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Phu Quoc II

die doppelte Drei

Eieiei, es ist bereits die doppelte Drei. Nach Ushuaia, Argentinien im letzten Jahr, feiern wir Benis Geburtstag heute in Phu Quoc, Vietnam. Nach dem Frühstück geniessen wir unsere Freiheit vor dem Bungalow und in der Hängematte und tun nur wonach uns gerade die Lust steht.

 

Rückblick: Joli hat Benis Geburtstag am Vortag dem Resort Personal mitgeteilt und um Hilfe für die Organisation eines Kuchens (Cake) gebeten. «Ah Pancake for breakfast?» Neeeein, einen Kuchen, Cake, Torta, round, big for Birthday – Birthday Cake… Mit vielen Worten in allen möglichen Sprachen und ganz vielen Zeichen und Gesten (leider war das Handy im Zimmer und Beni sollte ja nichts davon merken) ist der Wunsch dann wohl irgendwie angekommen. Auf jeden Fall gibt es wohl kein Pancake zum Frühstück und auch nichts zum Abendessen, sondern das ganze soll gegen Mittag in unser Bungalow kommen. Was da kommen wird steht aber in den Sternen. Naja somit ist es für beide eine Überraschung morgen.

 

Kurz vor Mittag überbringt ein Mitarbeiter dann das Geburtstags Geschenk. Mit einem grossen bunten Karton kommt er angelaufen. Eine sehr hübsche, kleine Torte mit einem «Happy Birthday, Mr. Benjamin Feller» Schriftzug versehen ist darin verpackt. Eine ziemlich gelungene Überraschung (womit wir beide nicht gerechnet haben) und die Torte schmeckt sogar ziemlich gut.

 

Wir bringen ein grosses Stück Torte dem Personal, denn für uns alleine wäre sie definitiv zu gross und dann futtern wir drauf los, bevor die Ameisen antanzen. Zum z’Vieri haben wir gestern in einer deutschen Bäckerei und einem Supermarkt, Chips, Laugen Bretzel, Camembert Käse und eine Flasche vietnamesischen Wein gekauft.

 

Wir lassen es uns schmecken und aus dem Apero wird gleich auch das Abendessen – sehr zu Jolis Leid, welche sich dann zu späterer Stunde noch die Instant Nudelsuppe aus der Minibar zubereitet. Wie immer bekommt dann auch der Essen verpönende Beni Hunger, wenn es direkt vor der Nase steht und so machen wir, nebst dem das wir die Torte fertig futtern, auch noch eine Fondue Suppe, welche AnSaLu uns mitgebracht hatten. Leider können wir bezüglich diesem Süppchen keine allzu gute Werbung machen, da sie weder nach Fondue noch nach Käsesuppe geschmeckt hat – was vielleicht aber auch an der vorher verspeisten sweet and spicy Nudelsuppentorte liegt…

 

Eine Fahrt ins Blaue

Sollte es werden doch das Wetter zeigt sich etwas bedrückt heute. Wir mieten uns dennoch einen Roller um auch den Norden der Insel zu erkunden. Nach nur etwa 10 Minuten Fahrt kommen wir an einer gigantischen Müllhalde vorbei. Wahnsinn wie viel stinkender Müll hier vor sich hin gammelt aber immerhin ein Zeichen dafür das nicht der ganze Müll einfach auf der Insel verteilt am Boden landet.

 

Ein halbe Stunde lang führt die Strasse durch das Niemandsland, bis wir an einem kleinen Platz neben der Strasse eine Horde Affen beim Müll durchwühlen entdecken. In sicherer Entfernung schauen wir den Affen ein wenig beim Futtern zu bevor wir weiterdüsen. Wir sind mittlerweile an der nördlichen Küste angelangt und zurück in der Zivilisation.

 

Im Schritttempo...

