· 

Über Japan

Zahlen & Daten

Unser Budget fühlt sich nach 29 Tagen Japan ausgenommen, geschlachtet und am Boden zerstört. Ja wir haben es ja auch um sagenhafte 61% überschritten.

 

Aber immerhin hat sich die Reihenfolge für einmal geändert. Der Transport ist am höchsten (34%), danach kommt die Unterkunft (33%) und jetzt erst das Essen (22%) – juhuuuuu. Für einmal ist (Jolis) Essen nicht auf Platz 1.

 

Verglichen mit Transport und Unterkünften war das Essen aber auch fast günstig. Naja zumindest Verglichen mit der Schweiz kann man günstig sagen. Hingegen Taxi fahren war hier extrem teuer – und doch immer noch fast 60% günstiger als in der Schweiz, aber um einiges teurer als in Südamerika.

 

Das Wetter war wirklich super. Wir hatten nur einen Regen Tag und an sieben Tagen war es leicht bis stark bewölkt. Ansonsten hatten wir immer heiter Sonnenschein.

 

Viele verschiedene Transportmittel haben wir dieses Mal benutzt. Wir sind in 11 Stunden 8818 Kilometer mit dem Flugzeug angereist und haben danach rund 40 Stunden im Zug verbracht und damit nochmals 3080 Kilometer zurück gelegt. 293 km/h war das schnellste was einer der Züge erreicht hat – schneller wie der Wind huuuui!

 

Auch mit der U-Bahn sind wir 21x gefahren. Taxi hingegen nur 5x, da es einfach zu teuer war und Bus auch nur 3x weil es einfach zu mühsam war. Sogar Schiff, Standseilbahn, Gondeli und Sesselbahn sind wir gefahren.

 

Gelaufen sind wir sehr viel in Japan. Allerdings ist es bei Sightseeing immer etwas schwer am Schluss zu wissen wie viele Kilometer man in welcher Zeit gemacht hat, darum haben wir auch nur die 15 Kilometer und 5 Stunden in Nikko notiert, wo wir wandern waren.

 

Kurioses

Was ist nicht kurios in Japan? Wir lassen einfach die Bilder etwas für sich sprechen.

Toiletten sind echt ein Thema für sich in Japan. Es gibt verschiedene Toiletten Style. Japanese Style und Western Style mit jeweiliger Anleitung wie diese zu benutzen sind oder wie eben auch nicht.

 

In Japan hat Joli die schönste öffentliche Toilette gesehen. Inkl. Topfpflanzen und allem. Für Frauen gibt es übrigens zusätzlich zur Toilette oft auch einen Powder Room um das Näschen zu pudern und für Mütter gibt es Toiletten mit integriertem Kindersitz. Einfach das Kind reinsetzten und dann in aller Ruhe, sein Geschäft verrichten. Sehr praktisch.

 

Über die Sitzheizung bei den Toiletten und dem Knopf für die Geräusch Unterdrückung haben wir ja schon geschrieben. Übrigens haben häufig auch öffentliche Toiletten eine Sitzheizung, was vor allem im Winter schon genial ist, wenn man nach einer Wanderung den Hintern etwas aufwärmen kann. Zudem sind öffentliche Toiletten in Japan extrem sauber.

 

Es gibt Schuhe für draussen, Hausschuhe für drinnen und zusätzlich Toilettenschuhe.

 

Die Zimmer in Japan sind winzig. Eine Ferienwohnung verdient diese Bezeichnung bereits ab 8m2. Eine Kapsel ist ein «Einzelzimmer» in einem grossen Raum (anstelle eines Bettes in einem Schlafsaal zum Beispiel) und hat die Grösse von 3m2. Auch die Lifte sind teilweise winzig klein, so dass wir mit unserem Gepäck nur knapp reinpassen.

 

Dafür hat es in den Zügen extrem viel Platz. Man hat sehr viel Beinfreiheit, die Sitze lassen sich in die Fahrtrichtung drehen oder bei Bedarf in 4er Abteile umwandeln.

