Basis in Mérida ist und Joli ihm angeboten hat, dass er gerne noch in der Kofferrau sehen dürfe, dürfen wir, sogar ohne Schmiergeld zu zahlen, weiter. Joli meint, wären wir Touristen ohne Spanischkenntnisse, hätte uns dieser Stopp sicher etwas gekostet oder aber der Polizist hat effektiv etwas geraucht, denn, so hat er nämlich gewirkt – etwas abwesend und verpeilt!

 

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