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Ancient Siam

Ein neuer Tag beginnt, mit dem selben Taxifahrer aber einem neuen Ziel. Wir mögen unseren Taxi Fahrer er hat so ein lustiges, verschmitztes Lachen, beinahe ein Kichern. Mit eben diesem Kichern meint er: «Hat jemand Angst vor Wasser?», und als wir verneinen kichert er erneut und lässt uns aber im Dunkeln über die Absichten seiner Frage. Es ist dann nicht ganz so schlimm wie wir befürchten – wir nehmen einfach eine Fähre statt eine der vielen Brücken. Er mag die Fähre meint er - *kicher* *kicher*.

 

Heute geht es in das Miniatur Thailand, Ancient Siam oder auch Mueang Boran Freilichtmuseum genannt, welches wir in etwa einer Stunde Fahrt erreichen. Dieser Tag wird uns spendiert von Brigitta & Markus Hegetschweiler – merci viu mau! Bei der Anfahrt kommen wir noch am berühmten Erawan Museum vorbei, dass einem mit riesigen Elefanten willkommen heisst. Wir halten nicht an obwohl wir es Möni als Ersatz für die Erawan Wasserfälle verkaufen wollten (es hat jedoch rein gar keinen Zusammenhang mit Ausnahme des Namens), aber wer weiss vielleicht auf dem Rückweg.

 

Und wir düsen im Sauseschritt

Vor Ort rüsten wir uns mit gratis Fahrrädern aus und machen uns in der bereits brütenden Morgenhitze auf den Weg. Bereits nach einer kurzen Fahrt sehen wir eine hübsche Bank, die uns dazu einlädt unsere Mini Cakes zu verspeisen, zumal um die Ecke auch Eiskaffee verkauft wird – der leider mit Abstand der hässlichste Kaffee ist den wir je getrunken respektive direkt in den Müll geworfen haben!

 

Man kann sich mit einem Audio Guide ausrüsten oder man kann es wie wir sein lassen. Aber wir nehmen uns dafür wirklich vor bei jedem Ort zu notieren was wir uns gerade anschauen, wie es heisst und wo es sich normalerweise in Thailand befindet usw., aber da wir es bereits beim ersten Tempel vergessen haben, lassen wir es, so nach dem Motto ganz oder gar nicht, einfach ganz sein. Ihr sollt euch mit unserem Texten ja auch nur unterhalten und etwas Inspiration für eure nächsten Reisen holen. Für weitere Details steht Benjoli Travel danach «jederzeit» (zu noch zu definierenden Öffnungszeiten) zur Verfügung.

 

Da wir uns heute in einem Park / Freilichtmuseum / oder was auch immer befinden, haben wir natürlich keine alles verhüllende Kleidung dabei, denn es handelt sich ja um Nachbildungen der Tempel. Aber glaubt es oder glaubt es nicht – auch hier muss man sich verhüllen. Zum Glück haben sie hier aber an alles gedacht und wir bekommen Röcke und Tücher zur Verfügung gestellt und der Innenraum ist sogar gekühlt.

 

Auf Wunsch der edlen Spenderin wollten wir ein paar hübsche Schwestern und Gruppenfotos machen, leider ist uns das nicht so gelungen. Mindestens einer, wenn nicht alle sehen einfach immer aus wie Dumpfbacken oder haben die Augen zu oder bohren in der Nase – es ist zum Verzweifeln.

 

Die Anlage ist ziemlich gross und zeigt alle möglichen Sehenswürdigkeiten Thailands auf einem Gelände. Etliche Nachbildungen und teilweise Originale von Tempeln, Häusern, sonstigen antiken Anlagen und sogar einen Floating Market (aber auch hier floatet rein gar nichts!) haben sie nachgebaut und sind immer noch dran. Beim Floating Market treffen wir auf mehrere Gruppen Schüler und sagen alle zwei Schritte «Hello» und hören uns das Englisch Vokabular der Schüler an, das hauptsächlich aus «Hello», «How are you?», «Were are you from?» und «I love you» besteht. Ziemlich anstrengend was schon das erste «Gähn-Foto» herauf beschwört.

 

Wir wollen uns zuerst alles in Ruhe anschauen, weshalb wir auch mit den Fahrrädern unterwegs sind. Es ist ein richtiges «stop n go», aufsteigen, absteigen und ein andauerndes sich den Hintern verbrennen, wenn das Fahrrad wieder einmal in der prallen Sonne anstatt im kühlen Schatten stand. Da heisst es immer aus Fehlern lernt man, dass scheint aber nicht bei jedem der Fall zu sein. Aber man wird auf jeden Fall kreativ und giesst einfach vor dem Aufsteigen etwas kaltes Wasser über den Sattel – geht auch.

 

Wir finden sogar ein paar Wasserfall Ersätze für Möni’s Erawan Wasserfall und machen ganz viele Fotos. Möni ruft plötzlich von irgendwo her: «Komm du Vogel wir machen ein Selfie.» vorauf Joli pflichtbewusst antanzt nur um zu bemerken, dass mit Vogel die Statue gemeint ist und nicht sie. Die Herren sind auch schon lange weg und wohl schon wieder im Bier. Sie sitzen ab und zu bereits im lecker Bierchen, während die Damen wenigstens noch einen kleinen Pflichtteil an Sightseeing machen. Aber es ist einfach zu heiss heute und Möni giesst sich auch immer Wasser den Rücken runter, was zwar nicht sehr vorteilhaft aussieht aber sicher auch vorbeugend gegens Hintern verbrennen hilft.