 

Beim Zugfahren von einer Stadt in die nächste hatten wir das Gefühl, dass eine Stadt in die nächste übergeht. Es gibt kaum Grünflächen dazwischen, die Besiedlung wird höchstens ein wenig lockerer und nimmt dann wieder zu.

 

Alles spricht in Bildern. Für Regeln oder Anweisungen haben die Japaner wundervolle Bilder und Zeichnungen geschaffen und so einen sehr kreativen Weg gefunden, das ganze hübsch rüber zu bringen.

 

Man steht überall an. Es gibt überall schöne, klare Schlangen. Kein Gedrängel und kein Geschubse. Schön einer nach dem anderen. Egal ob im Restaurant, bei der Metro, auf dem Perron oder um in einen Lift zu steigen.

 

In vielen Restaurants, bestellt man sein Essen am Automaten, bezahlt und gibt dann die Quittung an die Küche. Sehr praktisch.

 

Verdursten ist in Japan so gut wie unmöglich. An jeder Ecke gibt es Getränkeautomaten mit einer riesen Auswahl an kalten und heissen (!) Getränken.

 

Jeder Family Mart (Einkaufsladen) spielt bei Eintreten dieselbe Melodie. Wenn du dich also nicht geachtet hast was angeschrieben war, hörst du spätestens beim Reingehen wo du bist.

 

Es gibt viele kreuz und quer Fussgängerstreifen. Alle Autos stehen und die Fussgänger gehen alle gleichzeitig in jede Richtung. Ein Richtiges Gewusel.

 

Die Kleiderwahl der Japaner ist teilweise sehr spannend. Aber eines muss man ihnen lassen, egal wie kurios sie manchmal angezogen sind, es hat immer Stil. Das ist faszinierend und ist bei weitem nicht überall auf der Welt so. Und sorry an alle Anzugträger, aber den Japanern steht der Anzug einfach um Welten besser und sie wirken auch alle so wie man bei uns in einem Anzug wirken möchte – seriös und kompetent.

 

Die Japaner sind sehr anständig und respektvoll und alles ist extrem ruhig und organisiert, entsprechend gilt es einiges zu beachten:

 

Der Mundschutz dient dazu Mitmenschen nicht zu infizieren, wenn du also krank bist zieh einen Mundschutz an.

 

Nase putzen in der Öffentlichkeit geht gar nicht – Rotz hochziehen und danach diskret auf der Toilette die Nase putzen.

 

Keine Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit. Darunter fällt auch schon Händchenhalten.

Zum Essen und Trinken nimmt man sich Zeit. Man isst nicht in der Öffentlichkeit (ausser in Langstreckenzügen), nicht im Stehen (ausser in den typischen Steh-Sushi-Bars) und schon gar nicht beim Gehen (Ausnahme bei Festen mit Streetfood Ständen aber auch dort sind Schilder «nicht im Gehen essen» angebracht)! Wir haben auch einen Geschäftsmann angetroffen, der seelenruhig gemeint hat, man müsse hier bei dieser Schlange rund 40 Minuten rechnen bis man überhaupt ins Restaurant kommt – wie lange der wohl Mittagspause hatte?!

 

Sei bitte leise. Lautes Reden, Lachen, Unterhaltungen, Musik oder etwa Streit in der Öffentlichkeit? Am besten noch in der U-Bahn, wo jeder seine Ruhe will? Nein, das macht man nicht. Sogar Kinder wissen das wohl irgendwie schon. Wir haben keine Kinder schreien, quengeln, nörgeln oder sonstigen Lärm machen hören. Wenn ein ungerades Mal ein ganz kleines Baby geweint hat, hat es zumindest aus den Augenwinkeln alle Blicke auf sich gezogen (keine bösen Blicke natürlich, aber aufmerksame Blicke). Die Eltern hatten es aber entweder sehr schnell beruhigt oder haben sich etwas zurück gezogen. Einmal haben sie sogar die U-Bahn an der nächsten Haltestelle verlassen, vielleicht war das aber auch Zufall und sie wollten wirklich nur eine Station fahren, wer weiss. Die Ruhe scheint auf jeden Fall irgendwie heilig zu sein.

