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Zakynthos II

Wochenende

Obwohl heute Freitag ist, spielen wir bereits Sonntag. Wir schlafen aus so lange es nur geht und stehen erst kurz vor Mittag auf. Dann gibt es ein lecker Frühstück mit allem Drum und Dran, nur um danach gleich wieder ins Bett zu hüpfen.

 

Unser Inselhopping in Griechenland erfordert eine präzise Planung und Abstimmung von Transport und Übernachtungsmöglichkeiten, welche wir nun miteinander abstimmen. Denn wir befinden uns nicht in der High-Season oder der Low-Season sondern in der No-Season wie Joli sie nennt. Denn eigentlich sind die Inseln noch nicht bereit für Touristen, was das Planen nicht gerade einfach macht. Die Preise variieren stark und die beschränkten Transportmittel wie Bus, Fähre, Flugzeug oder Mietauto kosten falsch eingesetzt einen Haufen Geld.

 

Wir geniessen den Tag zu Hause, schauen dem Regen zu und lassen uns von der Heizung und dem warmen Tee wärmen. Die Dame des Hauses hat uns noch einen ganzen Sack frische Zitronen aus dem Garten gebracht. Wow, die schmecken mega lecker im Tee und abgerundet mit etwas griechischem Honig lässt es sich ganz gut Leben den ganzen Tag faulenzend und Tee trinkend.

 

Für das Abendessen verlassen wir kurz unser Studio und düsen mit dem Auto zum Supermarkt. Heute gibt es Thunfisch Pasta mit griechischem Salat. Wie schön, dass wir wieder mal selber kochen können – also Beni wieder mal selber kochen kann. Die Portion reicht wie üblich für eine halbe Fussballmannschaft aber wir schaffen das locker – leider!

 

Pünktlich zum Sonnenuntergang kommt dann noch die Sonne und wir bekommen einen super schönen und farbintensiven doppelten Regenbogen zu sehen. Ist das Leben nicht schön? Sonntag an einem Freitag, leckeres Essen und einfach nur rumliegen.

Beachtime – ab in den Süden

Heute ist ein wunderschöner Tag, perfekt um ein weiteres Mal die Insel zu erkunden. Wir wollen uns den südlichen Teil der Insel mit den vielen Stränden genauer ansehen. Als erstes fahren wir über saftige, grüne Wiesen voller Olivenbäume und Blumen in allen Farben. Die Strassen sind eng und kurvig und machen teilweise unmögliche Verrenkungen. Man könnte meinen die Strassenbauer haben sich die Olivenbäume zum Vorbild genommen. Auch die Olivenbäume sind kurvig und machen Verrenkungen die fast unmöglich scheinen. Es ist faszinierend wie viele Olivenbäume es hier gibt und jeder ist einzigartig in seiner Form und alle sind sie wahnsinnig schön anzusehen.

 

Der Weg führt uns steil in die Höhe bis wir schliesslich an der Westseite der Insel ankommen und über eine felsige, mit gelben Blumen übersäte Landschaft runter an den Porto Limnionas gelangen. Das Restaurant ist wie alles andere noch geschlossen und auch sonst ist nichts los hier weshalb wir gleich weiter düsen.

 

Erst beim weiter fahren sehen wir was es hier zu sehen gäbe, denn Anfangs dachten wir nur: «Ähm ja, was auch immer hier sehenswert sein soll?!» Es ist eine kleine Bucht mit strahlend blauem Wasser. Nur dumm, dass ein umdrehen auf dieser engen Strasse nicht möglich ist, aber auch von hier oben ist nicht erkennbar wo man den zum Wasser gelangen könnte. 

 

Nur ein paar Kilometer weiter stoppen wir am Porto Roxa. Auch hier ist alles geschlossen respektive es wird fleissig renoviert. Es ist schon witzig zu sehen wie die ganze Insel gerade einen Frühlingsputz macht, bevor die Touristen anstürmen.

 

Der Küstenabschnitt hier ist sehr schön anzusehen. Einen Strand sucht man vergeblich, dafür gibt es sehr schöne Stein- und Felsformationen mit natürlichen, glasklaren Pools. Auch das Meerwasser ist so klar das man weit sehen kann und vom offenen Meer her brechen kleinere Wellen über die Felsen, welche die Pools auffüllen. In diesen kann man jeden einzelnen Kieselstein erkennen, fast scheint es als würden wir durch ein Fenster schauen und nicht durch Wasser. 

