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Sequioa NP

Die Giganten vom Sequoia Nationalpark. Wir freuen uns richtig. Wir wurden trotz der komischen Umgebung nicht gemeuchelt und gemördert und ziehen daher früh morgens aus dieser komischen Stadt ab. Die Damen an der geschlossene Reception wollen Joli zwar ignorieren, aber als sie dann durchs Fenster Andeutungen macht, dass sie den Zimmerschlüssel einfach in die Büsche werfen wird machen sie doch noch auf. Nettes Völkchen hier.

 

Von Fresno her brauchen wir eine Stunde bis wir auf dem Generals Highway 198 kommen, von wo aus unser Scenic Drive durch den Sequoia Nationalpark beginnt. Hier sind die riesigen Sequoia Bäume zu Hause. Nach den bereits Beeindruckenden Exemplaren in den Muir Woods sind wir sehr gespannt. Das Wetter ist herrlich und der Sonnenaufgang verspricht erneut einen herrlichen Tag. Da wir erstmals kein Frühstück inklusive haben, haben wir natürlich vorgesorgt. Unterwegs kurz nach dem Parkeingang gibt es ein Panorama Frühstück mit Baguette, Salami, Käse und zweierlei Sossen mit einer grandiosen Aussicht (und einem kalten Hintern).

General Sherman Tree

Wir sind erst nicht sicher ob wir richtig sind, denn der riesige Parkplatz ist leer und wir laufen die ersten 15 Minuten den Waldweg entlang ohne eine Spur der Giganten zu sehen. Gestärkt geben wir als erstes dem "General Sherman" die Ehre. Er ist eine der Hauptattraktionen im Park. Wir sprechen hier von einem Baum, aber nicht von irgendeinem Baum. Er ist der voluminöseste lebende Baum der Welt und rund 2'200 Jahre alt. Dieser Gigant besitzt einen Durchmesser von 11 Metern und einen Umfang von unglaublichen 31 Metern. Wer nicht selbst vor ihm steht wird sich anhand dieser Zahlen trotzdem nicht wirklich vorstellen können, wie gross dieser Baum tatsächlich ist. Wir haben versucht die Dimensionen auf den Fotos irgendwie einzufangen aber da (zum Glück für den Baum) eine Abzäunung gemacht wurde, damit die Wurzeln nicht beschädigt werden, kommen wir gar nicht so nah ran, dass man den gewaltigen Unterschied zwischen uns und ihm wirklich sieht. Aber schon so sehen wir winzig klein aus neben diesem Mammut Giganten. Glücklicherweise sind wir ja fleissige Frühaufsteher und haben genügend Zeit und den Baum ganz für uns alleine um viele Fotos zu machen. Ziemlich beeindruckt verbringen wir fast eine halbe Stunde hier, bis dann die ersten Spätaufsteher langsam eintrudeln.

Im Giant Forest wo der General steht, stehen noch viele andere riesige Bäume und es gibt einen Rundweg, welcher weiter in den Wald hinein führt. Auf unserem Waldspaziergang begegnen uns auch noch ein paar weitere ziemlich eindrückliche Exemplare von riesigen Bäumen. Wir kommen gar nicht aus dem Staunen raus und leiden schon bald unter Nackenstarre. Beni findet ein weiteres Mal grossen Gefallen an einem Wald (es geschehen noch Zeichen und Wunder – Halleluja!). Der Trail ist vielerorts (vor allem Nahe des Generals wo es viele Touristen hat) mit Holzzäunen und Hinweisen den Pfad nicht zu verlassen versehen. Diese dienen dem Schutz der Bäume vor den Menschen. Und trotzdem erwischen wir einen Vater mit seinen Kindern innerhalb der Absperrung direkt vor den grossen Bäumen. Wir tun was wir immer tun in solchen Fällen. Wir schauen die fehlbaren Menschen böse an und schütteln dazu den Kopf. Joli fragt den schuldig dreinblickenden Herrn noch ob er den eventuell nicht lesen könne und wie er denn die Zäune um den Baum herum deute, erhält aber keine Antwort. Gut gemacht Daddy, tolles Vorbild.

