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Hiroshima

Heute sind wir nach Hiroshima gedüst. Beim Namen Hiroshima wird der eine oder andere ohne Fensterplatz in Geschichte, auch gleich an das Stichwort Atombombe denken, so wie wir. Es läuft uns nur schon kalt den Rücken runter beim Gedanken was hier am 6. August 1945 geschehen ist.

 

Alleine bei der Explosion starben damals innerhalb von zwei Sekunden über 90'000 Menschen. Das ist unvorstellbar. Weitere 90'000 bis 166'000 starben an den Spätfolgen und 80% der Stadt wurden innert Sekunden zerstört und dem Erdboden gleich gemacht. Ein trauriger Höhepunkt in der Geschichte des zweiten Weltkriegs und eines der schrecklichsten Kapitel der Menschheit und doch hat vielleicht eben diese schreckliche Bombe verhindert, dass noch mehr Menschen ihr Leben lassen mussten? Es gibt viele Theorien, wie der Krieg ohne diese Bombe womöglich weiter gegangen wäre. Es ist lange her und trotzdem leiden auch heute noch Menschen und neue Generationen an den Folgen der Verstrahlung.

 

Atombomben Kuppel

Wir stehen vor der Atombomben Kuppel unmittelbar vor dem Friedenspark. Die Bombe detonierte etwa 600 Meter über und 160 Meter neben dieser Ruine. Es ist eines der ganz wenigen Gebäude, welches nicht komplett dem Erdboden gleichgemacht wurde und gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe.

 

Es ist warm heute und trotzdem haben wir eine Gänsehaut. Irgendwie passt das Wetter, es ist stark bewölkt und regnerisch, eine eigenartige Stimmung liegt in der Luft. Heiter Sonnenschein wäre irgendwie komisch, wie fehl am Platz. Wir verzichten bewusst darauf im Vordergrund dieses Gebäudes für Fotos zu posieren. Wir beobachten andere Touristen, welche dies tun, aber wir finden es fühlt sich nicht richtig an.

 

Glühwein

Wir gehen Richtung Friedensmuseum und sehen ein kleines Café am Fluss. Hier bieten sie doch tatsächlich Glühwein an. Super! Hmmm… Es ist aber erst 10:13 Uhr... Ach was perfekt für einen leckeren Glühwein zum Frühstück. Zudem steht auf einem Schild: «Beer o’clock» und was für Bier gilt, sollte auch für Glühwein passen oder? Zuerst einen Weissen, danach noch einen Roten und Voilà hebt sich die Stimmung wieder ein wenig und wir sind gewappnet für das Museum. Die tristen Touristen sind wieder heiter, es geht weiter.

 

Flamme des Friedens

Danach spazieren wir durch den Friedenspark. Hier steht ein Denkmal mit einer lodernden Flamme. Es ist die Flamme des Friedens, das ewige Feuer. Diese Flamme soll erst ausgehen wenn alle noch existierenden Atomwaffen auf der Erde vernichtet wurden. Wer weiss, vielleicht werden wir in zig Jahren die Feier und das Erlöschen dieser Flamme im TV mitverfolgen können?

 

Friedensmuseum

Jetzt schauen wir uns noch das Friedensmuseum an. Es sind eindrückliche Bilder, welche wir zu sehen bekommen. Einerseits vorher und nachher Vergleiche der Stadt und andererseits Bilder von Überlebenden und Opfern. Es sind viele zerfetzte oder durch den radioaktiven Regen, schwarz verfärbte Kleider von Opfern ausgestellt, darunter auch Schuluniformen von Kindern.

 

Geschmolzene Glasflaschen und ein deformiertes versengtes Dreirad aus Stahl zeugen vom Ausmass der Bombe. Die Hitze muss gewaltig gewesen sein. Hier findet man alles zum Thema Atombombe, Krieg und dessen Auswirkung.

 

Ein Foto zeigt sogar den Schatten eines Mannes, welcher auf einer Steintreppe sass. Sein «Schatten» brannte sich bei der Explosion in den Stein, das war alles was von ihm übrig geblieben ist und viele Menschen sind überzeugt, das genau dort einer ihrer Verwandten oder Freunde gesessen hat.

 

Es ist eines all dies im Geschichtsunterricht zu lernen, aber noch einmal etwas ganz anderes hier vor Ort zu sein, wo es geschah und man noch Spuren davon wahrnehmen kann. Das geht ganz schön unter die Haut.

Hiroshima Castle

In Hiroshima dreht auch ein Sightseeing Bus seine Runden. Wir nutzen ihn um die nachgebaute Burg von Hiroshima mit Museum anzusteuern. Vom Original blieb nichts übrig und der Nachbau ist nicht aus Holz sondern aus Stahlbeton und man hat auch nur den Hauptturm nachgebaut. Schade, aber dafür müssen erstmals unsere Schuhe nicht ausziehen und im Innern der Burg gibt es sogar etwas zu sehen. Das Museum ist den Samurai gewidmet und zeigt ein paar alte Samurai Rüstungen und Schwerter. Teile davon darf man sich sogar anziehen um Fotos zu machen.

 

Nachmittags um zwei Uhr verspüren wir plötzlich ein komisches Gefühl in der Magengegend. Huuuunger, es ist Zeit für Futter. Zudem ist das Wetter mehr als nur ekelhaft heute. Es giesst in Strömen. Am Hauptbahnhof gibt es hier wie überall die Restaurantstrassen wo sich immer irgendetwas findet. Wir analysieren das Angebot und setzen uns wiedermal an ein Sushi Fliessband, wir lieben es. Nirgends ausser hier in Japan bekommt man für 15 Franken pro Person so leckeres Sushi, welches einem unter der Nase durchschleicht und einem geradezu anfleht verspeist zu werden.

 

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