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Kaohsiung II

Formosa Boulevard

Die Schönste U-Bahn Station der Welt. So sagt man. Hmmm… Wir werden ja sehen. Die U-Bahn Station Formosa Boulevard, in unserer Nähe, ist die Attraktion hier. Wer sich im Internet die Bilder ansieht ist gleich begeistert. Wir müssen für unseren heutigen Tagesausflug sowieso hier in die U-Bahn einsteigen, also vergleichen wir Google und Realität. Die Realität ist dann etwas weniger faszinierend als man es sich vorstellt, es sieht zwar schon hübsch aus aber beschränkt sich einfach auf die grosse Halle und danach sieht es aus wie jede andere U-Bahn Station auch.

Lotus Teich

Den heutigen Tag verbringen wir, wie auch manchmal in Thun, am See. Kleiner Unterschied zwischen Lotus Teich und Thunersee, dieser hier ist künstlich angelegt und nur etwa 1.5 und nicht 17 Kilometer lang. Die Umrundung dürfte also einem Spaziergang gleichen.

 

Die junge Dame im Info Center hat uns allerdings zum Bus geraten um vom Bahnhof an den See du gelangen. Doch auch diese 600 Meter legen wir zu Fuss zurück, ohne dass uns die Beine abfallen, obwohl es doch tatsächlich einen Bus gibt der rund um den See fährt und an verschiedenen Orten hält, verrückt. Der Bus hätte uns einzig die hitzige Diskussion erspart ob und wie man eine Strasse zu überqueren hat, wenn nichts kommt aber eine Fussgängerampel rot anzeigt, usw. Wir sind wohl immer noch nicht 100% erholt, dass unsere Gemüter sich durch eine Ampel so erhitzen lassen *g*.

 

Auf der einen Seite des Sees gibt es viele Tempel und Pagoden zu sehen, auf der anderen Seite einen schönen ruhigen Uferweg. Wir nehmen zuerst die ruhige Seite und schauen uns die Tempel aus der Ferne an, so entgehen wir auch dem Problem mit dem Gegenlicht, denn wir haben die Sonne im Moment schön hinter uns.

 

Es sind nicht viele Menschen am Wasser unterwegs obwohl es schon relativ spät ist. Einzig ein paar Damen gönnen sich ein Picknick am Ufer und sind, wie hier üblich, hauptsächlich damit beschäftig tausende von Selfies zu machen.

 

Nur etwa eine halbe Stunde benötigen wir für das erste Ende des Sees. Die Sonne scheint und es ist ziemlich heiss heute. An dieser Ecke des See ist sogar eine Wakeboard Anlage installiert, leider ist die Anlage aber nicht in Betrieb. Schade das wäre was gewesen für Beni. Irgendwie stellen wir immer wieder fest, dass zwar viele Dinge vorhanden aber einfach ausser Betrieb sind. Ob es jeweils Zufall oder einfach ein Dauerzustand ist lässt sich schwer sagen.

 

Tiger & Dragon

Wir nähern uns den ersten beiden Pagoden, welche im Wasser stehen und zack - hier wimmelt es nun wieder von Menschen. Kein Wunder, der riesige Tiger und der Drachen, durch dessen Mäuler man in die Türme gelangt sehen schon ziemlich cool aus. Wichtig ist, dass man den Tempel durch den Drachen betritt und durch den Tiger verlässt, sonst bringt es Unglück. Tiger und Drachen stehen auch für Ying und Yang haben wir gelesen, aber so bis ins Detail verstehen wir das Ganze auch nicht oder um ganz ehrlich zu sein – es interessiert uns dann doch zu wenig.

 

Über Wendeltreppen im inneren der Türme gelangt man in den 5. Stock und kann etwas Höhenluft schnuppern. Die Aussicht ist genial und Joli schnauft den Drachenturm runter und den Tigerturm auch noch hoch, damit wir uns zuwinken können. Um die Pagoden herum wird auch der See endlich seinem Namen gerecht. Im Wasser sind zahlreiche blühende Lotusblüten zu sehen.

Übrigens die Fotos im Drachen- und Tigermaul sind nicht so einfach zu machen. Es braucht viel Geduld und man muss entweder anstehen oder warten bis keiner kommt um so einen Schnappschuss machen zu können ohne das die halbe Welt auch noch drauf ist.


Wir haben Hunger und im Internet auf zahlreichen Blogs gelesen, dass es hier etliche Strassenstände mit Essen gibt. Lüge! Entweder wir sind zu früh, ausserhalb der Saison, am falschen Wochentag hier oder es gibt sie einfach nicht. Naja, dann kaufen wir 1 Liter Passionsfruchtsaft und ziehen weiter.

 

Etwas weiter vorne schauen wir uns einen grossen goldenen Tempel an. Über drei Stöcke kann man hier den Tempel erkunden und viele Einheimische beim Beten beobachten. Das viele Gold, die Lampions, die Statuen und vielen Verzierungen ziehen uns in seinen Bann. Beni entdeckt dann noch etwas irritiert die Statue einer Frau. Die grossen Brüste sind ihm natürlich als erstes aufgefallen. Beim zweiten betrachten sieht man aber auch wie die Dame an ihrem Schuh schnüffelt, speziell. Bei der Fotobearbeitung ist Joli wie immer fasziniert über Benis Sinn fürs «Detail».