 

Auch Handy sind nur geduldet. Telefonieren in der Öffentlichkeit oder ein Handy, dass nicht auf lautlos ist, ist nicht gern gesehen, respektive gehört. Im Zug gibt es sogar eigens kleine Ecken um Telefonate zu führen und überall erinnern dich Durchsagen und Displays daran, dein Handy auf lautlos zu schalten und nicht zu telefonieren.


Immer links gehen, nicht rennen, nicht hektisch sein. Und nochmals – immer links gehen, es sei denn es steht etwas anderes geschrieben.

 

Mit dem Rauchen ist es nicht ganz einfach. Plötzlich ist auf einem Pflasterstein vor dir ein Rauchverbot, dass eine Rauchfreie Zone anzeigt. Willkürlich, mitten auf der Strasse. Wo fängt es an? Wo hört es auf? Man weiss es nicht. Am besten, man nimmt eine der Glasboxen für Raucher die teilweise auf dem Gehweg zu finden sind oder man hört auf zu rauchen, was wahrscheinlich einfacher ist.

 

Das klingt jetzt vielleicht schrecklich und zugegeben es ist auch etwas stier und roboterhaft aber bei 38 Millionen Menschen alleine im Raum Tokio ist etwas Ordnung, Respekt und Rücksicht unumgänglich. Als Tourist wird dir auch das eine oder andere verziehen aber du kannst gar nicht anders als dich anzupassen, denn du fällst sonst auf wie ein bunter Hund.

 

Die Japaner sind zwar sehr organisiert aber auch sehr freundlich und hilfsbereit auch wenn viele kaum Englisch sprechen, helfen sie wo sie können. Das mit dem Englisch ist übrigens deshalb so schwierig, weil Fehler machen in der Japanischen Kultur kaum Platz hat, weshalb viele sich schämen weil sie nicht perfekt Englisch können – aber wie auch, wenn sie nie üben, weil sie eben keine Fehler zulassen?

 

Japaner habe tiefe Traditionen und viel Respekt gegenüber anderen. Kopf neigen und Verbeugungen sind alltäglich. Wenn du die Regeln aber nicht kennst, neige höchstens leicht den Kopf aber verbeuge dich nicht, denn es ist wichtig zu wissen, wer sich vor wem wie tief verbeugen soll, da kannst du viel falsch machen. Kennt ihr diese Wackelhunde die viele in ihren Autos haben? Nach einer Weile kamen wir uns etwa so vor. Immer schön mit dem Kopf nicken und bei grosser Dankbarkeit auch mal den Oberkörper etwas vorneigen – das bringt man fast nicht mehr weg – echt lustig.

 

 

Auch betreffend den Essstäbchen gibt es viele Regeln. Die wichtigsten sind; stecke niemals deine Stäbchen ins Reis. Das macht man nur bei Beerdigungen! Zeige niemals mit den Stäbchen auf andere Menschen, das ist eine Beleidigung.

 

Überall gibt es Eiscreme zu kaufen und alle essen andauernd Eiscreme und das auch im Winter bei Kälte und Regen.

 

Es gibt viele kurioses Essen in Japan. Aber bei den Sandwich Geschmacksrichtungen finden wir haben sie sich selbst übertroffen.

 

Es gibt fast nichts was du nicht auch in der Geschmacksrichtung Matcha (Grüntee) haben kannst. Kitkat, Bier, Eiscreme, Kaffee, Gebäck und vieles mehr.

Noch ein kleiner Vergleich zwischen Schweizern und Japanern:

Schokoladenkonsum im Jahr:

Schweiz: 11 Kilo pro Person / Japan: 2.5 Kilo pro Person
Reiskonsum im Jahr:

Schweiz: 5.6 Kilo pro Person / Japan: 59 Kilo pro Person


Für Eiscreme und Matcha haben wir leider keinen Vergleich gefunden aber auch da wären die Japaner uns garantiert viele Kilos voraus, da sind wir sicher. Und bei den 2.5 Kilo Schokolade muss es sich um Kitkat handeln. Wie sonst sind so viele Geschmacksrichtungen zu erklären?