 

Nach ein paar Fotos in Porto Roxa (zum Baden ist das Meer zu wild und steinig) und einer längeren Fahrt wieder bergauf stehen wir auf dem Hügel nach dem kleinen Dorf Keri vor den verschlossenen Toren des Leuchtturms. Er soll eine der Hauptattraktionen sein, ist scheinbar aber auch nur während der Saison geöffnet, der Leuchtturmwärter hat wohl Urlaub und somit sollen die Schiffe wohl selber schauen, dass sie nicht in die Insel krachen.

 

Der Strandabschnitt von Keri, mit seinen niedlichen Tavernen von welchen sogar eine geöffnet hat, ist dafür richtig hübsch anzusehen. Das Dorf Keri liegt auf einem Hügel zwischen dem Leuchtturm weiter oben und dem Strand weiter unten. Für uns zu weit auseinander um wirklich zusammen zu gehören, aber vielleicht gingen den Namensgebern einfach langsam die Ideen für neue Namen aus?

 

Von Keri Beach aus gibt es sogar ein Motorboot, welches bereits Touren zu Höhlen und dem Schiffswrack anbietet. Aufgrund er aktuellen Wetterlage (Ein bisschen windig? Oder was genau ist gemeint?!) darf man aber kein eigenes Boot mieten sondern muss für den doppelten Preis Boot und Kapitän mieten – exklusiv Benzin versteht sich. Da finden wir also die rund 200 Euro für diesen kurzen Spass doch etwas überrissen – und das in der No Season. Pah!

 

Wir haben noch einen Auftrag bekommen und suchen auf dem Weg eine bestimmte Olivenöl Fabrik. Auf gut Glück steuern wir auf den Parkplatz und siehe da, die Fabrik hat geöffnet und ausser uns sind sogar noch zwei weitere Touristen hier. Wow, richtig Hochbetrieb hier. Wir folgen dem markierten Rundweg und schauen uns die Gerätschaften von «Anno Tubak» an. Auch ein alter 1000 jähriger Olivenbaumstamm ist hier ausgestellt. Er musste einer Strasse weichen und dann hat man ihn gütigerweise gespendet und hier ausgestellt – wohl um die Schandtaten der Menschheit besser zu veranschaulichen, meint Joli, worauf Beni meint «Tja, c’est la vie» und Joli antwortet «Nein, c’est le Mensch, vor ihm muss einfach alles weichen auch wenn es tausende von Jahren alt ist.».

 

Wir laufen auch an vielen Obstbäumen und Kräutern vorbei und die üppig beladenen Orangen und Zitronenbäume lassen uns das Wasser im Mund zusammen laufen. Die modernen Maschinen in der Fabrik stehen noch still und wir können diese nicht in Aktion sehen. Dafür wird uns ein 5 minütiger Film zur Produktion vorgeführt. Danach dürfen wir uns mit (nicht mehr ganz so) frischem Brot an verschiedenen Ölivenölen durch probieren. Wir testen alle Öle mindesten zwei Mal durch um auch ganz sicher zu sein wie sie denn schmecken und weil wir noch nichts gegessen haben, da wir auch heute fast überall alles geschlossen vorgefunden haben. Der ganze Spass dauert nur etwa eine halbe Stunde, doch wir sind froh das überhaupt irgendetwas auf der Insel geöffnet hat und wir unseren Souvenirauftrag erfüllen konnten.

 

Wir wollen weiter nach Laganas, die Touristenhochburg auf Zakynthos. Wir fahren erst einmal die Hauptstrasse runter zum Strand. Also mit Griechenland hat diese Strasse gar nichts mehr zu tun. Es wimmelt von Restaurants, Bars und Discos. Joli war vor 16 Jahren bereits 2-3 mal hier und findet nach kurzem Suchen sogar die Einfahrt und ihr damaliges Hotel. Das Hotel sieht noch fast genau gleich aus, jetzt wollen wir noch sehen ob wir das damalige Lieblingsrestaurant wieder finden. Jawoll, sieht auch noch fast so aus wie früher nur 16 Jahre älter aber betreten würden wir die heruntergekommene Spelunke auf keinen Fall mehr. Hoffentlich geht an dem Strand und den Restaurants noch was bevor die Touristen kommen.

