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Tokyo III

Asakusa

Letzter Tag in Tokio. Der erste Halt des Tages ist beim ältesten Tempel der Stadt. Dem Sensoji Tempel in Asakusa. Wir sind erst um 10 Uhr da und der Ort gleicht schon einem kleinen Rummelplatz. Noch nirgends war es so überlaufen wie hier. Vor dem Tempel befindet sich eine lange, gerade Einkaufsstrasse mit Souvenirs und Essen. Alles was das Herz begehrt. Aber erst einmal wollen wir den Tempel bestaunen. Wer suchet der findet doch die eine oder andere Ecke in dieser Tempelanlage, an welchem ein Foto ohne Touristen möglich ist. Aber einfach ist es nicht. Der Tempel und besonders die Pagode mit den 4 Dächern sind ziemlich cool.

 

Es gibt hier auch zahlreiche Holzkästen mit Nummern, an welchen man sich anhand einer Zahlenspielerei anschauen kann, was die Zukunft bringt. Wir nehmen unsere Lieblingszahl (zum Glück wissen wir wie das Zeichen für 1 aussieht und können von dort aus weiterzählen, denn die Zahlen sind auf Japanisch) und ziehen dann den Zettel dort raus. Wir haben es leider nicht korrekt gemacht. Eigentlich hätten wir die Box schütteln müssen, ein Stäbchen rausziehen und die Zahl auf dem Stäbchen wäre unsere Zukunft gewesen. Die Box haben wir zwar geschüttelt aber das mit dem Stäbchen nicht gecheckt. Wir sind aber mit dem ersten Ergebnis sehr zufrieden (das zweite war weniger gut) und deshalb legen wir die zweiten Zettel wieder rein und nehmen nur die ersten mit. Joli hat zwei Mal neutral gezogen und Beni einmal gut und einmal schlecht, das hat ihm gar nicht gepasst. Aber Joli meint 1x gut und 1x schlecht gibt auch neutral, das passt schon. Naja 100 Yen an die Glücksbox verschenkt aber immerhin haben wir einen Zettel dafür bekommen.

 

Die meisten schmeissen auch noch Geld in die Box vor dem Altar bevor sie beten. Ja auch beten ist nicht gratis. Die Götter wollen auch ihren Lohn fürs zuhören… Aber das ist wohl weltweit gleich. Die Götter (oder doch eher ihre Vertreter auf Erden?!) wollen von ihren Gläubigen Geld und in ihren Häusern ganz viel Gold. Wir finden das ganz und gar nicht göttlich aber deshalb sind wir wohl auch Ungläubige.

 

Wir haben ganz am Anfang schon eine Anleitung gelesen wie man hier betet. Kopfnicken, in die Hände klatschen und das in einer speziellen Abfolge und Anzahl. Man solle das aus Respekt auch machen stand auf diesem Schild. Aber wir beten ja auch in keiner Kirche also wieso in einem Tempel? Nein, nein. Wir gucken einfach jeweils den süssen Buddha mit seinem kleinen Kugelbäuchlein an und gehen dann unseren Weg weiter. Er ist uns sicher nicht böse, denn wer so lustig aussieht kann doch nicht böse sein oder?

 

100'000 Fotos später laufen wir jetzt noch «gemütlich» die Einkaufsstrasse entlang. Wenn wir bei unserer Ankunft schon dachten, dass es viele Leute hat, werden wir jetzt eines besseren belehrt. Es ist also immer noch so. Der frühe Vogel fängt den Fisch. Nur das es hier mehr frühe Vögel hat als anderswo, wie es scheint. Hier und da kaufen wir einen kleinen Snack und ganz am Schluss entdeckt Joli was Beni seit der Ankunft in Japan überall sucht – Wasabi Nüsse! Buddha sei gepriesen.

 

Ein kurzer Fussmarsch trennt uns vom Tokyo Skytree dem zweithöchsten Bauwerk der Erde (634 Meter). Wir spazieren gemütlich und stehen plötzlich vor einem goldenen… Ähm… Ding…?! Das Gebäude ist das Brauhaus des hiesigen Bieres Asahi. Das goldene Ding, wird (gemäss einem anderen Blog) von den Japanern «der goldene Kackhaufen» genannt. Ob es stimmt wissen wir nicht aber spontan fällt uns auch keine andere Bezeichnung ein. Wir entdecken ein gemütliches Lokal und Beni will sich ein dunkles Bier bestellen. 6.50 der stolze Preis – aber es ist dafür ein grosses Glas – es wirkte auf jeden Fall auf dem Bild so. Als Joli wenig später zur Bar blickt und Benis schmerzverzerrtes, fast weinendes Gesicht sieht und dann auch noch das Glas erblickt, kann den Lachanfall nichts mehr aufhalten. Ein Müsterchen. Wie süss!

