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Chiang Mai II

Katerfrühstück

Die Nacht ist kurz und der Kater insbesondere bei Beni gross. Da kommt das Frühstück gerade richtig um dem Kater etwas die Stirn zu bieten. Joli hat dafür kaum noch Stimme und Halsschmerzen wie die Hölle. Einerseits liegt das sicher an der stimmlichen Verausgabung von gestern aber ganz sicher auch an der Klimaanlage, die in diesem Raum auf Gefrierfach eingestellt war.

 

Wir päppeln uns wieder auf und mieten gegen Mittag zwei Roller, mit welchem wir einen kleinen Ausflug in die Berge machen wollen.

 

Halt, Stopp, Polizei!

Die einen dürften nicht, die anderen wollen nicht und trotzdem ist es hier für alle möglich. Die beiden Fahrer, Beni und Yvan haben keine Roller Prüfung im Ausweis, fahren aber dennoch umher, wir sollten uns etwas schämen. Nico hat uns über die eher laschen Konsequenzen aufgeklärt und wir wagen es. Wir sind noch keine 5 Minuten mit den Roller unterwegs und landen gleich in einer Polizeikontrolle, haha.

 

Aber wir sind nicht alleine, hier werden alle Touristen auf ihren Roller raus gewunken, das ist Akkord Arbeit. Der Polizist will unseren Internationalen Ausweis sehen, welcher immerhin Beni vorweisen kann, jedoch nur mit der Berechtigung zum Auto fahren. Das er auf dem normalen Ausweis die Berechtigung zum Rollerfahren drauf hat interessiert ihn nicht. Wir bestechen den Polizisten kurzerhand und dürfen dann weiter fahren.

 

Nein, nicht ganz. Der nette Polizist möchte von uns lediglich 500 Baht, etwa 17 Franken und wir erhalten dafür eine Erlaubnis für drei Tage ohne Führerschein umher zu fahren, cool nicht?! Natürlich sind wir trotzdem im Falle eines Falles nicht versichert, aber No Risk, No Fun. Der nette Polizist lässt sich auf Benis Nachfrage sogar zu einem Daumen hoch Foto überreden. Die «Busse» finden wir absolut gerechtfertigt, fahren ohne gültigen Fahrausweis gehört bestraft. Das wir dann aber noch eine Erlaubnis für drei Tage Rollerfahren erhalten ist eigentlich lustig und stupide zugleich aber uns soll es recht sein. 

Etwas ausserhalb der Stadt cruisen wir über unzählige Kurven den Berg hoch. Aufgrund der lustigen Polizei Kontrolle haben wir doch völlig vergessen zu tanken. Respektive wir haben nur Yvans Tank kontrolliert und Benis nicht – der ist leer. Und das stellen wir erst fest als wir nach einer halben Stunde den Berg zur Hälfte erklommen haben.

 

Wir sind wahrscheinlich nicht die ersten Deppen denen das Benzin hier knapp wird. Joli ist überzeugt, dass hier an den Getränkeständen an der Aussichtsplattform auch einer Benzin verkauft und sie hat recht. Wir finden tatsächlich jemanden der in Literflaschen Benzin verkauft, allerdings zum doppelten Preis. Für etwa 1,60 Franken den Liter – aber besser als schieben.

 

Wat Phra That Doi Suthep

In der brütenden Hitze den steilen Berg hoch macht Benis Roller zu schaffen (oder war es vielleicht doch kein Benzin?!), so dass dieser kurzzeitig mitten auf der Strasse den Geist aufgibt. Wir lassen den Roller etwas abkühlen und werden gleich Zeugen wie ein Touristen Paar viel zu schnell um die enge mit Kieselsteinen bedeckte Kurve fährt. Die beiden fallen richtig auf die Fresse und schlittern mit dem Roller über den Asphalt – es passiert ihnen zum Glück nichts – ausser einem Schreck den sie unserer Meinung nach verdient haben.

