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Ninh Binh

Die Stadt in der trockenen Halong Bucht. Mit dem Zug brauchen wir nur 2.5 Stunden hier hin. Wir haben unser Hauptgepäck in Hanoi im Hotel zurückgelassen und uns auf das Nötigste beschränkt. Die Fahrt mit dem Zug ist mit vietnamesischen Käsefüssen auf, neben und unter den Tischen und Stühlen zwar Duft intensiv aber sonst relativ angenehm. Am Rande erwähnt, heute auf den Tag genau, ähnliche Zeit sassen wir im Zug nach Zürich und unsere Reise um die Welt nahm ihren Anfang.

 

Das Haus am See

Ein paar Kilometer ausserhalb der Stadt, direkt an einem Fluss und umgeben von Karstfelsen liegt unsere Unterkunft. Auf den ersten Blick sieht es ein wenig aus wie im Refugio los Volcanes in Bolivien, aber nicht ganz so schön. Unsere Unterkunft macht auf den ersten Blick ebenfalls einen netten Eindruck, alles ist mit Bambus gebaut und ausgekleidet, auch die Zimmer und das Restaurant. Wir nächtigen im zweiten Stock und haben eine tolle Sicht auf den Fluss und die umliegenden Felsen.

 

Trang An

Wir wollen den regenfreien Nachmittag noch ausnutzen und mieten uns für 2 Franken zwei Velos in der Unterkunft. Etwa 20 Minuten radeln wir bis wir Trang An erreichen. Von hier werden unübersehbar Touren zu Wasser angeboten. Als wir über eine Brücke auf die Insel mit dem Tempel gelangen wird uns das ganze Ausmass bewusst. Hunderte grüne kleine Boote, welche alle gleich aussehen treiben hier festgebunden an den Ufern. Unzählige weitere treiben mit bis zu 4 Personen in leuchtenden orangen Schwimmwesten im Wasser. Es sieht total überfüllt aus. Kein Wunder, im Sekundentakt verlässt hier ein Boot nach dem anderen das Ufer. Beni ist gleich wieder etwas frustriert, kann sich aber trotzdem durchringen eine Tour zu machen. Wir können aus drei unterschiedlichen Touren, welche durch verschiedene Höhlen und an Tempeln vorbei führen auswählen.

 

Wir erkundigen uns bei der Dame, welche die Tickets kontrolliert und die Besucher den Bootsführern zuteilt welche Touren am beliebtesten sind. Sie erklärt uns sofort Tour 1 oder 3, um sogleich zu fragen welche von beiden wir denn machen möchten. Na dann wollen wir doch die Tour 2, da sind ergo auch am wenigsten andere Boote unterwegs und die hätten wir auch anhand des Prospekts ausgewählt. Sie sieht uns etwas ungläubig an, wir meinen es aber ernst und sie bittet uns maximum 15 Minuten zu warten ob sonst noch jemand Tour 2 machen will. Wenn nicht erhalten wir ein Boot nur für uns statt für 4 Personen. Wir teilen unser Boot dann mit einem deutschen Paar, welches wir bereits im Zug gesehen haben und die sich von der Dame spontan zu Tour 2 überreden lassen.

 

Eine Bootsfahrt die ist lustig und wir plaudern auch ein wenig miteinander. Hinter uns sitzt noch der Steuermann, welcher zuerst noch alleine paddelt. Irgendwann wird ihm wahrscheinlich unser Gerede zu viel und gibt uns auch ein Paddel. Tatsächlich sind wir auf unserer Route zu Beginn alleine unterwegs, gegen Ende jedoch sind wir eines von ganz vielen Booten, welches im Fluss schwimmt.

 

Die Fahrt führt uns durch drei beleuchtete lange Höhlen, welche aber nicht sonderlich spektakulär sind, auch wenn man ab und zu den Kopf einziehen muss. Die Aussicht auf die Karstfelsen und die Landschaft ist aber wunderschön und die Bootsfahrt an sich richtig entspannend auch wenn wir gegen Schluss öfter zum Paddel greifen müssen. Der Herr Kapitän hat wohl nicht so Lust. Die Fahrt dauert zwar nur knapp zwei statt drei Stunden und die versprochenen Landgänge werden auch nicht eingehalten, das heisst wir halten an keinem der Tempel an wie die anderen Boote, was aber niemanden von uns stört. In der Abenddämmerung auf dem Weg in unsere Unterkunft bietet sich uns dann noch ein wunderschönes Bild, denn die Sonne schafft es kurz vor dem Untergehen doch noch mit ein paar Strahlen durch die Wolkendecke zu brechen.

