· 

Kathmandu III

Aufbruchstimmung

Heute ist unser letzter Tag in Nepal, es hat irgendwie nicht sollen sein mit diesem Land und unseren Plänen. Aber wer weiss, vielleicht kommen wir nochmals hier hin, denn es hat uns definitiv gefallen und wir wollen noch mehr sehen.

 

Da wir wieder nach Europa zurückkehren, will Joli die sonst schon prallen Rücksäcke noch mit Souvenirs und Kleidern füllen, denn das war die Bedingung die sie gestellt hat um schon jetzt nach Europa zurück zu kehren. So richtig Shoppingfieber kommt aber nicht auf. Immerhin ein Kleid und eine Tasche wechseln nach dem Verhandeln den Besitzer und Beni kauft sich wie immer nichts. In einem Laden erklärt er einer Verkäuferin, welche ihm ein Shirt andrehen will, das er ja bereits ein Shirt besitzt und dieses nach einer Woche dann einfach kurz wäscht und dann wieder anzieht - Scherzkeks. 

 

Wir geniessen noch etwas die einzigartige Atmosphäre in Kathmandu und freuen uns jetzt auf Griechenland. Vielleicht ist es gar nicht schlecht wieder Mal nach Hause zu kommen, wir sehen schon ganz schön verwildert aus.

 

Turkish Airlines – von 0 auf 180 in 3 Stunden

Drei Stunden, drei Warteschlangen, zwei angepöbelte Drängler und zwei zusammengestauchte Bodenpersonal Mitarbeiter später…

Doch beginnen wir die kleine Geschichte von vorne.

Wir bösen Klimasünder fliegen innerhalb von 24 Stunden gleich drei mal. Der erste Flug nach Istanbul und der Anschlussflug nach Athen haben wir mit Turkish Airline gebucht. Der dritte Flug geht am nächsten Morgen ziemlich früh von Athen nach Zakynthos. Den haben wir separat gebucht.

 

Da der Flug ab Kathmandu wie immer verspätet ist, wissen wir schon vor dem Start das wir unseren Anschluss mit Turkish Airline verpassen werden. Das diese Verspätungen alltäglich sind wussten wir beim Buchen unserer Flüge, Hotel und Mietwagen leider noch nicht, das stellten wir erst danach mit Schrecken fest. Aber immer noch früh genug und daher haben wir bereits die Flugnummer des nächsten und für uns letztmöglichen Anschlussflugs von Istanbul nach Athen herausgesucht, damit wir schon beim Check-In umgebucht werden können.

 

Die Warteschlange ist lang und Beni legt sich gleich mit zwei angeschlichenen Passagieren an, welche sich in unserer Nähe einfach dreist dazustellen ohne hinten anzustehen. Bis wir an der Reihe sind stehen wir fast zwei Stunden in der Schlange und der nette Herr am Schalter will uns auch gleich auf den ersten Turkish Flug am nächsten Morgen umbuchen. Wir erklären das wir mit diesem Flug unseren Weiterflug von Athen nach Zakynthos aber verpassen und eine Umbuchung auf eine andere Airline am selben Abend wünschen. Der nette Herr meint das dies nicht möglich sei aber wir sollten es am Kundendienstschalter versuchen.

 

Beni bleibt mit dem Gepäck schön vor dem Schalter stehen während sich Joli an den anderen Schalter begibt, wo sie gleich wieder abgewiesen und an den nächsten verwiesen wird. In ständigem Blickkontakt gestikuliert sie Beni das sie nicht vorwärts kommt, da platzt Beni ein erstes Mal der Kragen. Er winkt Joli wieder zu sich und redet Klartext mit dem Herrn, also etwas deutlicher, bestimmter und für alle besser hörbar.

 

Nun begleitet dieser uns selber zum Schalter wo die «nette» Dame Joli vorhin abgewiesen hat und diese kümmert sich nun doch noch um unser Anliegen. Blöde Kuh! Auch Sie will uns auf den Flug am nächsten Morgen umbuchen. Tick tack. Die Zeit verrinnt und wird langsam knapp, Sicherheitskontrolle und Immigration lassen grüssen und Beni platzt der Kragen zum zweiten Mal. Wir klären sie über unsere Rechte, ihre Pflichten und die gültigen Gesetze auf und das wir auf den nächstmöglichen Anschlussflug bestehen und dieser nicht wie sie behauptet von ihrer Airline sein muss. Wir wissen das ein EU Gesetzt dies so vorsieht und wir wissen auch, das dies Nepal und die Türkei nicht betrifft. Aber wir können sehr überzeugend sein und offensichtlich weiss die Dame generell weniger Bescheid als wir.

 

Das alles wusste der mittlerweile schäumende Beni natürlich nur weil er am Abend zuvor eben die Rechte von Passagieren bei Verspätungen und verpassten Anschlussflügen bei Google ausführlich studiert hat. Die Frau blockt noch ein letztes Mal ab und Beni verlangt mit seinem bösen Blick zuerst nach dem Manager und dann nach dem Namen der netten Frau. Sie knickt ein und muss jetzt den Manager fragen. Die Zeit verstreicht und wird langsam knapp, doch Beni fährt langsam herunter und verliert die rote Farbe im Gesicht.

 

Etwas später ist es vollbracht, wir erhalten zwar die Tickets für den umgebuchten Flug erst am Transferschalter in Istanbul aber das Gepäck wird direkt umgeladen und wenn alles gut läuft erwischen wir diesen Flug sogar. Aber erstmal müssen wir nun diesen aus Nepal raus noch erwischen. Anständig wie Beni ist, entschuldigt er sich höflich bei beiden Mitarbeitern, welche von ihm unter die Räder kamen für sein zorniges Verhalten.

 

Dann heisst es Vollgas und ab zum Gate. Jetzt haben wir natürlich keine Zeit mehr den netten Beamten zu fragen ob wir einen Gutschein für unsere nächste Nepal Einreise bekommen können, da wir ein 90 Tages Visum bezahlt haben aber nun schon nach 16 Tage ausreisen haha. 5 Minuten nachdem wir unser Gate erreichen ist schon Boarding, es hat gerade noch gereicht um ein Gipfeli und etwas Wasser zu kaufen an diesem sehr eigenartigen Flughafen. Im Flugzeug überfällt zumindest Beni eine schlagartige Müdigkeit aber bevor wir etwas dösen futtern wir fürs Gemüt noch das Gipfeli und etwas Schweizer Schoggi. Die fast drei Stunden Stress und Ärger schlagen ein wie eine Bombe und wir sind fix und foxi.  Die Moral von der Geschicht, verarschen lässt sich Benjoli nicht und Joli meint nur: «Jaja, schon auf dem Weg nach Europa hat man nach einer Weltumrundung wieder die ersten bürokratischen Diskussionen – war ja klar ne?»

 

Dafür hat die Airline ein echt geiles Sicherheitsvideo und wir können zum ersten Mal wieder Filme gucken während wir fliegen – juhuuu!

 

In Istanbul landen wir am neuen Flughafen, der erst vor wenigen Tagen eröffnet wurde. Eine schöne Hütte aber riesig. Wir laufen uns die Hacken ab bis wir den Transfer Schalter finden und werden auch hier wieder an einen anderen Schalter weitergeschoben. Das erste was die Dame dort dann sagt ist: «O-oh wir haben ein Problem.» Whaaaaaat?! Nach einigen Versuchen schafft sie es dann doch unsere Boarding Pässe zu drucken und weiter geht’s.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0