 

Der Strand, die Ortschaft und auch die Hotels und Restaurant am Strand sind ein richtiger Schandfleck geworden. Zugemüllt und ungepflegt, sogar eine zum grössten Teil verweste Ziege liegt am Strand im Müll, ein abartiger Anblick. Abgestempelt als Schandfleck von Zakynthos, verlassen wir diesen Ort schnellst möglich wieder. Uff, das war früher noch anders – oder hatten wir einfach weniger hohe Ansprüche?

 

Weiter geht es in das angrenzende Dorf Kalamaki. Hier suchen und finden wir Benis Hotel, in welchem er vor etwa 13 Jahren bereits einmal war. Der Strandabschnitt lädt schon eher wieder zum Verweilen ein ist aber um einiges kleiner geworden. Es scheint als ob die Sandstrände an der Insel immer weniger werden, die Natur holt sich zurück was der Mensch in Anspruch genommen hat.

 

Nach dem Schwelgen in unseren Erinnerungen haben wir nun mächtig Kohldampf. In Zakynthos finden wir am Hafen ein geöffnetes Restaurant, in welchem wir herrlich zu Abendessen. Nach der Stärkung legen wir noch kurze Fotostopps an den Stränden uf unserem Zipfelchen der Insel ein. Am Banana Bay Strand fahren wir nur kurz durch, jedoch Porto Roma und der Gerakas Strand begeistern und doch so, dass wir aussteigen und uns etwas umsehen. Letzterer ist unserer Meinung nach der schönste Strand, das Meer jedoch ist hier relativ unruhig und verliert dadurch sein spektakuläres Blau. Joli möchte noch einen Spaziergang machen aber Beni hat für heute genug erlebt und möchte nun nach Hause – in weiser Voraussicht hat er den Pullover im Auto gelassen und ohne Pulli ist es doch mittlerweile etwas frisch um noch spazieren zu gehen. Clever! Er fühlt sich zudem ziemlich krank und leidet wahrscheinlich an einer Männergrippe, der Arme. Ja das hat man davon wenn man immer Sommer spielt bei diesen Temperaturen und den Pulli nie mitnimmt, meint Joli. Dann machen wir an einem anderen Abend einen Spaziergang hier – Handschlag drauf – versprochen.

Baby on Board

Wir haben ja schon erwähnt wie absolut herrlich hier die Nachtruhe und auch die Ruhe im Allgemeinen ist. Ach es wäre so schön gewesen und da wir in der No-Season sind hat es ja auch kaum Touristen…

 

Nach der dritten Nacht werden wir von unseren neuen Nachbarn morgens um halb 8 Uhr geweckt. Das Kleinkind hat keine Lust mehr auf Schlafen, die Eltern keine Lust zum Aufstehen, dann setzt man sich halt auf den Balkon und lässt es einfach vor sich hin schreien und mit Bechern laut auf dem Tisch rum hauen.

 

Stadtbummel durch Zante

Heute schlendern wir ein wenig durch Zakynthos Stadt. Wir haben uns intelligenterweise den Sonntag für einen Stadtbummel ausgesucht und zeitlich liegen wir voll in der Siesta Zone und somit hat alles was sonst geöffnet hat, hier und jetzt auch noch geschlossen. Was für Intelligenzbestien wir doch manchmal sind. Das Städtchen mit seinen Gassen und Fussgängerzonen ist trotzdem ganz schön und wir geniessen den Bummel und die paar Sonnenstrahlen in vollen Zügen, und immerhin eine Bäckerei mit frischem Brot finden wir, juhu!

 

Nachdem wir in einem Supermarkt etwas Proviant fürs Frühstück nachgekauft haben, parkieren wir das Auto am Hafen. Am Kassenhäuschen für die Fähre kaufen wir uns die Tickets für nach Kyllini (Festland) und von dort die Tickets für die Anschlussfähre nach Kefalonia. An der Uferpromenade sind heute dafür viele Restaurants geöffnet und sehr gut besucht. Bei einer Portion Fisch mit Spinat, Mousakka und einer Partie Yatzee geniessen wir das griechische Inselleben.

 

Die Linie

Seit Thailand kennt unser Gewicht wieder nur eine Richtung – die nach oben. Nur gerade in Nepal gab es bedingt durch die 3 Tages Wanderung eine kurze Phase der Stagnation. Hier in Griechenland wollen wir uns wieder etwas gesünder ernähren, die mediterrane Küche soll sich dafür ja hervorragend eignen. Wir sind sehr gut dran im Moment. In nicht ganz einer Woche haben wir bereits zwei Kilo griechischen Joghurt und ein halbes Kilo hiesigen Honig verputzt – mediterran und gesund – jawoll!

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