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Über Kuba

Zahlen & Daten

Von den 19 Tagen in Kuba haben wir jeden Tag Sonne satt bekommen inkl. ein paar kleinen Gewittern. Das Wetter hat also immerhin mitgespielt und es war extrem heiss und das obwohl rund um uns herum 3 Wirbelstürme durch die Karibik tobten. Da haben wir wieder einmal Glück gehabt.

 

Wir haben 2 Stunden und 1022 Kilometer im Flugzeug verbracht. 13 Stunden und 832 Kilometer im Taxi und Sammeltaxi und 1 Stunde und 80 Kilometer im Mototaxi. Trotz der vielen Kilometer sind wir nicht wirklich weit gekommen. Und wir haben es auch beim zweiten Mal Kuba geschafft in keinem der Viazul Touristen Busse zu sitzen.

Auch Budgettechnisch haben wir uns trotz unserem vielen Gejammer gut gehalten. Wir sind 1% unter Budget geblieben (immerhin *g*) und das obwohl wir doppelte Rückflüge hatten (wir konnten die bereits gebuchten Flüge leider nicht stornieren oder ändern) und obwohl wir noch zwei neue Kameras gekauft haben. Kompaktkameras die über Monate im Dauereinsatz sind haben leider eine kleine Lebensdauer und die Unterwasserkamera war schon steinalt als wir aufgebrochen sind.


Wir haben 35% für den Transport gebraucht, 26% für Diverses (Kameras etc.), 23% für Verpflegung und Rum, 14% um den Kater auszuschlafen und lediglich 2% für Sightseeing (Eintritte, Touren, etc.).

 

Kurioses

10 Gepäckstücke pro Kubaner beim Check-In in Cancún. Da haben wir schon etwas blöd geschaut.

 

Die Bekleidung der, hauptsächlich weiblichen, Flughafenangestellten in Kuba ist doch sehr speziell mit den Netzstrümpfen, den kurzen, engen Röcken und den durchscheinenden weissen Blusen…

Eigentlich nicht Kurios aber schade: die Oldtimer sind weniger geworden.

Kuba hat zwei Währungen. Eine für die Einheimischen und eine für den Tourismus. 1 CUC (1$) = 24 CUP. Diese beiden Währungen machen die Spanne zwischen Arm und Reich im Land noch grösser. Aber uns scheint als habe die kubanische Regierung unseren Blog gelesen *g* - gerade heute haben wir gelesen, dass über die Zusammenführung der beiden Währungen diskutiert wird.

Wer für den Staat arbeitet verdient sehr wenig. Beispiele von Löhnen: ein Ingenieur oder Arzt verdient rund 40 CUC / Monat. Eine Frisöse maximal 20 CUC. Nach dem Studium müssen Frauen 2 Jahre und Männer 3 Jahre für den Staat arbeiten und dies in einem Job der einem zugewiesen wird. Unser Gastgeber hat zum Beispiel gerade sein drittes jahr angefangen und ist Lehrer an der Uni in einem Fach, dass er selber vor kurzen abgeschlossen hat. Dafür verdient er 23 CUC im Monat.

 

Also im öffentlichen Sektor verdient man in der Regel zwischen 20-45 CUC im Monat - Nettoeinkommen. Da kann man im privaten Sektor mit einem eigenen Restaurant, Taxi oder einer Unterkunft massiv mehr Geld einnehmen. Aber…

 

20% muss man rechnen für Investitionen in sein Unternehmen, 10% sind Steuern und 50% muss man dem Staat abdrücken, welcher dieses Geld danach in Schulen, Gesundheitswesen, etc. investiert. Gewinn 20% des Gesamteinkommens. Trotzdem lohnt sich der private Sektor mehr, weshalb man die Leute wohl zu den 2-3 Pflichtjahren im öffentlichen Sektor verdonnern muss.

  
Die Menschen in Kuba bekommen ja bekanntlich Essensrationen vom Staat mit sogenannten Coupons. Aber wie man so schön sagt: «das macht dr Brate de o nid grad feiss!» Pro Person im Monat gibt es: 3 Kilo Reis, 1,5 Kilo Zucker 250 Mililiter Öl, eine handvoll Salz und Bohnen, sowie 500 Gramm Hühnchen oder was gerade vorrätig ist.

Die Kubaner nennen den Bus liebevoll «Guauguau».

Kubaner können das Land verlassen aber ganz so einfach ist es nicht. Nur wer genug Geld auf dem Konto hat und ein Geschäft besitzt hat die Möglichkeit dazu.

 

Auch macht das Land seit der Öffnung Fortschritte in der Entwicklung, die Kubaner können Autos kaufen, das Internet wird aufgebaut etc. Ein Vorteil für die Kubaner und lange überfällige Entwicklungen für das Volk aber das was Kuba ausgemacht hat, die kleine Zeitreise die man erlebt hat wenn man dorthin ging, geht nach und nach verloren.

Der 100% Anstieg des Tourismus im Jahr 2017 hat Kuba schon extrem verändert. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist noch grösser geworden. Die Ablehnung der Armen Kubaner gegenüber Gringos ebenfalls und bei den Kubanern aus der Tourismus Branche kommt man sich mittlerweile vor wie ein Goldesel. Auch kann man nicht mehr so Verhandeln wie früher. Auch wenn man weiss, dass der Preis doppelt so hoch oder noch höher ist, kommen die Kubaner einem nicht mehr so entgegen, denn irgendeiner der das Doppelte bezahlt findet sich schon irgendwo…

 

Dafür sind die Casas günstiger geworden. Denn es gibt mittlerweile viel mehr Anbieter von Unterkünften und man kann auch mehr als nur ein Zimmer anbieten.

Kuba ist nach wie vor ein sehr schönes Land und wem es egal ist abgezockt zu werden oder wer Zeit und Lust hat über jeden Preis zu streiten, der wird nach wie vor seine Freude daran haben. Für uns wird es kein drittes Mal geben. Wir vergessen diesen Aufenthalt lieber, denken an das erste Mal Kuba zurück und entdecken den Rest der Welt.

 

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