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Cozumel

Die etwas grössere Insel ist direkt vor der Playa del Carmen gelegen. Mit der Fähre, die wir bereits von der Isla Mujeres kennen, erreichen wir Cozumel in 45 Minuten und können dabei die riesigen Wolken eines aufziehenden Gewitters beobachten – hoffentlich ist diese Fähre Gewitter tauglich?!

Wir haben uns im vornherein bei unserem Gastgeber erkundigt was die Taxifahrt maximal kosten darf. An der Warteschlange der Taxis steht sogar ein Schild, welches den Preis von maximal 40 Pesos für unsere Adresse angibt. Als wir dann ins Taxi einsteigen, gibt uns der Fahrer den Preis von 80 Pesos durch. Beni geht an die Decke und schimpft in seinem herrlichen Spanisch dem Fahrer seine Meinung und wie viel besser und ehrlicher doch Uber Fahrer sind und das es eine Frechheit sei die Preise mal einfach zu verdoppeln. Der Fahrer hält bei seinem Vorgesetzten an und fragt diesen nach seiner Meinung. Der meint dann in der ganzen Stadt sind es mindestens 60 Pesos man solle halt auf die Tafel schauen.

 

Jetzt geht Joli an die Decke und doppelt bei beiden noch gehörig nach. Dieses Mal versteht der Fahrer auch alles und Joli schimpft die ganze Fahrt mit ihm – wie ehrlos und verlogen doch Taxifahrer seien und sie sollen sich nicht wundern, dass Uber die Überhand gewinnt – immer die Touristen übers Ohr hauen, statt sein Geld ehrlich verdienen… Der arme Fahrer ist mittlerweile ganz klein und still und es ist auf einmal auch im ganzen Taxi ganz still und alle sitzen mit roten Köpfen darin. Kurz vor unserer Ankunft sagt dann der Fahrer mit leiser Stimme; «40 sind okay, aber diese Preise sind veraltet das war früher mal so.». Hat da jemand etwa ein schlechtes Gewissen bekommen? Wir verabschieden uns jedenfalls freundlich und haben uns wieder beruhigt.

Nachwort: bei unserer Abreise bestellen wir ein Taxi für dieselbe Strecke. Die Fahrerin verlangt von Anfang an 40 Pesos und als wir ihr die Story erzählen, meint sie nur: «Nein, das kann nicht sein!» Ob wir ab der offiziellen Station am Hafen gefahren sind? Wann das war? Und meint – ah ja da hatte dieser Dienst – manche verdienen sich gerne etwas dazu auf Kosten der Touristen.

 

Beni meint danach nur: «Hmm… Vielleicht sind Frauen doch im Allgemeinen etwas ehrlicher als Männer…?!»

 

Aber zurück zur Ankunft, wir sind ja gerade erst angekommen. Nach dem Check In verputzen wir bei uns um die Ecke ein paar leckere Tacos, um dann gesättigt das Stadtzentrum und den Hafen zu erkunden. Das Gewitter scheint irgendwie doch nicht wirklich zu kommen aber die Stimmung ist genial.

 

Etwas schockiert müssen wir aber schnell feststellen, dass das was wir hier sehen so überhaupt nichts mit Mexiko zu tun hat. Das Zentrum und die Uferpromenade ähneln eher einem Disneyland nach amerikanischen Vorbild, als einer mexikanischen Stadt. Starbucks, Mc. Donalds, Burger King, Victoria Secrets, Hard Rock Café, unzählige Juweliere und Souvenir Shops gibt es hier im Überschuss. Auf der Strasse wird man nur auf Englisch angesprochen, die Preise in sämtlichen Läden sind überwiegend in Dollar angeschrieben und das so faszinierend authentische Mexiko, welches wir im, vom Tourismus viel weniger frequentiertem, Mérida oder Campeche sahen ist verschwunden.

 

Uns gefällt es überhaupt nicht, es ist richtig schade wie die Kultur hier auf Kosten der überwiegend amerikanischen Touristen verschwunden ist. Alles ist so hergerichtet das sich der Tourist wie zu Hause fühlt, aber wer bitte schön fährt in den Urlaub um sich wie zu Hause zu fühlen?

 

Als Beni von einem Taxi Fahrer auf Englisch angesprochen wird ob er ein Taxi brauche, fragt Beni den Fahrer auf Spanisch ob er den wisse wo es hier nach Mexiko gehe, wir seien anscheinend im Disneyland gelandet. Dieser ist einen kurzen Moment völlig perplex, zum einen weil Beni Spanisch geantwortet hat und zum anderen ab der komischen Frage, fängt dann allerdings laut an zu lachen und meint: «Ja ihr seid hier in Gringolandia gelandet.».

