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Chiang Mai III

Für heute haben wir die volle Ladung Spass mit Elefanten gebucht. Die ganztägige Tour verspricht uns stundenlanges Kuscheln und Reiten auf Elefanten durch Wälder und Flüsse… Natürlich nicht, keine Angst.

 

Wir haben viel recherchiert damit wir eben keine Tierquäler unterstützen, welche die armen Tiere zu einem solchen Touristenzirkus zwingen. Wir haben von Renate Feller auch den Tipp für den Elephant Nature Park erhalten und uns dann auch dafür entschieden. Allerdings sind wir nicht im eigentlichen Park sondern in einem Partnerprojekt (Greenhill Elephant Camp) etwas ausserhalb – wir wollen wie immer den Menschenmassen entfliehen. Entsprechend haben wir auch an dem Tag gebucht als noch niemand sonst gebucht hatte – wer weiss vielleicht haben wir Glück und sind nur zu viert.

 

Hier in diesem Camp wird Elefanten mit einem Trauma ein schöner Lebensabend ermöglicht. Gegründet wurde das Hauptprojekt von Lek Chailart, welche auch die Elefantenflüsterin genannt wird. Durch den grossen Besucherandrang gibt es mittlerweile über 50 Partnerprojekte, welche mit ihr zusammenarbeiten. Eines davon werden wir nun besuchen und haben uns entsprechend für eine Tour in einer kleinen Gruppe entschieden anstatt die Massenabfertigungstour am Hauptcamp.

 

Den heutigen Tag finanzieren wir aus zwei Beiträgen unter Kleine Freuden. Herzlichen Dank an Renate Feller und Markus & Regula Hänni, auch die Elefanten bedanken sich trötend bei euch. Die Tour selber kostet eigentlich für hiesige Verhältnisse viel zu viel aber die Einnahmen werden für Futter, Medizin und die ärztliche Betreuung der Tiere eingesetzt, weshalb die Tour Kosten eigentlich eher einer Spende gleichen, womit wir wiederum zufrieden sind.

 

Kurz vor 8 Uhr werden wir mit einem Minibus abgeholt. Wir sind nur 6 statt der möglichen 12 Personen, welche heute das Projekt Green Hill, etwa 1 Stunde von Chiang Mai entfernt, besuchen.

Hippies

Bei einem Kaffee erhalten wir einen Überblick zum Tagesablauf und werden mit hübschen Hippie Kleidern (Aussage Beni – eigentlich ist es traditionelle Kleidung) ausgestattet. Während wir uns umziehen treffen auch die Elefanten ein, welche in aller Ruhe erstmal ordentlich Mais futtern. Habt ihr gewusst, das ein Elefant während rund 16 Stunden pro Tag einfach nur munter in der Gegend herum futtert (fast wie Joli – unglaublich nicht)?! Wir erhalten dann ein paar Körbe und kiloweise Bananen, mit welchen wir die Körbe gleichmässig auffüllen.

 

Fütterungszeit I

Dann dürfen wir den Elefanten auch erstmals gegenüber stehen. Nach einem kurzen herantasten füttern wir die drei grossen Damen und den drei jährigen Baby Elefanten mit unseren Bananen. Vor dem Baby Elefanten werden wir aber zuvor gewarnt, wie kleine Racker so sind ist er ziemlich aktiv und manchmal übermütig und trotzig – ein typischer Dreijähriger halt. Die Tiere sehen alle sehr zufrieden aus und holen sich die Bananen im Sekundentakt aus unseren Händen. Dabei werden wir ordentlich mit ihrem Schlabber eingedeckt.