...durch das Wohnzimmer. Wir suchen eigentlich einen bestimmten Strandabschnitt der schön sein soll, finden aber dafür ein interessantes kleines Küstendorf. Hier schlängeln wir uns mit dem Roller gekonnt durch die schmalen Strassen, vorbei an den vielen Marktständen. Auf einmal ist der Markt zu Ende und wir befinden uns auf einer Strasse, welche quasi mitten durch die Häuser führt. Alle Häuser und Dächer sind so durchgehend verschachtelt und miteinander verbunden das wir das Gefühl haben hier bei allen durchs Wohnzimmer zu fahren. Im Schritttempo balancieren wir vorbei an Menschen in ihren Hängematten, Fischern welche ihren Fisch in der Sonne trocknen und spielenden Kindern. Das ist das pure Leben auf Phu Quoc. Weshalb man aber in seinem fast «Wohnzimmer» so viel Müll rumliegen lässt ist uns ein Rätsel. 

 

GHan DAu Beach

Als wir das Dorf verlassen finden wir dann doch noch die richtige Strasse zum Strand und an einem kleinen Strandresort schauen wir uns den besagten wunderschönen Strand an, als sogleich leichter Nieselregen einsetzt. Der Strand wäre wohl wirklich hübsch aber leider färben die grauen Wolken auf die Farbe des Meeres und den Strand ab und alles wirkt etwas düster. Dann gehen wir halt etwas trinken bis es aufhört zu Regnen. Wir bestellen uns Saft und Cola, natürlich kein lecker Bierchen - don’t drink and drive.

 

Wir spielen eine Runde Yatzy als sich ein Taxifahrer zu uns setzt und munter anfängt zu plaudern. Seine Gäste, welche er auf eine Tour quer über die Insel begleitet sind ihm wohl zu langweilig. Nach ein paar Plauderminütchen machen wir uns wieder auf den Weg.

 

Und nun fängt es richtig an zu Regnen – na schönen Dank auch. Entsprechend fahren wir zurück auf die Hauptstrasse - wären wir noch etwas weiter die staubige (respektive bald schlammige) Strasse entlang gefahren, hätten wir den wirklich schönen Abschnitt entdeckt, denn der kommt erst nach den Resorts – aber hinterher ist man immer klüger…

 

Starfish BEach

Wir haben keine Lust der Hauptstrasse entlang zurück zu fahren um zu einer weiteren grösseren Strasse zu gelangen, also nehmen wir einfach auf gut Glück die etwas dünner eingezeichnete Strasse auf der Karte in der Hoffnung, dass diese auch befahrbar ist, respektive überhaupt irgendwo hinführt. Sollte sie eigentlich, denn immerhin soll hier irgendwann der Starfish Beach kommen, das muss aber nicht bedeuten dass die Strasse durchgehend ist, könnte ja auch sein, dass man nur von der anderen Seite dazu kommt (wäre nicht das erste Mal)…

 

Wir versuchen es einfach. Aus dem Nichts endet die schöne asphaltierte Strasse und geht in eine rote Schotter-, Sand-, Buckelpiste über. Wir sind mutterseelenalleine auf dieser Strasse, rechts und links nur Dschungel. Zum Glück regnet es nicht mehr und die Strasse ist weder extrem staubig noch schlammig, dank dem kurzen Intermezzo von vorhin.

 

Wir sind eine gefühlte Ewigkeit auf dieser Strasse unterwegs und ausser einem streunenden (zum Glück friedlichen) Hund begegnet uns niemand und nichts. Es ist wunderschön und doch irgendwie etwas gruselig so ganz alleine durch diesen dichten Wald zu fahren, aber der Duft nach Dschungel ist einfach herrlich.

 

Ganze 10 Kilometer werden wir durchgerüttelt bis wir den Starfish Beach erreichen. Auf vielen Reiseblogs wird der Strand immer noch als wenig besuchter Geheimtipp angepriesen.

 

Etliche Tourenbusse, Taxis, viele Roller und entsprechend viele Touristen sind jedoch hier, wie könnte es auch anders sein. Die sind übrigens alle von der anderen Seite her gekommen (asphaltiert).