 

Die Amerikaner resp. generell Ausländer werden in ganz Südamerika als Gringos bezeichnet. Für die Mexikaner ist Amerikaner abzocken anscheinend so was wie ein Volkssport. Kein Wunder! Wie war das noch mal mit Mauer bauen und so und Mexiko soll diese auch noch bezahlen? Tja Karma Baby!

 

Joli verlässt die meisten Läden mit den Worten, dass sie leider keine Dollar, sondern nur Pesos habe – so ein Pech. Und wenn sie etwas kaufen will, erklärt sie dem Verkäufer, dass wir keine Amerikaner sind und Schwups die Preise sinken.

 

Also, wenn du Spanisch sprichst und dich nach dem Preis in Pesos erkundigst und vielleicht noch ein nettes Gespräch startest in dem du zu erkennen gibst, das du kein Amerikaner bist, lernst du den mexikanischen Menschen hinter der Disneymaske kennen. Die Preise sind in Pesos generell günstiger und erkundige dich wie wir bei den Preisangaben auch immer ob dies der Preis für Amerikaner ist und ob da noch etwas Rabatt für nicht Amerikaner drin liegt.

 

Schnorchel tour

Eines der grössten Korallenriffe der Welt liegt vor unserer Haustür und wir bezahlen nun doch noch Geld um im Meer Schnorcheln zu gehen. Vor Belize und Mexiko liegt nach dem Great Barrier Reef das zweitgrösste Riff der Welt, sagt man. Da wir ja jetzt nicht nach Belize gehen wollen wir dieses Riff hier erkunden.

 

Mittags um halb eins ist Besammlung am Hafen. Unser Gastgeber hat uns diese Tour vermittelt. Boote mit maximal 12 Personen und eine super Tour wurde uns versprochen. Am Hafen angekommen wirkt alles etwas verlassen, wir finden nach einer Weile aber doch jemanden unseres Tourenanbieters und tragen uns auf der Teilnehmerliste ein.

 

Aus dem Nichts taucht eine grosse Gruppe Menschen auf. Sie sind schon etwas angesäuselt und mit Unmengen an Bier ausgerüstet und sie tragen sich auf derselben Liste ein. Ach du heilige Scheisse! Wir rechnen mit dem schlimmsten und Joli bekommt schon vorgängig einen Mini-Wutanfall! Wir erkundigen uns beim Operator wie viele denn heute zum Schnorcheln angemeldet sind, worauf dieser mit 17 Personen antwortet. Beni geht schon wieder an die Decke und erklärt dem Herrn das hier versprochene Leistungen (max. 12 Personen) nicht eingehalten werden und wir keinen Disney Ausflug gebucht haben. Der Mann erklärt uns das diese Gruppe nicht auf unser Boot kommt und das er den Hotelbesitzer anweisen wird korrekte Infos zu geben.

 

Wir spulen etwas vor: Wir sind zuerst zu zweit auf dem Boot gestartet und nahezu zwei Stunden und drei Stopps später (wir mussten vor Hotels noch die anderen Gäste aufladen und auf sie warten) sind wir das erste Mal für 15 Minuten im Wasser. Es sind jetzt übrigens 18 Personen auf dem Boot – zählen kann offenbar nicht jeder.

 

Die Schnorchel Ausrüstung ist top und neuwertig und Getränke gibt es auch gratis, so weit so gut. Nur die laute Musik und das volle Boot kratzt etwas an unserer Stimmung.

 

Am ersten Stopp schauen wir uns ein paar Seesterne auf dem Meeresgrund an. Wir haben das Glück und sehen auch einen Stachelrochen. Der Fotograf der mit auf der Tour ist um die Teilnehmer und Unterwasserwelt zu fotografieren schwimmt dem Tier aber so schnell nach, dass es verschwindet bevor überhaupt jemand anderes es bemerkt. Wir entdecken in entgegengesetzter Richtung noch einen zweiten und hüten uns aber jemanden darauf aufmerksam zu machen. Banausen das, sie würden ihn ja doch nur vertreiben. Wenigstens haben die Guides klar gemacht, dass man die Seesterne nicht anfassen darf. Für die Fotos muss ein Seestern aus Plastik hinhalten…

 

