· 

Fukuoka I

Unsere Endstation in Japan ist Fukuoka. Bereits in Nagasaki haben wir das nahende Ende dieser grossartigen Zeit in Japan gespürt. Wir haben jetzt noch zwei volle Tage hier welche wir geniessen wollen, bevor wir am Montag nach Taipeh in Taiwan fliegen.

Als wir unser Hotel suchen werden wir auf einmal von einem Herrn in gar nicht so schlechten Deutsch angesprochen. Er habe bei uns vorhin zugehört und die Worte «nach links» verstanden und wollte wissen ob wir Deutsche sind. Wir halten einen kurzen lustigen Smalltalk mit ihm. Er erzählt uns das er schon drei Mal längere Zeit in Deutschland war und von da etwas Deutsch spricht. Er lebt in Fukuoka und ist hier Polizist. Erstaunlich wie viele Male wir nun angesprochen wurden obwohl die Menschen nur ein paar Brocken Deutsch oder Englisch konnten. Fehler zu machen ist in der japanischen Kultur nicht sehr angesehen, was viele Menschen anscheinend davon abhält ihre Sprachkenntnisse anzuwenden. Die Japaner sind wirklich sehr offene, liebenswerte Menschen und wir haben nicht eine schlechte Erfahrung gemacht. Da haben wir im Internet definitiv ein falsches Bild vermittelt bekommen. Keine Spur von Ignoranz oder das sie einfach weitergehen wenn man jemanden anspricht, im Gegenteil, uns wurde immer geholfen. Zur Not auch mal mit Händen und Füssen oder die Menschen haben uns ein Stück bis zu unserem Ziel begleitet da die Erklärung unmöglich war.

Eine schöne Begegnung, dafür kommt der riesen Ärger bei der Ankunft in unserem Hotel. Wir stehen vor verschlossenen Türen und eine Rezeption gibt es hier auch nicht, na toll. Es hängt ein Zettel an der Türe mit der Adresse um das Check-In zu machen und den Schlüssel zu erhalten. Diese Adresse liegt einige Kilometer entfernt am Hauptbahnhof, bei welchem wir vor einer halben Stunde umgestiegen sind um hier her zu gelangen und das in der Rush Hour.

 

Wir sind ziemlich wütend, nein stocksauer, da wir nun mit Sack und Pack den ganzen Weg in der Rushhour zurück an den Hauptbahnhof machen müssen. Dort brauchen wir für 1 Minute Fahrt ein Taxi, da wir keine Ahnung haben wie wir diese Adresse sonst finden sollen, denn auf Maps können wir sie nicht eingeben.

 

An der Rezeption angekommen erklären wir dem Rezeptionisten, welcher zum Glück perfekt Englisch spricht, anständig aber mit ernster Miene unser hin und her und das wir gerade ziemlich wütend sind darüber. Mit der Kommunikation ist etwas schief gelaufen (ja ganz offensichtlich!), bei der Buchung sollte es ersichtlich sein, wie und wo der Check-In Vorgang funktioniert. War es aber nicht und das können wir auch belegen und wir hätten eigentlich auch eine Mail erhalten sollen, in welcher der Check-In Vorgang nochmals klar beschrieben ist, haben wir auch nicht erhalten. Der Rezeptionist kann ja nichts dafür, weshalb wir trotz unserer Wut doch ziemlich freundlich bleiben aber sicherheitshalber nochmals erwähnen, dass wir wütend sind.

 

Wir bekommen von ihm einen Taxi Gutschein über 1500 YEN, also etwa 13 Franken, damit wir nicht wieder mit dem Zug und Gepäck den ganzen Weg zurück durch die Rush Hour machen müssen. Als wir dann auf unser Taxi warten zapft Joli auch noch eine Runde Freibier aus dem Bierautomaten, den sie entdeckt hat, nun ist die Welt fast wieder in Ordnung. Leider ist kein Taxi aufzutreiben, wir sollen es am Bahnhof versuchen. Dann können wir auch nochmals den Zug nehmen, jetzt mit einem mini Damenrausch ist es gar nicht mehr so schwer und auch die 15 Minuten zum Hotel (zum zweiten Mal) laufen sich easy.