 

Wir könnten weinen ab dem was wir hier zu sehen bekommen. Da stehen Menschen im Wasser und halten in ihren Händen Seesterne, welche sie aus dem Wasser gepflückt haben um mit ihnen Fotos und Selfies zu machen. Hier gib es keine Schilder, wie etwa in Panama, welche die unwissenden oder meist einfach nur ignoranten, dummen, egoistischen Menschen darauf hinweisen dies nicht zu tun - worauf man mit etwas gesundem Menschenverstand (wir zweifeln mittlerweile auch dieses Wort in seiner Bedeutung schwer an) selber drauf kommen könnte.

 

Auch die Guides der Touren scheinen sich keiner Verantwortung bewusst zu sein. Es sind noch keine 5 Minuten vergangen, aber wir haben genug gesehen und verduften gleich wieder. Die Vier Fotos die wir hochgeladen haben sind auch die vier einzigen die wir gemacht haben hier, dass kommt sonst höchst selten vor.


Der Strand und insbesondere die Seesterne sind dem Tode geweiht. In ein paar Monaten vielleicht auch ein paar Jahren, wird es hier keinen Seestern mehr geben und der Strand (noch mehr) einer Müllhalde gleichen. Dann ist der Starfish Beach Geschichte. Wenn der Mensch bei etwas nachhaltig handelt, dann dabei diese Erde zu zerstören, das ist wohl mittlerweile unbestritten.

 

Vielleicht erscheint es euch manchmal etwas hart wie wir über unsere Spezies schreiben aber wir verlieren je länger je mehr das Verständnis für das Handeln der Menschen und es macht uns wütend und traurig wie wenig Respekt die meisten Menschen der Natur, der Tierwelt, ja selbst anderen Menschen entgegenbringen.

 

Trash Island

Unseren letzten Halt legen wir bei einer kleinen Insel ein, welche nur etwa 300 Meter lang ist und die man über eine «Brücke» erreicht. Über die abenteuerliche Holzbrücke balanciert man über das knietiefe Wasser um auf die Insel zu gelangen.

 

Den Namen der Insel kannten wir zuerst nicht (Google meint sie heisst Hon Mot Island), wir haben aber sogleich einen passenden Namen gefunden. Nach einem kurzen Spaziergang taufen wir sie auf den Namen «Trash Island», also «Müll Insel». Müllhausen stand auch hoch im Kurs aber am besten nennen wir wohl die Hauptinsel, also ganz Phu Quoc so, denn die ganze Insel scheint langsam aber sicher im Müll zu versinken.

 

Auf der gesamten kleinen Insel, welche in einigen Blogs noch als wunderschöner Geheimtipp angepriesen wird liegt haufenweise Müll herum. Ein völlig verstörender Anblick. Den Hut und die Schuhe am Strand, welche neben einem toten Seestern liegen, finden wir so schrecklich, dass es als Titelbild herhalten muss, denn mit Phu Quoc als Insel verbinden wir spätestens nach diesem Tag in erster Linie jede Menge Müll. Auch hier verschwinden wir nach 15 Minuten wieder und treten die Heimreise an. Joli hat zwar ihre liebe Mühe mit der Holzkonstruktion, die sich hier Brücke nennt aber Benis Vorschlag doch einfach durch das knöcheltiefe Wasser zu laufen, lehnt sie dankend ab, denn auch hier ist alles so voller Müll, dass es einfach nur eklig wäre durch zu laufen.

 

Einbahnstrasse

Auf dem Rückweg nehmen wir die Abkürzung über die Start und Landebahn des ehemaligen Flughafens, anstatt die uns bekannte Schnellstrasse. Wir haben in einem Blog gelesen, dass auch die Einheimischen diesen Weg als Abkürzung benutzen -nur wohin? Hier soll erwähnt sein, das man nicht immer alles glauben sollte, was man so in Blogs liest *g* - also bei uns natürlich schon, ist ja klar ne.

 

Wir sind so mutig und suchen uns einen neuen Weg nach Hause. Die ursprüngliche Strasse wird aber immer kleiner und kleiner und kurioser. Hier sollen wir gemäss Google Maps jetzt abbiegen. Aber da ist kein Weg mehr, sondern es steht ein Haus und davor ist ein grosses geschlossenes Tor. Hmmm… Dann noch etwas weiter geradeaus irgendwo muss eine Abzweigung kommen.

