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Los Angeles & Carlsbad

Mamma mia... Here wo go again… tönt es aus dem Handy auf dem Nachttisch, Abba holt uns aus dem Bett und das mitten in der Nacht. Der Wecker gibt alles, wir jedoch nicht. Wir haben nicht so gut geschlafen. Auf der über einen Kilometer entfernten Plaza, an der wir noch vor kurzem gewohnt haben, fand ein kleines Festival statt, welches auch bei unserer Abreise um 5 Uhr morgens noch voll im Gange ist. Beim Blick aufs Handy, dann auch noch die Schreckensnachricht - der Flug von Joli’s Schwester (Sa) und Neffe (Lu oder nachfolgend auch Zwerg genannt) ist gestrichen, die beiden treffen nun erst am nächsten Morgen statt heute Nachmittag ein. Also müssen wir morgens um 4 nebst aufwachen, packen und an den Flughafen reisen in letzter Sekunde noch ein Hotel in LA am Flughafen buchen… So viel Stress soooo früh am Morgen, nach einer durchwachten Partynacht und das obwohl wir nicht einmal auf der Party waren – ach herrjeh. Der Taxifahrer ist super pünktlich und wohl schon länger wach als wir und entsprechend extrem gesprächig. Wir kommen uns vor wie zwei Schlafwandler auf Reisen. Hoffentlich lassen die uns mit solchen schwarzen Ringen unter den Augen überhaupt in die USA einreisen…

YES WE CAN! Nach 4,5 Stunden Flug sind wir im Land der unbegrenzten Möglichkeiten angekommen und stehen vor dem freundlichen Herrn der Homeland Security. Joli muss das ganze Foto und Fingerabdruck Prozedere 2x durch machen, denn auf dem Foto ihres Einreise Zettelchens sind die Augen aufgrund Übermüdung leider geschlossen, was zur Folge hat, dass es ein grosses Kreuz den ganzen Zettel durchstreicht und Beni meint dazu nur: «Tja, hier trennen sich wohl unsere Wege, dich lassen sie nicht rein wie es aussieht…» Haha!

 

Aber jetzt stehen wir erst einmal vor dem Herrn Homeland Security und werden mit Fragen gelöchert. Er möchte wissen woher wir angereist sind, was wir mit Mexiko beantworten. Danach fragt er uns und wo wir denn vor Mexiko waren, was wir mit Kuba beantworten. Er schaut uns schon ein wenig ungläubig an und will wissen wo wir davor waren und wir antworten erneut mit Mexiko. Der Arme wirkt langsam etwas verwirrt. «Ja und davor?» «Costa Rica.» «Vorher?» «Panama.» «Ehm ok. Ganz am Anfang als ihr aus der Schweiz ausgereist seid?» «Ahaaaaa – Argentinien.»

 

Er ist sichtlich verwirrt und will wissen wie lange wir denn schon unterwegs sind. Nach unsere Antwort ist er ein wenig schockiert und fragt ungläubig nach: «Seit Januar? Also 10 Monate?!» Etwas verlegen bestätigen wir seine Frage. Dann meint der freundliche Herr mit einem Grinsen: «Aber Arbeiten kennt ihr auch?» Wir können diese Frage zum Glück bejahen, ergänzen aber, dass uns das einfach weniger zusagt, als Reisen. Er lacht und meint nur: «I like your life!» Ja wir auch 😊 Das ganze Gespräch dauerte ziemlich lange, denn der Herr ist ziemlich neugierig und wir erfahren dann von ihm auch, dass er nur 2 Wochen Urlaub macht im Jahr und er betont nochmals wie sehr er unser Leben mag. Aber offensichtlich gönnt er uns unsere Reise und wir dürfen schliesslich weiter.

 

Es grüsst uns nun Los Angeles, die Stadt der Engel. Als wir nach draussen kommen meint Joli: «Riechst du den Herbst? Es tut so gut wieder einmal Jahreszeiten zu riechen!» Naja, Beni riecht in erster Linie die Abgase aber der leichte Wind und die Luft ist hier schon ganz anders als in den letzten Monaten in Südamerika.

 

Mit dem Hotelshuttle geht es in unser Hotel und danach gleich ins Thai Restaurant um die Ecke. Den restlichen Nachmittag verbringen wir dann schlafend in unserem Hotel, wir haben etwas Jetlag... Sind ja auch ganze zwei Stunden Zeitverschiebung.

 

Aber mal ehrlich. Die dauernden Verschiebungen um 1 Stunde vor und zurück machen einem fast mehr fertig als eine Zeitverschiebung von 8 Stunden oder so. In den letzten Monaten hatten wir alle paar Wochen eine andere Zeit. Mal eine Stunde vor, dann wieder zurück, mal mit Sommer/Winterzeit, mal ohne… Also das mit der Sommer- und Winterzeit ist ja ein völliger Quatsch. Einige Länder haben es, andere nicht. In einigen Ländern kommt es auf die Region an – also echt? Wie soll so ein armer Weltreisender noch wissen, was die Lieben zu Hause denn jetzt für Zeit haben?

Nach einem ausgiebigem Frühstück (zu Joli’s Entsetzen aus Plastikgeschirr) gehen wir zurück ins Zimmer im fertig zu packen. Wir schauen zum Fenster raus und auf dem Laptop verfolgen wir den Flug. «Hey guck, da kommen sie - viel zu früh.» Wir winken wie wild aus unserem Zimmerfenster dem landenden Flugzeug zu – aber Erfahren im Nachhinein, dass SaLu auf der anderen Seite gesessen haben und unser Willkommenswinken leider verpassten. Dafür haben wir ihren Anflug fotografiert.