 

Fast zwei Stunden später, nachdem wir erstmals vor dem verschlossenem Hotel standen, sind wir nun wieder hier vor dem Eingang. Und hier steht das nächste Paar völlig ungläubig vor der Adresse für das Check-In. Wir erklären ihnen die Odysse, welche wir gerade hinter uns haben und wünschen ihnen viel Glück. Sie haben uns richtig leid getan, erhielten aber von uns immerhin alle nötigen Infos wie, wo, was, welche wir nicht hatten, denn die Jungs die uns so angetroffen haben, waren nicht sehr hilfreich.

 

Citytour

Am nächsten Morgen, ja schon fast gegen Mittag nehmen wir den Zug ins Zentrum. Am Hauptbahnhof werden wir plötzlich von einer über beide Ohren grinsenden, jungen Japanerin angesprochen. Sie erzählt uns von sich und Fukuoka und stellt uns haufenweise Fragen, um sich dann auf Facebook mit uns zu befreunden. Sie drückt uns sogar ein kleines selbst gebasteltes Geschenk mit kleinen landestypischen Leckereien in die Hand und verabschiedet sich überfreundlich. Ihre Einladung zum gemeinsamen Mittagessen mit einer Freundin haben wir ablehnen müssen, da wir gerade erst gefrühstückt haben. Einfach super die Japaner.

 

Pffffff…..

Wir sind seit ein paar Tagen müde, gereizt und etwas launisch unterwegs. Ständig sind wir wegen Kleinigkeiten auf 180 und zicken rum, es ist ziemlich mühsam. Die Luft ist gerade etwas draussen bei uns. Seit wir Mexiko vor 8 Wochen verlassen haben, war praktisch jeder Tag voll durchgeplant und meistens ziemlich lang und das mit extrem vielen Eindrücken, welche verarbeitet werden wollen. Wir brauchen dringend ein paar Tage Ruhe, auch wenn es nur mal wieder ein Wochenende ist, an welchem wir nichts tun – aber dafür ist Japan einfach viel zu teuer.

 

Ihr denkt euch jetzt wahrscheinlich; «Pah, die beiden Jammerlappen jammern auf höchstem Niveau.». Wenn man aber 60 Tage ohne Pause herumreist, ohne ab und zu ein Wochenende oder einen freien Tag einzulegen geht das auch ganz schön an die Substanz. Schliesslich stehen wir auch jeden Morgen sehr früh auf, sind den ganzen Tag unterwegs und sehr aktiv, müssen etliche Entscheidungen treffen und kommen Abends müde nach Hause. Das ist anstrengend, aber wir geben euch recht – immer noch viel besser, als wenn wir 8 Wochen durcharbeiten müssten ohne Pause.

 

Wir hätten wirklich Lust noch einiges in Fukuoka zu erleben aber uns fehlt einfach die Energie unsere Ideen umzusetzen, respektive uns überhaupt für eine der vielen Möglichkeiten zu entscheiden.

Und so schlendern wir etwas planlos durch die Stadt bis wir Canal City erreichen, ein riesiges Einkaufszentrum. Leider erregt nichts wirklich unsere Aufmerksamkeit, ausser wie üblich die Bäckerei, wo wir uns einen Grittibänz kaufen – schliesslich mussten wir dieses Jahr auf den selbergemachten Bänz von zu Hause verzichten. Das Dessert ist verspeist, wir sind ready fürs Mittagessen und gehen erstmal direkt zu einem Udon Nudel Restaurant. 

 

Weihnachtsmarkt I

Zu unserer Freude gibt es in Fukuoka gleich drei Weihnachtsmärkte nach europäischem Vorbild (naja zumindest fast). Und die sind auch noch klasse gemacht, wenn dann richtig scheinen sich die Japaner zu sagen. Es gibt ein Live Orchester, welches im halbstunden Takt fröhliche Weihnachtslieder spielt, Glühwein, Bier und viele teilweise kuriose Leckereien. Darunter riesige und kleine deutsche Bratwürste, spanische Paella (an einem Weihnachtsmarkt?!), schwedische Burger, Mutzen Bällchen und sogar Original Appenzeller Raclettekäse. Wir sind im Schlaraffenland angekommen, hätten wir nur vorher nichts gegessen. Oder sind wir doch eher am Nordpol beim Weihnachtsmann? Überall stehen nämlich verschiedene coole und lustige Nikoläuse und Renntiere, mit welchen alle Besucher fleissig Fotos machen, wir natürlich auch.

