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Miyajima

Heute machen wir einen klassischen Schweizer-Wochenend-Ausflug und benutzen mal alle verfügbaren Transportmittel. Mit dem Tram fahren wir an den Bahnhof, dort nehmen wir den Zug zum Hafen und setzen mit der Fähre über auf die Insel Miyajima.

 

Auf der Fähre können wir uns schon das erste Mal köstlich amüsieren. Ein Influencer High Society Girl ist mit seiner ganze Crew unterwegs. Während sie sich selber mit ihrem Smartphone filmt, wird sie gleichzeitig von ihrer Crew auch noch mit zwei verschiedenen Kameras aufgenommen. Als die Session fertig ist – was auch immer die da jetzt sehenswertes aufgenommen haben?! -  kommt ein zweites Tüpfchen angetrippelt um der Influencerin ihren Mantel abzunehmen. Ah, da ist der Fehler, sie hatte versehentlich den Mantel noch an. Klar muss man das wiederholen, denn bei 5 Grad in einem Mantel auf einer Fähre zu stehen ist nicht nur völlig unrealistisch sondern auch noch extrem uncool! Da verliert man auf einen Schlag jede Menge Follower! Verstehen wir absolut.

 

Nachdem die hochnäsige Influencer Dame mit ihrem Team - natürlich vor allen anderen - von der Fähre gedackelt ist und natürlich auch hier erneut eine Session drehen muss - und somit allen anderen jetzt auch noch im Weg steht - kommen auch wir auf der Insel an.

 

Es wimmelt wieder einmal nur so von Menschen und im Schrein findet auch noch eine Hochzeit statt. Wir kaufen uns statt den Eintrittstickets ein mit Curry und Austern gefülltes Brötchen und machen uns auf den Weg zur Seilbahn um den Mount Misen zu erklimmen. Weiter oben kaufen wir uns auch noch ein Brötchen, dass mit Marroni Masse gefüllt ist – lecker! Der Weg ist gut gekennzeichnet und zeigt dir auch immer noch die Anzahl Minuten an, falls du lieber ein bisschen rennen willst anstatt gemütlich zu gehen – wir lieben den japanischen Humor!

 

Mount Misen

Der Weg bis zur Bergstation führt durch einen schönen Wald, aber Beni stellt trotz der Schönheit der Natur oben abgekommen mit Entsetzen fest, dass es einen Shuttlebus gehabt hätte. So ein Mist, jetzt haben wir die Kalorien der leckeren Brötchen für nichts schon wider verbrannt.

 

Mit der Gondelbahn geht es jetzt hoch zur Bergstation und dann zu Fuss nochmals eine halbe Stunde weiter den steilen Berg hoch bis zum Gipfel. Das ideale Erholungsprogramm wenn man so oder so bereits völlig auf der Schnauze ist, meint Beni. Joli hingegen findet nach so viel Stadt und Kultur etwas Natur ganz erholsam. Wobei auch hier viel Kultur zu finden ist, denn es ist ja ein heiliger Berg und die Tempel und Schreine kreuzen wir noch und noch auf dem Weg nach oben. Die Aussicht von ganz oben ist die Mühe aber wert, denn es ist wunderschön und auch das Wetter spielt heute wieder mit.

 

Ninja vs. Samurai

Wieder unten bei der Talstation, läuft Beni zielstrebig auf den Shuttlebus zu. Dieser hat leider gerade Mittagspause und macht in der nächsten Stunde keinen Wank. So ein Pech aber auch…

 

Wir schlendern also gemütlich wieder nach unten zum Schrein und sehen uns noch etwas die Umgebung an. Mittlerweile haben auch die ganzen Restaurants und Souvenirshops geöffnet und wir verbringen noch etwas Zeit mit bummeln und schauen uns die vielen bunten Sachen an. Zwischendurch gönnen wir uns den ein oder anderen Snack aus einer der vielen Miniküchen am Strassenrand.

 

Beim Betrachten der vielen Souvenirs in einem Shop steht an der Strasse ein Schirmständer mit Samurai Schwertern. Beni steht direkt daneben, als ein vorbeilaufender älterer Japaner ein Schwert aus dem Ständer zieht und Beni zum Duell auffordert. Etwas überrascht und ohne Schwert nimmt Beni die Kampfstellung ein und stösst ein lautes «Ha!» aus, was alle zum Lachen bringt. Der Japaner meint grinsend: «Ah you Ninja!» und zeigt dann auf sich selber und meint: «Samurai!». Die beiden Kampfhähne belassen es zum Glück bei einem Grinsen und wir ziehen alle weiter. Ja wir lieben den japanischen Humor wirklich. Wo sonst auf der Welt wirst du mitten auf der Strasse, von einem älteren Herrn zu einem Zweikampf mit Kinderschwertern aufgefordert?

 

lecker Austern

Hiroshima ist bekannt für seine Austern, welche die besten in ganz Japan sein sollen. Wir haben beide noch nie Austern gegessen und hier gibt es die überall frisch zu kaufen, also los gehts. Wir haben uns am Morgen ja schon langsam heran getastet und die frittierten Teigbällchen mit einer Austern-Curryfüllung probiert. Naja das Curry hat die Austern mehrheitlich überdeckt. Jetzt bleiben wir an einem Austern Grill stehen und bestellen zwei frisch in der Schale grillierte Exemplare. Beni ist etwas skeptischer, während Joli die Austern super lecker findet. Dafür kauf sich Beni nochmals ein Austern-Curry Brötchen für den Heimweg. Fazit, ziemlich oishii -lecker!

 

Bahnpersonal

Wir wissen, die Züge sind immer wieder ein Thema in unseren Berichten, sie sind aber auch faszinierend. Wir beobachten immer wieder das Personal bei den Perrons. Bevor ein Zug ein- oder abfährt, macht ein oder mehrere Mitarbeiter in Uniform auf dem Perron immer denselben Ablauf von verschiedenen Handzeichen und Blicken. Und das hoch konzentriert und sehr präzise. Es sieht fast aus wie ein komischer pantomimischer Tanz, nur dass wir lange nicht wussten für wen er aufgeführt wird. Jetzt haben wir aber gesehen, dass bei der Ein- und Ausfahrt des Zuges ganz vorne und hinten jeweils ein weiterer Mitarbeiter in Uniform den Kopf, ebenso konzentriert aus dem Fenster streckt und das solange bis der Zug zum Stillstand kommt respektive den Bahnhof komplett verlassen hat.

 

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