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Grand Canyon

Wir präsentieren euch eine Unterhaltung aus der Kategorie «Dumme Frage, dumme Antwort». Entstanden während der Planung unseres Grand Canyon Aufenthalts.

 

«Wie kann man denn den Sonnenauf- und Sonnenuntergang vom gleichen Ort aus sehen?» - «In dem du einmal am Morgen und einmal am Abend dort hingehst.» Plausibel. Logisch. Keine weiteren Fragen. 😂👌

 

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss - schauen wir mal ob das auch stimmt. Der letzte Canyon auf unserem Roadtrip ist der allseits bekannte Grand Canyon. Auf dem Weg dorthin brechen wir dann erstmals Beni’s «Safety First»-Regel. Joli setzt sich ans Steuer von KITT und macht ihre Sache gleich ziemlich gut (das klingt ja gerade so als wäre sie noch nie Auto gefahren – Pah!), die ganz grossen Schweissausbrüche bleiben aus. Beni nutzt die Zeit um sich mit unserer neuen Go Pro Kamera vertraut zu machen um diese beim Grand Canyon ein erstes Mal einzusetzen auch wenn sie primär für den Unterwasser Einsatz vorgesehen ist. Noch ein paar Zwischenstopps um die Aussicht zu geniessen und schon bald sind wir ganz nah an einer weiteren Schöpfung des Colorado Rivers.

Nach einer Stunde fahrt biegen wir an der Ortschaft Cameron auf die AZ64 ein, welche uns zuerst an einen Nebenarm des Canyons führt. Ein kleiner Vorgeschmack auf das was als nächstes folgen soll.

First View

Wir fahren von Osten in den Park hinein und nach weiteren 20 Minuten gibt es dann den ersten Blick auf den Grand Canyon, welcher uns schon ein wenig ins Staunen bringt. Beni war ja schon mal hier, kennt aber nur die Perspektive aus dem Helikopter (der Arme). Die Breite und Tiefe dieser Schlucht ist schlichtweg unglaublich. Soweit das Auge reicht schauen wir nach Westen und können das Ende nicht sehen. Aber immerhin haben wir jetzt die korrekte Erklärung für die Sonnenauf- und Untergang Thematik. Der Canyon verläuft von Ost nach West (oder umgekehrt je nach Standpunkt), weshalb man sowohl den Sonnenauf- und Sonnenuntergang vom selben Punkt aus sehen kann, denn wir stehen am Süd Rand der gewaltigen Schlucht. Alles klar?

 

Die Menschenmassen sind aber auch gewaltig, man findet kaum einen Platz um in Ruhe ein Foto ohne Touristen zu machen. (Eine masslose Übertreibung von Beni – verglichen mit Iguazu zum Beispiel ist es praktisch leer hier!) Doch nicht beeindrucken lassen und weiter gehts.

 

Auf dem Parkplatz sehen wir dann plötzlich einen Coyoten, der umerläuft. Ein Auto fährt langsam auf ihn zu und das Tier wird sichtlich nervös. Und was machen die dämlichen, saudummen Menschen? Sie werfen ein Sandwich zum Fenster raus und füttern den Coyoten. Joli wäre am liebsten ausgestiegen und hätte sie verdroschen. Aber das darf man ja nicht! Leider! Stattdessen sind wir auf Augenhöhe hingefahren, haben sie böse angeschaut und den Kopf geschüttelt. Dabei haben wir ganz offensichtlich ein Foto von ihren Auto inkl. Insassen und dem Nummernschild gemacht und beiläufig das Wort «Park Ranger» fallen lassen. 

 

Am nächsten Aussichtspunkt geniessen wir dann unser Grand Sandwich das wir am Morgen gebastelt haben und hoffen, dass uns nicht ein von Menschen verzogener Coyote in den Rücken fällt. Das Auto von vorhin fährt ebenfalls auf den Parkplatz, aber sobald sie uns sehen fahren sie gleich weiter und steigen nicht einmal aus. Besser für euch!

 

Es dauert etwa eine Stunde bis wir am Visitor Center ankommen, aber wir halten auch an allen möglichen Aussichtspunkten an und geniessen die Aussicht. Leider gibt es auch hier ein Shuttlebus System, dass uns das erkunden etwas erschwert, denn es ist sehr viel zeitaufwändiger als mit dem eigenen Auto zu fahren, zumal nicht in jede Richtung jeder Stopp angefahren wird. Wir verstehen zwar den Sinn und Zweck dieser Shuttelbusse, finden es aber trotzdem doof. Im Visitor Center informieren wir uns über die Sonnenunter- und Aufgangszeiten und die besten Spots um uns diese an zu sehen.

 

Danach sehen wir uns noch die paar Aussichtspunkte rund um das Visitor Center an und entdecken doch prompt wieder ein paar Lebensmüde Idioten. Wir beobachten die Gruppe eine Weile, stellen die Kamera auf Sport aber obwohl die beiden Damen einmal gewaltig schwanken fallen sie zu ihrem Glück in die richtige Richtung und nicht den steilen Abgrund runter. Das witzige ist ja, dass sie sich dort in Lebensgefahr bringen aber die Fotografen dann nicht einmal am richtigen Ort positionieren damit man auch sieht wie wagemutig sie sind. Wir haben jeweils den viel spektakuläreren Blick auf das Rumgehampel am Abgrund als die Fotografen die direkt vorne dran stehen – man sieht die ganze Dramatik auf dem Bild ja gar nicht?!

 

Sonnenuntergang

Es ist schon spät. Zu spät um noch den Shuttle zu nehmen, zu spät um zuerst einzuchecken und Essen zu gehen aber zu früh für den Sonnenuntergang. Wir entschliessen uns trotzdem im Park zu bleiben und bereits an einem der guten Plätze Stellung zu beziehen. Da wir mit dem Auto unterwegs sind, nehmen wir einen der Aussichtspunkte die mit dem Auto statt dem Shuttle erreichbar sind und wo auch keine Tourenanbieter massenhaft Touristen anschleppen.