Die Flut

Mit der Dunkelheit kommt dann auch die Kälte. Die Klimaanlage hier verfügt leider nicht wie die in Hanoi über eine Heizfunktion, also müssen wir den kleinen Heizstrahler in Betrieb nehmen. Er gibt alles, kann aber das schlecht isolierte Zimmer kaum aufheizen.

 

Noch schlechter sieht es im Badezimmer aus. Eine extreme Extremsituation für Beni. Für Beni sind generell Duschen ohne Vorhang oder Trennwände ein Dorn im Auge. Es stört ihn ungemein wenn WC und sonst alles beim Duschen nass wird und hier fliesst dann auch noch das Wasser nicht richtig ab. Die Dusche ist typisch vietnamesisch zwischen Toilette und Lavabo installiert und das leichte Gefälle geht leider nicht in Richtung Abfluss sondern in die andere Richtung. Alles steht komplett unter Wasser und Joli hat eiskalte Füsse, als sie endlich fertig ist das ganze Wasser in die richtige Richtung zu kicken, denn die Fliesen sind eiskalt. Wenn Beni eine Unterkunft nicht gefällt pflegt er zu sagen; «Nein, hier bin ich nicht zu Hause!» und das in Endlosschlaufe.

 

Bai Dinh Pagode

Zwar knapp aber kurz vor 10 Uhr sind wir gerade noch rechtzeitig zum Frühstück aufgestanden. Gestärkt mieten wir uns für heute einen Roller und besuchen eine der grössten Tempelanlagen in Südost Asien, so haben wir das jedenfalls gelesen. Nur gerade eine Schnecke (5 Franken) kostet uns der Roller und die 3 Liter Benzin an der Tankstelle kosten auch nochmals 2.50. Los geht es.

 

Für die etwa 20 Kilometer lange Strecke nehmen wir es sehr gemütlich. Die Fahrt durch die felsige Landschaft entlang des Flusses ist wunderschon und es gibt viel zu sehen. Für ein paar Rappen parkieren wir am Besucherzentrum unseren Flitzer und steigen gleich um auf einen Elektro Golfcart mit etwa 15 Plätzen. Die Fahrt kostet uns zwei Franken und führt uns schätzungsweise 2-3 Kilometer an den Anfang der riesigen Anlage. Wir haben Glück hier ist heute nicht so viel los und wir sind manchmal auch ganz alleine unterwegs.

 

Über 1000 Treppen musst du gehen, es geht kontinuierlich bergauf, entlang unzähliger Statuen, welche keine der anderen gleicht. Wir kommen insgesamt an drei ziemlich grossen Tempeln vorbei. Der Blick ins Innere ist immer wieder imposant. Auch Buddha steht unbestritten auf alles was glänzt, insbesondere Gold findet er richtig geil. Etwas weniger geil findet Beni die Touristen, welche vor den Tempeln für Fotos den Hampelmann und Handstände machen während drinnen andere Menschen beten - ein kleines bisschen Respekt sollte schon sein.

 

Vor den Tempel stehen auch immer die gleichen Schilder, welche bildlich, auf Vietnamesisch und sogar auf Englisch das Fotografie Verbot erklären. Erstaunlich wie wenig Menschen Englisch sprechen oder Bilder nicht verstehen und sich an einfache Regeln nicht halten können. Einfach jeder der die Tempel betritt zückt seine Kamera oder zumindest das Handy sobald er das ganze Gold sieht – naja immerhin packen sie es nicht in die Taschen, meint Joli.

 

Eine Frau lässt sich sogar fotografieren während sie kurz so tut als würde sie beten. Vielleicht sieht der gülderne Buddha im Innern deshalb ein wenig aus als würde er mit der Hand den Besuchern den Mittelfinger zeigen und sie dazu angrinsen.

