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Koh Lanta II

Vielen Dank an Martin und Ruth Zutter für eure Spende für unseren Sisterday mit unseren Männern. Martin, der Vater von Joli, Möni und Sändi (von AnSaLu - USA Trip), ist nach jahrelanger Krankheit am 27. März von uns gegangen und kann unseren Beitrag zu seiner Spende leider nicht mehr lesen. Wir sind aber sicher, dass er seine Freude gehabt hätte an der schönen Tour, welche wir erleben durften. MaPa, wir hoffen du verfolgst unsere Abenteuer weiterhin, denn in unseren Herzen bist du auf jeden Fall immer dabei und wir vermissen dich. 

 

Nachdem Möni erneut eine Nacht auf der Jagd verbracht hat – Kakerlaken - und wir unsere Ungezieferfalle – eine Schale Reis mit Skittles – abgebaut haben machen wir uns bereit für den grossen Ausflug. Zuerst müssen wir aber noch eine schlafende Kakerlake aus dem Haus werfen. Möni meint: «Scheisse, die hat so viel gefressen und ist jetzt tot.», weil sie auf dem Rücken neben der Reisschale liegt – aber Joli sieht, dass sich die Beine noch ganz leicht bewegen und meint; «Die schläft sicher nur! Also besser ganz raus damit." Möni soll ja auch einmal eine ruhige Nacht haben.

 

4 Islands BootsTour

Wir investieren den Beitrag in eine private Boot- und Schnorcheltour auf die vier umliegenden Inseln vor Koh Lanta und in ein ausgiebiges Frühstück und Abendessen bei Jack. Unser Hausbesitzer Tom besitzt ein eigenes Boot wodurch sich seine private Tour für uns perfekt anbietet, zumal wir direkt vor dem Haus starten können.

 

Wir haben noch etwas die Preise verglichen und festgestellt, dass er über einen Drittel mehr verlangt als wenn wir bei einem anderen Anbieter eine private Tour buchen würden. Er hat folgende Begründungen dafür: sein Boot ist viel besser (es kostete ihn 30'000$ statt 10’000$ wie die Longtail Boote), es ist schneller weshalb wir mehr anschauen können, es ist leiser als die Longtail Boote, es hat ein Sonnendeck, wir können direkt vor dem Haus starten, usw. – na da sind wir ja gespannt lieber Tom.

 

Da wir aber warten müssen bis die Flut zurück kommt, können wir nicht vor 10:00 starten also beginnen wir den Tag bei Jack mit einem leckeren Frühstück. Unseren Stammtisch verschmähen wir heute, da wir gestern beim Frühstück schon in den frühen Morgenstunden von der Sonne gegrillt wurden und heute wohl noch genug Sonne abkriegen werden. Wir schlemmen uns durch Thunfisch Sandwiches, Pad Thai und frische Mango und trinken kalten Kaffee, kalte Schokolade und frische Obstsäfte dazu – lecker schmecker!

 

Ko Muk

Um 10 Uhr laufen wir die paar Schritte runter zum Boot, bei welchem Tom unser Gastgeber bereits auf uns wartet. Doch das Teil steht noch auf dem Anhänger und muss zuerst etwa 100 Meter über den Kies ins Meer gestossen werden, es herrscht gerade Ebbe respektive immer noch, meint Tom erstaunt – ehm wie lange wohnst du nun schon hier? Danach müssen wir es noch so weit ins Wasser schieben (die einen mit mehr, die anderen mit weniger Einsatz) bis wir selber bereits bis zum Bauch im Wasser stehen – komplett angezogen versteht sich. Naja mit der Organisation und Kommunikation verdient Tom bei uns nicht gerade viele Punkte, er ist so etwa das was wir normalerweise eine Dumpfbacke nennen, nur noch etwas dödeliger.


Nach 10 Minuten sitzen wir dann doch noch im schwimmenden Boot und es kann losgehen. Tom hat noch seinen 4 jährigen Sohn dabei, was bei uns etwas Verwirrung auslöst – hatten wir nicht eine private Tour gebucht? Zumindest Fragen oder es uns vorher mitteilen wäre wohl angebracht gewesen. Immerhin, die drei Hunde und die mürrische Ehefrau bleiben zu Hause und der Kleine verhält sich immerhin sehr ruhig.

