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San Francisco

Golden Gate Bridge

Wir kommen der Stadt und der berühmten Brücke immer näher. Da An oft geschäftlich in San Francisco ist und sein Büro in der Nähe der Golden Gate Bridge liegt, kennt er natürlich die besten Spots um einen guten Blick auf die Brücke zu haben.

 

Bei strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und nur leichtem Wind herrschen perfekte Bedingungen um ein paar coole Fotos der Brücke zu machen. Der Blick von ausserhalb der Stadt auf die Brücke und auch auf das ehemalige Gefängnis "Alcatraz" auf der Insel davor ist wunderschön. Wir geniessen die Aussicht und fahren auch noch ein paar Spots weiter oben an um verschiedene Ansichten dieses Bauwerks zu erhaschen.

 

Auch beim Visitor Center machen wir noch kurz Halt für Fotos. Allerdings muss Joli hier einfach kurz aussteigen um das dicke Kabel zu bestaunen (sie kennt es als einzige noch nicht) während der Rest ein paar Runden um den vollen Parkplatz dreht - und weiter geht’s. Wir fahren noch zwei weitere Orte an wo wir die Brücke einmal leicht über uns haben und einmal über die drüber Brücke sehen können. Cool. Und das Wetter spielt die ganze Zeit mit.

 

Da wir heute den Teil der Stadt anschauen, welcher zu Auto am besten ist, darf natürlich auch die Lombard Street (Crooked Street) nicht fehlen. Diese steile kurvige Strasse ist eine Touristenattraktion, welche immer haufenweise Menschen anzieht. Sie ist so steil und kurvig, dass Joli überzeugt ist, dass wir unser Auto um die Kurven tragen müssen. Aber auch hier hat An schon einige Erfahrungen und bringt uns die Strasse zackig runter. Auch schon vor und nach diesem kurvigen Abenteuer geht es sehr steil rauf und runter.

 

Am späten Nachmittag treffen wir in unserem Hotel in Walnut Creek ein. Durch die guten Konditionen, welche AnSaLu dank den vielen Reisen (auch aufgrund von An’s Job) bei der Hilton Kette haben, haben wir die letzten Nächte, für unsere Weltreiseverhältnisse, sehr gediegen residiert. Joli hat schon jetzt etwas Zweifel ob sie Beni von diesem Standard wieder runterkriegt, hatte er doch schon vorher die etwas höheren Ansprüche an ein Zimmer als sie.

 

Nach einem langen Tag und vielen Stopps müssen bei der Ankunft alle gleichzeitig auf die Toilette. Joli ist die Schnellste aber Lu steht schon startbereit vor der Türe. Vor lauter Euphorie, das Rennen gegen die anderen gewonnen zu haben, drückt er aber dummerweise beim Schliessen der Türe das kleine Knöpfchen zum Abschliessen. Schon bald wird nach der Mama gerufen und Hoppla, die kommt nicht rein. Er müsse jetzt halt so aufstehen und die Tür aufmachen, was er aber partout nicht will – Beni verstehts denn die beiden sind ja enge Freunde der Sauberkeit und man kann doch nicht ungesäubert vom Topf aufstehen. Ein ziemliches hin und her geht los aber Lu lässt sich nicht überzeugen, dass es nichts ausmacht, wenn er einmal so aufsteht um die Türe aufzumachen. Da muss der Hausmeister – wir nennen ihn hier Sam der Feuerwehrmann – her. Als wir die Ankunft von Sam dem Feuerwehrmann ankündigen, hören wir ein paarmal ein kurzes Trippeln, ein Bumm (die Hose ist bei kleinen aber zu schnellen Schritten leider eine böse Stolperfalle), ein Klick und offen ist die Tür. Von seinem Idol Sam auf dem Topf gesehen zu werden ist wohl doch die grössere Schmach als ungesäubert aufzustehen, das sieht sogar Beni ein, er hätte es auch so gemacht meint er.

 

Was uns wohl nicht aufgefallen wäre, sehen AnSaLu sofort. Das Zimmer wurde nicht richtig geputzt und die Goodies nicht aufgefüllt. Und Joli dachte schon – «Och nett hier stehen sogar ein O-Saft und ein gratis Wasser.» Aber genau das hat die Putzfrau verraten (und der noch volle Kühlschrank), denn da sollten noch andere Getränke und Snacks auf dem Tablett liegen. Erwischt. Reklamieren: Bitte Zimmer fertig putzen und Tablett auffüllen, wir gehen derweilen ins Apéro.

 

Als wir bei den gratis Snacks und Wein sitzen kommt der Manager und meint er habe eine Überraschung für uns. Und so gibt es für die letzten zwei Nächte sogar ein ultimatives Upgrade in eine zwei Zimmer Suite. Also genau genommen ist die Suite sowas wie eine Wohnung. Ein Zimmer mit Kingsize Bett, eines mit zwei Queensize Betten, zwei Badezimmer mit Duschen, ein kleines Wohnzimmer mit Küche und insgesamt drei riesige Fernseher. Im Vergleich mit den 3-8 Quadratmeter Unterkünften, welche wir für Japan vorgebucht haben ist das hier ein Palast. Und er liegt zu Joli’s Glück im ersten Stock und nicht im obersten wie das erste Zimmer juhuuui.