 

Auch Joli lässt sich hinreissen und macht ihre Fotos, denn wieso sollen wir immer bessere Menschen sein als alle anderen? In diesem Fall, da es nur um ein Foto geht finden wir es vertretbar einmal nicht gute Menschen zu sein. Beni lässt sie gewähren, weil ihm gerade bewusst wird, dass er den Respekt bei den Statuen zu Beginn der Treppen auch ein wenig vergessen hat. Na ja, nowbody is perfect und wir sind auch nicht auf Weltverbesserer Mission.

 

Hunderte Treppenstufen später sind wir dann im Himmel angekommen oder zumindest nah dran. Hier gibt es eine kleine Höhle und sicherlich auch einen tollen Ausblick wenn es denn mal keinen Nebel haben sollte. Jedenfalls wird uns an diesem kühlen Tag schnell warm beim Treppensteigen.

 

Den Rückweg zum Parkplatz gehen wir diesmal zu Fuss, dabei kommen wir noch an der Pagode vorbei, welcher schon den ganzen Tag unübersehbar ist. Wir bezahlen die 4 Franken für den Eintritt inklusive Lift in den 12 Stock und bereuen es nicht. Die Sicht auf die Landschaft ist bereits um einiges besser als vorher und die Kuppel ganz oben ist sowas von güldern, einfach geil anzusehen.

 

Nach eingehendem Bestaunen der Aussicht und des ganzen Goldes, fährt der Lift uns zurück in den ersten Stock von welchem aus eine Marmor Treppe zum Eingang runter führt. Weil der komplette Boden aus Marmor ist müssen sich die Besucher hier Schuhüberzüge aus Stoff anziehen. Dann passiert es, Beni rutscht auf den Treppen aus und droht das Gleichgewicht zu verlieren. Es gelingt ihm seinen Sturz rückwärts abzufangen, dafür donnert er mit dem Kopf seitlich in die Marmorwand und kugelt sich noch beinahe die Schulter aus. Aber es ist zum Glück nichts passiert, die Wand hat gehalten und auch die Treppe hat zum Glück keine bleibenden Schäden davon getragen. 

 

Wieder unten wird dann Beni von zwei Teenies für ein Foto angefragt. Als Beni sein Einverständnis gibt kommen gleich noch ein paar Kolleginnen freudig grinsend hinzu für eine kurze Fotosession. Die Asiaten lieben uns. Es war insgesamt ein cooler Halbtags Ausflug und wir machen uns auf den Rückweg.

 

Später in der Stadt fällt uns ein Plakat eines Tourenanbieters auf. Der Mann verkauft offensichtlich Tickets für Bus und Zug. Und irgendwie kommt uns dieses Plakat sehr vertraut vor. Den SBB Zug, mit welchem er wirbt, werden wir hier wohl ziemlich sicher niemals zu sehen bekommen aber immerhin ein ziemlich hübsches Plakat hat er da. Wir verköstigen uns beim Inder, denn das Essen gestern in der Unterkunft war zwar gut aber doch nicht so hervorragend wie alle Bewertungen vermuten liessen.

 

Zurück in der Unterkunft haben wir mit Besitzer gleich ausgemacht den Roller am nächsten Tag nochmal zu mieten. Wir brauchen den Roller morgen noch einmal, wir haben fast voll getankt und noch genügend Benzin für einen zweiten Tag. Das haben wir dem Besitzer genauso erklärt und den Schlüssel gleich behalten. Anscheinend ist es in Vietnam gang und gäbe das bei Mietrollern die Vermieter über Nacht das Benzin abpumpen und für sich benutzen. Der Mieter kann dann am nächsten Tag wieder neu tanken gehen am liebsten natürlich voll. Kann man machen, aber nicht mit uns. 

 

Der Irre Marktschreier

Abseits des Trubels inmitten von Natur pur liegt unsere Unterkunft, dachten wir jedenfalls. Heute Morgen um halb 7 hat sich irgend ein Irrer mit seiner Lautsprecher Anlage in der Nähe unserer Unterkunft platziert um eine halbe Stunde lang ein Band mit irgendwelchem Gerede in Dauerschleife laufen zu lassen. Sehr nett, so hört es sich bei uns etwa an wenn demonstriert wird, dieser Mensch hier aber wollte wahrscheinlich nur etwas verkaufen.