 

Während drei Stunden radeln wir mit vielen Pausen und einigen lecker Bierchen umher, schiessen viele Fotos, versuchen es mit ein paar Gruppen Selfies und blödeln rum, bevor wir zurück zum Haupteingang düsen. Der «Berg», welchen Beni erklimmen wollte ist leider wegen Umbauarbeiten geschlossen, was schon das zweite «Gähn-Fotos» des Tages auslöst, denn wir sind umsonst einmal rundherum gefahren, Mist! Wir haben wirklich versucht alles zu sehen, aber obwohl wir einen Park Plan haben ist es hier so unübersichtlich und wirr angelegt, dass wir froh sind den Ausgang wieder gefunden zu haben. 

 

Nun mieten wir uns zum Spass noch einen der teuren Golfkarts für eine Stunde und cruisen damit nochmals quer durch den Park. Also Möni muss / darf cruisen. Die Herren der Schöpfung stehen bereits unter dem Einfluss des teuflischen Gebräus, dass sich lecker Bierchen nennt und Joli entzieht ihnen kurzerhand die Fahrerlaubnis und verbannt sie auf die Rückbank. Den beiden macht das gar nichts aus und alle paar Meter schreit es von hinten: «Halt! Refill! Bierstopp!».

 

Beim ersten Kreisel gibt Beni in Auftrag bitte einmal rundherum zu fahren und noch bevor wir ihn fragen können wieso stellen wir fest, dass der irre Benu einfach aus dem fahrenden Golfkart gesprungen ist um ein Foto von uns beim vorbei fahren zu machen.

 

Etwas weiter vorne reisst Möni abrupt eine voll Bremsung. Etwas das aussieht wie eine Mischung zwischen einer Kuh und einem Schlappohren Hund steht mitten auf der Strasse und etwas weiter hinten eine männliche Variante davon mit Hörnern. Benjoli muss an die Stierbegegnung in Kuba denken und fordert zu raschen Weiterfahrt auf. Die Wasserbüffel, welche im Wasser eine Abkühlung suchen haben unseren vollen Neid, denn es ist einfach irrsinnig heiss heute.

 

Während Joli sich einen weissen Tempel ansieht und Möni aufs Klo muss, reissen sich die beiden Herren kurzerhand den Golfkart unter die Nägel und düsen los. Prompt fahren sie einen schmalen Weg entlang, der gar nicht aussieht als ob man dort überhaupt fahren sollte und trotzdem treffen sie auf Gegenverkehr und müssen unter lautem Piepsen (man könnte meinen unser Golfkart sei ein Lastwagen) rückwärtsfahren. Noch ein paar extra Runden um den Kreisel und dann dürfen auch die Damen wieder einsteigen.

 

Joli hat vorhin auf dem Fahrrad noch einen Tempel mit einem riesigen Fisch gesehen, welchen sie jetzt suchen will. Per Fahrrad haben wir es nicht geschafft aber jetzt mit einem Motor unter dem Hintern, können wir noch etwas mehr sinnlos herum cruisen und der Fahrtwind fühlt sich zudem herrlich an. Gefunden, Joli schaut sich den Tempel an, allerdings auch nur von weitem und die anderen faulen Gesellen steigen nicht einmal mehr aus dem Golfkart aus, sie drehen sich nicht einmal nach dem Tempel um. Wird wohl Zeit nach Hause zu fahren. Aber vorher nehmen wir uns nochmals die Zeit und versuchen es mit ein paar Gruppen Selfies, bevor es am frühen Nachmittag zurück nach Bangkok geht.

 

Vielen Dank für die kleine Freude. Wir hatten viel Spass und jede Menge lecker Bierchen – herrlich. Das Abendessen nehmen wir heute direkt im Hotel eigenen Restaurant ein, denn Morgen geht es um 04:00 aus den Federn und ab an den Flughafen.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Moeni (Freitag, 12 April 2019 23:02)

    Der hässliche Fischkopf hat mich so abgelenkt, dass ich den Tempel dahinter gar nicht wahrgenommen habe � Ich fand dieser Fischkopf passt ganz und gar nicht in diesen wunderschönen Park, deshalb habe ich ihn gekonnt ignoriert.
    Der Tag und dieser Ort waren ein wunderschönes Erlebnis, ich fühlte mich dort pudelwohl. Ein bisschen magisch und märchenhaft... �

  • #2

    renate feller (Samstag, 13 April 2019 20:13)

    Danke für die schönen fotos und text dazu ,hab schon befürchtet nichts mehr zu lesen zu bekommen da ihr jetzt "besuch" habt.mag euch allen den spass von herzen gönnen.häbets eifach guet.ma

  • #3

    Benjoli (Samstag, 25 Mai 2019 09:40)

    @ Möni: es isch mega kuhl gsi aber waaaaaaaahnsinnig heiss *phu*.
    @Ma: doch, doch mit Bsuech erlebtme no viu meh, da gits viu zverzeue.