 

Wir werden immer wieder von anderen Touristen auf ihren Rollern überholt, die mit einem Karacho über die Strassen fliegen, da ist es kein Wunder haut es die auf die Schnauze, selber schuld. Wir nehmen es sehr gemütlich und tuckern mit 30-40 km/h durch die Gegend, wir wollen ja auch was sehen und nicht wie viele der Touris mit riesigen Pflastern oder einbandagierten Beinen umherlaufen.

 

Oben angekommen besuchen wir den Tempel. Und stehen schon vor einer der grössten Herausforderungen heute: die Treppe nach oben. Wir sind wirklich nicht mehr die Jüngsten, dass zeigt einem eine solche Nacht gnadenlos! Naja im Schneckentempo schaffen wir es trotzdem bis nach oben und bezahlen den für Ausländer obligaten Eintritt.

 

Und dann die zweite Hürde: Schuhe ausziehen! Beni überlegt sich ob er einfach draussen warten soll, was aber in Anbetracht des bereits bezahlten Eintrittsgeldes nicht in Frage kommt. Auf Zehenspitzen schleicht er durch den Tempel immer die Augen offen um nicht über einen Fusspilz zu stolpern. Aber es ist wirklich nicht so angenehm barfuss durch den Tempel und die Anlage zu laufen denn der Boden ist ziemlich heiss, also schleichen wir den Schatten entlang einmal rundherum. Auch unsere Outfits lassen wieder einmal zu wünschen übrig. Joli hat sich einen Rock über ihr kurzes Kleid übergestreift und noch einen Schal über die Schultern und Möni hat sich in einen grünen Krankenhauskittel geworfen, den sie am Eingang zur Verfügung stellen. So wollten wir schon immer einmal aussehen auf unseren Urlaubsfotos.

 

Wir haben es ziemlich schnell mal gesehen und machen uns auf den Weg nach unten. Wir wollen noch zwei Wasserfälle besuchen.

 

Monthathan Wasserfall

Etwas weiter unten am Berg finden wir den Wasserfall, welcher sich ebenfalls noch im Doi Suthep Nationalpark befindet. Er ist hübsch aber nicht wahnsinnig spektakulär aber die Damen machen trotzdem ein paar Fotos, während die Herren gelangweilt auf einem Stein sitzen. Da noch ein kleiner Pfad weiter nach oben führt können wir unsere Neugier aber dann doch nicht zügeln. Einzig Kater-Beni hat seine Neugier im Griff und wartet beim Roller auf uns. Der Wasserfall ist weiter oben doch immerhin noch etwas hübscher und Yvan und Möni möchten gerne noch weiter durch den Dschungel flanieren, aber der Nationalpark schliesst um 17:00 und wir haben leider keine Ahnung wohin und wie weit dieser Weg noch führt, also kehren wir um.

 

Da schon nach 16:00 ist reicht es heute leider auch für den zweiten Wasserfall am Fusse des Berges nicht mehr. Aber wir sind ja noch ein paar Tage hier, also machen wir uns auf den Rückweg. Das wir wirklich sehr gemächlich fahren bemerken wir dann auf dem Weg in die Stadt, da uns gerade ein Elektrofahrrad auf einer Geraden überholt. Hoppla! Nicht ganz ohne ist dann der letzte Teil durch die Stadt inmitten des Feierabendgewusels auf den dicht befahrenen Strassen. Wir kommen aber heil und ohne Zwischenfall zu Hause an und zum Essen gehen wir ganz gemütlich nur noch ins Restaurant neben an.

 

MAe Sa Wasserfall

Wir sind früh dran und machen uns auf nochmals einen anderen Wasserfall zu besuchen und einen 100 Kilometer langen  Loop zu fahren. Es ist Yvans zweite Fahrt auf einem Roller und weil wir statt nach Joli und ihren Navi fahren (zugegeben sie waren bisher nicht immer sehr zuverlässig), sondern heute plötzlich der Strassenbeschilderung folgen landen wir innert wenigen Minuten auf einer Art Autobahn. Wir beschleunigen gezwungenermassen auf 60 km/h und versuchen an der nächsten Ausfahrt wieder runter zu kommen.

