· 

Mekong Delta

Mekong Delta Tour

Mit Sack und Pack geht es kurz nach 8 Uhr mit dem Bus los nach Ben Tre. Hier bleiben wir für mindestens 4 Tage, wenn es uns gefällt auch etwas länger. Doch zuerst machen wir eine geführte Tour im Mekong Delta, anstelle einer normalen öden Busfahrt.


Überpünktlich sind wir nach 10 Minuten vor dem Büro des Tourenanbieters und «checken ein». Wir verpacken unser Gepäck bereits um es danach im Bus zu platzieren, während wir auf der Tour sind. Plötzlich kommt einer und schreit: «Mekong Delta one day tour come with me.» und rennt los. Ehm, shit und wo ist der Bus? Joli packt die beiden kleinen Rucksäcke, während Beni einen der grossen wieder auspackt und den anderen vor sich herträgt. Wir überqueren zwei Strassen, einen Park und stehen 10 Minuten später keine 50 Meter von unserem Hotel entfernt vor vier Bussen.

 

Das fängt ja gut an. Beni bereits in Schweisse gebadet nach dem unbequemen 40 Kilo Transport und der Anblick der fast 200 Personen, die vor den vier Bussen stehen, verschlägt uns die Sprache. Gut wir haben zum Glück keine Erwartungen an die Tour, denn aus guten Gründen meiden wir solche Touren normalerweise strikt. Aber hier war es die bessere Option als die langweilige Busfahrt oder der teure Privat Transport.

 

Auf geht’s! Vier grosse Busse voller Touristen sind also heute mit uns auf unserer Tour. Die Tour dauert bis nachmittags um drei Uhr. Wir haben die hintersten Plätze im Bus Nummer zwei und hoffen, dass Joli’s Reiseübelkeit sich in Grenzen hält. Als der Bus losfährt, beginnt unser Guide allerhand interessante Dinge über Saigon, Vietnam und das Mekong Delta zu erzählen. Die Fahrt dauert ca. 90 Minuten, bis wir beim Boot ankommen.

 

In einem grossen Holzboot werden wir in kurzen etwa 5-15 minütigen Fahrten von Insel zu Insel verfrachtet. Dort erhalten wir jeweils nur ganz kurze Einblicke in die Produktion von hiesigen Produkten. Als erstes machen wir einen kleinen Spaziergang durch einen Garten und sehen uns danach die Herstellung von Reispapier an.

 

Nächster Programmpunkt: Mittagessen. Haha! Das Mittagsessen besteht aus frittiertem Elefantenohr Fisch, Fleisch, Reis und Frühlingsrollen und schmeckt sehr gut. Wir sitzen mit 5 andern aus der Gruppe am Tisch und teilen das leckere Mahl. Danach schlagen wir die Zeit damit tot die Angebote der zwei Souvenirstände auswendig zu lernen und damit den anderen Touristen dabei zuzuhören, wie sie über die Tour herziehen. Immerhin können wir noch einen Kokos- und einen Reisschnaps probieren an einem der Stände.

 

Es geht weiter mit einer Kutschfahrt. Eher eine Alibi Übung: die 5 Minütige Kutschfahrt, welche uns durch eine Allee führt und ca. 700 Meter weiter vorne ablädt, damit wir eine Bienenfarm besuchen können und in den Genuss von Gesang, Tanz, Früchten und Honig Tee kommen, ist ein Witz und nur unnötiger Stress für die armen, mageren Pferde.

 

Während wir warten, dass alle mit den Kutschen ankommen, spendiert uns ein netter Herr einfach so einen Becher Zuckerrohrsaft. Sehr nett, danke. Unser Highlight des Tages.

 

Unser Guide, zeigt uns Bienenwaben und erzählt etwas dazu, während wir an unseren Früchten knabbern und den Honig Tee schlürfen. Die angekündigte vietnamesische Tanzshow entpuppt sich als Gesang mit für uns sehr schrägen Tönen die kaum die Aufmerksamkeit der Touristen auf sich ziehen kann.

 

Der traurige Höhepunkt ist dann die grosse Schlange, welche sich Gross und Klein um den Hals hängen um tonnenweise Fotos zu machen und die man danach wieder in die kleine Kiste legt. Unsere Haltung zu Tieren und deren Verwendung zur menschlichen Belustigung ist ja mittlerweile bekannt, weshalb wir dankend ablehnen. Als der Guide uns hochnimmt, dass wir nur Angst haben, erklärt Joli ihm geduldig, dass sie in einer Tierauffangstation gearbeitet hat und solche Dinge nicht unterstützt. Jaja diese Schlange habe man auch gerettet, sonst wäre sie gefressen worden, meint er. Naja wäre wohl das kleinere Übel gewesen für das arme Tier. Joli erklärt ihm, dass unsere Haut respektive unser Schweiss, Parfüm, Sonnencreme, Insektenmittel etc. die Haut der Schlange angreifen und zerstören, worauf er nur sagt: «Aha, dann ist es ja nicht schlimm wir brauchen hier keine Sonnecreme…» - Ignorante Dumpfbacke!

