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Koh Jum I

Reise, Reise, SEEMANNS REISE

Mit Pick Up, Speedboat und nochmals einem Pick Up, reisen wir schwitzige 3 Stunden von Koh Lanta nach Koh Jum, aber alles in allem ist es eine schnelle und angenehme Reise. Einzig die erste Pick Up Fahrt ist etwas mühsam, da sie uns einmal über die ganze Insel führt und das an der prallen Sonne – Sonnencreme haben wir natürlich keine eingeschmiert, da wir nicht damit gerechnet haben, dass wir über eine Stunde hinten auf einem Pick Up gegrillt werden. Mhh… Unser Sonnenbrand von gestern hat seine wahre Freude.

 

Am  Hafen müssen wir ewig lange warten bis dann unsere Fähre als letzte endlich losfährt. Immerhin haben wir hier Schatten, einen Ventilator und lecker Bierchen um uns abzukühlen. Als uns in Koh Jum erneut ein Pick Up erwartet, schmeissen wir unsere Rucksäcke schnell oben aufs Auto und quetschen uns in den Innenraum des Autos wo es schattig und kühl ist. Sollen sich die anderen – die offensichtlich auch alle in den selben Resort kommen - grillen lassen. Mit dem grillen ist es nicht so schlimm, da dieser Pick Up gedeckt ist, aber dafür sind die Damen und Herren schön paniert vom feinen Strassenstaub. Glück gehabt.

 

Mit dem Glück ist es dann aber schon wieder vorbei, denn während alle ihre Zimmer beziehen können, müssen wir noch eine Stunde warten. Macht nichts – es gibt lecker Bierchen und Fruchtcocktails. Hier in Koh Jum wollen wir jetzt so richtig Ferien machen mit Strand und süssem Nichtstun. Unser Resort liegt an einem Hang direkt am Meer und sieht auf den ersten Blick ziemlich gut aus. Nach einer Stunde warten, können wir dann endlich unsere zwei Bungalows direkt nebeneinander beziehen. Wir sind hier inmitten von Natur Pur und haben dementsprechend auch bereits verschiedenes an Ungeziefer, welches sich das Bungalow mit uns teilt. Auf den ersten Blick handelt es sich aber weder um Mäuse noch um Kakerlaken wie in der ersten Unterkunft, was uns doch etwas beruhigt. Ansonsten sind die Häuser völlig in Ordnung und entschädigen für die letzte, eher mässige Unterkunft. Obwohl Joli meint, dass die Bezeichnung «mit Meerblick» doch sehr grosszügig ausgelegt ist. Man sieht das Meer etwas durch das dichte Blätterdach der Bäume vor dem Haus funkeln aber mehr auch nicht.

Jetzt aber ab ins Wasser. Es ist heiss und wir wollen den privaten Strandzugang gleich einmal ausnützen. Rein in die Badekluft und runter an den Strand. Das Wasser ist auch hier eher einen Tick zu warm, aber trotzdem ein Genuss. Der Strand ist durchgehend sauber und die gesamte Anlage macht einen gepflegten Eindruck. Noch kurz duschen und dann ist Futterzeit, wir haben mächtig Kohldampf und Möni und Yvan laden uns heute zum Essen ein, da wir ja vor ein paar Tagen beide Geburtstag hatten. Juhuuu, danke schön.

Traumschiff Kulisse

Wer kennt nicht die deutschen Fernsehserien Traumschiff oder Traumhotel? Naja vermutlich einige von euch nicht, aber egal man kann ja auch nicht alles kennen. Auf jeden Fall finden wir uns heute Abend in einer Kulisse wieder, wie wir sie unzählige Male in diesen Serien vorgezeigt bekommen haben und bis heute davon überzeugt waren; das gibt es doch nur Film…

 

Gegen 18:00 Uhr gehen wir an die Strandbar und beobachten wie das Personal direkt davor im Sand Tische und Stühle aufstellt und mit weissgrünen Tischtüchern bedeckt. Die Stühle werden ebenfalls mit einem weissen Bezug überzogen und auf den Tischen und davor werden Kerzen aufgestellt.