 

Das Meer ist etwas unruhig weshalb wir nicht mit Vollgas fahren können. Zum Glück, denn es ist eine sehr holprige Angelegenheit. Die Mädels machen es sich im vorderen Teil bequem (soweit das möglich ist denn es spickt sie ziemlich auf und ab), während die Buben sich auf die beiden freien Sitzplätze pflanzen. Wo genau Tom auf diesem Boot 6 Gäste und sich unterbringen will ist uns ja ein Rätsel – es ist winzig und hat gerade einmal zwei Sitzplätze (im Schatten) und ist ideal für zwei liegende Personen auf dem Sonnendeck. So jetzt fertig gejammert – mittlerweile ist wohl allen klar, dass wir das Heu einfach nicht auf der selben Bühne haben wie unser Gastgeber Tom oder wie Beni meint; die Tassen nicht im selben Schrank.

 

Im Meer ragen viele kleinere und grösser Inseln aus dem Wasser, welche uns ein wenig an die Halong Bucht erinnern. Ist aber naheliegend, denn es handelt sich auch hier um Karstfelsen. Nach einer Weile kommen wir unserem ersten Ziel näher. Dem schönsten Strand den es gibt meint Tom. Wir sind gespannt. Der Strand sieht wirklich wunderschön aus mit seinen Palmen und in einer Bucht zwischen Karststeinfelsen gelegen. Einzig das Wasser ist heute etwas trüb, was nicht unbedingt zum Schnorcheln aber auf jeden Fall zum Abkühlen einlädt. Das Wetter ist herrlich und die Sonne brennt uns unbarmherzig auf den Pelz. Zum Glück teilen wir dieses kleine Stück Paradies nur mit einer Handvoll Menschen, die aber schon bald Leine ziehen.

Emerald Cave

Wir klettern zurück ins Boot und düsen auf einen riesigen Felsen zu, an welchen bereits ein paar andere Boote vor Anker liegen. Es ist kurz nach Mittag und Tom will uns bewusst jetzt hier abladen. Er weiss, dass sich all die Tourenanbieter hier bis zum Mittag aufhalten und dann den Ort verlassen um sich das Mittagessen einzuverleiben.

 

Hier ist Schwimmwesten tragen Pflicht, denn wir müssen nämlich durch einen finsteren, etwa drei Meter breiten Höhlengang schwimmen und bekommen auch eine Stirnlampe mit auf den Weg. Mit den Unterwasserkameras gerüstet und der grossen Kamera im (hoffentlich) wasserdichten Seesack geht’s los. Ohne zu wissen was uns erwartet springen wir ins Wasser und schwimmen durch den Höhleneingang, aus welchem uns haufenweise andere Touristen entgegenkommen. Es ist ziemlich dunkel hier drin als uns eine riesige Schlange entgegen schwimmt. Eine Menschenschlange. Als wir sie kreuzen, sind wir froh um die Schwimmwesten, denn wir kriegen einen Lachkrampf und wären wohl sonst abgesoffen.

 

Stellt euch dieses Bild einmal vor: einer der schwimmen kann schwimmt voraus und zieht dabei ein Seil hinter sich her. So weit so gut. Am Seil hängt aber eine Schlange von Menschen in orangen Schwimmwesten, etwa 40 Personen, welche wie ein Tausendfüssler, hintereinander aufgereiht und aneinanderklebend ,von diesem einen Mann durchs Wasser gezogen werden weil offensichtlich keiner von denen schwimmen kann. So ein dämliches Bild aber selten so gelacht.

 

Nach einer Weile sehen wir Licht am Ende des Tunnels und staunen wo wir hier gelandet sind. Es wimmelt zwar noch von Menschen aber die Kulisse ist ziemlich geil. Wir schwimmen aus der Höhle an einen kleinen Strand und stehen in einer riesigen offenen Höhle. Vor uns das Wasser, unter uns der Strand, hinter uns Dschungel, über uns Himmel und rundherum Karststeinfelsen. Wow!

 

Nach 5 Minuten sind alle Tourenanbieter und Menschen weg und wir sind ganz alleine an diesem magischen Ort. Wir nutzen die geile Kulisse zum Fotografieren (und einige um die Fotos zu crashen) und geniessen das Alleine sein und die Ruhe. Nach 20 Minuten ist es jedoch vorbei mit der Ruhe, die nächste Tour kommt angeschwommen respektive gezogen – kann denn hier keiner Schwimmen?! Wir verlassen diesen wunderbaren Ort und schwimmen zurück zum Boot. Ein Pluspunkt für Tom, das Timing war genial.