 

Jetzt fahren wir mit dem Boot weiter durch kleine Kanäle bis wir wieder am grossen Fluss ankommen. Wir stehen an um eines der Boote zu ergattern und sitzen danach mit zwei anderen in einer Nussschale und setzten uns Reis Hüte auf. Auf der romantischen Bootstour wird das Boot von einer einheimischen Dame gemütlich durch die Kanäle und zwischen Wasserkokosnussbäumen hindurch gerudert hiess es. Kaum ist der Steg ausser Sichtweite schmeisst die gute Frau den Motor an und aus ist es mit der angepriesenen Idylle.

 

Auf der Fahrt kommen uns immer wieder leere Boote auf dem Rückweg entgegen und meistens winken die Fahrer mit Geldnoten in der Hand. Was das wohl bedeuten mag? Wir sollen es bald erfahren. Bei unserem grossen Boot angekommen, meint die Dame: «Tips, tips!» Worauf Beni ihr erklärt sie solle, das mit dem Tourenanbieter ausmachen, wir hätten diesen bereits für alles bezahlt und kein weiteres Geld dabei. Also haben sie einander das ergatterte Trinkgeld unter die Nase gerieben, beim vorbei fahren – etwas dreist finden wir das. Es gibt Situationen da geben wir gerne Trinkgeld, hier hat es leider nicht gepasst.

 

Jetzt geht’s an die Kokosnuss. In dieser Fabrik erfahren wir wie Kokosnuss Bonbons und viele andere Kokos Produkte hergestellt werden. Wir können sogar verschiedene Produkte probieren und natürlich auch kaufen. Wir entscheiden uns für Kokosnuss Bonbons ohne zusätzlichen Geschmack. Dieser sehr interessante Teil mit den verschiedenen Produkten kommt leider aufgrund der vielen Menschen viel zu kurz, dafür ist unser Guide Viet ein lustiger Bursche, bei welchem alle Erklärungen mit einem «Bla Bla Bla» enden.

 

Die Tour ist zu Ende – Gott sei Dank. Gut wir haben für diese Tour auch nur 25 Franken bezahlt, hier kann man wirklich sagen du bekommst wofür du bezahlst, nicht mehr und nicht weniger. Das Mekong Delta so als Tagesausflug zu entdecken kann man sich unserer Meinung nach ersparen. Für uns war die Tour aber Mittel zum Zweck da wir einen passablen Transport nach Ben Tre wollten denn unser Bus parkiert hier nur gerade 10 Kilometer von unserer Unterkunft entfernt, wofür wir uns dann einfach ein Taxi bestellen. 

 

So der Plan, leider ist es dann aber doch nicht so einfach.  Es sind immer noch Neujahrsfeiertage und Viet erklärt uns, nach einigen Abklärungen, das wir kein Taxi finden werden und auch Grab gebe es hier nicht. Der ganze Bus ist schon lange bereit zur Abfahrt und wir stehen irgendwo im Nirgendwo mit unserem Gepäck daneben und kommen nicht zu unserer Unterkunft - Mist. Plan B: Viet telefoniert mit dem Besitzer unserer Unterkunft und es gelingt den beiden doch noch uns ein Taxis zu bestellen, Glück gehabt. Wir warten und der Bus kann endlich zurück nach Saigon – tja für einmal sind wir «Schuld» an der Verzögerung, die es auf jeder Tour immer irgendwie gibt.

 

Wenig später kommt das Taxi – respektive die Taxis. Es sind zwei Motorfahrräder. Auf der 20 Minütigen Fahrt stirbt Beni mindestens 7 Tode. Die verkrampfte Haltung mit unseren 20 Kilo schweren Rucksäcken auf dem Rücken und den kleinen Rucksäcken zwischen den Beinen des Fahrers, fordern Schweiss und eine schwer verkrampfte Rumpfmuskulatur von uns. Joli hat sich einfach so nah an den Fahrer gesetzt, dass sie den Rucksack hinten abstützen konnte, was Beni irgendwie nicht geschafft hat. Dafür muss sie ihren kleinen Rucksack vor dem Fahrer so festhalten, da dieser immer runter zu fallen droht, dass sie schon nach kurzer Zeit den Krampf in der Hand hat. Das ganze Gewicht des Rucksacks, dann auch noch in einer vorneüber gebeugten Position tragen, damit man nicht runter fällt und sich irgendwie dem höllischen Fahrstil der Fahrer anpassen ist ziemlich anstrengend. Joli hat allerdings noch etwas mehr Spass an der Fahrt als Beni, obwohl ihr Fahrer ein Raser ist, der sich nicht wie Beni jeweils an die von Joli vorgeschriebene Tempo Limite von 30 km/h hält.

 

Nach der 20 minütigen Höllenfahrt über Stock und Stein und über Feldwege erreichen wir unsere Unterkunft. Auch wenn wir ein Taxi gefunden hätten, hätte uns das nichts gebracht, ausser einem schmalen Feldweg führt keine Strasse bis hierhin.

 

Nach einem schnellen Welcome Drink und einem kurzen Abendessen fallen wir todmüde ins Bett, welches immerhin bequem ist auch wenn die Dusche Beni vorher nochmals vor eine Extremsituation stellt.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0