 

Sehr cool, noch vor dem Sonnenuntergang setzen wir uns auf die Stühle im Sand und geniessen ein kleines Apéro. Der Sonnenuntergang sieht aus als ob er gerade gemalt würde, einfach wunderschön. Als es langsam dunkel wird, werden die bunten Lampions in dem Bäumen und die vielen Kerzen auf den Tischen und im Sand angezündet, während man am Horizont noch die zartrosanen Farben des Sonnenunterganges erkennen kann. Ach wie romantisch – es gibt sie doch diese Orte aus Traumschiff und Traumhotel *schmelz*. Aber von den Sandflöhen die einem in die nackten Füsse beissen, davon wird natürlich dort nichts erwähnt…

 

Wir sind wirklich positiv überrascht, was hier für ein Aufwand betrieben wird. Nun wird auch noch ein kleines Holzboot aufgebaut, welches quasi als Verkaufstheke für fangfrische Fische und Meeresfrüchte dient. Die mit Fisch, Garnelen und Oktopus gefüllten Teller werden hier auf Eis, schön angerichtet präsentiert. Gleich daneben steht der Holzkohle Grill, auf welchem der Fischteller nach Wahl zubereitet wird. Die Männer suchen sich den Fischteller aus, während die Frauen noch Thai Currys und Reis dazu bestellen. Wir fühlen uns wirklich etwas wie im Film. Die Stimmung ist überaus romantisch und das Essen sehr lecker. Ein weiteres Highlight auf der To Do Liste, welches wir abhacken können - Dinner am Sandstrand. Und bevor jetzt die Fragen kommen – nein es gab keine Heiratsanträge oder sonstiges, das wäre dann auch zu viel der Romantik gewesen – wir sind hier schliesslich ein Reiseblog und keine Telenovela.

In 80 Minuten um die Insel

Naja, es sind nicht mal 80 Minuten. Wir mieten uns Roller und fahren einmal um Ko Jum herum. Benötigte Fahrzeit, etwa 30 Minuten – hätten wir nicht einen Abstecher in die Wildnis gemacht aber dazu später.

 

Erst einmal wird getankt. Die Tanksäule empfängt uns wie immer mit einer Begrüssung und einer extrem lauten Stimme. Dann das Highlight: sobald das Geld drin ist, fängt die Kiste an coolen Sound zu spielen und mit Beni geht es durch. Er schwingt den Benzinschlauch und führt ein Tänzchen par excellence auf bis er bemerkt, dass aus dem Schlauch munter Benzin spritz. Wir kugeln uns alle vor Lachen, auch noch heute wenn wir daran denken. Da das ganze Benzin überall nur nicht im Tank gelandet ist, beginnen wir das Ganze nochmals von vorne und nehmen dieses Mal ein Video von Benis Tänzchen auf – allerdings mit dem Schlauch dort wo er hingehört.

 

Jetzt kann es losgehen. Als erstes erwischen wir eine Horde Affen auf frischer Tat bei der Erregung öffentlichen Ärgernisses. Und das vor den Affenkids, tztz, man fasst es nicht! Die Insel ist nur etwa 15 Kilometer lang und bietet drei kleine Dörflein, in welchen es Mini Supermärkte gibt und eine asphaltierte Strasse quer über die Insel. Wir versuchen trotzdem einen Rundweg zu fahren und wählen eine Strasse die sowohl auf unserer App, der Strassenkarte und sogar mit einem Strassenschild gekennzeichnet ist. Es ist eine Strasse durch den Wald. Sie ist zwar etwas holprig aber so weit so gut.

 

Nach ein paar Minuten müssen wir aber doch aufgeben und umkehren. Der Weg ist zu sandig, holprig und wird immer wie enger und steiler. Er ist nicht einmal mit einem Roller mehr befahrbar. Alles zurück und noch ans andere Ende der Insel.