 

Einige Schritte und ein paar scharfe Nüsse später stehen wir vor dem Skytree Tower. Wir gehen aber auch hier nicht hinauf. Es ist zwar das zweit höchste Gebäude der Welt aber die Aussichtsplattform ist nur auf 350 resp. auf 450 Meter. Also nicht viel höher als Plattformen die wir schon erklommen haben. Zudem hat Beni vorhin, das Ticketgeld versoffen oder besser gesagt verschluckt, den viel zu saufen gab es ja nicht.

 

Odaiba

Die Zeit drängt etwas, uns fehlt noch das Hafenviertel von Tokio. Das Viertel hat riesige Einkaufscenter, ein riesen Rad, eine Freiheitsstatue und einen super Blick auf die Regenbogen Brücke, die besonders bei Nacht schön sein soll. Als erstes sehen wir die Mini Freiheitsstatue. Direkt vom Bahnhof läuft man darauf zu und sieht im Hintergrund die Skyline von Tokyo. Sogar den Tokyo Tower kann man sehen. Tja, dass geht nur hier den Eiffelturm von Paris und die Freiheitsstatue aus New York von einem Blickwinkel aus sehen  - in Vegas muss man sich dafür immerhin einmal umdrehen.

Wir haben jetzt aber mächtig Kohldampf und brauchen erstmal was zu essen. Das Futter im Foodcourt des Einkaufscenters ist dann erstmals seit wir in Japan sind ein Gaumengraus.

 

Wir haben gestern am späten Abend online zwei der letzten Tickets für das Digital Art Museum gekauft. Eigentlich wollen wir erst gegen 16:00 gehen, da es dann weniger Leute haben soll, aber irgendwie wissen wir nicht so recht was wir bis dahin noch machen sollen also gehen wir schon etwas früher.

 

Wir wissen von Berichten nur das es toll sein soll aber trotzdem wissen wir nicht so recht was uns erwartet. Die Warteschlange nur um in das Gebäude rein zu kommen ist bereits gigantisch gross. Während Joli ansteht geht Beni das Ticket eintauschen. Trotz der grossen Menschenmenge sind wir nach 30 Minuten drin.

 

Oh mein Gott, was für eine abgefahrene Welt ist das denn. Es gibt hier riesige Räume, ja fast Hallen und durchgehend ist es dunkel aber doch mit allen möglichen knallbunten Farben beleuchtet. Die Räume sind quasi verschiedene Shows. Es gibt Hologramme, Spiegel, LED's und unzählige Laser, welche allerlei Abstraktes projizieren und die Besucher so richtig flashen.  

 

Es gibt die «Grenzenlose Welt», welche aus mehreren Räumen besteht. Achtung die Gefahr sich zu Verlaufen besteht definitiv, denn nebst der Dunkelheit und den irren Farben, hat es auch noch überall Spiegel. Man weiss kaum noch wo oben oder unten ist. Der Blumenwald ist kunterbunt, die Kristallwelt einfach der Wahnsinn und auch die Lichtershow zieht uns in ihren Bann, um hier nur einige von vielen Räumen zu nennen. Es gibt auch Räume, für welche man teilweise bis zu zwei Stunden anstehen muss. Wir warten zum Glück jeweils nicht annähernd so lange es lohnt sich aber auch nicht sonderlich. Das «Kuckucks Nest» ist eher langweilig. Wir sind aber froh, dass wir uns wenigstens 5 Minuten hinlegen können um zu entspannen.

 

Der «Wald der Lampen» ist irgendwie schon ziemlich cool aber dafür 2 Stunden anzustehen fänden wir jetzt übertrieben, zumal man nicht einmal 5 Minuten drin ist. Auch das «Athletische Feld» mit seinen Räumen ist cool aber beim «Zukunft Park» angekommen ist bei uns dann schon langsam die Luft raus. Für drei Stunden Unterhaltung ist der Preis mit knapp 30 Franken pro Person zwar heftig aber für das Gebotene okay. Das war wieder einmal ein Museum nach unserem Geschmack. 

 

Auf dem Rückweg wollen wir dann durch ein Einkaufszentrum abkürzen um noch den riesen Roboter an zu schauen. Die Abkürzung kostet uns dann leider über 30 Minuten Zeit weil es schlicht und einfach keinen Hinterausgang gibt oder wir finden ihn einfach nicht. Wir sind ziemlich genervt über die extra Kilometer durch die scheiss Shopping Mall, die Füsse schmerzten schon vorher. Also kein Roboter!

 

Am Bahnhof schiesst Joli noch ein paar Fotos von der Skyline und der sagenhaften Rainbow Bridge. Also so speziell ist die jetzt bei Nacht auch nicht aber der Blick auf die Skyline ist schon hübsch. Beni hat schon seit dem Einkaufszentrum Marathon keine Lust mehr und wir ziehen uns für heute zurück in unser Hotel.

 

In der Nähe unseres Hotels gehen wir noch kurz einkaufen – Wahnsinn die riesigen Äpfel die sie hier verkaufen! Wir decken uns noch mit ordentlich Sushi ein denn etwas anständiges zu Essen hatten wir heute noch nicht. Das verputzen wir dann in unserem kleinen Zimmerchen bevor es zu Bett geht.

 

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