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Interstate 15

Heute ist Entspannung angesagt, kein Sightseeing, keine neuen Erlebnisse, lediglich 650 Kilometer Asphalt, welcher gefahren werden will - ächz. Da wir nicht genau wissen wie nahe wir unserem morgigen Ziel, dem Zion Nationalpark kommen werden, haben wir auch noch kein Hotel gebucht. Den Umweg zum Lake Isabella und durch das Death Valley sparen wir uns, denn das wäre schon alleine eine 8 Stunden Fahrt, ohne Stau, Pausen und Fotostopps einzurechnen. Der Wecker bleibt wie immer auf halb 7 gestellt um möglichst weit zu kommen. Das Zimmer war und das Frühstück ist, eine Katastrophe und wir sind froh aus Bakersfield weg zu kommen.

Und wir düsen, düsen, düsen, düsen im Sauseschritt, nehmen die Liebe mit *lalalaaa* oder so irgendwie. Bei einem herrlichen Sonnenaufgang sind wir losgefahren und haben mittlerweile schon einige Kilometer zurück gelegt. Da wir üblich Mühe haben an der Strecke ein Restaurant zu finden haben wir kurz bei einem Starbucks halt gemacht, einen Frappuchino geholt und dann im Auto an unseren vielen Snacks und Proviant Resten geknabbert. Vor dem Starbucks bietet sich uns ein «klassisches» Bild, welches wir nur zu gut aus Filmen kennen. Ein sehr gut beleibter Polizist steigt in seinen Dienstwagen. Die Hände voll mit 6 Bechern Kaffee und auf jedem fett Schlagsahne oben drauf. Die erfinden eben doch nicht alles einfach nur so in Hollywood. «Wusst ich’s doch!», meint Joli, «Jede Wette das der schlankste der Kollegen sich aus dem Bürostuhl gequält hat um alle mit Nachschub zu versorgen?!» Weiter geht’s.

 

Wir sind schon fast 5 Stunden on the Road. Joli nutzt die Zeit um am Laptop an den Fotos und der Homepage zu arbeiten, während Beni das Auto fährt, Lieder trällert, in der Nase bohrt, sich langweilt, Snacks knabbert oder sich mit dem Auto (es heisst jetzt übrigens KITT) unterhält. Nach kilometerlangen, schnurgeraden Highways durch Kalifornien und die Wüste Nevadas, durchqueren wir am frühen Nachmittag Las Vegas unser erstes mögliches Tagesziel. Wobei wir kurz vorher doch etwas verunsichert sind ob wir uns nicht eventuell verfahren haben – San Bernardino?! Ehm… Also… KITT… Wie war das noch mit dem Navi? Und wann bitte haben wir den Atlantik überquert?!

 

Naja irgendwann wurden wohl auch die ganzen Namensgeber einfallslos, was zweifelsohne auch das nächste Schild beweist. Hauptsache wir sind immer noch richtig und wir sind auch noch fit und munter, Beni und KITT noch immer Freunde und Joli noch lange nicht fertig mit der Arbeit, worauf wir beschliessen noch ein paar Stündchen anzuhängen. Beni fand bei KITT bisher nicht nur den Tempomaten und den Vibrator im Sitz, sondern entdeckt, dass der schlaue Kerl sogar selber lenken kann. Sehr zu Jolis Unmut lässt er immer wieder das Steuer los und sagt: «KITT übernehmen!» Aber jeweils nach 5x Spur korrigieren wird es dann auch KITT zu bunt und er fängt an zu reklamieren und aktiviert den Vibrator unter Benis Hintern. Tja, nicht alle KITTs sind so klasse wie das Original, aber immerhin gibt er sich Mühe.

 

Valley of Fire

Als kurzen Augenschmaus machen wir einen Abstecher in das Valley of Fire kurz nach Las Vegas. Das war eigentlich nicht auf der To Do Liste aber bietet sich gerade so an und der Umweg macht nur ca. 1-2 Stunden aus. Für 10 Dollar Eintritt können wir den Park bequem mit dem Auto abfahren. Ach wie gemütlich, unsere Ärsche schmerzen zum Glück nicht, die sind mittlerweile taub. Hier gibt es viele grosse Haufen roter Steine zu sehen. Eigentlich ziemlich cool, aber wir können uns zuerst nicht so recht begeistern, den die sieben farbigen Felsen in Argentinien waren um Welten besser. Je länger wir aber im Park rumcruisen umso besser gefällt es uns.

 

Man kann einfach den Valley of Fire Hwy entlang fahren (auf der einen Seite rein und der andern Seite des Parks wieder raus) und dabei am Anfang noch den sehr kurzen Scenic Drive machen, was beides eher langweilig ist, oder man nimmt noch die Abzweigung Richtung White Domes (Mouse’s Tank Road). Diese Strasse ist echt geil. Man sieht den Strassenverlauf, das Auf und Ab und die Kurven weit vor sich und die Landschaft ist der Hammer. Ein weiterer Umweg von einer halben Stunde aber definitiv der Beste Teil des Parks. Mit herunter gekurbelten* Fenstern, lassen wir uns den Fahrtwind um die Nase wehen und geniessen die wilde Fahrt. * KITT hat natürlich elektronische Fensterheber die man nur drücken und nicht kurbeln muss – aber «heruntergedrückte Scheiben» klingt doch uncool oder?!

 

Es gefällt uns so gut, das wir uns sogar aus dem Auto aufraffen können und einen kurzen Spaziergang zu den Regenbogen Felsen unternehmen (welche den Bergen in Purmamarca immer noch nicht das Wasser reichen können) und Beni klettert sogar auf einen riesige Felsvorsprung hoch. Von unten wirkt er nur noch klitzeklein und oben fühlt er sich frei wie ein Vogel. Zum Glück hat er aber keinen und kommt auf normalem Weg wieder runter.

 

Happy Halloween

Drei Stunden später sind wir dann in St. Georges in unmittelbarer Nähe zum Zion Nationalpark angekommen. Sogar das Zimmer und das Hotel, dass wir gebucht haben sind sehr viel versprechend. Aber jetzt haben wir erstmal richtig Lust auf ein geiles Steak, welches wir dann auch in einem nahe gelegenem Steakhouse serviert bekommen. Happy Halloween übrigens – wären nicht alle in diesem Restaurant (Gäste und Angestellte) ausser uns verkleidet gewesen, hätten wir es wohl vergessen. Aber nach den letzten beiden Nächten in den zwei gruseligen Hotels geben wir auch ohne Verkleidung ein schauriges Bild ab *muahahaaaa*.

 

Zurück im Hotel dann der Schock. Nach einem Aufschrei des Entsetzens von Beni, denkt Joli bereits an etwas Schlimmes. Beni steht jedoch nur vor dem Spiegel, welcher ihn etwa einen Kopf kürzer und eine Arschbacke breiter aussehen lässt, sieht ziemlich gruselig aus. *buhuuu*

 

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