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Wir sind im touristischen Städtchen Page angekommen. Hier bleiben wir für zwei Nächte. Vor zwei Tagen haben wir unser ursprüngliches Hotel storniert und stattdessen ein super Schnäppchen in einem etwas nobleren Hotel gebucht. Gleich beim Check-In erhalten wir dann auch noch ein doppeltes Upgrade. Nebensaison und den langsamen Reinigungskräften sei Dank, residieren wir für zwei Nächte in einer Kingsize Suite. Beni meint; er schicke Joli in Zukunft immer alleine zum Einchecken. Sogar die Waschküche ist nur 3 Zimmer weiter worauf Beni lächelnd meint: «Toll, dann musst du nicht so weit laufen zum Wäsche waschen.» «Ganz nett.» meint Joli, «Das ist der Dank für das super upgrade, dass ich rausgeholt habe?!» Das Upgrade verdanken wir nicht nur den oben genannten Umständen, sondern auch Jolis Gedächtnis. Als der Manager fragt, in welchem Hotel und Ort wir denn letzte Nacht übernachtet haben, kann sich Joli einfach nicht erinnern und der Manager meint, dass solle ihr mit seinem Hotel nicht so gehen – zack doppel Upgrade und early Check-In.

 

Schleichwerbung für den lieben Manager: wir waren übrigens im Country Inn & Suites by Radisson, Page, AZ. Aber dies ist kein Affiliate Link, wo wir etwas daran verdienen, wenn ihr es über uns bucht, denn wir haben leider keine Ahnung wie das funktioniert und wie wir damit Geld verdienen können *g*. Es ist auch nicht deshalb die bisher einzige Schleichwerbung, weil es das Beste Hotel überhaupt war, sondern einfach weil es gerade so schön in den Text gepasst hat. Es war gut aber das Frühstück hätte besser sein können, aber diese Bemerkung steht ausnahmslos bei jeder Bewertung aller amerikanischer Hotels haben wir festgestellt.

 

Horseshoe bend


Der Colorado River ist 2333 Kilometer lang und ihm verdanken wir viele der wunderschönen Schluchten wie etwa den Glenwood, Glen, Marple und Grand Canyon. Auch den Hoover und Glen Canyon Damm verdanken wir diesem Fluss, sowie die daraus entstandenen Seen Lake Mead und Lake Powell. Noch ein weiteres Meisterwerk des Colorado Rivers wollen wir jetzt besuchen. Den Horseshoe Bend, der hier in der Nähe ist. Es gibt einen grossen gut besuchten Parkplatz mit Toiletten. Von hier führt ein 1,2 Kilometer langer Weg zur Schlucht. Es gibt zahlreiche Hinweistafeln, welche ermahnen unbedingt genügend Wasser auf der Wanderung mit zu führen und uns informieren, dass es keinen Schatten gibt auf der Strecke. Wir finden es etwas komisch aber die wollen hier wahrscheinlich kein Risiko eingehen das auf der langen, für hiesige Verhältnisse schon fast Pilger Reise, jemand verdurstet oder dehydriert. Faszinierend ist jedoch, dass einem sogar vorgerechnet wird wie viel Wasser man mitnehmen soll, je nach Gruppengrösse… (siehe Foto).

 

Der Anblick nach dem 10 minütigen Spaziergang entschädigt dann allemal für die «Strapazen». Nach einem grossen Schluck Wasser (wir müssen sparsam sein, denn wir haben uns verrechnet und nur eine Flasche für zwei Personen dabei) sind wir auch fit genug noch ein paar Schritte weiter zu gehen. Dieser Aussichtspunkt ist zwar leider etwas überlaufen mit Touristen aber kostet wenigstens nichts. Der Anblick dieser wunderschönen Schlucht macht Spass und wir geniessen die wunderschöne Landschaft in vollen Zügen. Was wir aber nicht verstehen ist der Anblick der vielen Menschen, die sich hier in Gefahr bringen. Die Touristen kraxeln auf die unmöglichsten Felsvorsprünge und setzen sich vor Abgründe hin, es ist einfach nur zum Kopfschütteln. Wir haben ganz ohne Risiko auch tolle Fotos hingekriegt, die aussehen als ob wir am Abgrund stehen, findet ihr nicht? Tja; Talent oder kein Talent, das ist hier die Frage und nicht Lebensmüde oder nicht Lebensmüde. Wir haben auf jeden Fall auf Sportprogramm umgestellt, sollte jemand abstürzen haben wir es so auf jeden Fall im Kasten – das ist natürlich ein Scherz! Naja ein bisschen zumindest.

