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Tulum I

Da wir keine Lust auf einen Nachtbus haben, fahren wir zuerst nach Mérida, übernachten dort und brauchen danach von Mérida nur gerade noch 4 Stunden bis Tulum.

 

Leider ist unsere Unterkunft vom letzten Mal ausgebucht, also buchen wir das 4 Sterne Hotel nebenan – der Preis ist in Ordnung. Naja 4 Sterne – sagt leider auch nicht immer alles über ein Hotel. Eine der schlimmsten Übernachtungen seit Beginn unserer Reise (Montezuma mal ausgenommen!!!). Wir haben die Abstellkammer bekommen – das kleinste Zimmer im ersten Stock, mit Sicht auf eine Mauer und die Klimaanlagen. Der Pool ist zwar einiges von unserem Zimmer entfernt, aber trotzdem hören wir die ohrenbetäubende Musik (es ist wirklich so laut, wie wenn die Anlage in unserem Zimmer stünde!) in voller Lautstärke und das bis tief in die Nacht hinein. Es ist nicht einmal Freitag oder Samstag, nein heute ist Sonntag, aber das scheint den Herren DJ’s völlig egal zu sein. Und unsere Oropax helfen bei der Lautstärke leider auch nicht mehr.

 

Nach einer fast schlaflosen Nacht, sind wir froh, dass wir dieses angebliche 4 Sterne Hotel verlassen können – wir wissen jetzt wieder wieso wir normalerweise nur Airbnb oder B&B’s buchen und keine solchen Bunker.

 

Die Busse in Yucatán sind übrigens absolute Spitze, neuwertig, sehr bequem und mit Wifi ausgestattet (das sogar meistens funktioniert). Das Reisen ist also ziemlich angenehm hier.

 

Nach den drei letzten Städten ist Tulum nicht mehr ganz so hübsch, dies ist aber in der Regel bei allen Küstenstädten gleich. Wenn es nicht gerade ein hübsches kleines Fischerdorf ist, ist es meistens hässlich, staubig und lärmig.

 

Wir bekommen in unserem Hostel ein gutes Fisch Restaurant empfohlen, in welchem wir heute Essen wollen, denn es ist zum Glück gleich um die Ecke. Zu unserer Überraschung steht hier sogar Maggi auf dem Tisch! Beni ist begeistert und klatsch gleich jede Menge Maggi auf die Nachos. Und das Essen schmeckt auch richtig gut. Es ist authentisch hier. Der Laden brummt und viele Einheimische sitzen beim Essen. Es ist laut, einer singt und spielt mit der Gitarre coole live Musik während die Leute applaudieren und mehr hören wollen. Uns gefällts. Einzig der starke Regen der plötzlich einsetzt ist etwas doof, sind wir doch aus Versehen mit unseren Hausflipflops losgelaufen und nun stehen die Strassen unter Wasser…

Maya Stätte

Wir stehen früh auf um die Ruinen von Tulum zu besichtigen. Da wir hier kein Frühstück inklusive haben, gibt es Cornflakes mit Milch, welche wir gestern gekauft haben. Danach schwingen wir uns auf die knallgelben Beachbikes, welche unser Hostal gratis zur Verfügung stellt. Allerdings müssen wir schon nach 2 Metern umkehren, da wir einen Platten haben. Bike ausgetauscht und weiter geht’s. Wir cruisen den 20 Minuten Weg zu den Ruinen. Ist irgendwie anstrengend nach so langer Zeit wieder mal Fahrrad zu fahren aber es macht Spass. Auch wenn Joli’s Herrenflitzer ziemlich hart eingestellt ist, während Beni’s Hawaii Bike locker rollt. Dafür sitzt er fast am Boden unten und den fast Platten bemerkt er auch erst, als wir schon in der Hälfte sind. Aber es funktioniert und wir kommen pünktlich wie immer am Ziel an und sind fast die ersten auf dem Gelände.

 

Die Steinhaufen von Tulum können Beni dann nicht ganz überzeugen, aber vielleicht liegt es auch ein wenig am Wetter. Für ihn sind die Ruinen klein und die Überbleibsel nicht sonderlich spektakulär. Einzig und allein die Lage direkt am Meer kann als aussergewöhnlich betrachtet werden.