Die Parkplatzgeier

Quasi direkt vor unserer Haustür liegt der Hang Mua Felsen. Mit dem Roller fahren wir einen Feldweg zwischen Reisfeldern entlang bis wir kurz vor dem Eingang die ersten Parking und Stopp Schilder sehen. Wir haben bereits im Internet gelesen, das hier findige Einheimische etwas unverschämt Geld mit den Touristen machen. Auch uns brüllt man hinterher «Stop! Parking! Here!» aber wir sehen und hören nichts und fahren auch die letzten 100 Meter bis zum Eingang durch wo jeder seinen Roller gratis parkieren kann. Wer sich nicht informiert und das nicht weiss, parkiert und bezahlt hier jeden Fantasiepreis, wahrscheinlich sogar ohne zu murren oder wissen, dass er gerade abgezockt wird.

Hang Mua Caves

Vor dem Berg befindet sich eine sehr schöne kleine Hotel Anlage, welche sozusagen zum Berg gehört. Wir bezahlen die 9 Franken und finden es hier gleich wunderbar. Es gibt viele Sitzgelegenheiten, ein Restaurant, einen Garten, einen Wasserfall und eine geniale Sicht auf Reisfelder und Karstfelsen. Wir überlegen gleich spontan noch für zwei Tage hierher um zu ziehen, mal schauen.

Zuerst wollen wir den Berg erklimmen. Auch heute ist wieder Tag der Treppen, unzählige Stufen keuchen wir uns hier in die Höhe. Der Ausblick unterwegs und von ganz oben sind es aber wert. Beni lässt sich den Spass aber von den Mitmenschen wieder einmal so sehr verderben das er die Sarkasmus Keule rausholt. Er posiert in den schnuckeligsten Stellungen und schwafelt immer wieder Facebook & Instagram, um all jene zu veräppeln, welche nur hier oben sind um danach Fotos von sich zu posten. Niemand nimmt sich die Zeit und stellt sich ohne Handy oder Kamera hin und schaut einfach mal in die Ferne, jeder ist beschäftigt seine Fotos von sich zu schiessen. Schade dabei wäre die Aussicht so toll.

 

Wieder unten möchte Joli gerne eine grosse Pedalo Ente auf dem See mieten, Beni möchte mit dem Geld aber lieber Ente essen gehen. Beni gewinnt. Wir wollten eigentlich noch die Zimmerpreise der Eco Lodge nachfragen, da aber hier mittlerweile alles voller Touristen ist, welche mit Bussen her gefahren werden lassen wir das schön bleiben.

Zwei sture Böcke bei Bich Dong

Weiter geht unsere Roller Tour durch die Reisfelder und Karstfelsen Landschaft. Es ist wärmer als die letzten Tage und trocken bleibt es auch. Der Weg führt uns eine Nebenstrasse entlang bis zu deren Ende, an welchem wir bereits wieder von einem alten Mann mit Pfeiffe durchgepfiffen werden, bis zu einem Platz an welchem schon Roller und Fahrräder stehen. Als wir aber parkiert haben wollen die auf einmal 20'000 Dong (40 Rappen) was Beni gleich wieder auf die Palme bringt. Sogleich fällt der Preis auf 15'000 Dong, während bei den Neuankömmlingen nach uns der Startpreis noch bei 50'000 liegt.

 

Beni und ein anderer Tourist wollen nicht bezahlen und fahren ihre Roller zurück auf die Strasse etwa 50 Meter entfernt. Dem jähzornigen alten Mann wir nennen ihn hier jetzt mal Rumpelstilzchen, passt das überhaupt nicht. Rumpelstilzchen schreit Beni und den anderen Touristen lauthals an, holt die Roller zurück und gestikuliert wild umher da können die Roller nicht stehen bleiben sie sollen verschwinden. Der andere Tourist gibt klein bei und fährt noch ein paar hundert Meter weiter zurück um dann zu Fuss zurück zukommen. Nicht aber Beni. Der wird dann auch erstmal etwas laut und erklärt Rumpelstilzchen das ihm die Strasse nicht gehört. Rumpelstilzchen stellt sich aber stur, da ist er bei Beni ja genau beim richtigen gelandet, das kann der schon lange. Beni schickt Joli schon mal vor in die Tempel Anlage, welche übrigens auch keinen Eintritt kostet. Danach setzt er sich mitten auf der Zufahrtsstrasse auf seinen Roller und stellt ebenfalls komplett auf stur. Ganz dem Motto dann schaue ich mir die Tempel nicht an und bleibe hier auf dem Roller, mitten auf der Strasse vor Rumpelstilzchens angeblichem Parkplatz.