 

Aja: Taxitüren öffnen und schliessen sich automatisch – don’t touch!

 

Japan ist extrem sauber und das obwohl es kaum Abfalleimer in der Öffentlichkeit gibt. Jeder nimmt seinen Müll nach Hause und dort wird strikt getrennt recyclet.

 

Es soll keinesfalls als positive Werbung gedacht sein, aber es gibt tatsächlich ein Land auf dieser Welt in der die Swisscom bisher bezüglich Daten Roaming halbwegs Konkurrenzfähig war. 1 GB Mobile Daten fürs Handy kosten uns bei der Swisscom 29 Franken. Es gibt zwar japanische Sim Karten, welche für 30 Franken etwa 1.5 GB bieten, diese haben wir aber nicht auf Anhieb gefunden und die Installation wäre wahrscheinlich auch nicht allzu einfach gewesen.

 

So das wars. Es gäbe zwar noch viel mehr zu erzählen, den Japan ist einer der kuriosesten Länder die wir bisher bereist haben, aber wir belassen es bei den paar Kleinigkeiten.

 

Noch eines: Jolis Fotografen Highlight. Vor einigen Sehenswürdigkeiten wurden extra «Stative» für Selfies aufgestellt. Ob diese aus der Zeit vor dem Selfiestick stammen oder aus der neuen Zeit wo Selfiestick vielerorts bereits wieder verboten sind, haben wir nicht herausgefunden. Und wo man kein solches Stativ installiert hat bietet Japan einen Fotografen Service oder einen Bildschirm an. Genial!

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    renate feller (Montag, 11 Februar 2019 10:24)

    Danke für alles,anfangas dachte ich noch so eine japanreise würde mich echt gluschten! Bei den badezimmerfinken kamen leise zweifel auf,als ich die vielen automaten"die mann ja auch irgendwie bedienen muss"gesehen habe,hab ich mal leer geschluckt"huch".aber mit dem heulenden kind baldmöglichst raus aus der bahn,ja wohin dann bitte,wenns nicht aufhört zu heulen?oder ist würgen erlaubt?hunde haben sie bestimmt keine,denn ,wenn die mal in der öffentlichkeit kaken müssen o herje,mag nicht dran denken,kommst bestimmt in den knast. Aber dann noch denn schnuder hochziehen!!aauso neei. für mi definitiv nid japan ganz liebi grüessli ma

  • #2

    Benjoli (Montag, 11 Februar 2019 12:05)

    Hallo Ma, also ganz so schlimm ist es auch wieder nicht ;-) du kennst ja mittlerweile unsere manchmal etwas ironische Schreibweise. Und es sind unsere eigenen Beobachtungen und Interpretationen von Situationen, vielleicht war es Zufall oder gar nicht so wie von uns wahrgenommen. Aber jetzt wo du es erwähnst: Hunde sind uns in Japan nicht aufgefallen. Aber es ist schon so: andere Länder, andere Sitten. Nach 11 Monaten Ramba Zamba in Südamerika haben wir die Ruhe (bis auf den Rotz hochziehen - aber es war halt gerade Saison) auf jeden Fall sehr genossen. Aber auf die Dauer wäre uns das doch auch etwas zu krass - vor allem in Tokio war es schon extrem. Und die heiss/kalten Automaten haben definitiv auch ihr + und - da hast du schon recht. Auch ist uns der hohe Plastik Konsum negativ aufgefallen, das haben wir oben ganz vergessen. Aber wenn du Japan im Sommer besuchst kannst du dem Rotz hochziehen vielleicht besser entgehen und auch die Füsse sind dann nicht so kalt, wenn du immer von Aussen-, zu Innen- und Toilettenschuhen wechseln musst *g*. Grüessli Benjoli