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Bryce Canyon NP

Es geht Schlag auf Schlag, wir besuchen den Bryce Canyon. Wir finden den Sonnenaufgang auf der Hinfahrt doch noch, denn wir fahren auf ihn zu. Also wieso früh aufstehen, wenn die Sonnenaufgänge aus dem Auto sowieso am besten sind (wir werden uns noch an diese Aussage besinnen und den Kopf schütteln, weil wir es vergessen haben).

 

Kurz nach dem Tunnel im Zion Nationalpark überfahren wir auch noch fast ein paar Steinböcke, die friedlich auf der Strasse stehen und sich dann aber nicht die Zeit nehmen, sich fotografieren zu lassen. Die Anfahrt ist mit zwei Stunden relativ lange, dafür haben wir unser Motel für heute in der Nähe des Park gebucht und somit genügend Zeit auch diesen Canyon zu erkunden und den Sonnenuntergang dort zu erleben.

 

Im Visitor Center stehen wir erst einmal vor geschlossenen Türen, bis wir feststellen, dass wir noch gar nicht im Bryce Canyon sondern erst im Red Canyon sind – Ups! Im richtigen Visitor Center lassen wir uns dann wie immer über mögliche Aktivitäten beraten und stellen einen Tagesablauf zusammen.

 

Queens Garden & Navajo Trail

Es ist bereits 11 Uhr und wir beginnen mit einer Wanderung. Wir haben unser Auto auf einem bereits völlig überfüllten Parkplatz abgestellt und spazieren los. Bis jetzt ist noch nichts zu sehen von einem Canyon aber nach nur 5 Minuten spazieren stehen wir auf einmal vor dieser Wahnsinnskulisse. Auch der Wanderweg ist eine Wucht. Er führt uns während zwei Stunden runter und mitten durch den Canyon und diese surreale Landschaft. Hier wollen wir die Bilder für sich selbst sprechen lassen (oder sind wir doch ehrlich: wir sind einfach zu faul zum Schreiben!).

 

Nein. Scherz bei Seite. Die Wanderung ist der Hammer und es hat nicht ganz so viele Menschen wie der volle Parkplatz vermuten lässt. Die Farben des Canyons sind extrem schön und leuchten kräftig in der Sonne und unter dem strahlend blauen Himmel. Wir geniessen es auch wieder einmal etwas zu Fuss zu entdecken. Joli findet man nimmt einfach alles ganz anders auf und Beni meint nach der Hälfte: «Jajaaa, jetzt habe ich es langsam gesehen, wann ist die Wanderung fertig?»

 

Ungefähr in der Mitte treffen dann die zwei Wanderwege aufeinander. Wir können den Navajo Trail entweder via «Brücken» oder via der «Wall Street» zurück legen. Ja… Keine Ahnung?! Dann machen wir halt erst einmal eine Pause und futtern unsere bescheidenen Vorräte auf. Da wir auf der einzigen Bank an der «Kreuzung» sitzen, beobachten wir alle anderen Wanderer, die vor uns stehen bleiben und lauschen deren Gespräche um zu entscheiden, welchen Weg nach oben wir nehmen wollen. Wir lauschen ebenfalls dem lustigen Gezwitscher eines Vogel, dessen Tagesziel es wohl ist uns zu ärgern. Er setzt sich hin, wartet bis die Kamera scharf gestellt hat und fliegt im selbem Moment davon. Frechheit!

 

Wir entscheiden uns für den Aufstieg via der Wall Street. Der Aufstieg ist ziemlich steil (war zu vermuten, da wir doch einige Meter in den Canyon runtergelaufen sind) und schweisstreibend. Aber definitiv cool. Wir laufen durch enge, hohe Felswände hindurch und geniessen die verschiedenen Formationen und das Licht, dass die Farben hier so leuchten lässt. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Slot Canyons in Page? Schweissgebadet kommen wir oben an und stellen wieder einmal fest, dass wir irgendwie nicht mehr so in Form sind wie wir das gerne hätten.

 

Wir laufen am Rim (Rand – aber so könnt ihr noch etwas Englisch lernen) entlang zurück zum Parkplatz. Joli versucht nochmals Fotos von unserem treuen Begleiter Henä Enzo zu machen, aber es windet doch etwas stark und da er schon vorher vom Baum gefallen ist, und zum Glück nur auf dem Weg unter uns landete, ist es ihr hier doch etwas zu gefährlich. Bei einem Sturz in den tiefen Canyon würde sich der Arme sicher seinen plüschigen Hals brechen – Beni würde das begrüssen, denn der kleine Bananenfresser ist ihm schon lange ein Dorn im Auge.

Vista Points

Glücklich aber etwas geschafft, ja wir sind wieder etwas eingerostet, sind wir zurück beim Auto. Nun fahren wir zu drei Aussichtspunkten und danach die 23 Kilometer lange Strasse entlang des Canyon bis zum Ende und zurück. Die Aussichtspunkte sind super, aber wir machen nicht alle, denn einen wollen wir uns für den Sonnenuntergang aufsparen. Der Scenic Drive hier ist eher langweilig. Während der Fahrt sieht man gar nichts ausser Wald. Auf dem Rückweg legen wir dann zahlreiche Stopps und kurze Spaziergänge ein. Dabei erhalten wir immer wieder neue Perspektiven, welche dieses Naturwunder von seiner schönsten Seite zeigen. Wobei man hier erwähnen muss das Beni sich eigentlich nicht mehr aus dem Auto raus bequemt und Joli die meisten Spots alleine anschaut.

 

Es sind jetzt noch zwei Stunden bis Sonnenuntergang. Zu wenig für eine weitere Wanderung und zu viel um einfach im Auto zu sitzen und zu warten. Joli verhandelt. Sie tauscht den Sonnenuntergang gegen ein Steak respektive ein ausgiebiges Abendessen (heute wollten wir nach etlichen Malen Steak essen eigentlich etwas sparen). Deal!

 

Bei verlassen des Parks grüssen uns zwar nicht die Murmeltiere aber einige Rehe die bereits ihr Abendessen geniessen.

 

Panguitch

Wir haben eine Unterkunft in Panguitch gebucht. Wir sind gespannt, denn trotz vieler Bewertungen weiss man nie so richtig was man bei den Unterkünften erhält. Auch die Ortschaften könnten unterschiedlicher nicht sein in den USA. Sowohl die Unterkünfte in Fresno und Bakersfield wie auch die Städte waren schrecklich. Daher rechnen wir so abgelegen im Nirgendwo mit dem Schlimmsten. Wir haben uns aber gewaltig getäuscht. Das Motel ist spitze, blitzblank sauber und gemütlich und das zu einem Spottpreis und richtig schnelles Internet gibts gratis dazu. Panguitch selbst ist klein und fein, die Hauptstrasse hat so etwas westernhaftes. Und so landen wir auf unserer Nahrungssuche dann tatsächlich in einem Steakhouse, welches einem Saloon gleicht und in welchem wir auch zu fairen Preisen sehr leckere Steaks verputzen. 

 

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