 

Da haben sich zwei gefunden, doch nach 15 Minuten geschieht ein kleines Wunder. Rumpelstilzchen kommt daher und entschuldigt sich bei Beni mit einem Sorry und einem Schulterklopfen. Er zeigt mit dem Finger in Richtung Tempel und meint nur: «Go lucki, lucki.» Beni stellt zuerst noch auf stur, nimmt die Entschuldigung dann doch noch an. Rumpelstilzchen parkiert sogar noch Benis Roller am Strassenrand, hat wohl doch ein schlechtes Gewissen bekommen.

 

Als wir etwas später zurück kommen, sehen wir von weitem schwarzen Rauch aufsteigen und einen brennenden Roller auf der Strasse. Das kann doch jetzt nicht wahr sein!

 

Ist es auch nicht, nur ein kleiner Scherz am Rande. Im Gegenteil, Beni, Rumpelstilzchen und die Frauen, welche am Strassenrand sitzen und sich zuvor ab den beiden Sturköpfen köstlich amüsiert haben, sind nun sogar zum Scherzen aufgelegt. Beni macht ein Foto der Frauen worauf eine grinsend schreit One Dollar, was alle zum Lachen bringt.

 

Ein Touristenbus fährt gerade vor und Beni zeigt auf den Bus und fragt Rumpelstilzchen: «How much for parking? One Million?» was auch Rumpelstilzchen lächeln lässt. Lustig wie man sich trotzdem noch finden kann. Übrigens, bei den Tempel hat sich Joli bei anderen Touristen erkundigt was sie bezahlt haben. Bis zu 50'000 Dong pro Person, also bis zu 2.50 Franken pro Roller. Nur um auch für Beni noch etwas Verständnis entgegen zu bringen, der alte Mann verdient sich hier mit dieser Masche ein goldiges Näschen und das obwohl parkieren hier gratis ist.

 

P.s. der Tempel ist schön und man kann durch eine stockdunkle Höhle nach oben laufen und die Aussicht geniessen – Taschenlampe empfohlen.

Thung Nham Vogelpark

Nach Rumpelstilzchen und Tempel wollen wir uns noch einen angeblichen Vogelpark anschauen. Der Eintritt kostet hier 10 Franken und dann nochmals 10'000 Dong, na wofür wohl?! Richtig, für den Roller Parkplatz. Hier wirkt das Ganze aber etwas offizieller und wir bezahlen dann, wenn auch etwas mürrisch.

 

Während Joli für kleine Mädchen muss wird Beni von einem der Parkplatz Wächter begutachtet. Der lustige Kerl plappert einfach mal drauf los und Beni versteht natürlich kein Wort. Er fängt dann an zu posieren und zeigt auf die Kamera. Beni macht ein Foto von ihm und dann gleich noch ein Selfie hinterher. Lustige Begegnung.

 

Der Rundweg durch den ziemlich grossen Park ist nicht wirklich rund und auch ziemlich irreführend. Er führt uns zuerst durch eine lange, niedrige, bunt beleuchtete Höhle. Man läuft sozusagen die ganze Zeit in fast knieender, zumindest sehr geduckter Haltung auf Bambusbrücken durch die Meerjungfrauen Höhle.