 

Um uns aufzuwärmen bedienen wir uns grosszügig am Glühweinstand. Nicht ganz billig aber die Tasse mit den lustigen Figuren, unter anderem einem Ninja dürfen wir behalten. Dazu gönnen wir uns auch ein Raclette, Schweizerfood im Japan Style. Es gibt nämlich frittierte Kartoffelschnitze, darüber eine Art dickflüssige Butter Sauce und nochmal darüber eine Portion feinsten Raclette Käse.

 

 

Als es uns trotz Glühwein zu kalt wird gehen wir wieder Richtung Bahnhof und durchqueren nochmals das riesige Einkaufszentrum. Wir kommen gerade rechtzeitig und erleben die Wassershow im grossen Brunnen zwischen den futuristischen Gebäuden. Fast so cool wie im Bellagio.

 

Die Weihnachtsbeleuchtungen hier sind der Wahnsinn, alles funkelt und leuchtet wie verrückt. Seit drei Tagen ist es in Japan bitterkalt geworden, die Temperaturen sind drastisch gesunken, die müden Knochen sind nun ganz durchgefroren weshalb wir in Bewegung bleiben müssen um nicht festzufrieren. Also weiter zum Bahnhof.

 

Weihnachtsmarkt II

Zurück am Bahnhofsplatz lassen wir unsere Tasse vom Weihnachtsmarkt I wieder auffüllen. Es war ein langer Weg hier her. Ein paar Glühwein später haben wir aber Hunger. Also gehen wir lecker Essen bevor wir den Weihnachtsmarkt bei Nacht besuchen. Es ist nun bereits dunkel und das Lichtermeer ist gewaltig. Nicht zwingend schöner, da hier alles sehr hell und in Blau gehalten ist, aber definitiv pompöser als wir es kennen. Nach zwei weiteren Glühweinchen und ein paar runden um die Stände ist es uns dann aber doch zu kalt und wir gehen nach Hause.

 

Übrigens das Anstehen beim Glühweinstand verläuft hier ganz gesittet, ruhig und fair. Es gibt nämlich eine kleine feine Absperrung, bei welcher man sich einreiht, was ein Gedrängel unnötig macht und man kann in Ruhe die Münzen zusammensuchen. Und auch wenn es keine Absperrung hat, stehen alle schön in eine Reihe und jeder teilt dem nächsten freundlich mit, wo das Ende der Schlange ist. Nicht wie bei uns wo man die Ellenbogen ausfährt und sich den Weg zur Theke rein und auch wieder raus boxen muss. Die Japaner sind so viel zivilisierter als wir, das fasziniert uns immer wieder!

 

Aber komisch sind sie auch. Wir entdecken eine mega lange Schlange und fragen uns wofür die Leute anstehen. Da ist ein riesiger Bildschirm an der Wand und immer wenn die farbigen Lichter vorbei geflimmert sind, wird aus dem Bildschirm eine Kamera und man kann sich darauf sehen. Dafür stehen hier alle an um von sich auf dem Bildschirm ein Foto zu machen. Faszinierend!

 

Ah ja und auf dem letzten Bild sieht man, wie die Japaner am Bahnhof anstehen. Es ist eingezeichnet wo genau die Türen sind. Dort bilden sich danach schöne Schlangen in zweier Reihen. Und nachdem alle ausgestiegen sind, geht schön einer nach dem anderen hinein. Auch kein Vergleich mit unseren Kleinkriegen um den letzten Sitzplatz im Pendelverkehr.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    PLACIDO JOSE MESEGUER RODRIGUEZ (Samstag, 09 Februar 2019 11:02)

    HEY HOLLA VIAJADORES LA PAELLA TENIA BUENA PINTA:-)
    PERO YO ME RECUERDO QUE TODA LA COMIDA SIEMPRE ERA MUY RICA Y QUE PENA QUE NO HABEIS COMIDO LA CARNE DE COBE ....
    SALUDOS JOSE...........

  • #2

    Benjoli (Montag, 11 Februar 2019 05:42)

    Hola José.

    Siii, se parecía rica la paella, pero algo raro comerla andando por un mercado de navidad ;-) Cierto la comida japones siempre era muy rica. Tenemos una prima en suiza que vende carne de cobe, así no es tarde para cormerla ;-)

    Saludos, los viajadores