 

Wir laufen nicht den ganzen Rundweg ab aber dringen noch etwas tiefer in den Wald hinein. Und obwohl hier schon lange keine Absperrungen mehr sind, haben wir ein schlechtes Gewissen, wenn wir einem der Bäume etwas näher treten.

 

Übrigens die Tanne auf den zweitletzten Bild (vor dem Mammutbaum) ist nicht so klein wie sie hier scheint… Und das letzte Bild drückt wieder einmal unsere Verwunderung ab der Spezies Mensch aus. Die Dame trägt der Jahreszeit entsprechende neckische Hotpants bei ca. 5 Grad und dazu dicke schwarze Skihandschuhe. Sie folgt damit dem neusten Trend: völlig bescheuert aber dafür sexy. 

 

Tunnel Log

Diese gigantischen Bäume sieht man im ganzen Park verteilt, welchen man aufgrund seiner Grösse am besten mit dem Auto erkundet. Der Tunnel Log ist einer der vielen umgestürzten Bäume, welcher aber quer über einer Strasse liegt. Statt diesen einfach wegzuräumen wurde ein Tunnel daraus gemacht, durch welchen man mit dem Auto hindurch fährt. Und auch unser Riesen Gefährt passt locker durch und wirkt generell zwischen all den grossen Bäumen wie ein kleiner Smart. 

 

Moro Rock

Etwas Nervenkitzel bietet dann der Moro Rock. Über eine in den Fels gehauene Treppe mit beidseitigem Geländer erklimmt man diesen Felsen. Die einen schneller und die anderen langsamer. Wir stellen fest, dass wir bei weitem nicht die schlechteste Fitness haben.

 

Dabei geht es auf beiden Seiten mehrere Hundert Meter nahezu senkrecht in die Tiefe. Nichts für Leute mit Höhenangst. Aber die Sicht in die Tiefe macht Joli weitaus weniger aus, als der 12te Stock im Hotel vor ein paar Tagen – eigenartig, dabei ist es hier einiges höher. Die Sicht von ganz oben ist leider etwas neblig und immer wieder hüllen Wolken uns ein aber mit den Abgründen rundherum ist es doch ziemlich spektakulär, vor allem wenn die Wolkendecke kurz wieder aufreisst und die Sicht frei gibt.

 

Wir wollen den Park Richtung Süden verlassen. Da im Moment ein Teil der Strasse saniert wird, wird die Durchfahrt in jede Richtung nur alle zwei Stunden geöffnet. Wir stellen uns kurz vor 14:00 in die Warteschlange um den Slot nicht zu verpassen. Das Warten überbrücken wir dann mit der zweiten Runde leckerer Sandwiches. Der über zwei Stunden lange Weg nach Bakersfield liegt noch vor uns. Während dem Warten können wir uns auch hier wieder einmal nur wundern wie dämlich manche Menschen sind. Es gibt mehrere Hinweis Schilder, dass man nicht aus dem Fahrzeug steigen soll während man wartet. Und jeder kennt die Problematik Waldbrand. Aber da steht doch einer mitten auf der Strasse, spaziert etwas herum, raucht eine Zigarette und schmeisst diese dann auch noch auf den Boden. Manchmal wünschen wir uns wirklich, dass es erlaubt wäre, dumme und ignorante Menschen in den Arsch treten zu dürfen. Als Kinder haben wir das einfach getan, wenn uns jemand genervt hat – wieso haben wir je damit aufgehört?!

 

Jetzt geht es weiter. Wir kurven die lange, steile und extrem kurvige Strasse runter und geniessen die Aussicht und noch den ein oder anderen Stopp bevor wir danach wieder auf dem Highway landen und in Richtung Bakersfield düsen.

 

Müde von dem langen Tag, bleiben wir heute Abend auf dem Zimmer und verspeisen den Rest des Proviants. Das Zimmer riecht auch ganz angenehm süsslich nach abgestandenem Alkohol *lecker* - wieder einmal ein Volltreffer.

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