 

Es bleibt noch etwas Zeit bevor die Show beginnt und bereiten hier unser Abendessen zu. Wir haben noch ein Sandwich und ein super Dessert. Es gibt Stalder Schokoladen Creme aus der Schweiz (Merci viumau AnSaLu!) dazu Schlagrahm und Erdbeeren. Zusammen mit der Aussicht ein Gedicht. Einige andere Touristen lächeln uns ziemlich neidisch an und meinen nur; «Ihr macht es richtig.». Ist halt schon eine geile Idee, da stimmen wir zu.

 

Der Sonnenuntergang ist dann leider nicht so prickelnd wie sich Beni das erhofft hat und somit bleibt sein Highlight das Dessert. Auch Joli ist nicht so begeistert, die Sonnenuntergänge hinterm Stockhorn von ihrem alten Balkon aus waren um Welten besser. Und trotzdem kommen ein paar ganz coole Bilder zustande. Aus Langeweile spielt Beni dann an den Kamera Einstellungen rum und macht auf einmal doch noch ein paar ganz geile Bilder von Joli und dem Sonnenuntergang wie ihr sie so nirgendwo finden werdet. Simba’s Löwenmähne ist ein Scheiss gegen Joli’s fliegende, goldenen Haarpracht. Oder habt ihr schon mal solche Fotos gesehen?!

Es war schon vorher frisch aber sobald die Sonne weg ist wird es bitter kalt. Joli will sich eigentlich noch den Sternenhimmel ansehen, aber verschiebt es auf Morgen vor dem Sonnenaufgang. Ab ins Auto und die Sitzheizung anwerfen. Auf dem Rückweg überfahren wir noch fast unser Abendessen. Ein riesiger Hirsch rennt über die Strasse und KITT erwischt ihn fast noch an seinem gigantischen Hintern. So einen grossen Hirsch haben wir noch nie gesehen. Krass. Aber eben knapp verfehlt ist auch vorbei und somit gibt es kein Abendessen heute. Wir beziehen unser Zimmer im Hotel und legen uns früh schlafen, wir wollen Morgen wieder früh raus. Der Sonnenaufgang soll auch ein riesen Erlebniss sein haben wir gelesen, Beni ist schon ganz aufgeregt, juhu.

Sonnenaufgang

Heute stehen wir früh auf und schauen uns den Sonnenaufgang am Grand Canyon an. Wir fahren zum Visitor Center und parkieren dort um das Spektakel vom Matter Point aus zu sehen. Es ist arschkalt. Wir bibbern dem Rand entlang und stellen fest, dass es mit Sternegucken genauso nichts wird wenn man kurz vor dem Sonnenaufgang da ist – wie kurz nach dem Sonnenuntergang. Insgeheim war uns das wohl klar, aber man belügt sich zwischendurch gerne selber wenn man zu faul für etwas ist. Wie zum Beispiel länger an der Kälte sein oder früher aufstehen.

 

Wir sind eine Stunde vorher da und was treffen wir an? Einen bereits völlig überlaufenen Aussichtspunkt. «Wahnsinn», meint Beni, «es gibt noch grössere Dummbeutel als wir es sind.» Wir suchen uns ein noch freies Plätzchen und sorgen dafür dass auch keiner vor die Linse steht. Und dann warten wir. Und wir frieren. Und Beni nörgelt. Einige Leute haben sogar die Lacken aus dem Hotel umgeschlungen und stehen so am Rand des Canyons. Unglaublich. Joli dreht die eine oder andere Runde um zu sehen ob es vielleicht ein schlechter Platz ist, denn wir sehen nichts.

 

Dann ist es endlich soweit. Sie kommt. Ein Strahl, zwei Strahlen, tatarataaaa sie ist da. Die Kameras klicken und klacken und 2 Minuten später stehen wir an einem komplett verlassenen Aussichtpunkt. Ähm. Öh. Okey. Joli nutz die Gelegenheit um noch aus anderen Blickwinkeln ein paar Fotos zu machen aber ist bald zurück. Wie es scheint haben wir wenigstens ein windstilles Plätzchen zum erfrieren gefunden, dort wo alle anderen standen weht ein sehr unfreundlicher bitter kalter Wind.

 

Lieber Grand Canyon. Wir sind aus Thun und kennen die Sonnenauf- und Untergänge im Berner Oberland. Sorry, aber da kannst du einpacken.

 

Schnell zurück zum Hotel. Schon wieder erspähen wir diese riesigen Hirsche, diesmal aber zum Glück aus einiger Distanz. Wir brauchen jetzt auch nicht zu jagen, das Frühstück ist inklusive. Und es ist wirklich reichhaltig und lecker, eines der Besten bisher, so dass wir uns müde aber gestärkt auf den Weg nach Las Vegas machen. Denn wir haben beschlossen den Shuttlebus Teil des Parks ausfallen zu lassen. Irgendwie sieht es doch von überall irgendwie gleich aus haben wir gestern festgestellt.

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Kommentare: 2
  • #1

    renate feller (Freitag, 11 Januar 2019 16:43)

    Fotos undkommentare einfach geil,nein obergeil oder wie sagt mann heute? ,für das beste vom besten.? Liebi grüessli ma

  • #2

    Benjoli (Samstag, 12 Januar 2019 16:22)

    Hey Ma, haha ja obergeil hört sich geil an. Aber keine Ahnung wie man heute sagt. "Voll fett" sagte man auch einmal, aber wir sind da selber auch nicht mehr auf dem laufenden haha. Liebi Grüessli