 

Green Hill Trail und Fütterungszeit II

Los geht es auf einen kurzen Spaziergang, alle Elefanten haben Lust darauf und wir folgen den Tieren den Hügel hoch in den Wald. Unterwegs machen wir eine kurze Pause um ihnen die restlichen Bananen zu verfüttern. Wir legen die Bananen auch auf unsere Hüte um etwas Abwechslung in das ganze Akkord Futtern zu bringen. Zum Glück ist Jolis Kamera spritzwasserfest, denn der Saber tropft nur so auf uns und die Kameralinsen runter - das Objektiv könnte ja auch eine Banane sein, da muss man schon genauer abtasten gehen. Bei Fotoshooting wird schnell klar: «Küssen verboten». Während beim normalen Foto der Rüssel schön in unsere Nähe kommt und in die Kamera geguckt wird, dreht sich die dicke Dame bei den Küsschen Fotos ohrenwackelnd ab.

 

Alle vier gehen danach ihren eigenen Weg und wir folgen gemeinsam zwei der Elefanten. Dann, wie könnte es auch anders sein, fangen die Dickhäuter erneut an zu fressen und futtern sich quer durch den Wald. Wir beobachten, wie sie Bäume und Bambus so dick wie Waden einfach so umknicken und zu mundgerechten Stücken verarbeiten. Die Gewalt die diese Tiere ausüben können ist unglaublich. Wir müssen zwischendurch etwas Abstand nehmen damit wir nicht von einem fliegenden Baum getroffen werden. Habt ihr gewusst, das ein Elefant bis zu 250 Kilogramm Futter pro Tag vernichtet? Während einer Stunde schauen wir den Dickhäutern zu und machen fleissig Fotos. Aber nur beim Futtern zu sehen macht auch uns hungrig, also gehen wir zurück ins Camp wo bereits das Mittagessen auf uns wartet. Die Elefanten haben noch keine Lust zurück zu kommen, so dass wir ohne sie aufbrechen.

 

Fütterungszeit III

Ein kleines, leckeres, vegetarisches Buffet wurde für uns aufgebaut. Wir essen Reisnudeln, Gemüse, Reis und Frühlingsrollen bis genug, wobei alles wirklich vorzüglich schmeckt. Während unserer Stunde Mittagspause trudeln dann nacheinander auch die vier Elefanten wieder im Camp ein, um wie könnte es auch anders sein, weiter zu futtern. Gestärkt bereiten wir den Tieren kleine Vitamin Kugeln zu, welche aber für später gedacht sind, denn zuerst wird noch gebadet. 

 

Schlammbad

Der Baby Elefant und seine Mutter scheinen noch keine Lust auf das Bad zu haben und spazieren lieber ein wenig umher, während die anderen zwei schon während wir die Vitaminkugeln gemacht haben ungeduldig von einem Bein aufs andere getreten sind. Sie stürzen sich zuerst noch ohne uns in den Schlamm. Eine der Damen (es sind Schwestern) stürzt sich wortwörtlich rein. Kopf voran lässt sie sich in den Schlamm platschen.

 

Nach kurzem Zögern stehen auch wir bis zu den Knien neben den Elefanten im Schlamm und bewerfen sie mit ordentlich viel der braunen Masse. Joli wäre ohne zu zögern sofort in den Schlamm gestapft aber irgendwer muss ja Fotos machen und sie geniesst den Anblick ist sich aber nicht sicher, welcher Anblick ungewohnter ist: Elefanten im Schlamm oder Beni der ebenfalls bis zu den Knien drinsteckt…?!

 

Wasserbad

Dann geht es weiter in das Wasserbecken gleich nebenan, der Schlamm soll ja auch wieder runter. Die Tiere legen sich ins Wasser und wir spritzen sie mit Hilfe von kleinen Schalen mit Wasser ab. Es scheint ihnen gehörig Spass zu machen, während wir Wasser schaufeln liegen die Dickhäuter gemütlich im Wasser und drehen sich zwischendurch auch um damit auch alles schön in den Genuss des kühlen Nass kommt.