 

Dabei fahren wir noch kurz in ein anderes Dorf und staunen nicht schlecht, als Kinder auf Motorrädern an uns vorbei brausen. Der eine ist kaum gross genug um mit den Füssen an den Boden zu kommen und die anderen Kids fahren zu viert inkl. einem Kleinkind im Dorf herum. Und wir haben uns Sorgen gemacht weil unser 3 Tages-Ausweise aus Chiang Mai abgelaufen sind. Auf den Inseln scheint das keinen zu interessieren und wir sind nicht einmal sicher ob es hier so etwas wie Polizei überhaupt gibt. Wir wagen uns nochmals weg von der Hauptstrasse und es wird wieder waldig, bleibt aber befahrbar. Auf dem Weg ans andere Ende der Insel kommen wir noch an lauter anderen lustigen Dingen vorbei. Zum Beispiel die Wäscherei. Eine Blechhüte am Strassenrand mit 2-3 Waschmaschinen unter dem schiefen Dach und einem Schild «Laundry». Einmal alleinstehend und einmal teilt sie sich das Dach mit einer Tanksäule.

 

Im kleinen Dörflein, wo wir gestern angekommen sind, steigen wir ab, spazieren einmal hindurch und sind nach 5 Minuten bereits am Ende der Strasse angelangt. Wir schauen uns die paar Souvenirläden an und bestellen eine Runde Frucht Smoothies in einem Hippie Restaurant auf dem Wasser, wo uns die Dame des Hauses noch informiert, dass um 16:00 Böötchen gebastelt werden, die dann um 20:00 mit Kerzen aufs Wasser gelassen werden. Beni meint: «Zum Glück ist erst 14:00, bis dahin sind wir über alle Berge.» und Joli findet; «Was für eine schöne Art die Umwelt zu verschmutzen.» Myv (Möni & Yvan – ausgesprochen wie «mief» - irgendwann mussten auch sie eine Abkürzung bekommen) schütteln nur die Köpfe und lachen. Wir haben langsam das Gefühl sie nehmen uns nicht mehr so ernst…

 

Auf dem Rückweg versuchen wir immer noch verzweifelt einen Laden zu finden, der bezahlbare Sonnencreme hat und grosse 6 Liter Wasserbehälter verkauft, aber irgendwie soll es nicht sein und nochmals alles zurück fahren haben wir keine Lust. Naja wir haben die Roller bis morgen um 10:00, dann wird der Laden bei uns um die Ecke wohl wieder geöffnet haben.

 

Kleine Freuden

Zum Abendessen werden wir von Livia Mäder eingeladen. Danke liebe Livia für deine Spende unter kleine Freuden. Wir nutzen die Gelegenheit und bestellen für einmal etwas nicht thailändisches, bevor wir noch eine Curry Vergiftung bekommen. Möni bestellt ein Steak, Joli ein Cordon Bleu und die Jungs je einen Burger und zur Vorspeise teilen wir einen spicy Thunfischsalat. Auch bei den Getränken lassen wir es uns gut gehen. Es gibt wie immer lecker Bierchen und farbenfrohe Cocktails. Die Getränke sind lecker, der Salat ebenfalls. Soweit so gut.

 

Achtung, die Hauptspeise respektive die Burger nahen und wissen nicht so recht ob wir nun lachen oder weinen sollen, als wir diese erhalten. Das Fleischpattie ist so klein, das Rind muss magersüchtig gewesen sein – wahrscheinlich war es die dünne Kuh am Strassenrand, die wir heute auf unserer Inselrundfahrt gesehen haben. Man erkennt es auf dem Foto zwar nicht aber das Fleisch ist da, irgendwo zwischen den Brötchen und Zwiebeln haben wir es gefunden. Der Burger schmeckt zwar gut, ist aber der wahrscheinlich kleinste den wir jemals gegessen haben – ja sogar noch kleiner als der kleine Burger in der Rooftop Bar in Bangkok. Das Steak ist lecker und das Cordon Bleu ebenfalls, wenn vielleicht auch etwas gar trocken. Zusammengefasst kann man sagen, das die westlichen Portionen zwar auch lecker aber doch um einiges kleiner sind, als die thailändischen Speisen. Macht nichts, dann bestellen wir noch eine Nachspeise. Es gibt frittierte Bananenkugeln mit Eiscreme und Honig, sehr lecker.