 

Ich bin auch ein Drachenschiss

Gegenüber des Tempels steht ein riesiger Drache im Wasser. Durch dessen Maul muss man gehen um dahinter über die Brücke zu einer Aussichtsplattform zu gelangen. Also nochmal kurz erklärt: man steigt zuerst dem Drachen ins Maul, wird also sozusagen gefressen. Geht dann durch ihn hindurch und kommt, wie könnte es anders sein, zu seinem Hintern wieder raus – man wird also sozusagen wieder ausgeschissen. Wir sind überzeugt, dass auch dies irgend einen religiösen Hintergrund hat, welchen wir aber gar nicht verstehen wollen. Übrigens durch den Hintern wieder rein zu gehen ist verboten. Da hat es ganz klar ein One-Way Schild. Der Hintern ist also kein Eingang, dass das hier mal klar gestellt ist.


Etwas weiter können wir nochmals einen Steg entlang in den See raus gehen. Dort sitz ein bärtiger Mann mit Flügeln. Eine männliche Fee? Wohl kaum, aber was «es» sonst sein könnte erschliesst sich uns leider nicht, also gehen wir zurück an Land. Wir hören schon von weitem einen «elysischen» Gesang und Musik. Joli will schon wieder die Mönche als unfähige Sänger anprangern als wir näher kommen und die Ursache dieses schrecklichen Ohrengrauses entdecken. Es hört sich etwas gar schief an aber hier sitzen tatsächlich ein paar Leute vor einer Bühne und vergnügen sich mit Karaoke direkt vor einem kleinen Tempel. Nichts wie weg hier.

Benjolismus

Nach drei Stunden haben wir den See bereits fast fertig umrundet. Zum Schluss kommen wir noch am Konfuzius Tempel vorbei. Leider weder wirklich Sehenswert noch geöffnet. Doch an dieser Stelle soll erwähnt sein, Konfuzius war ein weiser Mann, welcher der Menschheit einige weise Zitate hinterliess. Hier ein paar Beispiele:

«Am Rausch ist nicht der Wein schuld, sondern der Trinker.»

«Sag mir worüber du lachst und ich sage dir ob ich dein Freund sein kann.»

«Es ist sehr gefährlich einen Abgrund in zwei Sätzen zu überspringen.»

«Tu nicht anderen, was du willst, das sie dir antun.»

«Über das Ziel hinausschiessen, ist ebenso schlimm, wie nicht ans Ziel zu kommen.»

Und Benis abgeändertes Lieblingszitat;
«Wel andeln eine Glube gläbt, ist meistelns Baualbeitel.»

Obwohl wir den Konfuzianismus überhaupt nicht kennen finden wir ihn nach kurzer Recherche bei Frau Google irgendwie lustig und kultig. Übrigens war auch Konfuzius, ebenso wie Buddha nur ein Mensch. Und beide haben eine eigene Religion. Das wollen wir auch und Joli meint: «lass uns den Benjolismus gründen!» Der Benjolismus soll die Lehre von weniger Arbeit und mehr Leben sein, ist hiermit offiziell gegründet und verfügt aktuell über mindestens zwei Anhänger.

 

Viele werden jetzt denken, ja glücklich möge der sein, der sich das leisten kann.
Kann man so sehen, muss man aber nicht, die Diskussion darüber würde den Rahmen sprengen. Aber auch wir mussten in den knapp drei Jahren vor unserer Reise für ein intensives Sparen einige konsequente Abstriche machen. Beni gab das Rauchen auf, wir wechselten von teuren All Inclusive Handy Abos auf 20.- Nix Inclusive Abos mit der Konsequenz nicht überall online gehen zu können, wohnten in einer 2.5 Zimmer Wohnung, hatten nur ein Auto, wurden zu Migros Budget Kunden und so weiter. In vielen Fällen gilt, wer will der kann, aber wollen muss jeder selber. Falls ihr aber ein paar Tipps braucht oder genauer wissen wollt wie wir unser Reisebudget zusammengespart haben geben wir euch gerne Auskunft darüber.

 

Weihnachtsschlemmerei IIII

Heute ist immer noch Weihnachten - juhuuuu. Wir frönen die Tradition und schlemmen uns nochmals ordentlich durch einen der Nachtmärkte in Kaohsiung – nochmals danke Renate Feller, jetzt haben wir alles verfuttert.

 

Dieser Nachtmarkt gefällt uns besonders gut zumal es einer der ersten ist, wo wir vieles auf Englisch angeschrieben finden. Unsere Wahl fällt heute auf Muschelspiesschen, eine Eier Teig Tasche gefüllt mit Austern, zwei riesige mit Käse überbackene Muscheln, Sticky Rice Cake an einer Tomaten Chili Sauce mit Käse, einen Muschelauflauf, Tintenfischspiess, Hühnerhautspiess, Chicken Wing und zum Dessert einen Becher Erdbeeren. Jetzt ist aber fertig mit der Weihnachtsschlemmerei, wir können kaum noch nach Hause gehen so kugelrund sind wir. Aber lecker wars.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    renate feller (Mittwoch, 27 Februar 2019 18:34)

    Benjolismus ist gut,ich trete bei.übrigens bin ich in allen punkten mit euch einig.etwas wichtiges dazu brauchts aber noch. . . Mut. Das hätte ich in eurem alter nie gehabt. Häbets luschtig ma