 

Auch wir werden dabei ordentlich nass und waschen uns den Schlamm ab. Nach einer Weile kommen dann auch der Baby Elefant und seine Mutter daher. Der kleine Racker ist aber zu aufgedreht und wir lassen die beiden sicherheitshalber erstmals alleine im Wasser und schauen nur zu. Nach einer Weile hat er sich soweit ausgetobt, dass er neben seiner Mutter unter Wasser liegt und sich abkühlt. Derweilen können wir die Dame etwas abspritzen gehen. Habt ihr gewusst das ein Elefantenrüssel ein Fassungsvolumen von etwa 5 Litern Wasser hat?! 

 

Pudern

Auch das schönste Bad hat mal ein Ende und es geht weiter. Programmpunkt? Füttern, was sonst. Aber erstmals muss sich der Baby Elefant nach dem Bad natürlich erst wieder schmutzig machen – hätte ja sonst keinen Sinn gehabt sich zu baden oder? Die Mama macht auch gleich mit und die beiden bestäuben sich mithilfe ihrer Rüssel mit rotem Sand bis sie aussehen wie zwei panierte Elefanten und nun nicht mehr grau sind sondern schön orange leuchten.

 

Fütterungszeit IIII

Bereits bei der Bananenfütterung hatte der kleine nur Faxen im Kopf. Statt die Bananen zu Essen hat er sie einfach am Rüssel gesammelt und nur getan als ob er diese in den Mund nehmen würde, bis sie ihm auf den Boden gefallen sind weil er sie nicht mehr alle halten konnte. Nach dem Bad, füttern wir ihnen zum Abschied noch die kleinen Vitaminkugeln und ein paar Bananen. Die Kugeln scheinen lecker zu sein, denn der Kleine wird so aufmüpfig, dass er um die Absperrung herum rennt und direkt auf uns zusteuert, so dass wir uns in Sicherheit bringen müssen damit wir nicht angerempelt werden. 

 

Er rennt auf unseren Guide zu der das Körbchen mit den Kugel in der Hand hält. Dieser springt mit einem «Oh my Buddha» hinter eine Absperrung und hält ergeben das Körbchen von sich weg bis der kleine Racker alles aufgefuttert hat was noch drauf war. Ja Kinder brauchen halt viele Vitamine, dass scheint auch das kleine Schlitzohr schon zu wissen.

 

Ein toller Tag...

…geht zu Ende. Es gibt Duschen und Handtücher damit wir uns frisch machen können um danach ein letztes Mal den Elefanten kurz über den Rüssel zu tätscheln und Abschied zu nehmen. Alles war super organisiert, unser Guide Pot scheint die Tiere sehr zu mögen und hat viel erzählt. Wir haben nichts Schlechtes gesehen und durften selbst den Tieren nur mit Vorsicht und nie näher als etwa 1 Meter kommen. Das Berühren des Rüssels während des Fütterns war der einzige direkte Körper Kontakt mit den Tieren.

 

Nochmals vielen Dank an Renate Feller sowie Regula & Markus Hänni für die Spende, welche auch den Elefanten hier zugutekommt, damit diese bis zu ihrem Ableben ein schönes Leben auf dem Land führen dürfen. 

 

Tschüss

Am Abend schlendern wir noch einmal mit Nico und seiner Freundin über den Nachtmarkt und lassen dann den Tag am Fluss in einer Cocktail Bar zu Ende gehen. Als kleiner Snack kauft Nico von einer Strassenverkäuferin noch je eine Portion Heuschrecken und Seidenraupen, welche wir zusammen mit der scharfen Qualle, die wir bestellt haben, verspeisen. Beide Insektensnacks sind knusprig frittiert, sehr würzig und schmecken ziemlich gut. Nun können wir auch diese Leckerei auf der Probierliste abhacken und morgen fliegen wir weiter auf die Insel Koh Lanta.

 

Wir haben zwar noch den ganzen Morgen Zeit für Sightseeing aber wir geniessen ein langes Frühstück und den Pool bevor es an den Flughafen geht, denn nach dem vielen Sightseeing ist es Zeit für etwas Ferien am Meer.

 

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