Talabeng & Skull Island

Da wir noch keinen grossen Hunger haben, verschieben wir das Essen und düsen weiter. Tom fährt uns durch Karststeinfelsen, welche ihn an Avatar erinnern, meint er und ebenfalls zu einer Insel, welche den Namen Totenkopf Insel wirklich verdient hat. Der Schädel ist nicht zu übersehen. Wir verzichten aber darauf auf der Insel herum zu klettern -  es soll dort in den Augen des Schädels eine grosse Höhle geben – denn wir haben nur Flipflops dabei und die sind nicht gerade optimal zum klettern. Als wir also die Wahl zwischen Mittagessen und Klettertour haben, wählen wir nun doch das Essen.

 

Obwohl wir mittlerweile wirklich mächtig hungrig sind, machen wir noch an einer Höhle bei den Avatar Inseln – Talabeng Islands – halt und schwimmen hinein. Auch hier könnte man rauf klettern und käme auf der andere Seite durch eine Höhle nach draussen aber der Aufstieg ist sehr steil und vor allem dunkel, deshalb begnügen wir uns mit einer kurzen Erkundung der Höhle zu Land und zu Wasser, was uns auch schon ein paar schmerzhafte Schrammen einbringt, denn die Muscheln auf den Steinen im flachen Wasser sind wahnsinnig scharf und kantig – Autsch!

 

Ko Kam

Wieder aufs Boot und noch eine kurze Fahrt zu einer weiteren Insel mit einer kleinen Sandbank. Endlich Futter, das wird ja auch langsam Zeit, denn trotz dem grossen Frühstück sind wir langsam ausgehungert – es ist ja mittlerweile auch schon fast 15:00. Der Tag ist bereits lang und wir bekommen trotz der 5cm Schicht Sonnencreme langsam gerötete Haut und fühlen uns wie ein Hühnchen auf dem Grill – Toms grosszügigem Sonnendeck und den weniger grosszügigen Schattenplätzen sei Dank...

 

Entsprechend bleiben wir zum Essen nun lieber auf dem Boot unter dem Sonnendeck anstatt noch weiter im Wasser oder auf der Insel der Sonne ausgesetzt zu sein. Zum Essen ist es sowieso gemütlicher und da Tom und sein Sohn im Wasser essen, haben wir genügend Schatten auch wenn wir immer wieder rotieren müssen, da das Boot sich stetig dreht. Das Masaman Curry ist erneut sehr lecker und dank den heissen Temperaturen draussen sogar noch warm und auch die Früchte zum Dessert schmecken herrlich.

Es ist schon spät und wir haben mehr als genug Sonne getankt und waren viel im Wasser, einzig Yvan – neu auch genannt Mister Krabs – wagt sich nochmals ins Wasser obwohl seine Farbe schon bedenklich richtig knallrot geht – ach der Leichtsinn der heutigen Jugend. Den Rest von uns hält nichts mehr an der Sonne und es ist sowieso Zeit nach Hause zu fahren.

 

Damit wir alle im Schatten sitzen können sitzen wir jeweils zu zweit auf einem Stuhl und am Boden und da das Meer ruhiger ist als am Morgen geht es rasant zurück nach Koh Lanta. So rasant, dass sich Jolis Strohhut still und leise verabschiedet und sich im Meer versenkt – er hat wohl mitbekommen, dass dies heute sein letzter Ausflug sein sollte und wollte im Meer anstatt auf der Müllhalde landen. Nicht gerade vorbildlich, da das Meer schon genügend verschmutz ist – schäm dich du böser Hut, trotzdem Danke für deine wertvollen Dienste auf unserer Weltreise, du warst kein übler Kopfschmuck.

Pünktlich um 16:00 Uhr legen wir wieder direkt vor unserem Haus an. Naja so nah wie es bei Ebbe (ja schon wieder) möglich ist. Zu Hause satteln wir gleich unsere Roller und düsen in Jacks Panorama Restaurant. Aufgrund des späten Mittagessens haben wir zu wenig Hunger fürs Abendessen aber für ein leckeres Dessert ist dann doch noch etwas Platz vorhanden. Mit einem leckerem Eis und Bananenkuchen geht der Tag zu Ende. Wir hatten einen super schönen, spassigen und sehr heissen Tag und bedanken uns nochmal von Herzen für die Spende.

 

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