· 

Nappa Valley

Unseren Besuch im Nappa Valley starten wir im Besucherzentrum. Der dazugehörige Shop hat viele coole Souvenirs, die Informationen sind leider eher dürftig, nicht mal eine Karte gibt es gratis und die Dame an der Info wirkt nur gering motiviert uns überhaupt Infos zu geben, also ihren Job zu machen. Tztztz. Wir entscheiden uns deshalb für eine Freestyle Tour durch das Nappa & Sonoma Valley.

 

Die Strasse führt vorbei an riesigen Weingütern, welche unzählige Weinhäuser beherbergen und mit Wine Tastings locken. Nach einer Weile steuern wir, so gegen 11 Uhr morgens das Weingut von Robert Sinskey an.

 

Das Haus ist sehr edel und sieht toll aus. An der Bar sind eine Handvoll Leute an einer Weinprobe. Wir erkundigen uns über die Preise und sind gleich schockiert, 40$ pro Person für eine Degustation von 5 Weinen und ein Tellerchen Snacks. Der Schnitt liege so bei 25$ haben wir gelesen. SaBenjoli teilen sich eine Degustation bei diesen Preisen – und da ja auch erst 11:00 ist. AnLu gehen während wir tasten, die komischen, hässlichen Koi Fische füttern, für welche scheinbar einige Leute viel Geld bezahlen um sie sich als Haustiere zu halten – wieso auch immer.

 

Die Dame hinter der Bar scheint es nicht so cool zu finden, dass wir uns ein Set teilen und lässt uns das auch spüren. Nach den ersten zwei Weinen, lässt sie uns stehen und geht zu anderen Kunden. Immerhin kommt dafür, nach einiger Zeit auf dem Trockenen jemand anderes zum nachschenken.

 

Jeder der 5 Weine von Weiss zu Rot wird im selben Glas eingeschenkt und dazu gibt es eine ganz kurze Erklärung zum Tropfen bevor wir wieder ignoriert werden. Die Snacks sind so klein, dass wir unsere liebe Mühe haben die Häppchen noch zu dritteln aber irgendwie geht es.

 

Wir haben Wein Degustationen in Argentinien, Chile, Bolivien und auch Griechenland gemacht und niemals wurde der Wein im selben Glas serviert. Wir sind zwar keine ultimativen Kenner aber das empfinden wir dann doch als No Go für eine so möchte gern gehobene Degustation zu einem doch recht stolzen Preis. Wir fühlen uns hier weder wirklich wohl noch richtig Willkommen. Am Rande bemerkt, der Wein hat uns auch nicht geschmeckt, also abhacken und weiter geht’s. Das können wir doch hoffentlich noch toppen, der Tag ist ja noch jung.

 

Nur etwa 10 Autominuten weiter sticht uns ein weiteres Gut ins Auge aber auch hier sind die Preise stolz und irgendwie muss man für gewisse Bereiche und Weine eine Tour buchen. Zu kompliziert. Wir wollen doch nur trinken. Die Toiletten benutzen wir trotzdem und den schönen Garten geniessen wir auf dem Rück(um)weg zum Auto ebenfalls.

 

Das V. Sattui Weingut überzeugt uns schon von weitem. Um das riesige Hauptgebäude gibt es einen mit Blumen verzierten kleinen Park mit vielen Picknick Sitzgelegenheiten, welche zum Verweilen einladen. Die Degustation kostet hier nur noch 20 Dollar pro Person und jedermann fühlt sich sofort Willkommen. An der Bar werden wir sehr freundlich von einer älteren Dame empfangen und dürfen aus der Weinkarte mit etwa 20 Weinen je fünf auswählen. Das ist schon eher nach unserem Geschmack. Auch hier teilen wir alles und kommen so in den Genuss von 15 verschiedenen Weinen und für Lu gibt es sogar Traubensaft zum degustieren (welcher jedoch im Verkauf sagenhafte 12$ das Fläschchen kostet – uff, dann doch besser heute Abend noch im Walmart vorbei).

 

Die Weine schmecken uns hier dann auch schon viel besser und innert Kürze spüren wir auch schon ein leichtes, angenehmes säuseln im Kopf. Das Konzept ist schlicht genial, zuerst gibts reichlich Wein zu einem sehr fairen Preis, danach gibt es im Haus natürlich neben Wein auch unzählige kalte oder warme Leckereien zu kaufen. Vom Lachs über verschiedene Salate, Pasta und Antipastas (haha) ist für jeden etwas dabei.

 

Nachdem sich Joli ordentlich durch die gratis Snacks gefuttert hat, sie hat mindestens jede Dip Sosse 2x probiert und die guten 3-4x, decken wir uns auch mit Futter ein, welches wir bei herrlichem Wetter draussen im Park verspeisen. Joli darf aussuchen was es zu Essen gib und Beni wartet draussen. Es gibt so viele gute Sachen aber die Preise haben es in sich. Sie bestellt zwei Datteln im Speckmantel, 100 Gramm Ravioli und das kleinste Stück Lachs das es gibt. Als die Dame ihr das Essen überreicht, sieht Joli, dass bei den Ravioli 12$ steht. Whaaaaaat für 4 Stück?! Die Dame hat anscheinend nicht zugehört und einfach eine kleine Portion abgefüllt – für 100 Gramm hätte sie wohl ein Ravioli halbieren müssen haha. Joli sagt der Dame nett aber bestimmt, das habe ich so nicht bestellt und gibt es ihr zurück. Normalerweise hätte sie es einfach mitgenommen aber sie ist überzeugt: «Wenn ich Beni vier Ravioli für 12$ bringe, kriegt der einen Herzinfarkt!» Der Lachs und die Datteln schmecken jedoch hervorragend und für die zurück gelassenen Ravioli meint Beni nur: «Ich bin so stolz auf dich!»

 

Zu unserem Glück fährt auch gleich noch der Nappa Valley Wine Train vor, welcher natürlich als Fotosujet herhalten muss. Die Zeit vergeht wie im Flug und wir machen uns danach auch schon wieder auf den Rückweg, welcher uns durch das schöne Valley mit den unzähligen Rebbergen und einem unendlich langen Stau führt.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0