 

Als Beni eine kleine Abkürzung entdeckt und Joli in der Höhle neben dem Bambuspfad überholt schlägt das arme Mädchen doch gleich mit dem Kopf an der Decke an. Ausgelöst durch den Schmerz kullert Joli eine Träne über die Backe während sie Beni halb lachend, halb weinend mit folgenden Worten anschimpft: «Wenn du mich schon in einer Höhle überholen musst, kannst du mir dann wenigsten sagen das ich noch nicht hochkommen kann.» Ehm, ja Beni entschuldigt sich natürlich über die fehlende hellseherische Fähigkeit und die Unterlassung von Warnhinweisen zur durchgehend tiefen Decke. Wir müssen beide ab der etwas doofen Aussage lachen und ducken uns weiter durch die Höhle.

 

Wieder draussen, begegnen wir einem Baumstumpf mit dem Schild Coin Tree, also Münzen Baum. Im Baumstumpf findet man dann logischerweise statt Münzen nur Noten, denn in Vietnam besteht die Währung nur aus Noten. Allenfalls sollte man gelegentlich den Baum umbenennen. Wir haben uns übrigens vorgenommen in unserem Garten in Zukunft einen Brunnen, eine Schüssel und einen Baumstumpf zu stellen und entsprechend anzuschreiben. Die Leute werfen so gerne ihr Geld weg und mit Vorzug in solche Dinge – das ist eine Marktlücke und uns soll es Recht sein.

 

Wir treffen auf eine kleine Gruppe Touristen. Die Dame meint, dort wo der Pfad fertig ist, ist er fertig, danach kommt eine Sackgasse und der Wächter lacht dich aus, wenn du nach 20 Minuten umherirren zurück kommst und die Vögel sind ganz weit weg, man kann sie nicht anfassen. Ah ja, vielen Dank auch für die wahnsinnig geistreiche Information – Dumpfbacke!

 

Am Ende des Parks gibt es eine kleine Aussichtsplattform. Man erkennt das Ende des Weges eigentlich ziemlich gut – nur so nebenbei bemerkt. Schon wieder Treppensteigen, doch die Aussicht ist genial. Ein kleiner See mit einer Insel voller Vögel und Enten und rundherum die Felsen, wunderschön. Wir sind hier mit 5 anderen Personen und es ist trotzdem minutenlang Mucksmäuschen still. Alle lauschen wir der Natur, genauer gesagt dem Entengeschnatter und geniessen wortlos die Aussicht.

 

Der weitere Teil des Parks gleicht dann aber mehr einer Baustelle. Auf dem Weg zurück in den Eingangsbereich begegnet uns dann auch noch ein Ochse aus dem nichts. Wir sehen Anfangs nur das Horn, dass sich wie ein riesiges Reptil um einen Baum zu schlängeln scheint, worauf Beni spontan auf einen Dinosaurier tippt. Etwas verzögert sehen wir dann noch den Rest des Ochsen.

 

Das eine komische Foto von Joli im Bambuswald entstand übrigens aufgrund folgender, schon etwas älterer Aussage Benis: «Du siehst aus wie Kung Fu Panda nur umgekehrt – unten breit und oben schmall.

 

Im vorderen Teil ist die Anlage wunderschön mit Brücken, unzähligen blühenden Pflanzen und Blumen und einem wahrscheinlich schweineteuren Hotel Resort. Die Anlage wird eines Tages, wenn alles fertig ist wahrscheinlich täglich durch hunderte Reisebusse frequentiert sein. Wir hatten das Glück sie zwar halbfertig aber dafür mit nur wenigen anderen Menschen zu teilen.

Frauenquote

Wir wollen mit diesem Foto auf die viel thematisierte Frauenquote in Führungspositionen aufmerksam machen. Wir teilen uns hier wie man sieht unseren Arbeitsplatz. Die Führung übernimmt bei uns ganz klar Joli, welche ihm rechten Teil des Fotos arbeitet. Im linken Teil sieht man Beni bei der so genannten Führungsunterstützung, kurz "Füstü" wie Beni es liebevoll nennt. Ein Hoch auf die Teamarbeit und lecker Bierchen.

 

Eigentlich wollten wir von jedem Standort zurück nach Hanoi und danach zu einem neuen Ort. In weiser Voraussicht haben wir aber für 8 Tage gepackt und schaffen es einen direkten Transport von Ninh Binh nach Mai Chau zu buchen – die Strecke soll die Hölle sein gemäss einigen Blog Berichten, aber Joli ist überzeugt, dass es so schlimm nicht werden kann.

 

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