Lake Powell

Wir haben uns so auf diesen See gefreut aber das was wir bisher vom Lake Powell gesehen haben war nicht gerade berauschend. Eher durch Zufall landen wir am Eingang zum Glen Canyon Nationalpark, welcher am Lake Powell liegt. Auch dieser National Park ist mit unserem Jahrespass abgedeckt. Wir fahren in den Park hinein und als wir das erste Mal richtig einen Blick auf den See haben stockt uns der Atem. Die Sicht ist wahnsinnig schön und der See mit den umliegenden Bergen ist eine richtige Farbexplosion. (Als wir im Nachhinein die Fotos anschauen sind wir ziemlich enttäuscht. Es kommt nicht annähernd so rüber wie es in Wirklichkeit war.) Die Strasse führt eine Weile dem Lake Powell entlang und hat ein paar wirklich schöne Aussichtspunkte und auch Strände zu bieten. Nur zum Baden ist es uns doch etwas zu kalt. Nun macht auch dieser See ganz schön was her, uns gefällt es sehr.

 

Fütterungszeit

Es ist Nachmittags um vier und wir haben noch nichts Richtiges gegessen. Also kurz recherchiert und dann im Big John's Texas BBQ Platz genommen (der Italiener, der zu Oberst auf der Liste stand hat Urlaub – war ja klar oder?). Vor dem Haus stehen drei Monster von Smoker in welchen das Fleisch zubereitet wird. Wir bestellen zwei riesige Portionen. Während wir warten knuspern wir die Erdnüsschen die auf dem Tisch in einem grossen Eimer stehen. Es gibt Spare Ribs, Würstchen, Pulled Pork und Chicken, dazu Bohnen und Kartoffelsalat, Brötchen und eine grosse Limo. Alles schmeckt fantastisch und die Reste nehmen wir für später mit. Als wir rauskommen und losfahren wollen ist die Strasse abgesperrt. Wir fragen nach und erfahren, dass ein Heissluftballon Fest stattfindet an diesem Wochenende. Cool, daher der grosse Markt weiter unten im Dorf den wir sowieso noch besuchen wollten.

 

Heissluftballon FEstival

Wir parkieren unser Schiff in der Nähe des Trubels und schlendern übers Festgelände. Es ist wie ein kleines Jahrmarkts Fest. Es gibt Streetfood Stände, Handwerker Kram zu kaufen, Hüpfburgen für die Kleinsten, sowie Live Musik und ein gesperrte Hauptstrasse durch das Dorf. Als es dunkel wird kann man den Ballon Fahrern auf der gesperrten Strasse zusehen wie sie ihre Ballone aufrichten. Es sind weit über 20 Ballone da, welche beim Befeuern mit dem Bunsenbrenner wunderbar leuchten. Der ganze Spass dauert etwa 30 Minuten, danach wird bereits wieder eingepackt – der Wind ist zu stark. Schade. Ein paar ganz Verrückte lassen die Zuschauer danach an die Bunsenbrenner um den Nachthimmel zu erleuchten.

 

Irgendwie fühlen wir uns wie zu Hause an diesem Ballon Fest. Ein ganz normaler Tag und am Abend besucht man noch den Rummel, isst etwas und schlendert durch die Strassen. Witzig wie etwas so banales, normales, alltägliches einem plötzlich das Gefühl gibt man sei zu Hause. Es tut richtig gut auch wieder einmal etwas zu machen, dass nichts mit Reisen und Sightseeing zu tun hat. Es war nicht geplant, wir mussten uns nicht dafür oder dagegen entscheiden, sondern es war etwas Spontanes das gerade gepasst hat.

 

 

Am nächsten Morgen beim Frühstück beobachten wir dann wie die vielen Ballone alle in den strahlend blauen Himmel aufsteigen. Es sieht genial aus und wir sehen einige sehr spezielle Exemplare.

 

Antelope Point & Scenic Drive

Nach der Antelope Canyon Tour (nächster Beitrag) haben wir ebenfalls noch etwas Zeit und fahren zum Antelope Point und danach den Scenic Drive ab. Auch beim Antelope Point können wir den Jahrespass wieder benutzen. Zum Glück. Hätten wir hier für 30$ Eintritt bezahlt, wären wir ganz schön sauer. Absolute Zeitverschwendung. Wir fahren auf zwei grosse Parkplätze und sehen nichts. Wobei, wäre noch Saison hätten wir eine Bootstour machen können und dann sähe es vielleicht etwas anders aus. Wer weiss. Und vielleicht würden wir auch mehr sehen, wenn wir einen Spaziergang machen würden oder so. Kann sein. Aber Stand hier und jetzt – Antelope Point doof!

 

Der Scenic Drive in Page ist auch eher ein Witz. Er besteht eigentlich nur aus einem Aussichtspunkt und ist nur ca. 3 Kilometer lang – voll blöd. Doch immerhin, die Aussicht auf den Colorado River und die Staumauer des Lake Powell ist beeindruckend und auch die Felsformationen und die noch nie gesehenen grünen Pflanzen darauf sind sehr speziell aber schön und Beni bewundert sie voller Hingabe. 

 

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