 

Nach dem Dessert und vielen leckeren Bierchen werden wir dann doch noch satt, spielen ein paar lustige Runden Yatzy zusammen und schiessen jede Menge dämliche Fotos. Vielen Dank Livia wir hatten einen lustigen Abend und haben zusammen auf das Leben angestossen und lecker gegessen.

 

Beachday I

Am zweiten morgen düsen wir nach dem Frühstück noch einmal quer über die Insel. Der Laden um die Ecke hat jetzt zwar geöffnet aber verkauft nicht was wir brauchen. Wir kaufen doch noch Sonnencreme, Wasser und das ein oder andere nicht notwendige, bevor wir die Roller gegen 10 Uhr wieder abgeben.

 

Übrigens hat es hier im Süden von Thailand bereits wieder eine andere Religion, welche grossen Einfluss übt. Kein Wunder sieht man hier neben Tempeln nun auch jede Menge Moscheen. Zum Glück haben wir in Koh Jum aber kein solches Schrei Haus neben an – im Gegensatz zu Koh Lanta wo wir nebst allen anderen Unannehmlichkeiten auch noch jeden Abend in den Genuss dieser Glaubensbekundungen gekommen sind.

 

Danach legen wir uns ganz altmodisch auf die Liegen am Strand und geniessen unsere Ferien. Beni schleicht sich gegen Mittag davon, um mit dem Laptop in der Strandbar bei einem lecker Bierchen das Formel 1 Rennen zu schauen. Das Internet in Thailand ist aber dermassen schlecht das ein Livestream nicht möglich ist und auch im TV kommt das Rennen nicht. So ein Pech aber auch.

 

Also sitzen wir schon kurz nach Mittag wieder in der Strandbar, spielen ein paar lustige Spiele und kühlen uns mit Bier ab. Leider ist der Kühlschrank hier in der Bar nicht wirklich kalt, weshalb wir das Bier mit Eis abkühlen, wie wir es in Vietnam gelernt haben. Wo Yvan uns am Anfang der Ferien noch als Banausen bezeichnet hat weil wir Eis ins Bier schmeissen, ist er nun der erste der fast vom Stuhl fällt, als es am frühen Nachmittag heisst, dass das Eis alle ist.

 

Endstation Thailand

Der Tag nimmt eine dramatische Wende, als wir nach ein paar lecker Bierchen Bekanntschaft mit der Ebbe machen. Das Wasser ist so weit zurück gegangen, das wir eine gefühlte halbe Stunden nach draussen waten müssen. Und die Steine, die wir vorher nicht einmal gesehen haben machen uns jetzt die Hölle heiss. Sie sind so scharf und mit kantigen Muscheln übersät, dass Benjoli sich Hände und Füsse aufschneiden, während Myv mit extra Badelatschen durchs Wasser waten – pah!

 

Insbesondere Beni verliert massiv Blut als wir wieder aus dem tobenden Meer rausfinden. Wir versuchen die Blutung zu stillen und bestellen zwecks Desinfektion eine Runde lecker Bierchen um die Schmerzen zu betäuben. Schon bald ist Essenszeit und in der Zwischenzeit beissen wir auf die Zähne, versuchen den Körper mit Alkohol von innen heraus zu desinfizieren und kleben die Wunde mit einer Serviette notdürftig ab, denn die ersten fleischfressenden Ameisen machen sich schon an Beni ran.

 

Fortsetzung folgt…

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