 

Zuerst ist es mit der Asphaltierung vorbei, danach fehlt gar der Schotter bis wir schliesslich auf einem etwa 50cm breiten sandigen Waldweg landen, welcher nach langen Minuten und vorbei an vielen kläffenden Hunden in einer Sackgasse endet. Die Bewohner stauen nicht schlecht als sie uns kommen sehen und zeigen uns sogleich an das der Weg hier endet und wir umdrehen müssen. Liebes Google Maps und auch liebes Galileo (eine andere Karte, neu Guru genannt), wenn ihr wüsstet wie oft ihr uns mit euren in der Realität nicht vorhandenen Wegen schon in die Irre geführt habt…

 

Übrigens sind wir immer wieder fasziniert was man so alles auf einen Roller kriegt. Wahnsinn! Ja wieso ein Auto kaufen? Jede Wette ein geübter Rollerbesitzer kriegt auf sein Gefährt mehr drauf als in ein Auto rein?

 

Zu Hause springen wir noch kurz in den Pool bevor der Tag zu Ende geht und wir uns auf eine weitere ruhige Nacht in unserem bequemen Bett freuen. 

 

Sein oder nicht sein

Nein, es geht eigentlich nicht um die Frage des Seins sondern eher um die Frage gute Erziehung oder schlechte Erziehung. Es ist nicht das erste Mal, dass wir uns diese Frage stellen. Sind wir einfach zu gut erzogen worden oder sind alle anderen zu schlecht erzogen worden? Oder ist es gar eine Charakterfrage?

 

Wir waren in unseren 8 Tagen auf Phu Quoc einige Male in unserem Pool. Es gibt zwar kein Schild mit der Aufschrift «Bitte duschen» aber zwei wunderschöne, unübersehbare Duschen gleich neben dem Pool. Wir haben gelernt das man duschen geht bevor man in den Pool springt.

 

Zugegeben als Kinder fanden wir das auch Scheisse und haben auch schon das eine oder andere Mal geschummelt, wenn gerade niemand geguckt hat. Aber jetzt sind wir ja grösser und schlauer und es ist uns heute absolut verständlich, weshalb man sich abduscht bevor man in einen Pool springt.

 

Und was sehen wir hier? Erwachsene Menschen, welche sich unverblümt ohne zu duschen in den Pool stürzen. Die einen kommen direkt in den Badehosen und total verschwitzt mit dem Fahrrad zurück und ohne zu duschen springen sie in den Pool. Andere setzen sich total verschlafen aber schon in Badehosen zum Frühstück um anschliessend, natürlich ohne zu duschen, in den Pool zu springen – Ersatz für die morgendliche Dusche? Oder die Neuankömmlinge, welche gerade durchgeschwitzt eingecheckt haben und sogleich in die Badehose hüpfen um sich wie wir im Pool abzukühlen. Ratet mal: genau ohne zu duschen. Beni kriegt fast eine Krise und will nie mehr in den Pool.

 

Joli findet hingegen die Leute super, die das Badetuch bereits auf dem Weg zum Frühstück auf eine Sonnenliege legen, essen, mit dem Fahrrad den ganzen Tag an den Strand fahren und danach am Abend noch eine halbe Stunde am Pool liegen. Aber Hauptsache den ganzen Tag die Liege blockiert. Ganz wichtig! Es hat ja nur 12 und die sind alle immer den ganzen Tag komplett besetzt, das muss man schon gucken wo man bleibt nicht?

 

So jetzt aber fertig gelästert. Wir verabschieden uns von Phu Quoc und Vietnam und machen uns auf nach Thailand.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    renate feller (Donnerstag, 04 April 2019 14:20)

    Sone schöni geburtstagsturte,danke liebi jolanda,beni strahlet ja wine marzipanmeiechäfer�

  • #2

    Benjoli (Sonntag, 07 April 2019 14:36)

    Liebi Renate, ja gstrahlet wine Marzipanmaiechäfer und gschmatzet wine Borkechäfer heter *g*