 

Aber jetzt ab an den Flughafen wo die Beiden bereits auf uns warten. Ein lauter Schrei, in einer Tonlage wie ihn nur ein kleines Kind ausstossen kann, heisst uns willkommen. Danach ist der Kleine aber wieder ganz scheu und völlig auf seinen kleinen Koffer konzentriert, wärend wir Grossen uns ausgiebig begrüssen. Nach ausführlichem Geknuddel, warten wir eine gefühlte Ewigkeit auf den Shuttle zur Autovermietung.

 

Aber der kleine Zwerg sorgt in der Zwischenzeit schon für den ersten Lacher. Wir reden über die Flugzeuge der United und wie eng alles war, als er fragt «Wieso eng?» und Sa ihm erklärt, dass wir auf den Sitzen in den hinteren Reihen gesessen haben. Sein kleines entsetztes Gesicht: unbezahlbar.

 

Wir holen unser Auto bei der Sixt Station ab. Auto ist schon fast untertrieben, das Gefährt gleicht einem kleinen Bus, es ist riesig. Und dann beginnt unser Roadtrip durch die USA. Knappe zwei Stunden später, gegen Mittag kommen wir dann in Carlsbad an.

 

Carlsbad

SaLu nutzen die restliche Zeit um das Legoland zu besuchen während wir uns eine SIM Karte besorgen, damit wir ordentliches Internet haben für unseren Roadtrip. 50$ - die mit Abstand teuerste Anschaffung im Zusammenhang mit SIM Karte und Internet seit Beginn unserer Reise. Im Restaurant nebenan essen wir einen leckeren Burger und geniessen zum ersten Mal die Refill Option bei den Getränken. Immerhin, du kaufst ein Getränk und kannst es dann so oft nachfüllen wie du willst. Und für uns, die wir immer alles nur 1x kaufen und dann teilen lohnt es sich doppelt.

 

Danach misten wir in unserem Zimmer unser komplettes Gepäck aus. Es ist ziemlich viel Material, welches den Weg zurück in die Schweiz machen wird. Ein paar Kleidungsstücke, Souvenirs und sonstiger Gerümpel, mit welchem wir vergeblich in der Welt rum spazieren, ohne dass wir es je gebraucht haben bis jetzt. Aber für alles was wir ausmisten, haben wir dafür Geschenke bekommen. Bärner Bärä Schoggi, Aromat, Fonduesuppe, Stalder Creme, Darvida, usw. – herrlich!

 

Abends holen wir SaLu vom Legoland ab und schlendern noch kurz durch ein kleines Outlet Village. Wir sind alle müde und shoppen will eigentlich keiner mehr. Der Zwerg schläft bereits und wir suchen uns noch etwas zu Essen um danach nach Hause zu fahren.

 

Ein Outlet Village sieht übrigens aus wie ein kleines Dorf mit vielen Häusern. Jedes dieser Häuser ist ein Geschäft, zum Beispiel von Puma, Nike, Lacoste ect., welche ihre Waren zu günstigen Preisen verkauft. Joli freut sich, denn sie braucht neue Kleider, die alten fallen langsam auseinander. «Es behauptet zumindest jeder, dass es günstig ist – ich weiss beim besten Willen nicht was da günstig sein soll?!» Also doch keine neuen Kleider.

Während SaLu am nächsten Tag nochmals das Legoland unsicher machen, gehen wir heute zum Frisör. Nach Joli’s Erfahrungen auf ihrer letzten Reise bei Frisören in Südamerika (es haben immerhin zwei verschiedene eine Chance bekommen), wollten wir das Risiko nicht eingehen. Aber nach 10 Monaten ist es für uns beide an der Zeit unser Haupt einem Häuptling zu überlassen oder so. Und da in Amerika viele Stars leben und die ja immer gute Frisuren haben, müssen die hier wohl etwas mehr auf dem Kasten haben – hoffentlich.

Für 20 Dollar gibt es in 20 Minuten einen Haircut, welcher sich sehen lassen kann, Beni ist zufrieden. Nur Joli vermisst schon jetzt die hübschen Löckchen hinter den Ohren!

 

Da Joli erst in einer Stunde einen Termin hat fahren wir noch etwas am Strand entlang und erkunden die Gegend. Danach ist auch Joli’s Blondschopf dran. Naja, tut mir leid ihr Frisösen dieser Welt, aber meine zu Hause ist einfach die Beste! Die Haare müssen jetzt warten bis wir wieder zu Hause sind und ein kantiger Stufenschnitt bei den Stirnfransen kriegt Joli auch alleine hin.

 

Da wir heute Abend wieder zurück Richtung LA, genauer nach Anaheim fahren, müssen wir jetzt aber schnell auschecken gehen. Mit Gepäck, dass für eine kleine Zirkustruppe ausreichen würde laufen wir zu unserem riesigen Auto, dass ebenso viele Leute beherbergen könnten und wundern uns nicht, dass der Familienvater mit drei Kindern und einem vollgestopften Kleinwagen uns komisch anschaut – sind wir doch nur zu zweit mit so viel Gepäck und einem halben Lastwagen unterwegs – scheint es für ihn…

 

Um die Zeit danach zu überbrücken (bis SaLu das Legoland auseinandergebaut haben) wollen wir noch den Botanischen Garten besuchen. Aber 18$ Eintritt pro Person für einen Garten finden wir dann doch irgendwie krass teuer. Wir haben uns definitiv noch nicht an die hohen Preise hier gewöhnt und bekommen jedes Mal Schweissausbrüche, wenn wir irgendwo so hohe Preise sehen. Da gehen wir lieber einen Burger essen und danach in ein Café bis wir die beiden Baumeister abholen und weiterfahren.

 

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