 

Uff geschafft, an einer Tankstelle machen wir halt und suchen via Navi einen Weg ohne, dass wir die Autostrasse überqueren und auf der anderen Seite zurück fahren müssen, denn Yvu meint sein Roller sei mit 60km/h am Limit gewesen und drohe beinahe auseinander zu fallen. Benjoli haben ihren altersschwachen Roller gestern noch getauscht und ein brandneues Modell (sogar noch ohne Nummernschild) bekommen.

 

Wir sind erfolgreich und müssen aber auch so lange an einer stark befahrenen, nicht sehr schönen Strasse entlang fahren bis wir endlich beim Wasserfall ankommen. Eigentlich sind es 10 Wasserfälle und nach Beni verdienen sie den Namen Wasserfall gar nicht wirklich, da sie nicht so richtig fallen sondern mehr dem abfallenden Wasserlauf entlang runterrutschen.

 

Bis zum dritten können wir hoch fahren und hier stellen wir unsere Rennmaschinen ab und beginnen dem Wasser entlang zu den weiteren 7 Wasserfällen hoch zu laufen. Wir wollen sicher auch baden heute aber an den ersten 2-3 Wasserfällen hat es noch zu viele Leute, die sich aber je länger der Weg je mehr zerstreuen. Es ist ein schöner Spaziergang aber jetzt nicht etwas wahnsinnig atemberaubendes. Trotzdem wir geniessen das schöne Wetter und die frische Luft und marschieren was das Zeug hält. Am zehnten Wasserfall sind wir dann alleine und Joli und Möni springen ins Wasser um sich zu erfrischen. Die Herren können dem ganzen irgendwie nicht so viel abgewinnen und lümmeln am Ufer herum. Das Wasser ist herrlich frisch aber schon bald zieht es uns weiter. In einem schönen Becken weiter unten springen die Damen nochmals ins Wasser und dann geht es zurück zum Parkplatz.

 

Hier haben mittlerweile alle Restaurants geöffnet und uns treibt der kleine Hunger. Wir bestellen einen Katzenfisch, Hühnchen und zwei verschiedenen Nudeln und schmatzen was das Zeug hält.

 

Sameong Loop

Gestärkt entschliessen wir uns den Loop doch abzufahren (wir haben daran gezweifelt, weil es total doch immerhin 100 Kilometer sind), denn wir haben keine Lust an der staubigen Strasse entlang nach Hause zu fahren.

 

Nach der Schnellstrasse führt der weitere Weg über eine wunderbare Strasse durch die Berge. Es geht noch über 60 Kilometer rauf und runter und um unendlich viele Kurven, bis wir etwa in der Hälfte der Strecke auf eine Strassensperre treffen. Der Polizist erklärt uns mit Hilfe seines Handys und dem Google Übersetzers, dass die Strasse aufgrund eines Unfall gesperrt und unpassierbar ist. Er zeigt uns zur Veranschaulichung sogar ein Foto, dass einen Lastwagen zeigt der quer über der Strasse steht. So ein Mist aber auch. Das heisst für uns nun denselben Weg wieder zurück.

 

Macht nichts, wir sind vorhin an ein paar coolen Restaurants an einem Fluss vorbei gekommen wo wir nun eine Pause machen bevor wir wieder auf die staubige Hauptstrasse zurück kehren. Zurück in der Stadt sind wir wieder mitten in der Rushhour und stehen gefühlt stundenlang an den roten Ampeln wo die Sonne uns gnadenlos grillt.

 

Heute sind wir etwas fitter als gestern und schaffen es noch in den Pool. Zum Essen sogar ein paar Meter weiter in ein Restaurant wo wir Möni überzeugen können, dass Pizza genau so lecker schmeckt wie thailändisches Curry. Auch der Schönheit wird heute noch genüge getan. Yvu geht zum Frisör und für Möni gibt es noch eine Beauty Maske.

 

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