 

Cable Car

City Sightseeing in San Francisco ist heute angesagt. Da Beni immerzu das Lied singt, hat sich Joli pflichtbewusst sogar Flowers ins Hair gesteckt. Statt Stunden im Stau zu verbringen und Unmengen an Parkgeldern zu bezahlen, fahren wir gemütlich mit dem Zug eine halbe Stunde mitten in die Stadt hinein zur Powell Station. Von hier aus geht es nach weiteren 30 Minuten Schlange stehen auf die, mittlerweile nur noch als Touristenattraktion dienenden, Cable Cars. Früher eine wichtige Strassenbahn für den Personenverkehr sind sie heute für die Touristen eine der Hauptattraktionen. Denn welcher normale Mensch steht schon 30 Minuten oder mehr an um zur Arbeit zu fahren?!

 

Die Bahn wird an der Endstation auf einem Drehteller mit reiner Muskelkraft gedreht und wieder auf die Geleise geschoben. Wir stehen an vorderster Front um die besten Plätze im Waggon zu erkämpfen. Mit Hilfe von Joli’s Ellenbogen und einem kurzen Spurt erkämpfen wir uns die besten Plätze. Und das sind nicht etwa Sitzplätze, denn wir sind die Trittbrettfahrer und hängen uns an die Haltestange während wir mit unseren Körpern weit raus hängen um coole Fotos zu schiessen. Aber Vorsicht, sobald der Chauffeur schreit "Left Side In!!" müssen wir uns weit in den Waggon zurückziehen (und AnSaLu fast auf den Schoss sitzen), um nicht mit dem Gegenverkehr zu kollidieren. Wer dem Befehl nicht sofort Folge leistet wird ziemlich laut ein weiteres Mal ermahnt, da versteht der Chauffeur gar keinen Spass. Aber wahrscheinlich würde er jeden der runterfällt weil er nicht zuhört einfach liegen lassen und sich denken: «Ein Dummie weniger auf Erden.» so jedenfalls deuten wir sein grummeliges aber uns sympathisches Gesicht.

 

Wir finden die Fahrt die steilen Hügel hoch und runter ziemlich cool, auch wenn unsere Köpfe von dem lauten Bimmeln der Strassenbahn ein wenig dröhnen und wir, als wir ankommen, etwas vom Winde verweht aussehen. Das ist Nostalgie pur und das Wetter ist auch heute perfekt. Endlich ist Petrus einmal auf unserer Seite – oder auf der Seite von AnSaLu, was uns wahrscheinlicher erscheint.

 

Pier 39

Endstation der Cable Car ist dann praktischerweise ganz in der Nähe vom Pier 39. An diesem Küstenabschnitt flanieren wir vorbei an unzähligen Souvenirshops und Restaurants. Die Shops haben alle praktisch dasselbe und ein Souvenir ist «spezieller» als das andere. Zum Teil hat es wirklich saublödes Zeug.

 

In einer Bäckerei geniessen wir das berühmte Clam Chowder dieses Mal aber in voller Portion. Leider ist es sehr viel mehr Brot als Chowder. Aber Joli hat die Lösung. Damit wir nicht einfach ein halbes Kilo trockenes Brot essen müssen bestellt sie eine extra grosse heisse Schokolade (mit Schlagrahm versteht sich). Während Beni und Sa diskutieren ob Joli es ernst damit meint die Schokolade nun anstelle der Suppe ins Brot zu kippen, kommt diese zurück. Sie hätte es getan (Sa gewinnt) aber auf Rücksicht auf ihren geliebten Ritter der Sauberkeit macht sie es nicht (Beni gewinnt also auch), denn das würde eine herrliche Sauerei geben. Huuui! Aber es hätte Spass gemacht – unbestritten!

 

Danach machen wir uns auf den Weg zum Pier. Der Pier 39 selbst ist ein kleines Unterhaltungsparadies für sich. Auch hier hat es unzählige Souvenir Shops und Restaurant. Ein Zauberer macht seine Show auf einer Bühne und das Karussell dreht seine Runden. Auf schwimmenden Holzplattformen vor dem Pier tummeln sich haufenweise Seelöwen in der Sonne. Es ist lustig ihnen dabei zu zusehen wie sie um die Besten Plätze kämpfen und einander ins Wasser werfen – fast wie die Zuschauer am Pier für den Besten Foto Spot – nur fällt hier zu unserem Bedauern keiner ins Wasser.

 

Zurück geht es dann mit einer der alten Strassenbahnen ins Zentrum und wieder mit dem Zug nach Walnut Creek. Und das voll zur Rush Hour. Yeah. Stehen im vollgestopften Zug – wie zu Hause.

 

Da wir die gratis Snacks nun langsam gesehen haben, es seit dem ersten solchen Hotel keinen White Zinfandel mehr gibt und die Portion Pommes gestern nur einen Bruchteil so gross war, wie die im ersten gleichnamigen Hotel und auch nur einen Bruchteil so gut, gehen wir heute zum Italiener nebenan und dann ab ins Bettchen.

 

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