 

Joli findet das ganze hingegen toll und nur weil keine so grosse Pyramide wie bei den anderen Stätten vorhanden ist, muss man die Stätte ja nicht gleich so abwerten. Es hat doch immerhin einen grossen Palast und auch hier sind die Bauten noch gut in Schuss. Beni übertreibt wieder masslos. Aber auch Joli hat es sich etwas anders vorgestellt, was definitiv am Wetter liegt, denn das strahlend blaue karibische Meer ist heute aufgewühlt, der Strand gesperrt und dunkle Wolken ziehen über den Himmel. Aber irgendwie hat das auch einen dramatischen Effekt.

 

Auffallend sind hier die Menschenmengen, welche sich bereits kurz nach Öffnung schon im Park tummeln. Man merkt, dass die Riviera Maya touristischer ist als der Rest der Yucantán Halbinsel. Unzählige geführte Touren aus Playa de Carmen und Cancún sind aufgrund der Nähe hier zugegen. Als wir Richtung Ausgang gehen, begegnen wir einer deutschen Familie. Wir müssen uns das Lachen verkneifen, als der Vater zu den Kindern sagt: «Ach guckt mal Kinder is’ det nich schööön?!» (er schaut sich die Aussicht auf dem zweit letzten Foto an und noch nicht einmal die Ruinen) während die Kinder ungefähr denselben begeisterten Gesichtsausdruck an den Tag legen wie Beni.

 

Wer Chichén Itzá, Ek Balam oder Uxmal gesehen hat, kann diese Ruinen - Beni's Meinung nach - getrost auslassen. Joli sieht das etwas anders, also bildet ihr euch am besten selber eine Meinung.

 

Auf dem Rückweg nach Tulum cruisen wir dieses Mal am Strand entlang. Naja also wollten wir. Wirklich viel Strand bekommen wir nicht zu Gesicht. Aber wir biegen dann einfach mal in einen Weg ab um wenigstens ein bisschen Strand zu sehen. Naja, war wohl nichts. Im Moment hat der gesamte Küstenabschnitt ein grosses Algen Problem, wie bereits im Cancún Artikel erwähnt. Mit Manpower und Schaufeln kämpft man hier gegen dieses Problem an. Die Algen werde meterhoch gesammelt doch wirklich saubere Abschnitte sind keine zu sehen, zu viel wird angeschwemmt und der Kampf wirkt etwas aussichtslos. Und es stinkt – fürchterlich! Also auch hier kein Strandurlaub.

 

Die Stadt

Zurück in der Stadt spazieren wir der Hauptstrasse entlang mit den Bikes zurück, checken die Preise der Mietwagen Anbieter ab und besuchen einige Souvenir Shops. Der eher durchzogene Eindruck von unserer Ankunft wird ein wenig besser, so übel ist das Städtchen gar nicht, aber so viel zu bieten hat es auch nicht.

 

Wir kehren im Verlaufe unseres Aufenthalts in verschiedenen Cafés ein und finden schliesslich ein super leckeres Café (Campanella) mit rasend schnellem Internet, welches unser fast Zuhause für elend lange Stunden Planarbeit wird. Dies nicht zuletzt wegen dem irrsinnig guten Eis, das die dort verkaufen. Schoko-Nuss und Griechischer Joghurt sind unsere Favoriten. *Yummy*!


Übrigens besuchen wir auch hier wieder einmal einen Chiropraktiker. Christoph ist Arzt und Chiropraktiker und kommt aus Zürich. Seit über 20 Jahren lebt er in Mexiko und seit 10 Jahren in Tulum. Auch seine Art der Behandlung ist wieder völlig anders als alle bisherigen. Er arbeitet wie es scheint zusätzlich mit Energie, denn manchmal gleiten seine Hände über unseren Rücken ohne diese zu berühren. Und er tupft sich auch ständig den Schweiss von der Stirn und atmet laut und kräftig aus. Spannend. Immer mal was neues bei dieses Chiropraktikern haha. Von ihm erhalten wir dann nach der Behandlung auch noch ein paar Tipps zu Ausflügen in der Gegend und ein paar Übungen, welche wir täglich machen sollen, sollten, gut für uns wären…
 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist wieder einmal Zeit für eine kleine Anekdote. Während Beni in der Dusche steht, fällt die Diskussion irgendwie auf das Thema «Extremsituationen». Joli meint: «Naja, also wir haben auf unserer Reise ja noch nie eine Extremsituation erlebt. Oder was ist für dich eine Extremsituation?» Schreit Beni aus der Dusche: «Das hier ist zum Beispiel eine!!!»

 

Eine Dusche ohne Duschvorhang! Wir mussten eine Konstruktion mit einem unserer Strandtücher machen, damit nicht immer das ganze Zimmer unter Wasser steht…. Na, wenn das keine Extremsituation ist…

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