Kaum ins Wasser gehüpft geht es auch schon wieder an Bord. Nach einer kurzen Fahrt gehen wir wieder ins glasklare Wasser. Der Fotograf füttert doch tatsächlich die Fische. Daraus resultiert das um ihn herum fasst alle Fische schwimmen und er so seine tollen Fotos von seinen Gästen machen kann um diese dann teuer zu verkaufen. Wir kommen uns etwas verarscht vor. Was soll die Scheisse?! Wir setzen uns etwas von der restlichen Gruppe ab und schwimmen ein wenig für uns herum, obwohl dies eigentlich untersagt ist. Aber auf den Planschausflug weiter vor uns haben wir einfach keinen Bock. Vielleicht sind wir von den Galapagos Inseln zu sehr verwöhnt, aber so richtig begeistert sind wir leider nicht. Als wir dann eine einzige Schildkröte entdecken kommt uns unser toller Fotograf zuvor. Die restliche Gruppe hängt an den Rettungsringen alle auf einem Haufen im Wasser während wir in Richtung Schildkröte steuern. Unser Guide kommt der Schildkröte mit seiner Kamera aber so nahe das diese umgehend die Flucht ergreift. Danke schön aber auch, du Volltrottel. Nach etwas mehr als einer Stunde werden wir aufs Boot zurück gepfiffen, das wars dann auch schon. Eigentlich sollten wir drei Punkte anfahren aber scheinbar sind wir vom einen zum anderen Riff geschwommen. Wer’s glaubt wird selig.

 

Auf dem Rückweg kippen wir uns ein Bier nach dem anderen rein (vor dem Schnorcheln gabs nur Wasser und Saft) um uns die Tour noch irgendwie schön zu saufen und den Payback etwas aufzubessern. Da wir am Schluss wieder die letzten an Bord sind offeriert uns der Kapitän noch das eine und andere Bierchen extra. Er hat wohl bemerkt, dass wir nicht so begeistert sind. Auch der Fotograf verschont uns mit seinen Fotos – allen anderen hat er sie angeboten – wahrscheinlich hat er unseren «wenn Blicke töten könnten» - Blick unter Wasser mehrmals gesehen.

 

Zusammengefasst bestand die etwas mehr als 4 Stündige Schnorcheltour aus drei Stunden Boot fahren und etwas mehr als einer Stunde Schnorcheln. Nicht gerade das was wir uns vorgestellt haben. Aber hey! Die Bierchen helfen tatsächlich.

 

Insel rundfahrt

Heute mieten wir uns ein Auto um die Insel zu erkunden. Glücklicherweise verkauft unser Hotelbesitzer nicht nur Schnorchel Touren sondern vermietet auch ein Auto, zwei Roller und zwei Bikes. Praktisch.

 

Das Wetter spielt nicht richtig mit, so dass die Badehosen vorerst auf der Rückbank bleiben müssen. Wir cruisen sehr gemächlich über die ziemlich verlassene Strasse, einmal quer über die Insel an die gegenüberliegende Küste. Dort machen wir einige Foto Stopps direkt am Meer. Es peitscht uns ein ordentlicher Wind um die Ohren, die Wellen brechen über den Strand herein und der typische Meeres Geruch liegt in der Luft. Irgendwie toll diese stürmische Stimmung, aber wieder einmal wird uns das so berühmte karibische blaue, klare Meer vorenthalten.

 

Wir wollen zum südlichsten Punkt der Insel, welcher uns empfohlen wurde. Tja. Man bezahlt Eintritt. Das Südende ist privatisiert worden und man kommt in so eine Art Parkanlage. Der Pförtner erklärt uns, dass wir heute weder auf dem See Boot fahren noch im Meer baden können. Die Frage auf einen entsprechenden Rabatt beim Eintritt verneint er allerdings. Na dann, Tschüss!

 

An den vielen Stränden haben sich nicht unbedingt billige Restaurants angesiedelt, welche auch Strandliegen anbieten. Hier im Süden ist das Meer etwas ruhiger aber wirklich zum Baden reizt es uns nicht heute. Wir essen etwas in einem der nicht ganz so teuren Restaurants und machen uns danach auch schon wieder auf den Rückweg.

 

Die ganze Runde mit dem Auto dauert nur etwa zwei Stunden, so dass wir bereits um 14 Uhr wieder zurück in der Stadt sind. Wir biegen im Zentrum in die Strasse des Restaurant unserer Wahl ein, als ein in einer Ecke stehender Mexikaner wie von der Tarantel gestochen laut schreiend auf unser Auto zu gerannt kommt. Er ruft irgendwas von Parkplatz, Gebühren und bezahlen. Uns ist das egal, das hier ist öffentlicher Raum, wir fahren gemächlich die Strasse entlang weiter. Der Mann rennt uns tatsächlich noch ein paar Meter hinterher und gibt dann auf, tja war wohl nichts mit abzocken. Wir parkieren 50 Meter weiter vorne ganz normal am Strassenrand wie alle anderen auch, und das ohne zu bezahlen. Im Crazy Donkey mampfen wir zwei riesige, leckere Burritos, von welchen wir noch je die Hälfte mit nach Hause nehmen (fürs Abendessen) und dann gehen wir zurück in unser Hostal. Ja Cozumel hat uns jetzt nicht sooo überzeugt…

 

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