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Kanazawa II

Wir sind müde, sehr sogar, darum bleiben wir bis um 10 Uhr im Bett. Noch immer etwas geschwächt von unserer Erkältung gehen wir in einem Café frühstücken. Dick eingepackt haben wir unser Ryokan verlassen und bereits nach kurzer Zeit ziehen wir Schicht für Schicht wieder aus. Das Wetter ist traumhaft schön und warm, kein Vergleich mit den kühlen Temperaturen von gestern. Bevor wir den Schlosspark betreten finden wir das gesuchte Café. Es ist lecker aber schweineteuer und wirklich gegessen haben wir auch nicht. Die Portionen sind zwar nicht ganz so klein wie das Milchschälchen aber auch nicht riesig.

 

Chaya District

Wir haben für heute nicht wirklich etwas geplant. Wir spazieren in den nahe liegenden Chaya District, wo die Geishas zu finden sind. Geishas sind Frauen, welche bereits im alten Japan ein lange Ausbildung zur Unterhaltungskünstlerin absolviert haben. Hier gibt es noch Teehäuser wo Geishas zur Unterhaltung der Gäste auftreten aber, da es sich um keine öffentlichen Shows handelt ist es für Touristen eher schwierig eine echte Geisha zu Gesicht zu bekommen. Aber auch wenn wir keine sehen, gibt es sonst noch einiges zu entdecken in diesem gemütlichen Viertel.

 

Die Strassen sind wunderschön und die Häuser versprühen ein spezielles Flair. Man fühlt sich erneut wie auf einer kleinen Zeitreise.

Geisha Haus

Da Beni zu faul ist die Schuhe auszuziehen, besucht Joli das Geisha Haus, welches als Museum dient alleine. Kameras sind verboten auch kleine Kompaktkameras man darf nur mit dem Smartphone fotografieren (?!?!). Man muss nicht jede Regel auf dieser Welt verstehen oder? Aber dafür ist es endlich einmal ein Haus, dass auch noch etwas eingerichtet ist und nicht komplett leer steht. Man sieht Instrumente, die Räume wo Teezeremonien abgehalten werden und auch Gästezimmer, sowie eine komplett eingerichtete Küche.

 

Sogar eine Toilette hat es juhuuu und erst noch eine Western Style Toilette. Als plötzlich eine Dame wild gestikulierend hinter Joli auftaucht, bemerkt diese erst, dass sie noch die Toiletten Schuhe anhat. Ups. Zum Glück nur bis zum Lavabo gekommen, das wäre sonst sehr peinlich gewesen. Also bei uns wäre das ja kein Ding, aber hier kommt einem jeder Verstoss gegen eine der 100'000 Regeln mega peinlich vor.

 

Fast am Schluss betritt man noch einen Raum mit einigen Ausstellungsstücken und einem Bildschirm wo eine der berühmten Unterhaltungsshows läuft. Also für westliche Ohren klingt dieser Singsang mit den exotischen Instrumenten wie ein riesen Katzengejammer. Schnell weg hier.

 

Sake Tasting

In diesem Viertel haben sich viele Sake Brauereien eingenistet, welche mit Shop und Degustationen locken. Sake ist japanischer Reiswein. Es ist kurz vor Mittag, perfekt um den Magen ein wenig aufzuschrecken. Wir teilen uns vorsichthalber eine Degustation da wir keine Ahnung haben wie Sake schmeckt respektive wie stark das Gebräu ist. Es gibt drei verschiedene Weine, von ölig bis fein wie Wasser. Geschmacklich schwierig zu beschreiben. Für uns jedenfalls kein absoluter Gaumenschmaus aber auch kein Gaumengraus. Der Tofu, welcher dazu serviert wird und das heisse, süsse, fermentierte Reisgetränk danach sind jedoch deliziös und wir durften hier sogar die Schuhe anbehalten.

 

Sushi Train

Essenszeit! Okey es ist erst 3 Uhr Nachmittags aber wir haben Bock auf Sushi. Als wir uns gestern Morgen durch das Marktgetümmel schlugen, sind wir an einem Sushi Restaurant mit einer riesigen Warteschlange vorbeigekommen. Da wollen wir heute auch rein. Vor dem Restaurant gibt es eine etwa 10 Meter lange Sitzbank zum gemütlichen Warten, auf welcher wir Platz nehmen. Nach 15 Minuten dürfen wir rein in die gute Stube. Gestern war die Schlange wesentlich länger aber jetzt eine Stunde vor Schliessung haben die meisten ihr Mittagessen schon hinter sich.

 

Wir setzen uns direkt an die Theke am Förderband, auf welchem das frische Sushi seine Runden dreht bis jemand zulangt. Dahinter können wir den Sushi Meistern gleich bei der Arbeit zusehen. Die fertigen Sushi Portionen auf dem Band kommen auf verschieden farbigen Tellern. Jede Tellerfarbe hat einen anderen Preis, damit man einen Überblick über die Kosten hat. Die leer gefutterten Teller stapelt man an seinem Platz und die werden dann zusammengerechnet.

 

Am Platz gibt es auch einem Touchscreen, an welchem man direkt bei den Köchen die gewünschten Sushis bestellen kann. Wir bestellen einerseits über den Bildschirm und bedienen uns aber auch grosszügig am Fliessband. Die Wasabi Sushi hauen uns dann aber beinahe vom Hocker. Die kleinen Röllchen feuern ganz schön ein, wir sitzen kurz mit tränenden Augen und roten Köpfen am Tisch. Grüntee gibt es gratis und an jedem Platz stehen verschieden Sojasossen und frischer Ingwer. Wir lieben Sushi! Für nicht einmal 40 Franken schlagen wir uns die Bäuche mit absolut leckeren frischen Fischröllchen voll.

 

Einen Zug, welcher das Sushi bringt hat es hier auch. Der fährt allerdings nur bei den Tischen vorbei, wo dafür das Fliessband nicht durchfliesst.

 

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